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Das Arbeitszeugnis - Gesetzliche Grundlagen

Scholary Paper (Seminar), 2008, 22 Pages
Author: Diplom-Sozialwiss. Antje Klemm
Subject: Nursing / Foster Care Management / Social Services

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2008
Pages: 22
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 12  Entries
Language: German
Archive No.: V123972
ISBN (E-book): 978-3-640-29608-8
ISBN (Book): 978-3-640-32870-3

Abstract

Das Arbeitszeugnis bildet einen bleibenden Nachweis für die berufliche Tätigkeit. Dabei erfüllt es eine Doppelfunktion, ist es doch sowohl für den Arbeitnehmer als auch für den Arbeitgeber von großer Bedeutung. Das Interesse des Arbeitnehmers an dieser Form der Beurteilung besteht in der Analyse seiner beruflichen Erfahrungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten. Damit dient das Arbeitszeugnis als Beurteilungsmaßstab und ist ein wichtiger Bestandteil bei der Bewerbung um einen neuen Arbeitsplatz. Neben dem Bewerbungsanschreiben und dem Curriculum Vitae gilt es gleichsam als „Visitenkarte“ oder „Aushängeschild“ des Aspiranten. Arbeitgebern, die nach geeignetem Personal suchen, dient es zur Orientierung und Entscheidungsfindung. Die Kernaussagen eines Arbeitszeugnisses bilden ein zentrales Kriterium bei der Entscheidung darüber, einen Bewerber zum Vorstellungsgespräch einzuladen oder nicht. Es vermittelt einen Eindruck vom fachlichen und persönlichen Profil eines Bewerbers. So bildet sich der Arbeitgeber anhand des Zeugnisses ein Urteil, ob Bewerberprofil und Anforderungsprofil übereinstimmen. Obwohl die rechtlichen Grundlagen für das Arbeitszeugnis eindeutig sind, beschäftigen pro Jahr annähernd 30.000 Zeugnisstreitigkeiten die deutschen Arbeitsgerichte. Dabei ist die Weigerung der Arbeitgeber zur Zeugniserteilung genauso Anlass wie formale und inhaltliche Fehler bei der Erstellung. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die rechtlichen Grundlagen und allgemeinen Grundsätze des Arbeitszeugnisses darzustellen und auf aktuelle Rechtsprechung in dem Zusammenhang einzugehen. Dabei steht in erster Linie die Perspektive des Arbeitgebers und die Frage des rechtskonformen Handelns im Vordergrund.


Excerpt (computer-generated)

Studienzentrum der Sozialwirtschaft

Postgradualer Master-Fernstudiengang Sozialmanagement

Seminararbeit

Thema:

Das Arbeitszeugnis ­ Gesetzliche Grundlagen

Vorgelegt

im

Rahmen

des

Seminars:

Arbeits-

und

Sozialrecht

von:

Antje Klemm

Berlin,

28.

November

2008


Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis 3

1. Einleitung 4

2.

Voraussetzungen des Zeugnisanspruchs 5

3. Grundsätze

der

Zeugniserteilung 8

4.

Formelle Anforderungen an das Zeugnis 10

5.

Zeugnisarten und ihr Inhalt 11

5.1 Einfaches

Zeugnis 12

5.2 Qualifiziertes Zeugnis 13

6.

Widerruf und Berichtigung des Zeugnisses 15

7.

Haftung gegenüber Dritten 16

8.

Formulierungen im qualifizierten Zeugnis 17

Literaturverzeichnis 21


Abkürzungsverzeichnis

Abs.

Absatz

ArbG

Arbeitsgericht

BBiG

Berufsbildungesetz

BGB

Bürgerliches

Gesetzbuch

GewO

Gewerbeordnung

TVöD

Tarifvertrag

für

den

öffentlichen

Dienst

LAG

Landesarbeitgericht

ZDG

Gesetz

über

den

Zivildienst der Kriegsdienstverweigerer

§ Paragraph

3


1. Einleitung

Das Arbeitszeugnis bildet einen bleibenden Nachweis für die berufliche Tätigkeit.

Dabei erfüllt es eine Doppelfunktion, ist es doch sowohl für den Arbeitnehmer1 als auch

für den Arbeitgeber von großer Bedeutung.

Das Interesse des Arbeitnehmers an dieser Form der Beurteilung besteht in der Analyse

seiner beruflichen Erfahrungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten. Damit dient das

Arbeitszeugnis als Beurteilungsmaßstab und ist ein wichtiger Bestandteil bei der

Bewerbung um einen neuen Arbeitsplatz. Neben dem Bewerbungsanschreiben und dem

Curriculum Vitae gilt es gleichsam als ,,Visitenkarte" oder ,,Aushängeschild" des

Aspiranten.

Arbeitgebern, die nach geeignetem Personal suchen, dient es zur Orientierung und

Entscheidungsfindung. Die Kernaussagen eines Arbeitszeugnisses bilden ein zentrales

Kriterium bei der Entscheidung darüber, einen Bewerber zum Vorstellungsgespräch

einzuladen oder nicht. Es vermittelt einen Eindruck vom fachlichen und persönlichen

Profil eines Bewerbers. So bildet sich der Arbeitgeber anhand des Zeugnisses ein Urteil,

ob Bewerberprofil und Anforderungsprofil übereinstimmen.

Der Inhalt, der mit einem Zeugnis transportiert wird, ist somit von zentraler Bedeutung

für die beruflichen Chancen. Ebenso wichtig ist die Form, denn auch schlecht oder

missverständlich formulierte Zeugnisse können dem Berufsweg des Bewerbers

erheblich schaden.

In Deutschland gibt es ein Recht auf die Erteilung eines Arbeitszeugnisses innerhalb

dafür bestehender gesetzlicher Regelungen. Das Arbeitsrecht hat in Rechtsprechung und

Lehre einen Rahmen gesetzt, innerhalb dessen sich das Arbeitszeugnis bewegen muss.

Die arbeitsrechtlichen Vorgaben und deren Weiterentwicklung durch die

Rechtsprechung führten und führen dazu, dass bei der Erstellung eines

Arbeitszeugnisses zahlreiche formale und inhaltliche Aspekte zu berücksichtigen sind.

1 Im Interesse der Lesbarkeit wird in dieser Arbeit auf die weibliche Form verzichtet. Diese ist in allen

Fällen mitgedacht.

4


Darüber hinaus hat eine äußerst differenzierte Formulierungspraxis an Bedeutung

gewonnen. Somit verwundert es nicht, dass es zum Thema Arbeitszeugnis eine fast

unüberschaubare Vielzahl von Ratgebern gibt, die sowohl Arbeitgebern eine

Hilfestellung bieten, um sich im Zusammenhang mit dem Arbeitszeugnis auf einer

sicheren Grundlage zu bewegen, als auch Arbeitnehmern die Überprüfung und Analyse

ihrer Zeugnisse zu erleichtern.

Obwohl die rechtlichen Grundlagen für das Arbeitszeugnis eindeutig sind, beschäftigen

pro Jahr annähernd 30.000 Zeugnisstreitigkeiten die deutschen Arbeitsgerichte. Dabei

ist die Weigerung der Arbeitgeber zur Zeugniserteilung genauso Anlass wie formale

und inhaltliche Fehler bei der Erstellung.2

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die rechtlichen Grundlagen und allgemeinen

Grundsätze des Arbeitszeugnisses darzustellen und auf aktuelle Rechtsprechung in dem

Zusammenhang einzugehen. Dabei steht in erster Linie die Perspektive des

Arbeitgebers und die Frage des rechtskonformen Handelns im Vordergrund.

2. Voraussetzungen des Zeugnisanspruchs

Die gesetzlichen Grundlagen für das Arbeitszeugnis finden sich im Bürgerlichen

Gesetzbuch (BGB), in der Gewerbeordnung (GewO) und im Berufsbildungsgesetz

(BBiG).

Die Anspruchsgrundlage für die Erteilung eines Arbeitszeugnisses leitet sich ab aus der

allgemeinen Fürsorgepflicht des Arbeitgebers3 und ist in § 630 BGB verankert:

,,Bei

der Beendigung eines dauernden Dienstverhältnisses kann der Verpflichtete von dem

anderen Teil ein schriftliches Zeugnis über das Dienstverhältnis und dessen Dauer

fordern. Das Zeugnis ist auf Verlangen auf die Leistungen und die Führung im Dienst

zu erstrecken. Die Erteilung des Zeugnisses in elektronischer Form ist ausgeschlossen.

2 Krausser-Raether 2007.

3 Henssler 2005, § 630 BGB, Rn. 2.

5



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