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Termpaper, 2007, 21 Pages
Author: Christine Wieching
Subject: Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
Details
Institution/College: University of Münster (Philosophisches Seminar)
Year: 2007
Pages: 21
Grade: 1,0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-31186-6
ISBN (Book): 978-3-640-31588-8
Diese Arbeit beschäftigt sich mit den verschiedenen Arten genetischer Verfahren in Bezug auf ihre ethischen Hintergründe. Die Auswahl der genetischen Verfahren richtet sich danach, wie stark sie in der Fachliteratur sowie der Öffentlichkeit diskutiert werden. Die vorgestellten Methoden sind Präimplantationsdiagnostik, Klonierung und genetische Programmierung. Klar strukturierte, sprachlich und sachlich tadellose Arbeit, welche genetische Verfahren und Argumentationstypen sauber unterscheidet und ihre jeweiligen Argumentationstypen gegeneinander abwägt.
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Abstract
In der Arbeit werden die genetischen Verfahren der Präimplantationsdiagnostik, der Klonierung und der genetischen Programmierung mit den drei philosophischen Argumentationstypen "kategorischer, pragmatischer und geselllschaftspolitischer Argumentationstyp" gegeneinander abgewägt. Die genetischen Verfahren werden zunächst vorgestellt und im Anschluss mit den drei Argumentationstypen diskutiert. Auf diese Weise können die Verfahren aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden. Der kategorische Argumentationstyp geht von der Annahme aus, dass bestimmte menschliche Handlungen in sich verwerflich sind. Der pragmatische Argumentationstyp sucht Bedingungen unter denen die Anwendung von Gentherapien auf den Menschen zulässig sind. Das individuelle Leiden des Menschen, dass durch eine Therapie verhindert werden kann, ist dabei erkenntnisleitend. Der gesellschaftspolitische Argumentationstyp beschäftigt sich mit den sozialen Folgen genetischer Verfahren.
Excerpt (computer-generated)
Hausarbeit
Thema:
,,Ethische Betrachtung genetischer Verfahren"
Westfälische Wilhelms- Universität Münster
vorgelegt von
Christine Wieching
Münster, den 26.03.2007
II
Inhaltsverzeichnis
1
Relevanz der Eugenik 1
2
Grundlagen 2
2.1 Definitorische Abgrenzung des Untersuchungsgegenstands 2
2.2 Verfahren der genetischen Therapie 4
2.3 Arten philosophischer Argumentationstypen 6
3
Ethische Diskussion zur Eugenik 7
3.1 Präimplantationsdiagnostik in der Diskussion 7
3.2 Diskussion zur Klonierung 10
3.3 Diskussion zur genetischen Programmierung 13
4
Zusammenfassung der Ergebnisse 15
Literaturverzeichnis 17
1
1
Relevanz der Eugenik
Der Begriff der Eugenik nahm in den letzen Jahren konstant an Bedeutung zu. Mit der rasan-
ten Entwicklung der gentechnischen Möglichkeiten stellt sich nämlich immer häufiger die
Frage danach, wie weit der Mensch in seine eigene Entwicklung eingreifen darf. Die Philoso-
phie, die Medizin oder auch die Politik versuchen Gesetze zu finden, die einen vernünftigen
Umgang mit der Humangenetik ermöglichen und den Missbrauch verhindern sollen.
So unterstützte der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger in seinem Wahlkampf
2004 eine Gesetzesinitiative zur Stammzellenforschung. Diese Gesetzesinitiative sah vor,
dass der Staat Kalifornien in den folgenden zehn Jahren drei Milliarden Dollar für die
Stammzellenforschung bereitstellen sollte. Arnold Schwarzenegger vertrat vor Journalisten
die Ansicht, dass das, was wir heute erforschen, schon morgen Menschenleben retten kann.
Doch diese Ansicht traf auf so viele Befürworter wie Gegner. Zwar gewann Schwarzenegger
die Wahl, doch seine Republikanische Partei lehnt die Stammzellenforschung ab. Der ameri-
kanische Präsident George W. Bush hat ihre öffentliche Finanzierung beschränkt. Zustim-
mung erhält die Stammzellenforschung vor allem von Menschen, die direkt oder indirekt von
einer Krankheit betroffen sind und sich durch die Stammzellenforschung neue Heilungsmög-
lichkeiten versprechen.1
Die Diskussionen zur Ethik der Humangenetik resultieren vor allem aus der Angst, dass der
Mensch zu einem bloßen Objekt genetischer Gestaltungsmöglichkeiten verkommt. Dabei ste-
hen sich der Wunsch nach Heilung von Krankheiten und die Angst vor Selektion gegenüber.
In dieser Hausarbeit sollen drei genetische Verfahren nach drei verschiedenen Argumentati-
onstypen ethisch bewertet werden, um so zu einer eher ganzheitlichen ethischen Betrachtung
der vorherrschenden genetischen Methoden zu gelangen.
Hierzu werden nach einer anfänglichen begrifflichen Abgrenzung die drei genetischen Ver-
fahren vorgestellt. Abgeschlossen wird das Grundlagenkapitel dann von der Vorstellung der
drei Argumentationstypen, die jeweils einen anderen Blickwinkel auf die grobe Problematik
aufzeigen. Im Hauptteil sollen die drei vorgestellten gentechnischen Verfahren aus Sicht der
1 Vgl. http://www.netzeitung.de/ausland/309766.html
2
drei Argumentationstypen ethisch bewertet werden. Abgeschlossen wird diese Hausarbeit mit
einer Zusammenfassung ihrer Ergebnisse.
2
Grundlagen
2.1
Definitorische Abgrenzung des Untersuchungsgegenstands
Die begriffliche Bestimmung der Ethik leitet sich vom griechischen Adjektiv ethikos ab, das
wiederum aus dem Begriff ethos abgeleitet wird. Ethos steht für die Bedeutungen gewöhnli-
cher Wohnort, Gewohnheit oder auch Brauch.2
Inhaltlich beschäftigt sich die Ethik mit den Regeln und Prinzipien des menschlichen Zusam-
menlebens. Der Begriff Ethik scheint in der heutigen Zeit wichtiger denn je zu sein, denn be-
dingt durch neue technische Errungenschaften und rasante Fortschritte in der Medizin, vor
allem im Bereich der Gentechnologie, ist es für die gesamte Menschheit von besonderer Be-
deutung, die Grenzen der Ausschöpfung der Möglichkeiten festzulegen. Es wird versucht,
moralische Grenzen zu ziehen, die den Menschen als Individuum schützen sollen. Dabei müs-
sen die derzeitigen Vorstellungen von der richtigen Handlung immer wieder neu reflektiert
werden. Denn es geht darum, dass die Menschen vor ihren eigenen Möglichkeiten geschützt
werden sollen, andererseits aber auch die technischen Möglichkeiten für sich nutzen können
sollen, wenn diese ihrem Wohl dienen.3
Die Eugenik ist ein Teilgebiet der Genetik bzw. genauer ein Teilgebiet der Humangenetik.
Die Genetik beschäftigt sich grundsätzlich mit dem Aufbau und der Funktionen von Erbanla-
gen oder auch Genen. Der Untersuchungsgegenstand der Humangenetik ist ausschließlich das
Erbgut des Menschen. Die Eugenik beschäftigt sich dann mit der tatsächlichen Anwendung
der Erkenntnisse der Humangenetik.
Somit ist die Eugenik ein wissenschaftlicher Zweig, der neue technische Möglichkeiten für
die Menschheit nutzbar machen will. Die Erbgesundheitspflege, mit der sich die Genetik be-
schäftigt, soll mögliche Krankheiten, die genetisch bedingt sind und im Leben eines Men-
2 Vgl. Andersen, S. (2005), S. 1.
3 Vgl. Andersen, S. (2005), S. 3.
3
schen auftreten können, bereits im embryonalen Stadium verhindern. Dazu wird das Genom
des Menschen auf Erbkrankheiten untersucht. Wenn eine Krankheit festgestellt wird, besteht
durch die Eugenik die Möglichkeit, die Vererbung zu verhindern. Dies kann z.B. durch eine
Beeinflussung der Partnerwahl oder durch Verhütung der Fortpflanzung erreicht werden.
Durch die Möglichkeit der genetischen Analyse und der Verhinderung schwerer Erbkrankhei-
ten wäre es dem Menschen wahrscheinlich langfristig möglich, Krankheiten auszurotten. Da-
mit kann der Mensch in seine eigene Evolution eingreifen und sie steuern. Es eröffnet sich die
Möglichkeit, sich nicht nur auf die Probleme der vergangenen Evolution zu konzentrieren,
sondern auch auf die Zukünftige, auf genetische Methoden oder sogar neue biologische Ei-
genschaften des Menschen.4
Die Eugenik lässt sich grundsätzlich in zwei Bereiche unterteilen, und zwar in die negative
und in die positive Eugenik. Der Bereich der negativen Eugenik verfolgt das Ziel, eine Wei-
tervererbung von Krankheiten zu verhindern. Dazu wird lediglich das missgebildete Chromo-
som des Embryos korrigiert. Anders ist es in der positiven Eugenik. Sie zielt auf die Verbes-
serung der genetischen Ausstattung des Menschen ab, ist allerdings nach Vitzthum sogar eher
als Züchtung zu verstehen. 5
Während die negative Eugenik nur als erster Schritt zählt, schädliche Merkmale zu verhin-
dern, steckt die positive Eugenik ihre Ziele höher. Sie strebt die Vermehrung der guten
Merkmale an. Diese Vermehrung der guten Merkmale bedeutet für die Zukunft des Men-
schen, dass dieser im Prozess genetischer Neuerungen optimiert werden kann bis hin zu ei-
nem gottgleichen Menschen. Die Möglichkeit das positive Potential des Menschen zu züch-
ten, lässt gleichsam die Angst vor einem produzierten Menschen wachsen. Das Leben eines
genetisch programmierten Menschen könnte durch bestimmte Eigenschaften vorbestimmt
sein. Diese Eigenschaften wären allerdings nicht natürlichen Ursprungs, sondern durch gene-
tische Veränderungen entstanden. Es stellt sich die Frage, ob ein genetisch programmierter
Mensch noch in der Lage ist, eigene individuelle Entscheidungen über sein Leben zu treffen
oder ob sein Leben fremd gesteuert ist. 6
4 Vgl. Bayertz, K. (1987), S. 64.
5 Vgl. Brenner, A. (1990). S. 75.
6 Vgl. Bayertz, K. (1987), S. 64.
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