Please wait
Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.
Thesis (M.A.), 2008, 106 Pages
Author: M.A. Iveta Hronova
Subject: Interpreting / Translating
Details
Tags: Audiovisuelle Übersetzung, Filmübersetzung, Filmsynchronisation, Pedro Almodóvar
Year: 2008
Pages: 106
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 56 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-29306-3
ISBN (Book): 978-3-640-29318-6
Gutachten des Dozenten: "Bei der von Frau Hronova vorgelegten Arbeit handelt es sich um eine rundherum gelungene Magisterarbeit. Mit der Anlage der Arbeit dokumentiert Frau Hronova, dass sie in der Lage ist, eine wissenschaftliche Fragestellung eigenständig zu entwickeln und einen klar gegliederten Weg zur Bearbeitung des Themas zu entwerfen; ihre Analysen sind solide und sachkundig und fügen sich bestens in einen größeren Argumentationszusammenhang ein. Die relevante Literatur wurde angemessen berücksichtigt, die Arbeit ist in flüssigem Deutsch souverän formuliert."
Other users also were interested in the following titles:
Abstract
Die dynamische Entwicklung der Filmindustrie im Laufe des zwanzigsten Jahrhunderts und insbesondere die andauernden technischen Fortschritte haben eine Massenproduktion im Bereich der audiovisuellen Medien zur Folge. Dementsprechend ist auch der Bedarf an Übersetzungen in der Medienbranche enorm gestiegen. Synchronisation und Untertitelung sind heutzutage die geläufigen Formen der Filmübersetzung. Deren Gebrauch unterscheidet sich von Land zu Land. In Deutschland, sowie in Spanien, Italien und Frankreich, werden fremdsprachige Filme und Filmserien in der Regel synchronisiert. Im Mittelpunkt der vorliegenden Arbeit steht eine kontrastive Übersetzungsanalyse eines audiovisuellen Textes. Den Korpus der Analyse bildet der Film des spanischen Kultregisseurs Pedro Almodóvar "Todo sobre mi madre" aus dem Jahre 1999. Die spanischsprachige Originalversion des Films stellt den Ausgangstext (Transferendum) und die deutschsprachige Synchronversion den Zieltext (Translat) dar. Die Zielsetzung der Analyse ist die Erforschung des Verhältnisses zwischen dem Original und dem finalen Produkt der Übersetzung in Bezug auf die äquivalente Darstellung des sprachlichen Codes im Sinne des übersetzungstheoretischen Äquivalenzbegriffes. Ob die Synchronisation als translatorische Methode einen Film in der Zielsprache äquivalent wiedergeben kann, d.h. ob die Botschaft, Qualität und Wirkung des Originals in der Zielversion zum Ausdruck kommen kann, wird die zentrale Fragestellung dieser Untersuchung sein. Das Augenmerk wird auf die Übersetzung verschiedener Varietäten (Dialekte, Soziolekte, etc.), lexikalischer Konstruktionen (wie Metapher, Wortspiele etc.) sowie Bezeichnungen für kulturspezifische Phänomene gerichtet. Die Besonderheiten der angewendeten Übersetzungstechnik werden beleuchtet. Die Varietät der Faktoren, die während der Filmsynchronisation ins Spiel kommen, die Beschränkungen, mit den der Übersetzer eines Drehbuchs konfrontiert wird sowie die Abweichungen vom Original, die durch den Synchronisationsprozess bedingt sind, werden hier erörtert. Einige Kapitel werden dem Autor des Korpus Pedro Almodóvar und seinem Werk sowie der Synopse des Films "Todo sobre mi madre" gewidmet.
Excerpt (computer-generated)
Abschlussarbeit
zur Erlangung der Magistra Artium
im Fachbereich Neuere Philologien
der Johann Wolfgang Goethe-Universität
Institut für Romanische Sprachen und Literaturen
Analyse einer audiovisuellen Übersetzung
aus dem Spanischen ins Deutsche
am Beispiel von Todo sobre mi madre
vorgelegt von Iveta Hronova
aus Pribram, Tschechische Republik
Frankfurt am Main, den 15. September 2008
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Präzisierung der Fragestellung
1
1.2. Vorgehensweise
4
2. Audiovisuelle Übersetzung Präzisierung der Begriffe
6
2.1. Medien
6
2.1.1. Der kommunikationsorientierte Medienbegriff
6
2.1.2. Audiovisuelle Medien
8
2.2. Audiovisueller Text als Übersetzungsgegenstand
9
2.2.1. Komponente des audiovisuellen Textes
10
2.2.1.1. Akustische Codes
10
2.2.1.2. Visuelle Codes
11
2.2.2. Filmsprache und ihre Übertragung
12
2.2.3. Audiovisuelle Genres
12
2.3. Geschichte der audiovisuellen Übersetzung
13
2.3.1. Stummfilmperiode und die Zwischentitel
13
2.3.2. Übergang vom Stummfilm zum Tonfilm.
Die Probleme der Tonnutzung
14
2.3.3. Die ersten Strategien der Überwindung von Sprachbarrieren
15
2.3.4. Geschichte der Synchronisation in Deutschland
17
2.3.5. Filmkontrolle in Deutschland
18
3. Methoden der audiovisuellen Übersetzung
20
3.1. Untertitelung
21
3.2. Voice-over Verfahren
22
3.3. Kommentar, Kooperationsfassungen und Hybridverfahren
23
3.4. Filmsynchronisation
24
3.4.1. Definition der Synchronisation
24
3.4.2. Bedeutung der Synchronisation
25
3.4.3. Ablauf einer Synchronisation
27
3.4.4. Kritik des Übersetzungsprozesses
29
3.4.5. Synchronität
29
3.4.5.1. Lippensynchronität (phonetische Synchronität)
31
3.4.5.1.1. Qualitative Synchronität
31
3.4.5.1.2. Quantitative Synchronität
32
3.4.5.1.3. Tempo, Lautstärke,
Artikulationsdeutlichkeit, Intonation
und weitere prosodische Elemente
33
3.4.5.2. Paralinguistische Synchronität
35
3.4.5.2.1. Gestensynchronität
35
3.4.5.2.2. Charakteräquivalenz
36
3.4.5.3. Auffälligkeit von Asynchronien
37
3.4.6. Vor- und Nachteile der Synchronisation
38
3.4.6.1. Illusion innerhalb der Illlusion
38
3.4.6.2. Der Faktor Stimme
39
3.4.6.3. Reproduktion von sprachlichen Variation
40
3.4.6.4. Weitere Vor- und Nachteile
42
3.4.7. Synchronisationsländer und Untertitelungsländer.
Synchronisation als sprachpolitisches Instrument
43
4. Audiovisuelle Übersetzung als Translationsprozess
- übersetzungstheoretische Ansätze
46
4.1. Äquivalenzforschung
48
4.2. Äquivalenz und Adäquatheit:
Differenzierung und Präzisierung der Begriffe
50
5. Übersetzungsanalyse von Todo sobre mi madre
52
5.1. Kino Almodóvars
52
5.1.1. Pedro Almodóvar Biographie und Filmographie
52
5.1.2. Merkmale des almodovarianischen Kinos
55
5.1.2.1. Genre und Thematik: Das Almodrama
55
5.1.2.2. Stil
57
5.1.3. Zu der Handlung von
Todo sobre mi madre
59
5.2. Übersetzungsanalyse
60
5.2.1. Filmtitel
61
5.2.2. Das Katalanische und der katalanische Akzent
62
5.2.3. Diatopische Varietäten: Kanarischer Dialekt
63
5.2.4. Diastratische Varietäten
67
5.2.5. Diaphasische Varietäten: Oralität versus Literarität
73
5.2.5.1. ,,Written to be spoken".
Konzeptionell mündlicher Text
73
5.2.5.2. Literarischer Text
77
5.2.6. Lexikalische Konstruktionen
78
5.2.6.1. Idiomatische Wendungen
79
5.2.6.2. Metaphern
80
5.2.6.3. Wortspiele
82
5.2.7. Kulturspezifische Phänomene
84
6. Abschließende Betrachtung
92
7. Bibliographie
97
,,Nicht, weil das Kino eine Sprache ist, kann es uns so schöne Geschichten erzählen,
sondern weil es sie uns erzählt hat, ist es zu einer Sprache geworden."
(Christian Metz)
1. Einleitung
Mit dem Aufkommen des Tonfilms Ende der zwanziger Jahre und seinem weltweiten
Vertrieb wurden die Sprachbarrieren des Filmmediums deutlich. Der Tonfilm ersetzte
den Stummfilm, der durch seine Sprache der Bilder jedem verständlich war. Der
plötzliche Bedarf an der Filmübersetzung wurde zu einer neuen Herausforderung.
Filmproduzenten und Verleiher machten sich auf die Suche nach Lösungen, die Filme
dem internationalen Publikum zugänglich zu machen.
Die dynamische Entwicklung der Filmindustrie im Laufe des zwanzigsten
Jahrhunderts und insbesondere die andauernden technischen Fortschritte haben eine
Massenproduktion im Bereich der audiovisuellen Medien zur Folge. Dementsprechend
ist auch der Bedarf an Übersetzungen in der Medienbranche enorm gestiegen. Die
bedeutende Rolle, die Translation in der Zugänglichkeit von audiovisuellem Material an
die Massen spielt, wird in der Sprach- und Medienwissenschaft allerdings nur wenig
wahrgenommen.
Synchronisation und Untertitelung sind heutzutage die geläufigen Formen der
Filmübersetzung. Deren Gebrauch unterscheidet sich von Land zu Land. In
Deutschland, sowie in Spanien, Italien und Frankreich, werden fremdsprachige Filme
und Filmserien in der Regel synchronisiert. Untertitelungen werden insbesondere für
weniger kommerzielle Filme, die in sogenannten Arthäuser vorgeführt werden,
eingesetzt
sowie
für
hörbeeinträchtigte
Zuschauer.
Neben
diesen
zwei
Übersetzungstechniken werden auch Voice-over, Kommentar sowie hybride Formen
dieser Verfahren für bestimmte audiovisuelle Genres verwendet. Alle diese Techniken
stellen Formen der sogenannten audiovisuellen (oder auch [multi]medialen)
Übersetzung dar.
Wie der Begriff
audio
visuell
besagt, handelt es sich hier um eine Sonderform der
Translation, die mit der Übersetzung der schriftlichen Texte nicht gleichzusetzen ist.
1
Ähnlich wie ein literarischer Übersetzer,1 muss sich der Filmübersetzer neben den
sprachpaarspezifischen Probleme und dem Sprachstil mit zahlreichen außersprachlichen
Elementen aus dem soziokulturellen Kontext der Ausgangskultur auseinandersetzen.
Obwohl die akustische und visuelle Darstellung des Filmes den Wahrnehmungsprozess
des Zuschauers um Einiges erleichtern kann, muss der Übersetzer eines Films jedenfalls
über übersetzerische Kompetenz und Kreativität sowie über sehr gute Kenntnisse der
Ausgangs- und Zielkultur verfügen. Dazu kommen noch einige sprach-technische, für
die Filmsynchronisation bzw. die Untertitelung typische Probleme, wie z.B. die
Synchronität, d.h. die Übereinstimmung der Ton- und Bildinformation in Bezug auf die
Bewegungen der Sprecher (Lippensynchronität, Gestensynchronität u.a.), Timing etc.,
von denen der Übersetzer eines schriftlichen Textes verschont bleibt. Um eine adäquate
Zielversion eines fremdsprachigen Films zu erzeugen, die in der Zielkultur die
kommunikative und ästhetische Funktion des Originals erfüllen würde, muss der
Filmübersetzer zahlreiche linguistische, soziokulturelle und technische Aspekte in
Betracht ziehen und das Alles innerhalb einer, meistens sehr kurzen, Frist. Daher
bezeichnete Mounin die Filmübersetzung als ,,totale Übersetzung", die ,,die höchste
Stufe in der Kunst des Übersetzens" darstellt (1967: 144; zitiert bei Pisek 1994: 22).
Ausländisches Film- und Fernsehmaterial wird in verschiedenen Sprach- und
Kulturgemeinschaften auf unterschiedliche Art und Weise rezipiert. Dazu tragen
Faktoren wie Geschichte, Kultur, politisches System, oder Sprachpolitik der
Zielsprachgemeinschaft, sowie die Beziehung zwischen der Ausgangs- und Zielkultur
bei. Die Übertragung des fremdsprachigen Filmmaterials aus einer Sprache in eine
andere sowie die Rezeption des Zielprodukts wird also von Interaktionen verschiedener
Systeme im Sinne der Polysystemtheorie beeinflusst.2
Die Problematik der Überwindung von Sprachbarrieren in audiovisuellen Medien
muss multidisziplinär betrachtet werden. Demgemäß wird die vorliegende Arbeit
interdisziplinär angelegt und Ansätze aus der Übersetzungs-, Sprach- und
Textwissenschaft
sowie
aus
dem
Kultur-,
Film-
und
Medienwissenschaft
berücksichtigen. Bei der Erforschung von Filmübersetzung muss immer im Bewusstsein
behalten werden, dass diese Sonderform der Übersetzung Wissenschaft mit
Populärkultur in Verbindung bringt. Aus diesem Grund wäre eine rein
1 Aufgrund der besseren Lesbarkeit wird in der vorliegenden Arbeit bei den verallgemeinernden
Personenbezeichnungen die verkürzende maskuline Form verwendet.
2 Vgl. dazu Hermans 1999: 99
2
sprachwissenschaftliche Sicht auf die Problematik nicht ausreichend objektiv, da hier zu
viele außersprachliche Elemente ins Spiel kommen.
Die audiovisuelle Übersetzung ist in Deutschland ein relativ wenig erforschtes
Gebiet. Da Deutschland ein sogenanntes Synchronisationsland ist, fokussieren die
meisten deutschen Forschungsarbeiten zu dieser Thematik die Synchronisation. Zum
größten Teil (nicht nur in Deutschland) stehen englischsprachige Filme im Mittelpunkt
solcher Untersuchungen. Englisch ist also die häufigste Ausgangssprache dieser
Analysen, was auf die Dominanz der US-amerikanischen Produktionen auf dem
internationalen Filmmarkt zurückzuführen ist.
Untersuchungen zur audiovisuellen Übersetzung aus dem Spanischen sind noch kaum
bekannt. Die Abwesenheit des Übersetzungspaars Spanisch-Deutsch in diesem
Forschungsgebiet
hängt
zweifelsohne
mit
der
geringen
Verbreitung
des
spanischsprachigen
audiovisuellen
Materials
innerhalb
der
deutschen
Unterhaltungsindustrie. Die vorliegende Arbeit nimmt dieses Defizit zum Anlass, die
Pionierschritte zu machen und die Besonderheiten der audiovisuellen Übersetzung am
Beispiel eines Films zu beleuchten, der aus dem Kastilischen3 ins Deutsche mittels
Synchronisation übertragen wurde.
1.1. Präzisierung der Fragestellung
Im Mittelpunkt der vorliegenden Arbeit steht eine kontrastive Übersetzungsanalyse
eines audiovisuellen Textes.4 Den Korpus der Analyse bildet der Film des spanischen
Kultregisseurs Pedro Almodóvar
Todo sobre mi madre
aus dem Jahre 1999. Unter
Verwendung
der
übersetzungswissenschaftlichen
Terminologie5
stellt
die
kastilischsprachige Originalversion des Films das Transferendum, d.h. den
Ausgangstext und die deutschsprachige Synchronversion den Translat, d.h. den Zieltext
dar.
3 Das Kastilische wird hier als synonyme Bezeichnung der spanischen Sprache (
español
oder
castellano
)
verwendet.
4 Unter einem audiovisuellen Text wird ein Text verstanden, der nicht mittels eines schriftlichen
Mediums, sonder mittels eines audiovisuellen Mediums (z.B. Fernsehen), also akustisch und visuell
wahrgenommen wird. Die charakteristischen Merkmale dieses Texttyps werden in dem Kap. 2.2.
genauer beschrieben.
5 Das Original, also das Übersetzte wird als Ausgangstext oder Transferendum bezeichnet. Das Produkt
des translatorischen Handelns (d.h. der Übersetzungsprozesses) wird als Zieltext bzw. Translat
bezeichnet.
3
Die Zielsetzung der Analyse ist die Erforschung des Verhältnisses zwischen dem
Original und dem finalen Produkt der Übersetzung in Bezug auf die äquivalente
Darstellung des sprachlichen Codes im Sinne des übersetzungstheoretischen
Äquivalenzbegriffes. Dies ist allerdings ohne eine genauere Definition dieses in der
Translatologie sehr umstrittenen Begriffes nicht möglich. Daher wird auf die
Äquivalenzforschung im Kapitel 4. näher eingegangen. An dieser Stelle genügt Kollers
allgemeine Definition der Äquivalenz als ,,Beziehung zwischen AS-Text (bzw.
Textelementen) und ZS-Text (bzw. Textelementen)" und seine Äquivalenzforderung:
,,die Qualität(en) X des AS-Textes muß [sic!](müssen) gewahrt werden" (zitiert bei
Herbst 1994: 9 f). Ob die Synchronisation als translatorische Methode einen Film in der
Zielsprache äquivalent wiedergeben kann, d.h. ob die Botschaft, Qualität und Wirkung
des Originals in der Zielversion zum Ausdruck kommen kann, wird die zentrale
Fragestellung dieser Untersuchung sein.6
Weiterhin sollte die vorliegende Analyse die Besonderheiten der angewendeten
Übersetzungstechnik beleuchten. Die Varietät der Faktoren, die während der
Filmsynchronisation ins Spiel kommen, die Beschränkungen, mit den der Übersetzer
eines Drehbuchs konfrontiert wird sowie die Abweichungen vom Original, die durch
den Synchronisationsprozess bedingt sind, sollten hier erörtert werden.
1.2. Vorgehensweise
Die vorliegende Arbeit besteht aus einem theoretischen und einem empirischen Teil.
Die Abschnitte 2., 3. und 4. liefern die theoretische Grundlage zur audiovisuellen
Übersetzung. In dem Abschnitt 5. wird die komparative Übersetzungsanalyse
durchgeführt. Anhand der anschaulichen Beispiele aus dem Film, werden die
Problemfelder der Filmübersetzung analysiert und deren Umsetzung in der deutschen
Synchronfassung bewertet.
Zuerst wird im Kapitel 2. der Begriff der audiovisuellen Übersetzung expliziert und
aus der medialen Perspektive betrachtet. Nach der Begriffbestimmung wird im Kapitel
2.2. die Eigenart des hier analysierten Texttyps, des audiovisuellen Texts,
6 Die Äquivalenz ist keineswegs mit der in der Filmsynchronisation angestrebten Synchronität zu
verwechseln. In der vorliegenden Arbeit bezieht sich die Äquivalenz auf die formal-ästhetischen und
inhaltlichen Qualitäten sowie die kommunikative Funktion des Textes, während die Synchronität den
Zusammenklang zwischen den akustischen und visuellen Elementen impliziert.
4
hervorgehoben. Es werden die einzelnen Komponenten des Textes beschrieben - die
sog. auditiven und visuellen Codes - deren Zusammenspiel die Bedeutung des Textes
produziert und die den audiovisuellen Text von den geläufigen schriftlich fixierten
Texttypen unterscheiden. Im Kapitel 2.3. wird ein Blick auf die Geschichte der
audiovisuellen
Übersetzung
und
insbesondere
auf
die
Etablierung
der
Filmsynchronisation in Deutschland geworfen. Einige politische und soziokulturelle
Umstände, die sich auf die Praxis der Filmübersetzung im Laufe ihrer 80-jährigen
Geschichte auswirkten (z.B. Zensur, Einfluss der Kirche und der Freiwilligen
Selbstkontrolle), werden hier erwähnt.
Im Kapitel 3. wird ein Überblick der hierzulande verwendeten Techniken der
audiovisuellen Übersetzung gegeben. Nach der kurzen Beschreibung der Untertitelung,
Voice-over und den weiteren Verfahren wird im Kapitel 3.4. die Methode der
Synchronisation ausführlich beschrieben und ihre Wirkungspotenzial auf die
zielsprachigen Rezipienten erörtert. Obwohl die vorliegende Arbeit die linguistischen
Aspekte der Filmübersetzung fokussiert, sind hier auch die wichtigen technischen
Aspekte der Synchronisation anzusprechen, um die gängigen Defizite der
Synchronfassungen nachzuvollziehen. Zu diesen technischen Aspekten gehört vor allem
eine Reihe von Synchronitäten (Kapitel 3.4.5.), die eine Synchronisation erfordert, und
die weit über die augenfällige Lippensynchronität hinausgehen. Nach der Erörterung der
Vor- und Nachteile der Synchronisation gegenüber den anderen Übersetzungsverfahren
(im Kapitel 3.4.6.) wird im Kapitel 3.4.7. erläutert, wie diese Übertragungsmethode
zum Instrument der Sprachpolitik werden kann.
Kapitel 4. stellt den übersetzungstheoretischen Teil dieser Untersuchung dar. Im
Kapitel 4.1. wird auf die Evolution des umstrittenen Äquivalenzbegriffes eingegangen,
der die zentrale Rolle in der Translationstheorie spielt und die entscheidenden
theoretischen Ansätze (von der ausgangstextorientierten linguistisch-deskriptiven
Konzeption bis zu der zieltextorientierten funktionalen Skopostheorie) werden
zusammengefasst dargestellt. Im Kapitel 4.2. wird der Begriff für die Zwecke der
darauffolgenden Analyse in Anlehnung an Albrecht (1990) und Koller (2004) präzisiert
und differenziert.
Das Kapitel 5 stellt den empirischen Teil der vorliegenden Untersuchung dar. Um
sich der Form, dem Inhalt und dem Sprachstil des analysierten Korpus anzunähern, wird
im Kapitel 5.1. der Autor des filmischen Textes vorgestellt. Neben dem kurzen Abriss
Pedro Almodóvars Filmographie wird im Kapitel 5.1.2. der historische und
5
soziokulturelle Kontext erörtert, in dem das Werk entstanden ist, sowie die Thematik
und Stil dargestellt. Die in seinen Texten verwendeten sprachlichen Stilmittel machen
die Herausforderungen an eine gelungene Synchronisation sehr deutlich. Daher ist
Almodóvars Film für eine Synchronisationsanalyse besonders gut geeignet.
Anschließend wird die Handlung des Films
Todo sobre mi madre
zusammengefasst.
Im Kapitel 5.2. wird die Übersetzungsanalyse erfolgen. Zuerst wird das Augenmerk
auf
die
Übertragung
von
diatopischen,
diastratischen
und
diaphasischen
Sprachvarietäten7 (Kapitel 5.2.3. 5.2.5.) sowie von katalanischsprachigen Elementen
(im Kapitel 5.2.2.) gerichtet. Von Interesse sind hier besonders der kanarische Dialekt,
die Umgangssprache, die Vulgärsprache, Slangs und die Glaubwürdigkeit bzw.
Natürlichkeit der Synchrondialoge, die den spontanen mündlichen Diskurs authentisch
wiedergeben sollen. In dem Kapitel 5.2.6. werden syntagmatische Gefüge wie
idiomatische Wendungen, Metaphern und Wortspiele und ihre Umsetzung in der
deutschen Fassung untersucht. Den letzten Punkt der Analyse stellen kulturspezifische
Besonderheiten (wie Toponyme und Realien) und die Möglichkeiten ihrer Übertragung
in die Zielsprache dar (Kapitel 5.2.7.).
Nach der Auswertung der Ergebnisse wird beurteilt, ob die deutschsprachige
Synchronversion von
Todo sobre mi madre
eine äquivalente Übersetzung darstellt, d.h.
ob sie dem Zielpublikum die Qualitäten des Original und seine künstlerische Wirkung
vermitteln kann.
2. Audiovisuelle Übersetzung Präzisierung der Begriffe
Der Begriff audiovisuelle Übersetzung umfasst verschiedene Übersetzungsverfahren
wie
zum
Beispiel
Synchronisation,
Untertitelung,
Voice-Over
oder
Simultandolmetschern, u.a., die beim Übertragen unterschiedlicher audiovisueller
Genres wie Spiel- und Dokumentarfilme, Werbespotts, Live-Übertragungen,
Fernsehshows etc. eingesetzt werden. Kürzlich wurde auch der Sammelbegriff
Bildschirmübersetzung (
screen translation
) eingeführt, der die Übersetzung aller
7 Hier wird auf Coserius (1967) Typologie angelehnt, die diatopische (d.h.dialektale), diastratische (d.h.
auf einer soziale Gruppe bezogene) und diaphasische (d.h. situationsbedingte) Sprachvarietäten
unterscheidet.
6
Comments
No comments yet
Other users also were interested in the following titles:
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit - Formatvorlage / Vorlage für eine Hausarbeit für Microsoft Word
Author: GRIN VerlagPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2005 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit - Formatvorlage / Vorlage für eine Hausarbeit für OpenOffice.org
Author: GRIN VerlagPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2005 Download as PDF-file for 9,99 EUR
Formatvorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit / Vorlage zur Erstellung einer Hausarbeit
Author: Marco FeindlerPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2005 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Author: GRIN VerlagPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2008 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit
Author: Zoran ZivkovicPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Author: Claudia NickelPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2006 Download as PDF-file for 4,99 EUR
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Author: Maik PhilippPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - Hausarbeiten - Seminararbeiten
Author: Mark RichterPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2008
This text can be quoted and accessed from this url: