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Panel-Untersuchungen zu Kindern und Jugendlichen

Scholary Paper (Seminar), 2009, 22 Pages
Author: Björn Schifferdecker
Subject: Statistics

Details

Event: Zur Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen
Institution/College: University of Heidelberg (Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft e.V.)
Tags: SOEP, Kinderpanel, Jugendpanel, Panel
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2009
Pages: 22
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 29  Entries
Language: German
Archive No.: V123345
ISBN (E-book): 978-3-640-28079-7
ISBN (Book): 978-3-640-28489-4

Abstract

Die späten, noch immer andauernden Anpassungsprozesse des Sozioökonomischen Panel führten dazu, dass sich inzwischen auch andere Erhebungen zur Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen im deutschsprachigen Raum etablieren konnten. Heute gibt es viele frei zugängliche Studien aus den Bereichen der Erziehungswissenschaft, der soziologischen Familienforschung und der psychologischen Entwicklungsforschung, die sich auf unterschiedliche Fragestellungen spezialisieren. Bei nahezu allen Studien, die auf unserem Bundesgebiet durchgeführt wurden, handelt es sich leider um regional begrenzte. Somit sind die heutigen Anpassungsprozesse der amtlichen Statistik noch immer entscheidungsrelevant für in Zukunft durchgeführte Untersuchungen, bildet sie doch eine wichtige, allgemein repräsentative Stichprobe ab.


Excerpt (computer-generated)

Ruprecht-Karls-Universität

Panel-Untersuchungen

zu Kindern und Jugendlichen

Referat im Rahmen des Seminars:

,,Zur Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen"

Wintersemester 2008/09

Björn Schifferdecker

Fachrichtung: VWL-Diplom


1

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis 1

Abkürzungsverzeichnis 2

Tabellen- und Diagrammverzeichnis 3

Teil I: Einleitung 4

Ein andauernder Wechsel in der Betrachtungsweise des Untersuchungsobjektes 4

Teil II: Methodik 6

II.1 Panel-Untersuchungen als Forschungsdesign der empirischen Sozialforschung.. 6

II.2 Vorzüge des Panel-Designs und Probleme in der Operationalisierung 7

II.3 Die Elemente eines Panels 8

Teil III: Wichtige Kinder- und Jugendpanels in Deutschland 10

III.1 Das Sozioökonomische Panel 10

III.2 Das Kinderpanel des Deutschen Jugendinstituts 12

III.3 Das Nürnberger Kinderpanel 13

Teil IV: Internationale Kinder- und Jugendpanels 14

IV.1 National longitudinal survey of children and youth (Kanada) 14

IV.2 Child development supplement (U.S.A.) 15

Teil V: Vergleich der betrachteten Kinder- und Jugendpanels 16

V.1 Gemeinsamkeiten und Besonderheiten der Panels 16

V.2 Verbesserungsvorschläge für das Sozioökonomische Panel 18

Literaturverzeichnis 19


2

Abkürzungsverzeichnis

ALLBUS Allgemeine

Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften

ALSPAC

Avon Longitudinal Study of Pregnancy and Childhood: Studie in

Großbritanien, baut auf der European Longitudinal Study of

Pregnancy and Childhood (ELSPAC) auf

CAPI

Computer Assisted Personal Interview: Methodenansatz zur

Befragung

CATI

Computer Assisted Telephone Interview: Methodenansatz zur

Befragung

CDS

Child

Development Supplement

DJI

Deutsches

Jugendinstitut

ELEM

Etude Longitudinal de Experimental the Montreal: Studie in

Kanada, auch: Longitudinal and Experimental Study of low socio-

economic status boys in Montreal

FFM

Five Factor Model: Umfasst die Persönlichkeit in 5 Dimensionen

HRDC

Human Resources Development Canada

IST-2000R Intelligence

Structure

Test: Test zur Erfassung figuraler und

numerischer Fähigkeiten

NEPS

German National Education Panel Study (in Planung)

PSID

Panel Study of Income Dynamics

SDQ

Strength and Difficulties Questionaire: Test zum Sozialverhalten

SOEP

Sozioökonomisches Panel

VSMS

Vineland Social Maturity Scale: Entwicklungstest zur sozialen

Kompetenz


3

Tabellen- und Diagrammverzeichnis

Diagramm 1 Einflüsse auf die Kompetenzentwicklung von

Kindern

und

Jugendlichen

5

Diagramm

2

Diverse

Forschungsdesigns

7

Diagramm 3 Die Kohorten des National longitudinal survey of

children and youth

14


Tabelle 1

Vergleich der betrachteten Kinder- und Jugendpanels

17


4

Teil I: Einleitung

Ein andauernder Wechsel in der Betrachtungsweise des

Untersuchungsobjektes

,,Die ahistorische, individualistisch und teleologisch geprägte Rahmentheorie von

Sozialisation und Entwicklung, die Kinder mehr durch ihr Werden als durch ihr Dasein

definiert, hat andere soziologische Zugangsweisen zu Kindheit und Erwachsenheit

weitgehend verstellt" 1

(Thorne, Barrie: Putting a Price on Children)

Lange Zeit stand bei der Untersuchung der Lebenssituation von Kindern

und Jugendlichen die Perspektive der Eltern im Vordergrund. Daten durch

Befragungen über Eltern zu sammeln bedeutete implizit, sich nicht in die

Situation der Heranwachsenden zu versetzen sondern weitestgehend die

Lebensumstände der Familie auf die Kinder selbst zu projizieren, was jedoch

keinesfalls deren (subjektives) Wohlbefinden selbst abbilden lässt. Vor den 80er

Jahren des letzten Jahrhunderts gab es international vereinzelt

Längsschnittstudien, die diese Schwäche nicht aufwiesen, bei denen jedoch nur

mangelhafte Repräsentativität oder Vergleichbarkeit mit der Bundesrepublik

Deutschland gegeben waren. Auch die lang anhaltende Sichtweise der

amtlichen Statistik, die rein auf Haushalte fokussiert war, gab den

Sozialwissenschaften nicht die Möglichkeit, dem Thema Daten mit der

notwendigen Tiefe zur Verfügung zu stellen2.

Die Sozialökologie nennt unter direkt und indirekt auf die Entwicklung

einwirkende Faktoren das Mikrosystem (Familie), das Mesosystem (Peers), das

Exosystem (das Erziehungsverhalten prägende Umfeld der Familie) und das

Makrosystem (die Strukturen, Normen und Ideologien der Gesellschaft)3. Um

1 Thorne, Barrie (1985). Putting a Price on Children, in:

Contemporary Sociology

. 14/6, S. 696

2 Vgl. Alt, Christian/Schneider, Susanne/Steinhübl, David (2004): Das DJI-Kinderpanel ­ Theorie, Design

und inhaltliche Schwerpunkte, in:

Zeitschrift für Familienforschung,

Heft 2/2004, S. 102

3 Vgl.: Alt, Christian (2005): Das Kinderpanel ­ Einführung, in: Alt, Christian (Hrsg.):

Kinderleben ­
Aufwachsen zwischen Familie, Freunden und Institutionen, Band 1: Aufwachsen in Familien

, Wiesbaden,

S. 13


5

prospektive Aussagen über die zukünftigen Lebenslagen der Heranwachsenden

treffen zu können, müssen darüber hinaus psychische und physische

Gesundheit, Bildung, sozioökonomische Ausgangssituation und die subjektive

Lebenslage sowie Veränderungen im Längsschnitt hinreichend genau abgebildet

werden. Dies bildet eine Grundlage, um Rückschlüsse der Entwicklung auf

einzelne verursachende Kontextfaktoren schließen zu können.

weitere Kontextbedingungen

Diagramm 1:

Bildungsinstitutionen

Familie, Peers

Einflüsse auf die

Kompetenzent-

wicklung von

Kindern und

Jugendlichen

Kompetenzentwicklung

(Quelle: eigene

Darstellung, nach
Lohmann et.

al.(2008))

t

Die späten, noch immer andauernden Anpassungsprozesse des SOEP

führten dazu, dass sich inzwischen auch andere Erhebungen im

deutschsprachigen Raum etablieren konnten. Somit gibt es heute viele frei

zugängliche Studien aus den Bereichen der Erziehungswissenschaft, der

soziologischen Familienforschung und der psychologischen

Entwicklungsforschung, die sich auf unterschiedliche Fragestellungen

spezialisieren4. Bei nahezu allen Studien, die auf unserem Bundesgebiet

durchgeführt wurden, handelt es sich leider um regional begrenzte. Somit sind

die heutigen Anpassungsprozesse der amtlichen Statistik noch immer

entscheidungsrelevant für in Zukunft durchgeführte Untersuchungen, bildet sie

doch eine wichtige, allgemein repräsentative Stichprobe ab.

4 Vgl.: Lohmann, Henning/Spieß, C. Katharina/Groh-Samberg, Olaf et al. (2008): Analysepotenziale des

Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) für die empirische Bildungsforschung, Berlin, S. 3-6


6

Teil II: Methodik

II.1 Panel-Untersuchungen als Forschungsdesign der empirischen

Sozialforschung

Zu der wichtigsten Festlegung in der Konzeptspezifikation eines

Forschungsprojektes gehört die Festlegung eines Untersuchungsdesigns und

somit die Wahl der Untersuchungsobjekte, Häufigkeit und Zeitpunkt der

Datenerhebung und ferner die Datenanalysetechnik. Ausschlaggebend hierfür ist

die ,,Erwünschtheit der Eigenschaften der (...) Untersuchungsform"5,

Beschaffenheit der Untersuchungsobjekte selbst und nicht zuletzt auch Kosten-

Nutzen-Aspekte.

Als Panel-Analysen werden Untersuchungen bezeichnet, bei denen bei

gleich bleibenden Personen und Variablen bei einer konstanten

Operationalisierungsmethode Aggregate über einen längeren Zeitraum zwei Mal

oder häufiger erfasst werden6,7. Darüber hinaus werden bei den meisten

Befragungspanels auch wechselnde Themen behandelt, da durch die konstante

Teilnehmerschaft Vorkenntnisse über die einzelnen Individuen bestehen8.

Werden diese Variablen nur einmalig erfasst, weisen sie einen

Querschnittcharakter auf. Panel-, Kohorten- und Trend-Studien sind spezielle

Formen der Längsschnittanalyse. In Trendstudien wie z.B. der Shell

Jugendstudie werden bei den unterschiedlichen Erhebungen verschiedene

Personen erfasst. Bei Kohortenstudien handelt es sich um eine besondere Form

der Panelstudie. Sie betrachten einen bestimmten Personenkreis, bei dem zum

selben Zeitpunkt ein bestimmtes Ereignis eingetreten ist wie z.B. in unserem Fall

die eigene Geburt oder die Einschulung9. Panels mit einer längeren Laufzeit

gewähren auch die Möglichkeit dieser Analyse und vermeiden einen

5 Schnell, Rainer/Hill, Paul B../Esser, Elke (2005): Methoden der empirischen Sozialforschung, München,

S.12

6 Vgl.: Lazarsfeld, Paul Felix (1962): Die Panel Befragung, in: König, René (Hrsg.):

Das Interview

, 3. Aufl.,

Köln, S. 253

7 Vgl.: Galtung, Johan (1967): Theory and Methods of Social Research, Oslo, S. 85

8 Vgl.: Günter, Martin/Vossebein, Ulrich/Wildner, Raimund (1998): Marktforschung mit Panels: Arten ­

Erhebung ­ Analyse ­ Anwendung, Wiesbaden, S. 5

9 Vgl.: Ryder, Norman B. (1968): Cohort Analysis, International Encyclopedia of the Social Sciences, New

York, S. 546


7

Selektionseffekt, der aus der Notwendigkeit des Erreichens des

Erhebungszeitpunktes besteht10. Fasst man Längs- und Querschnittsanalysen

zusammen, spricht man von Ex-post-facto-Anordnungen, da es sich um nicht-

experimentelle Studien handelt, die meist unabhängige und abhängige Variablen

nachträglich mit Hilfe des Survey-designs oder durch Beobachtung sammeln.

Q u e rs c h n itts -

Diagramm 2:

A n a ly s e

E x -p o s t-fa c to -

Diverse

D e s ig n

Forschungsdesigns

P a n e l-

L ä n g s s c h n itt-

S tu d ie

(Quelle: eigene

F o rs c h u n g s -

Q u a s i-e x p e ri-

A n a l

yse

Darstellung)

K o h o rte n -

d e s ig n

m e n te lle s

S tu d ie

D e s ig n

T re n d -

E x p e rim e n te lle s

S tu d ie

D e s ig n

II.2 Vorzüge des Panel-Designs und Probleme in der

Operationalisierung

Bei Panel-Untersuchungen ist es notwendig, den Personenstand so weit

wie möglich konstant zu halten. Dadurch stellt die Panelmortalität durch Tod,

Unerreichbarkeit oder Verweigerung der Mitarbeit als erhebliches

Qualitätsmerkmal eine der größten, praktischen Erhebungsprobleme dar11. Um

dem entgegen zu wirken, ist ein hoher Grad an ,,Panelpflege" sowie ein hoher

Stichprobenumfang notwendig, was die Erhebungskosten im Vergleich zu einer

Querschnittsanalyse stark ansteigen lässt. Dem hinzu kommen ,,Paneleffekte",

welche die Veränderung der Einstellung der Untersuchungsobjekte u.a. auch

durch die wiederholte Teilnahme selbst abbilden. Darüber hinaus kann neben

Sprachschwierigkeiten und unwahrer Beantwortung je nach Art des Interviews

auch eine ,,Ja-Sage-Tendenz" beobachtet werden12. Bei Erhebungen, die bereits

seit mehreren Jahrzehnten durchgeführt werden, stellt sich häufig auch die

Frage, ob auf Grund des wissenschaftlichen Fortschrittes genauere Methoden

10 Vgl.: Nohlen, Dieter (2005): Lexikon der Politikwissenschaft - Theorien, Methoden, Begriffe, Band 2: N-Z,

München, S. 645

11 Vgl.: Rendtel, Ulrich (1988): Eine Analyse der Antwortausfälle beim Sozio-ökonomischen Panel in der 2.

und 3. Befragungswelle, in:

Vierteljahreshefte zur Wirtschaftsforschung

, Berlin, S.37-8

12 Vgl.: Dees, Werner/Wenzig, Claudia (2003): Das Nürnberger Kinderpanel ­ Untersuchungsdesign und

Deskription der Untersuchungspopulation, Nürnberg, S. 7


8

die Althergebrachten ersetzen sollten. Auch der semantische Gehalt der

Formulierungen variiert in Befragungen von Dekade zu Dekade nicht

unerheblich. Trotz der methodischen Probleme lassen sich auf Grund der

wiederholten Erhebungen wesentliche und aussagekräftige Daten erfassen, die

ein Querschnitt nicht abbilden kann.

Im Vergleich der Erhebungswellen untereinander lassen sich

intraindividuelle und interindividuelle Ergebnisveränderungen feststellen, d.h. es

kann zwischen Veränderungen bei einem Individuum und den Veränderungen

des Aggregats auf gegebene Variablen unterschieden werden13. Unter Inter- und

Intra-Kohortenvergleichen stellt man hingegen Mitglieder unterschiedlicher

Kohorten gegenüber oder untersucht den zeitlichen Verlauf bestimmter

Merkmale innerhalb einer Kohorte. Kohorten können u.a. auch dadurch gebildet

werden, indem man bei der wiederholten Befragung noch weitere

Personenkreise in die Erhebung mit einschließt, die einen anderen Jahrgang

repräsentieren. Gegenüber einfacher Paneluntersuchungen kommen hier

mögliche Kohorteneffekte (Effekte durch eine sich ändernde Umwelt),

Lebenszykluseffekte (Effekte durch ein zunehmendes Alter) und Periodeneffekte

(historisch bedingte Effekte) hinzu.

II.3 Die Elemente eines Panels

Die vollständige Definition eines Panels erlaubt die Untergliederung in

vier Elemente14. Die

Grundgesamtheit

grenzt eindeutig mit Hilfe vorgegebener

Kriterien ab, ob eine Person oder ein Haushalt in das Beobachtungsfeld fallen,

über das Aussagen gemacht werden soll. Im Falle des SOEP kann man ,,die

Wohnbevölkerung Deutschlands ab 16 Jahren"15 als Grundgesamtheit

betrachten, jedoch darf man weitere Ausnahmen nicht außer Betracht lassen.

Die

Stichprobe

bildet einen Teil der Grundgesamtheit ab und gilt als

repräsentativ, wenn von der Stichprobe im Prozess der

Hochrechnung

wieder

13 Vgl.: Schnell/Hill/Esser (2005), S. 238

14 Vgl.: Günter/Vossebein/Wildner (1998), S. 6

15 Rosenblath/Stocker (2004), SOEP Online ­ Pilotstudie 2004, Methodenbericht, S. 12

(http://www.diw.de/documents/dokumentenarchiv/17/44451/meth_2004_online.pdf)


9

Rückschlüsse auf die Grundgesamtheit möglich sind16. Können aus der

Stichprobe die Werte für die Grundgesamtheit ,,hinlänglich genau" geschätzt

werden, kann sie als reliabel, bzw. verlässlich angesehen werden. Die

Erhebung

erfasst die Variablen der erwünschten Sachverhalte mit Hilfe der

Erfassungsmethode (z.B. aktiv durch Befragung einer Person, passiv durch

Beobachtung von Verhaltensweisen).

16 Vgl.: Kromrey, Helmut, (1998), Empirische Sozialforschung: Modelle und Methoden der Datenerhebung

und Datenauswertung., 8. Aufl., Opladen, S. 259


10

Teil III: Wichtige Kinder- und Jugendpanels in Deutschland

III.1 Das Sozioökonomische Panel

Das Sozioökonomische Panel (SOEP) wird in Deutschland seit 1984

erhoben und ist auf Grund der langen Laufzeit und deutschlandweit

repräsentativer Daten eine wichtige Grundlage für wissenschaftliche Analysen.

Auf die erfassten Haushalte fallen im Moment bis zu 25000 Personen17. Dank

der heterogenen und überregionalen Auslegung der Befragung ergeben sich für

die Analyse des hier behandelten Themenfelds viele Vorteile, jedoch gehen die

einzelnen Gebiete auf Grund der breiten Auslegung des Panels im Hinblick auf

viele Forschungsgebiete nur unzureichend in die Tiefe. Erst seit kurzem wird

dem interdisziplinären Ruf einer Anpassung an erziehungswissenschaftlicher,

soziologischer und psychologischer Forschungsverwendung Rechnung

getragen.

Durch das partielle Hinaustreten aus einer reinen Haushaltsstichprobe

wird künftig auch die Lage der Kinder als direkte Untersuchungsperson stärker

unter Betracht genommen. Darüber hinaus bietet das SOEP durch Abdeckung

eines breiten, entwicklungsbeeinflussenden Umfeldes ein größer werdendes

Spektrum der Analyse von Ursache-Wirkungsbeziehungen für unser

Themenfeld. Auf Grund des Haushaltskontextes können bereits seit Beginn der

Studie Kinderbetreuung inkl. Zeitaufwand, Betreuungspersonal, genutzte

Bildungszuschüsse, schulischer Werdegang etc. eingesehen und im Kohorten-

oder Regionalvergleich abgebildet werden. Der Fokus bei der Analyse der

Entwicklungsprozesse in der frühen Kindheit sollte sich jedoch nicht auf familiäre

Prozesse beschränken18.

Erstmals im Jahre 2003 wurde der Fragebogen ,,Mutter und Kind" im

Rahmen des Mikrozensus bei allen schwangeren Frauen, die im Jahre 2004

gebaren, eingesetzt und wird seit dort jährlich verwendet. Die Fragen erstrecken

sich über Geburt, Zustand des Neugeborenen und Diagnosen, der

Schwangerschaft allgemein und Wohlbefinden sowie Lebenssituation. Für jede

17 Vgl.: Lohmann/Spieß/Groh-Samberg (2008), S. 9

18 Vgl.: Ebenda, S. 20


11

Kohorte wird im Abstand von ca. 2-3 Jahren ein altersnormierter Fragebogen

nachgelegt, um die Entwicklung und Altersfertigkeiten festzuhalten. In dem

zweiten Fragebogen wird u.a. näher auf Temperament und adaptives Verhalten

mit Hilfe der Vineland Social Maturity Scale (VSMS) eingegangen. Die dritte

Befragung wurde erstmalig 2008 durchgeführt, u.a. fanden sich ein Big-

Inventory-Test mit 10 Items, einem Persönlichkeitstest orientiert an dem Five

Factor Model (FFM) nach Thurstone und ein Strength and Difficulties

Questionaire (SDQ) in dem Fragenkatalog19,20,21. Ein erheblicher Schwachpunkt

des SOEP wurde somit korrigiert, nämlich dass die Mutter als Proxy fungiert und

die Variablen somit indirekt erfasst werden und nicht auch das Kind selbst in die

Befragungen einbezogen wird.

Seit 2001 gibt es einen biographischen Fragebogen, der Jugendliche

retrospektiv über die Kindheit befragt und den bisherigen Lebenslauffragebogen

ergänzt. Der Übergang von Schule in die Ausbildung ist somit nun ebenfalls

direkt dokumentiert. Jedoch besteht bei einer retrospektiven Befragung immer

die Gefahr von Erinnerungsfehlern des Untersuchungsobjektes22. Der

Jugendfragebogen erhebt des weiteren Daten zu Persönlichkeitsmerkmalen,

Risikoneigung, Bildungsaspiration, Zukunftsaussichten. Seit 2005 wird zudem

versucht, die kognitive Intelligenz von Jugendlichen mit Hilfe eines Intelligence

Structure Tests (IST-2000R) zu erfassen23. Alle übrigen Standartfragen zu

Kindern bis 16 Jahren (soziale und ethische Herkunft sowie das weitere Umfeld)

lassen sich aus dem Haushaltsfragebogen übernehmen.

19 Vgl.: Thurstone, Louis Leon (1934): The vectors of the mind, in:

Psychological Review

, Volume 41,

Washington DC, S. 13-4

20 Vgl.: Schmiade, Nicole/Spieß, C. Katharina/Tietze, Wolfgang (2008): Zur Erhebung des adaptiven

Verhaltens von zwei- und dreijährigen Kindern im Sozioökonomischen Panel (SOEP), Berlin, S. 3

21 Vgl.: Goodman, Robert (2001): Psychometric Properties of the Strengths and Difficulties Questionnaire,

in:

Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry

, Volume 40, Baltimore Md., S.1337

22 Vgl.: Nohlen, (2005), S. 645-6

23 Vgl.: Solga, Heike (2006): The ,,Discovery" of Youth′s Learning Potential Early in the Life Course - Project

description, research questions, methods and design, Göttingen, S.8


12

III.2 Das Kinderpanel des Deutschen Jugendinstituts

Das Kinderpanel des Deutschen Jugendinstituts (DJI) erfasst Kinder und

Eltern der beiden Altersgruppen ausgehend zwischen 5 bis 6 und 8 bis 9 Jahren

jährlich in drei aufeinanderfolgenden Erhebungswellen. Die Wahl der

Altersgruppen ergab sich aus der Absicht, den Übergang in die Grundschule und

in die Sekundarstufe I zu dokumentieren. Befragt werden hauptsächlich Mutter

und Kind (einige Väter werden als Kontrollvariable erfasst, diese gilt inzwischen

als vernachlässigbar), in den ersten beiden Jahren der jüngeren Kohorte werden

die Fragen über die Mutter als Proxy-Variable erfasst. Die bereinigte

Ausschöpfungsquote der gesamten Studie liegt bei 54,1% bei mind. 1000

Müttern und Kindern je Kohorte, was die Anzahl der verwendeten in Relation zu

der Anzahl der versuchten Interviews bezeichnet24. Die Auswahl der

teilnehmenden Familien über das Einwohnermeldeamt lief über 105 Sample

Points aus 100 Gemeinden mit jeweils 100 Adressaten, die zu Teilstichproben

mit jeweiliger Repräsentativität der Grundgesamtheit eingeteilt wurden25.

Inhaltlich beschäftigen sich die Interviews mit harten und weichen Daten

zur ökonomischen Situation der Familie, sowie Abschnitten zur Erfassung des

sozialen Kapitals (u.a. über die Geschwisterbeziehung und mit Hilfe des

Coleman-Kapitals, einem Rating über das Peernetz des Kindes), Wohlbefinden,

institutionelle und infrastrukturelle Rahmenbedingungen (Schule etc.) und

Verhaltens- und Charaktermerkmalen26,27,28. Viele wichtige Auswertungen im

Längsschnitt stehen für kausale Zusammenhänge und Entwicklungen noch aus.

Die Publikationen des DJI beinhalten seit 2004 auch Daten von Jugendlichen ab

12 Jahren, die Grundlage hierfür sind jedoch Surveys mit wechselndem

Personenkreis.

24 Vgl.: Alt/Schneider/Steinhübl (2004), S. 105

25 Vgl.: Ebenda, S. 106

26 Deutsches Jugendinstitut: Inhaltliche Schwerpunkte (http://www.dji.de/cgi-bin/

inklude.php?inklude=kinderpanel/highlights/Methoden/schwerpunkte_head.htm)

27 Vgl.: Marbach, Jan H. (2005): Soziale Netzwerke von Acht- bis Neunjährigen, in: Alt, Christian (Hrsg.):

Kinderleben ­ Aufwachsen zwischen Familie, Freunden und Institutionen, Band 2: Aufwachsen zwischen
Freunden und Institutionen

, Wiesbaden, S. 104

28 Vgl.: Alt, Christian/Quellenberg, Holger (2005): Daten, Design und Konstrukte ­ Grundlagen des

Kinderpanels, in:

Kinderleben ­ Aufwachsen zwischen Familie, Freunden und Institutionen, Band 1:
Aufwachsen in Familien

, Wiesbaden, S. 278


13

III.3 Das Nürnberger Kinderpanel

Das Nürnberger Kinderpanel erfasst Kinder für die Teilnahme an der 1.

Welle anhand kürzlich abgeschlossener Einschulungsuntersuchungen. Die

insgesamt 3 Wellen folgen im Abstand von jeweils 2 Jahren, zur Panelpflege und

für Erweiterungen werden dazwischen Kurzinterviews geführt. Gefragt werden

bei jeder Welle die Eltern und ab der 2. Welle auch die Kinder selbst. Kernpunkt

der Analyse ist die Beschreibung des Gesundheitszustandes der Kinder, deren

Wohlbefinden und die Abhängigkeit des Wohlbefindens von der Gesundheit

selbst29. Erfasst werden jedoch auch hier sozioökonomische Aspekte, die

Freizeitgestaltung und vieles mehr. Neben den gewonnenen Paneldaten werden

auch einmalig thematische Schwerpunkte erfasst, wie z.B. die Verunfallung der

Kinder bei der zweiten Welle. Den Großteil der Längsschnittdaten bilden eine

Untersuchung durch das Gesundheitsamt bei der 3. Welle unter Hinzunahme

des Statistikbogens der Einschulung.

Nach der 2. Welle konnte eine Stichprobenausschöpfung von 44%

ermittelt werden, die sich auf eine Grundgesamtheit von 791 bezieht30. Dieses

schlechte Abschneiden lässt sich vermutlich dadurch erklären, dass die 1.

Befragung an die Einschulungsuntersuchung gebunden ist und sich die Eltern

dort durch ein Framing zur Teilnahme verpflichtet fühlen, sich aber dann gegen

eine weitere Teilnahme an der Erhebung entscheiden31. Auch die

Repräsentativität der Studie für die Grundgesamtheit aller eingeschulten

Nürnberger Kinder zeigt bei einigen Kriterien Mängel auf (Alter, Nationalität)32.

Wie z.B. auch das ,,Siegener Kindersurvey" ist die Nürnberger Erhebung eine

hauptsächlich themenbezogene Studie, die jedoch durch ihre regionale

Begrenzung keine Rückschlüsse auf das Bundesgebiet zulässt.

29 Vgl.: Bacher, Johann/Gürtler, Christoph/Leonhardi, Angelika/Wenzig, Claudia/Wittenberg,

Reinhard (1999): Kinderpanel - Zielsetzungen, theoretisches Ausgangsmodell, methodische

Vorgehensweise sowie wissenschaftliche und praktische Relevanz, Nürnberg, S. 3

30 Vgl.: Kuhnke, Ralf (2005): Methodenanalyse zur Panelmortalität und Übergangspanel, München, S.11-2

31 Vgl.: Dees / Wenzig (2003), S. 13

32 Vgl.: Ebenda, S.9-11


14

Teil IV: Internationale Kinder- und Jugendpanels

IV.1 National longitudinal survey of children and youth (Kanada)

Die Studie des Human Resources Development Canada (HRDC) und des Amtes

Statistics Canada hat inzwischen einen Teilnehmerkreis in Höhe von 37655

Personen33. Seit der 1. Welle im Jahre 1994, welche Kinder im Alter von 0-11

Jahren erfasste, sind bei den zweijährigen Wellen immer mehr Kohorten

hinzugenommen worden. Die mittlerweile erwachsen gewordenen Teilnehmer

werden noch immer in der Stichprobe belassen und bilden einen eigenen

Längsschnitt. Somit gibt es neben der ursprünglichen Kohorte, auf die die

Fragen immer altersentsprechend angepasst werden (z.B. lösen Fragen zur

politischen Bildung, Einkommensbezug und Stressbewältigung die Fragen ab,

die auf das Kindesalter zugeschnitten waren), auch noch viele kleinere, neu

hinzugekommene Kohorten, welche die gleichen Befragungen jeweils 2 Jahre

versetzt durchlaufen34. Die Interviews werden zum Teil im Computer Assisted

Personal Interview-Stil (CAPI) geführt und die Daten werden von Eltern, Lehrern

oder den Kindern selbst (ab einem Alter von 10 Jahren) durchgeführt35,36. Einer

der Schwerpunkte der Studie befindet sich darin, unterschiedliche biologische,

ökonomische und soziale Entwicklungen in der Kindheit künftigen

Einkommensunterschieden im Erwachsenenalter zuzuordnen37.

Diagramm 3:

W elle 1 (1994)

W elle 2 (1996)

Die Kohorten (gleiche

W elle 3 (1998)

Farbe = gleiche

W elle 4 (2000)

Kohorte) des National

W elle 5 (2002)

longitudinal survey of

W elle 6 (2004)

children and youth

W elle 7 (2006)

(Quelle: eigene

W elle 8 (2008)

Darstellung, nach

33 Vgl.: Statistics Canada: National Longitudinal Survey of Children and Youth (NLSCY)

STATISTICS

A lter:

0 -1 2 -3 4 -5 6 -7 8 -9 10-11 12-13 14-15 16-17 18-19 20 -21 22-23 24-25

CANADA)

(http://www.statcan.gc.ca/cgi-bin/imdb/

p2SV.pl?Function=getSurvey&SDDS=4450&lang=en&db=imdb&adm=8&dis=2)

34 Vgl.: Statistics Canada (2008): Windows of the National Longitudinal Survey of Children and

Youth, Summer 2008, Volume 2, S. 8

35 Vgl.: DeutschesJugendinstitut: Internationale Längsschnittstudien im Vergleich

(http://www.dji.de/dasdji/thema/0312/tabelle2.pdf), S.1

36 Vgl.: Statistics Canada (2001): National longitudinal survey of children ­ Overview of survey instruments,

Ottawa, S.7

37 Vgl.: Ebenda, S.8


15

IV.2 Child development supplement (U.S.A.)

Die Child Development Supplement-Studie (CDS) ist ein Teil der Panel

Study of Income Dynamics (PSID) der Universität von Michigan, welche seit

1997 im Abstand von 5 Jahren durchgeführt wird38. Die Familien selbst sind aus

der PSID (vergleichbar mit dem deutschen SOEP) genommen und die befragten

Kinder werden im Erwachsenenalter durch die Gründung eines neuen Haushalts

wieder in die Befragungen des PSID integriert. Neben den Standart-Interviews

wird akribisch genau die Zeitverwendung der Kinder erfasst und nach

Tätigkeiten, Häufigkeit und Dauer dokumentiert. Zusammenfassend werden über

die Daten des PSID hinaus altersabhängige Bewertungen über kognitive

Fähigkeiten, Verhalten und Gesundheit gesammelt39. Die Interviews mit den

Müttern sind face-to-face, die mit den Vätern werden im Computer Assisted

Telephone Interview-Stil (CATI) geführt und an die Lehrer werden Fragebögen

verteilt. Bereits von jüngeren Kindern werden Vokabel- und Rechentests, u.a.

nach Woodcock-Johnson bearbeitet40. Publikationen auf Datenbasis des CDS

beschäftigen sich u.a. mit den Auswirkungen der Zeitverwendung auf die

Entwicklung oder der Abhängigkeit der Entwicklung vom Erziehungsstil.

38 Vgl.: U.S. Department of Health and human services: Panel study of income dynamics child development

supplement (PSID-CDS) (http://www.acf.hhs.gov/programs/opre/other_resrch/eval_data/reports/

common_constructs/com_appb_incdyn.html)

39 Vgl.: Hofferth, S./Davis-Kean, P./Davis J. et. al. (1997). Child Development Supplement to the Panel

Study of Income Dynamics: 1997 user guide, Ann Arbor (http://www.isr.umich.edu/src/child-development/

usergd.html)

40 Vgl.: Institute for Social Research, The: The Panel Study of Income Dynamics Child Development

Supplement: User Guide for CDS-II, S.6 (http://psidonline.isr.umich.edu/CDS/cdsii_userGd.pdf)


16

Teil V: Vergleich der betrachteten Kinder- und Jugendpanels

V.1 Gemeinsamkeiten und Besonderheiten der Panels

Betrachtet man die fünf o.g. Panels vergleichend, lassen sich zunächst

einige Gemeinsamkeiten feststellen. Panels, die in ihrem Informationsgehalt sehr

heterogen ausgelegt sind wie das SOEP und die PSID können viele Daten über

die soziale Herkunft und familiären Hintergründe liefern. Gerade hier können

viele Abhängigkeiten der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen mit dem

sozialen und ökonomischen Umfeld gezogen werden.

Panels, die auf einem Themenbezug aufbauen wie z.B. das Nürnberger

Kinderpanel (Gesundheit und Vorsorge), nehmen solche grundlegenden Daten

nur zur Einbettung auf. Somit sind keine weitreichenden Rückschlüsse auf

Veränderungen der Lebenslagen möglich41. Für die allgemeine Analyse sozial-

und erziehungswissenschaftlicher Fragestellungen, die das Kindesalter

betreffen, liefert jedoch das Kinderpanel des DJI einen viel tiefer in die Materie

eindringenden Fragenkatalog und bleibt somit unerlässlich. Trotz einiger

methodischer Probleme erscheint national durch das SOEP jedoch ebenfalls

Potenzial für bundesweite und multigenerationale Analysen vorzuliegen42. Durch

den Stichprobenzugang über die Haushalte bleibt die weitreichendste

Repräsentation der Grundgesamtheit erhalten. Weitere themenbezogene

deutsche Studien, die dem Nürnberger Kinderpanel und der Studie des DJI

ähneln, liegen umfangreicher vor als man zunächst vermuten mag. Ein

unzureichender Informationsgehalt über das Wohlbefinden im Kindesalter (LBS-

Kinderbarometer), Jugenddelinquenz (Etude longitudinal de experimental the

Montreal ­ ELEM) oder Gesundheit und Ernährung (Avon Longitudinal Study of

Pregnancy and Childhood - ALSPAC) u.v.m. waren Anlass für die steigende

Anzahl der Erhebungen. Umfang und Qualität des Datenmaterials sind hierbei

genau so unterschiedlich wie die Designs der Studien. Hauptgrund hierfür sind

die Heterogenität der Forschungsdisziplinen und weitere Beweggründe der

beauftragten Institution.

41 Vgl.: Alt (2005), S. 17

42 Vgl.: Lohmann/Spieß/Groh-Samberg (2008), S. 7


17

Studie

G röße der

Laufzeit

M ethoden

Schw erpunkte

kritische W ürdigung

Stichprobe

Das

n=bis 11000

seit 1984 /

M ethodenm ix

Entw icklung,

Repräsentierung der

sozioökonom ische

Kinder seit

Jugend-

(Interview m it Mutter Verhalten,

G esam tbevölkerung

Panel

Beginn (2300 Fragebogen

und Kind,

Persönlichkeit,

(+) / hohe Stichprobe

Lebenslauf-

seit 2001 /

retrospektive

kognitive

(+) / andauernde

Frageb. / 1250 M utter und

Betrachtung, Big-

Intelligenz,

Erw eiterungen (+) /

Mutter/Kind-

Kind-

Inventory-Test,

Lebenslauf

lange Laufzeit (+)

Frageb.)

Fragebogen

VSM S, Fragebögen (retrospektiv),

seit 2003

age-triggered)

Risikoneigung,

Bildung

Das Kinderpanel

n=2190 Kinder seit 2002 Start Face-to-face

Übergänge zu

Repräsentativ für

(Deutschen

m it 2 Kohorten Interview s m it Mutter G rundschule und gleichaltrige

Jugendinstituts)

m it

und Kind (ab 8

Sekundarstufe I

G esam tbevölkerung

unterschied-

Jahren),

dokum entieren,

(+) / Zeitnahe

lichem Alter, 3 Postfragebogen m it Verhalten,

Einbindung neuester

W ellen

einigen Vätern

soziales Kapital

sozialw iss. M ethoden

(Kontrollvariable)

(+) / Inform ationsgehalt

höher als bei SO EP (+)

Das Nürnberger

n=865 Kinder

seit 2000, 3

Face-to-face

G esundheit,

m edizinische Daten als

Kinderpanel

W ellen im 2-

interview s m it Mutter W ohlbefinden,

G rundlage (+) /

jährigen

und Kind (ab 2.

Verunfallung,

regional begrenzt (-) /

T urnus

W elle), telefonische sozio-

geringe

Kurzinterview s

ökonom ische

Ausschöpfungs- quote

zw ischen W ellen

Aspekte, Freizeit

(-)

National longitudinal

n=37655

seit 1994, 2-

Fragebögen m it

soziale und

hohe Stichprobe (+)

survey of children and Kinder und

jähriger Turnus Kindern (ab 10

psychische

youth (Kanada)

junge

Jahren) und

Entw icklung,

Erw achsene

Lehrern, CAPI

Fam ilie und Peers

Child Developm ent

n=3600 Kinder seit 1997, 5-

Fragebögen m it

kognitive

Repräsentierung der

Supplem ent (U.S.A.)

jähriger Turnus Kindern (Tests u.a. Entw icklung,

G esam tbevölkerung

W oodcock-

Verhalten,

(+)

Johnson), Face-to-

G esundheit,

face interview s m it

Zeitverw endung

M üttern, CAT I m it

Vätern, Fragebögen

m it Lehrern

Tabelle 1:

Vergleich der betrachteten Kinder- und Jugendpanels, (Quelle: eigene Darstellung, in Anlehnung

an http://www.dji.de/dasdji/thema/0312/tabelle2.pdf)


18

V.2 Verbesserungsvorschläge für das Sozioökonomische Panel

Durch die andauernden Anpassungen dürfte das SOEP auch in Zukunft

eines der wichtigsten Datenquellen für Untersuchungen über die Situation von

Kindern und Jugendlichen sein. Jedoch lassen sich nicht alle wünschenswerten

Bereiche damit abbilden. Ein großer Nachteil stellt der Mangel in der ,,Erfassung

von Eigenschaften von Bildungsinstitutionen"43 dar, welche bereits in der

Erhebung des DJI erheblich umfangreicher ausfallen. Da Schwierigkeiten bei der

Datenaufbereitung bestanden, ist auch keine umfassende Angabe zu

Ausbildungsabschlüssen möglich. Gerade der gestiegene Bekanntheitsgrad der

PISA-Studie und ein auf Missstände hinweisender Bildungsbericht des Jahres

2008 lassen vermuten, dass Anpassungen in der Erfassung der Bildungsleistung

von Kindern und Jugendlichen bestehen. Da sich jedoch bereits das nationale

Bildungspanel National Education Panel Study (NEPS) im Aufbau befindet, ist

dies bislang nicht der Fall.

Im Allgemeinen wäre es sehr wünschenswert, alle relevanten Gebiete der

themenbezogenen Befragungen auch in das SOEP einzubinden. Dies wäre auf

Grund des Umfanges jedoch den teilnehmenden Personen nicht zumutbar. Bei

der direkten Befragung der Kinder wurde auch ersichtlich, dass recht schnell ein

Mangel an Konzentration eintritt und hier der Umfang der Fragen überschaubar

gehalten werden muss. Insofern kann man es auch als sinnvoll erachten,

Erhebungen bei denen es keinen Bezug zu weitreichenden Kontexten des SOEP

bedarf, nicht zu integrieren und eigene Studien mit anderen Personenkreisen zu

entwerfen. Auch hier sollte Wert darauf gelegt werden, dass die Stichprobe

repräsentative Daten für das Bundesgebiet liefert und keine wichtigen Variablen

signifikant abweichen, da nur mit verlässlichen Daten ein höchst möglicher

Informationsgrad geliefert und Beratung zur Familienpolitik betrieben werden

kann.

43 Lohmann/Spieß/Groh-Samberg (2008), S. 38


19

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Für die Online-Recherche von Teil IV gilt: letzter Zugriff am 29.10.2008



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