Please wait
Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.
Subtitle: Ein Terminologievergleich Deutsch-Englisch
Diploma Thesis, 2007, 284 Pages
Author: Mag. Katrin Klein
Subject: Interpreting / Translating
Details
Institution/College: University of Vienna
Tags: Terminologie, Malzbereitung, Bierherstellung, Studium, Translationswissenschaft
Year: 2007
Pages: 284
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 110 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-25064-6
ISBN (Book): 978-3-640-25073-8
Other users also were interested in the following titles:
Abstract
Die Arbeit beschäftigt sich im Rahmen einer systematischen, übersetzungsorientierten Terminologiearbeit mit der Untersuchung und Gegenüberstellung des deutsch- und englischsprachigen Fachwortschatzes der Malzbereitung für die Bierherstellung. Sie richtet sich in erster Linie an Übersetzer und Dolmetscher, die als Laien mit dem Thema Malz und Malzbereitung konfrontiert werden und sich rasch einen ersten Überblick verschaffen wollen. Daneben soll sie aber auch für Studenten und andere nicht Fachkundliche von Interesse sein, die sich in verhältnismäßig kurzer Zeit in das Thema einarbeiten wollen oder müssen. Die Arbeit soll ihre Leser befähigen, in kurzer Zeit ein grundlegendes Verständnis des Malzbereitungsprozesses zu erlangen. Neben einer vereinfachten Darstellung des Malzbereitungsprozesses sollen die geschichtlichen Hintergründe und die thematische Einbettung der Malzbereitung in den gesamten Bierherstellungsprozess dem Leser den Zugang zu diesem schwierigen Thema erleichtern und der Erweiterung seines Allgemeinwissens dienen. Anhand des zweisprachigen Glossars kann sich der Leser wichtiges Basisvokabular im Englischen und Deutschen aneignen. Insbesondere ermöglicht es ihm, einfache, in der Literatur häufig gebrauchte, fachliche Wendungen zum Thema Malzbereitung zu verstehen und zu übersetzen. Das Glossar dient zudem als Nachschlagewerk, und das Literaturverzeichnis enthält unter anderem Verweise auf interessante Fachbücher und Lexika. Die begriffsorientierte Struktur der terminologischen Einträge und die komprimierte Darstellung der Begriffe in einem Begriffsplan verdeutlichen begriffliche Zusammenhänge. Viele Zusatzinformationen wie Kontext, Synonyme, Schreibvarianten, grammatische Anmerkungen und Illustrationen erleichtern das Verständnis und ermöglichen eine professionelle Anwendung. Realistische übersetzungsbezogene Anwendungsbeispiele für diese Arbeit sind u.a. sowohl Artikel in Fachpublikationen, als auch Texte für Museen, Ausstellungen, Messen, Symposien und Konferenzen.
Excerpt (computer-generated)
DIPLOMARBEIT
Titel der Diplomarbeit
DIE TERMINOLOGIE DER MALZBEREITUNG ZUR
BIERHERSTELLUNG
Ein Terminologievergleich Deutsch-Englisch
angestrebter akademischer Grad
Magistra der Philosophie (Mag. phil.)
Verfasserin:
Katrin Klein
Wien, im März 2007
Mein Dank geht in erster Linie an meine Familie, vor allem aber an meine Eltern,
die mir mein Studium in jeglicher Hinsicht ermöglicht haben und auch in
schwierigen Zeiten immer für mich dagewesen sind. Ihnen, aber auch meinen
Freunden möchte ich für ihre Geduld mit mir und meinen Launen danken ich
weiß, daß dies vor al em in der schwierigen Endphase des Studiums nicht immer
leicht gewesen sein kann.
Desweiteren geht mein Dank an das Lehrpersonal des Zentrums für
Translationswissenschaft der Universität Wien, an Frau Prof. Dipl.-Dolm.
Margarete Schättle für ihre ewige Hilfsbereitschaft und insbesondere an den
Betreuer dieser Arbeit, Univ.-Prof. Dr. Gerhard Budin, der mir jederzeit für Fragen
zur Verfügung stand und immer wertvolle Verbesserungsvorschläge für mich
parat hatte.
Vielen Dank auch an Herrn Wolfgang Gröger vom Deutschen Technikmuseum
Berlin und
last but not least
auch Frau Sabine Weyermann, der
Geschäftsführerin der Weyermann Malzfabrik, möchte ich herzlichst für ihre
aufmunternden Worte und ihre Bereitschaft danken, diese Arbeit Korrektur zu
lesen.
Inhalt
1 Einleitung 3
1.1 Thema und Themenwahl 3
1.2 Anmerkungen zur Zielgruppe 3
1.3 Abgrenzung des Themas 4
1.4 Malz und Mälzen Was ist das eigentlich? 7
2 Brauen und Mälzen im Überblick: Geschichte und Verfahren 8
2.1 Geschichtliches zur Bierherstel ung 8
2.2 Geschichtliches zur Malzbereitung 13
2.3 Der moderne Bierherstel ungsprozess 17
2.3.1 Malzbereitung 17
2.3.2 Würzebereitung 18
2.3.3 Gärung 19
2.3.4 Filtration und Abfül ung 20
3 Die Malzbereitung 21
3.1 Rohstoffe 22
3.1.1 Gerste und andere Getreidearten 22
3.1.2 Formen und Sorten der Gerste 22
3.1.3 Aufbau und chemische Zusammensetzung des Gerstenkorns 23
3.1.3.1 Aufbau 24
3.1.3.2 Chemische Zusammensetzung 25
3.2 Die Phasen der Malzbereitung 28
3.2.1 Putzen der Gerste 28
3.2.2 Sortieren der Gerste 30
3.2.3 Transport- und Entstaubungsanlagen 30
3.2.4 Trocknen und Lagern 32
3.2.5 Weichen der Gerste 33
3.2.6 Keimen der Gerste 35
3.2.6.1 Biologische und biochemische Vorgänge 36
3.2.6.2 Das Keimverfahren 40
3.2.7 Darren des Grünmalzes 42
3.2.8 Putzen, Lagern und Polieren des Malzes 45
3.3 Qualitätskontrolle von Gerste und Malz 46
3.4 Ausbeute beim Mälzen 46
3.5 Malze und Spezialmalze 47
3.6 Länderspezifische Unterschiede: Chemische Zusätze 48
1
4 Theoretische Grundlagen der Terminologiearbeit 50
4.1 Fachsprache, Fachwortschatz und Terminologie 50
4.2 Terminologielehre und Terminologiearbeit 52
4.3 Der Terminus: Begriff, Gegenstand und Benennung 53
4.3.1 Begriffsmerkmale, Begriffsumfang und Begriffsinhalt 55
4.4 Die Definition 56
4.5 Begriffssysteme und Begriffsfelder 58
5 Der Terminologievergleich 60
5.1 Aufbau und Systematik des Begriffssystems 60
5.2 Aufbau des Terminologischen Eintrags 63
5.3 Das Begriffssystem in deutscher und englischer Sprache 69
5.4 Die Terminologischen Einträge 77
6 Alphabetischer Index 234
6.1 Deutsch 234
6.2 Englisch 245
7 Anmerkungen zur Arbeit 257
7.1 Al gemeine Anmerkungen 257
7.2 Das Begriffssystem 258
7.2.1 Erklärungen zur Vorgehensweise 258
7.2.2 Probleme und Lösungen 259
7.3 Die Terminologischen Einträge 263
7.3.1 Erklärungen zur Vorgehensweise 263
7.3.2 Probleme und Lösungen 264
7.3.3 Beobachtungen am Wortschatz 266
7.3.3.1 Benennungsbildung 267
7.3.3.2 Terminologische Besonderheiten 269
8 Bibliographie 275
8.1 Fachteil und Glossar 275
8.1.1 Printmedien 275
8.1.2 Internetquellen 278
8.2 Theorie der Terminologiearbeit 280
2
1 Einleitung
1.1 Thema und Themenwahl
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich im Rahmen einer systematischen,
übersetzungsorientierten Terminologiearbeit mit der Untersuchung und
Gegenüberstellung des deutsch- und englischsprachigen Fachwortschatzes der
Malzbereitung für die Bierherstel ung.
Zunächst möchte ich meine Themenwahl begründen. Als ich mich für ein
Diplomarbeitsthema entscheiden sol te, stand für mich von Anfang an Eines fest:
ich wol te auf al e Fäl e eine Terminologiearbeit schreiben, um auf diese Weise
die systematische Erarbeitung einer größeren zweisprachigen Terminologie unter
Anwendung wissenschaftlicher Methoden zu erlernen. Um einen realistischen
Anwendungsfall zu simulieren, wol te ich mir ein Themengebiet suchen, das
hinsichtlich mehrsprachiger Wörterbücher und Enzyklopädien noch wenig
erschlossen ist.
Das Thema Bier und seine Herstel ung, für das ich mich zwar schon immer sehr
interessiert, mit dem ich mich bislang aber nur wenig beschäftigt hatte, gab mir
einen ersten Anhaltspunkt. Einige Nachforschungen nach bereits vorhandenen
Terminologiearbeiten zu diesem Thema am Zentrum für
Translationswissenschaft der Universität Wien ließen mich erkennen, daß schon
einige Arbeiten zum Brauwesen verfasst worden sind, und zwar für die
verschiedensten Sprachenpaare. Eine dieser Arbeiten beschäftigt sich ganz
speziel mit der Würzebereitung. Sie wurde im Jahre 1989 von Irene Veit am
Institut für Übersetzen und Dolmetschen in Wien eingereicht. Meine Arbeit über
das Mälzen sol nun insofern an jene von Irene Veit anknüpfen, als daß die
Malzbereitung die Vorstufe der Würzebereitung darstel t.
1.2 Anmerkungen zur Zielgruppe
Diese Arbeit richtet sich in erster Linie an Übersetzer und Dolmetscher, die als
Laien mit dem Thema Malz und Malzbereitung konfrontiert werden und sich
rasch einen ersten Überblick verschaffen wol en. Daneben sol sie aber auch für
Studenten und andere nicht Fachkundliche von Interesse sein, die sich in
verhältnismäßig kurzer Zeit in das Thema einarbeiten wol en oder müssen.
3
Ich habe die gesamte Arbeit im Hinblick auf diese Zielgruppe geschrieben, eine
Zielgruppe, die gewissermaßen ein interessiertes, lernbegeistertes und
sprachlich versiertes Laienpublikum darstel t. In gewisser Weise ist es somit die
Zielgruppe selbst, die den Rahmen und das Gerüst der Arbeit aufbaut; sie bildet
den Anwendungskontext, der den Inhalt der Arbeit bestimmt und ist gleichzeitig
die Begründung für al e meine Entscheidungen, insbesondere die
terminologischen, die ich beim Verfassen dieser Arbeit zu treffen hatte.
Die vorliegende Arbeit sol seine Leser befähigen, in kurzer Zeit ein
grundlegendes Verständnis des Malzbereitungsprozesses zu erlangen. Neben
einer vereinfachten Darstel ung des Malzbereitungsprozesses sol en die
geschichtlichen Hintergründe und die thematische Einbettung der Malzbereitung
in den gesamten Bierherstel ungsprozess dem Leser den Zugang zu diesem
schwierigen Thema erleichtern und der Erweiterung seines Al gemeinwissens
dienen.
Anhand des zweisprachigen Glossars kann sich der Leser wichtiges
Basisvokabular im Englischen und Deutschen aneignen. Insbesondere
ermöglicht es ihm, einfache, in der Literatur häufig gebrauchte, fachliche
Wendungen zum Thema Malzbereitung zu verstehen und zu übersetzen. Das
Glossar dient zudem als Nachschlagewerk, und das Literaturverzeichnis enthält
unter anderem Verweise auf interessante Fachbücher und Lexika.
Die begriffsorientierte Struktur der terminologischen Einträge und die
komprimierte Darstellung der Begriffe in einem Begriffsplan verdeutlichen
begriffliche Zusammenhänge. Viele Zusatzinformationen wie Kontext,
Synonyme, Schreibvarianten, grammatische Anmerkungen und Illustrationen
erleichtern das Verständnis und ermöglichen eine professionel e Anwendung.
Realistische übersetzungsbezogene Anwendungsbeispiele für diese Arbeit sind
u.a. sowohl Artikel in Fachpublikationen, als auch Texte für Museen,
Ausstel ungen, Messen, Symposien und Konferenzen.
1.3 Abgrenzung des Themas
Vor Beginn meiner terminologischen Untersuchung der Fachliteratur habe ich
genaue Abgrenzungskriterien erstel t, die die Begriffsauswahl bestimmen und
verhindern sol ten, daß die Arbeit zu kompliziert und unübersichtlich wird und
jegliches Maß an Systematik und Wissenschaftlichkeit verloren geht.
4
Die Arbeit stellt den Versuch dar, einem Laienpublikum über ein klar
abgegrenztes Fachgebiet einen al gemeinen, umfassenden Überblick zu geben.
Dabei geht es in erster Linie darum, Gesamtzusammenhänge verständlich zu
machen und dem Leser ein zweisprachiges Basisvokabular zu vermitteln.
Hochkomplizierte Prozesse und Verfahren (die im Malzbereitungsprozeß zur
Genüge vorhanden sind) werden daher nur verhältnismäßig oberflächlich
behandelt.
Die von mir für diese Arbeit ausgewählten Fachtermini entsprechen den
folgenden Kriterien:
1. Sie sind Bestandteile des modernen Fachwortschatzes (synchrone
Betrachtungsweise)
: Obwohl die historische Malzbereitung reich an
terminologisch interessanten Ausdrücken ist, möchte ich mich in dieser Arbeit
auf eine rein synchrone Sichtweise beschränken und nur solche alten
Ausdrücke aufnehmen, die auch heute noch im normalen Fachjargon
anzutreffen sind (z.B. Tenne etc.).
2. Sie beziehen sich auf die Mälzungspraxis in Deutschland (gemäß
deutscher Vorschriften)
:
Der genaue Ablauf der Malzbereitung unterscheidet sich nicht nur von Anlage
zu Anlage, sondern auch von Land zu Land. So sind beispielsweise
chemische Zusätze in einigen Ländern völ ig legal, während in Deutschland
quasi jegliche künstliche Behandlung strikt verboten ist. Entsprechend werden
Substanzen wie die Gibberel ine in der englischsprachigen Literatur sehr
ausführlich erwähnt, in der deutschsprachigen hingegen nur äußerst selten
und nur sehr knapp.1 Da sich meine Arbeit auf die Mälzungspraxis in
Deutschland bezieht, geht diese Arbeit nur am Rande auf die Existenz
abweichender Praktiken auf internationaler Ebene ein.2 Die Auswahl der
englischsprachigen Termini beschränkt sich auf den britischen Sprachraum
weitere englischsprachige Gebiete einzubeziehen hätte nicht nur den Rahmen
dieser Arbeit gesprengt, sondern wäre für Übersetzungsarbeiten in Europa
zudem überflüssig gewesen.
3. Sie sind Grundbegriffe des Malzbereitungsprozesses
: Die gesamte Arbeit
hat tendenziel eher Überblickscharakter, da eine tiefer gehende Betrachtung,
beispielsweise der maschinellen Anlagen und Verfahren, schon aufgrund der
1 Vgl. dazu beispielsweise Briggs, 1998 und Heyse, 1995
2 Siehe dazu Kap. 3.6
5
ungeheuren Vielfalt an Systemen und Model en, die heute paral el im Einsatz
sind, leider nicht möglich ist, wenn gleichzeitig Ungenauigkeit vermieden
werden sol und eine systematische Arbeitsweise und Wissenschaftlichkeit
angestrebt wird. Die Kombination aus Verfahren und Systemen, für die sich
eine spezifische Mälzerei bei der Herstel ung eines bestimmten Malzes
entscheidet, richtet sich nach schier unendlich vielen Faktoren und
Parametern, darunter Größe, Kapazität und Spezialisierung der Mälzerei,
geographische Lage und Kapital, sowie physiologische Eigenschaften der zu
vermälzenden Gerste und angestrebte Eigenschaften des herzustel enden
Malzes.
4. Sie beschränken sich auf die Herstellung von hellem (standardmäßigen)
Gerstenmalz:
Weltweit werden die verschiedensten Malze hergestellt. Bei
meinen Recherchen stel te ich jedoch schnel fest, daß es unmöglich ist, bei
al den verschiedenen Produkten auf dem Weltmarkt den Überblick zu
behalten. Aus Gründen der Übersichtlichkeit, und weil Gerste in Europa mit
Abstand das am meisten verwendete Getreide bei der Bierherstel ung ist,
habe ich mich daher ganz bewußt auf die Herstellung standardmäßiger, hel er
Gerstenmalze beschränkt. Sonder- und Spezialmalze werden aufgrund der
Komplexität ihres Herstel ungsprozesses und der im wahrsten Sinne des
Wortes unüberschaubaren Sortenvielfalt außen vor gelassen. Obwohl auch
andere Getreidearten wie Weizen, Roggen, Dinkel oder Sorghum-Hirse
vermälzbar sind, hat sich das Gerstenmalz außerdem im Laufe der Zeit als
das für die Bierbereitung am besten geeignete Malz erwiesen. Mit Malz ist in
dieser Arbeit also grundsätzlich Gerstenmalz gemeint.
Obwohl ein Kapitel dieser Arbeit3 der Vol ständigkeit halber unter anderem den
Sonder- und Spezialmalzen gewidmet ist, beschränkt sich meine Terminologie
strikt auf Gerstenmalze, die mit einem standardmäßigen Darrprozess
hergestel t werden und in Deutschland gebräuchlich sind. Röstprodukte
jeglicher Art werden nicht behandelt.
Bei der Auswahl der Termini habe ich in erster Linie versucht, systematisch und
meinen Abgrenzungskriterien entsprechend vorzugehen, ohne jedoch die
Relevanz eines jeden Eintrags für die Zielgruppe außer Acht zu lassen.
Schwerpunkt, bzw. Fokus der Arbeit sind vor al em häufig vorkommende
Grundbegriffe, die der Laie kennen muß um zu verstehen, wie Malz hergestel t
wird.
3 Siehe dazu Kap. 3.5
6
Im Sinne von Übersichtlichkeit und Klarheit habe ich verschiedene Aspekte der
Malzbereitung kategorisch weggelassen, die zwar in den meisten Fachbüchern
behandelt werden, aber entweder keinen zentralen Bestandteil des tatsächlichen
Malzbereitungsprozesses darstel en, und/oder sehr komplex sind. Dazu gehören
unter anderem Themen wie Schädlinge und giftige Substanzen, Analyse und
Qualitätskontrol e von Gerste und Malz, Malzvertrag, physikalische Aspekte der
Veränderungen im Korn und der einzelnen Herstel ungsprozesse, chemische
Behandlung von Gerste und Malz, Reinigung der Geräte, Belüftung und
Befeuchtung der Anlagen, sowie Energieaufwand beim Mälzen.
1.4 Malz und Mälzen Was ist das eigentlich?
Die Malzbereitung ist der erste Schritt der Bierherstellung und findet im
Normalfal nicht in der Brauerei selbst, sondern in einer Mälzerei statt.
Vereinfacht kann man Malz als ein aus Getreide gewonnenes Produkt
bezeichnen, das bei der Bierherstel ung als Stärkelieferant dient. Bei der
Malzbereitung wird der Keimling des Getreidekorns dazu gebracht, Enzyme zu
bilden, die später bei der Bierherstel ung aktiviert werden und für die
Verzuckerung der Maische notwendig sind. (Vgl. Stika, 1998, S. 11f)
Beim Mälzen wird Getreide befeuchtet und zum Keimen gebracht. Das
sogenannte Grünmalz wird anschließend getrocknet, bzw. gedarrt. Ergebnis ist
das sogenannte Braumalz oder Darrmalz, das in geschroteter Form den
Ausgangsstoff für die Bierherstellung darstellt. (Vgl. Behre, 1998, S. 50)
Der Begriff ,,Mälzen" kann sowohl auf der Makro- als auch auf der Mikroebene
interpretiert werden. Die Makroebene ist die technologische und wirtschaftliche
Perspektive, bei der es um verfahrenstechnische Details der Verarbeitung von
Gerste zu Malz geht. Die Mikroebene ist dagegen die biologisch-biochemischer
Perspektive, bei der es um die unterschiedlichen Reaktionen und Veränderungen
in jedem einzelnen Korn geht. (Vgl. Lewis, 1995, S. 71)
7
2 Brauen und Mälzen im Überblick: Geschichte und
Verfahren
Die Malzbereitung wird als Teil des Bierherstellungsprozesses verstanden,
obwohl sie in erster Linie in einer von der Brauerei separaten Mälzerei vonstatten
geht. Aus diesem Grund geht dieses Kapitel in groben Zügen auf die Geschichte
und die Prozesse der Malz- und Bierherstel ung in Europa und vor al em in
Deutschland ein, wobei die Malzbereitung den Schwerpunkt darstel t. Dieser
Ansatz gibt dem Leser die Möglichkeit, sich innerhalb des Gesamtkontextes in
das Thema einzulesen und sich gleichzeitig auch das für das Übersetzen so
wichtige Hintergrundwissen anzueignen. Die Hintergrundinformationen sind
al erdings keinesfalls Fokus der Arbeit und werden daher auch nicht als solches
behandelt.
2.1 Geschichtliches zur Bierherstellung
Bier kann, wie in der Brockhaus Enzyklopädie (2006), als ,,jedes aus
stärkehaltigen Materialien durch alkoholische Gärung gewonnene Getränk"
definiert werden.
Dabei ist es al ein die Verwendung von Stärke, die Bier von al en anderen
gegorenen Getränken wie z.B. Met und Wein abgrenzt. Aus diesem Grund kann
Bier prinzipiel aus sämtlichen Getreidearten gewonnen werden. So haben sich
fast überal auf der Welt die unterschiedlichsten, und auf den verschiedensten
Stärkelieferanten basierenden Biersorten teilweise völ ig unabhängig
voneinander entwickelt. (Vgl. Behre, 1998, S. 49)
In einer Vielzahl von Ländern ist Bier im Laufe der Jahrhunderte zu einem
ausgesprochen wichtigen Volksgetränk geworden und gerade die Deutschen
genießen den Ruf, ausgesprochene Bierliebhaber zu sein. In diesem Kapitel
möchte ich daher kurz auf die Geschichte der deutschen Brautradition eingehen.
Schon seit frühester Zeit haben Menschen durch Vergären von zucker- bzw.
stärkehaltigen Rohstoffen alkoholische Getränke erzeugt. Dabei ist heute
erwiesen, daß Alkoholika auf Stärkebasis bereits vor dem Wein bekannt waren
(Vgl. Blume, 2000, S. 19).
Noch vor der Geschichte der Bierherstellung beginnt die Geschichte des
8
Comments
No comments yet
Other users also were interested in the following titles:
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit - Formatvorlage / Vorlage für eine Hausarbeit für Microsoft Word
Author: GRIN VerlagPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2005 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit - Formatvorlage / Vorlage für eine Hausarbeit für OpenOffice.org
Author: GRIN VerlagPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2005 Download as PDF-file for 9,99 EUR
Formatvorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit / Vorlage zur Erstellung einer Hausarbeit
Author: Marco FeindlerPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2005 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Author: GRIN VerlagPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2008 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit
Author: Zoran ZivkovicPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Author: Claudia NickelPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2006 Download as PDF-file for 4,99 EUR
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Author: Maik PhilippPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - Hausarbeiten - Seminararbeiten
Author: Mark RichterPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2008
This text can be quoted and accessed from this url: