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Affirmative Action in der Republik Südafrika

Subtitle: Verhältnis zum Gleichheitssatz

Termpaper, 2009, 29 Pages
Author: Björn Hoops
Subject: Law - Public Law - Miscellaneous

Details

Category: Termpaper
Year: 2009
Pages: 29
Grade: 1,0
Language: German
Archive No.: V126348
ISBN (E-book): 978-3-640-31542-0
ISBN (Book): 978-3-640-31874-2

Abstract

Südafrika – ein Land, das durch die Apartheidzeit durch tiefe soziale Ungleichheit und tiefes Misstrauen entlang der früheren Rassengrenzen geprägt ist. Seit 1994 versucht die „rainbow nation“ mit Affirmative Action durch die bevorzugende Behandlung zuvor benachteiligter Individuen diese Ungleichheit auszugleichen. Bei der Erstellung der Arbeit waren vor allem die Ausführungen von Gas hilfreich, die Verweise zu anderen Arbeiten enthalten. Des Weiteren trugen Urteile des Constitutional Court sehr zur Arbeit und zu einer selbstständigen Erarbeitung der Thematik bei. Diese Arbeit beschäftigt sich mit den konstitutionellen und anderen gesetzlichen Rahmenbedingungen von Affirmative Action in der Republik Südafrika. Dabei werden zwei zentrale Fragen der Diskussion um Affirmative Action behandelt. Es wird nach einer Einordnung in den historischen und politischen Kontext erarbeitet, ob Affirmative Action einen integralen Bestandteil oder eine Ausnahme des Gleichheitsrechts in der Republik Südafrika bildet. Davon hängt in immensem Maße die rechtliche Beurteilung der bevorzugenden Maßnahmen ab. Ferner wird die Rechtfertigung der Benachteiligung der weißen, männlichen Bevölkerung beleuchtet und inwieweit sich aus der Benachteiligung Grenzen für Maßnahmen ergeben.


Excerpt (computer-generated)

Björn Hoops

1. Fachsemester

Wintersemester 2008/2009

Universität Bremen

Affirmative Action in der Republik Südafrika:

Verhältnis zum Gleichheitssatz

Eine Hausarbeit im Fach ,,Grundrechte" (Hanse Law School)

Bremen, den 27. Februar 2009

Björn Hoops


Inhaltsverzeichnis

Seite

Abkürzungsverzeichnis 4

Literaturverzeichnis

5

A. Einleitung

7

B. Begriffserklärung

7

C. Historische und politische Rahmenbedingungen 8

I. Die Geschichte Südafrikas: 1948 ­ 1997

8

II. Arbeits- und wirtschaftspolitischer Kontext

9

III. Fazit

10

D. Verankerung in Verfassung und Gesetzgebung

10

I.

Affirmative Action in der Verfassung

10

II.

Diskriminierungsverbot im Privatbereich

10

III.

Employment Equity Act

10

1) Anwendungsbereiche

10

2) Maßnahmen

11

IV.

Fazit

11

E. Der Gleichheitssatz in der südafrikanischen Verfassung

11

I. Formale Gleichheit

12

II. Substanzielle Gleichheit

12

III. Interpretation des Gleichheitssatzes

12

1) The President and others v Hugo (18.04.1997)

12

2) National Coalition v Minister of Justice (09.10.1998)

13

3) Verfassungsimmanente Hinweise

14

4) Schlussfolgerung

14

2


F. Integraler Bestandteil oder Ausnahme des Gleichheitssatzes

15

I. Bedeutung der Fragestellung

15

II. Das Verhältnis zum Gleichheitssatz

16

1) Substanzielle Gleichheit

16

2) Systematische Auslegung

16

3) Historische Auslegung

16

a) Umformulierung

17

b) Veränderung der Stellung

17

c) Fazit

18

III. Verhältnis zum Diskriminierungsverbot

18

IV.

Klarstellende Funktion

19

V.

Fazit

20

G. Gruppenbetrachtung und das Recht auf Gleichberechtigung

20

I. Prämisse

20

II. Ausschluss eines Konflikts

21

III.

Rassenspezifische Maßnahmen

21

1) Gruppenbetrachtung

21

2) Rechtfertigung

22

3) Kritik

22

a) Innocent white male

22

b) Individualprüfung

23

4) Anforderungen an Affirmative Action

24

IV.

Fazit

24

H. Vergleich: Frauenförderung in Deutschland und Europa

25

I. Verfassungsrechtliche Regelungen

25

II. Drittwirkung

25

III.

Gleichheitsverständnis

25

IV.

Fazit

26

I. Schlusskommentar

26

3


Abkürzungsverzeichnis

ANC

African National Congress

BBBEE Broad-Based

Black

Economic Empowerment

BBE

Black Economic Empowerment

CCT Constitutional

Court

DA

Democratic Alliance

dt.

deutsch(er, en, es)

EuGH Europäischer

Gerichtshof

i.S.d.

im Sinne des

IntV Interimsverfassung

N.C.L. Rev.

North Carolina Law Review

NP National

Party

o.g.

oben genannt(e, er, es)

SAJHR South

African

Journal on Human Rights

SALJ

The South African Law Journal

sec Section

UCT

University of Cape Town

4


Literaturverzeichnis

Albertyn / Kentridge Catherine Albertyn / Janet Kentridge, Introducing the right to

equality in the interim constitution, in: SAJHR 1994, S. 149ff.

Beschle

Donald L. Beschle, "You′ve got to be carefully taught":

Justifying Affirmative Action after Croson and Adarand, in: 74

North Carolina Law Review (1995-1996), S. 1141ff.

Cachalia

Azhar Cachalia, Halton Cheadle, Dennis Davis, Nicholas

Haysom, Penuell Maduna, Gilbert Marcus, Fundamental rights

in the new constitution: an overview of the new constitution

and a commentary on chapter 3 on fundamental rights,

Kenwyn (Südafrika) 1994.

Davis

Dennis Davis, Equality and equal protection, in: Rights and

constitutionalism: the new South African legal order, hrsg.

Dawid Hercules van Wyk, John Dugard, Bertus De Viliers and

Dennis Davis, Kenwyn 1994, S. 196ff.

Fiscus

Ronald J. Fiscus, The Constitutional Logic of Affirmative

Action, hrsg. Stephen L. Wasby, Durham / London 1992.

Gas

Tonio Gas, Affirmative Action in der Republik Südafrika ­

unter Berücksichtigung verfassungsvergleichender Bezüge,

Baden-Baden 2002.

Hlophe

John Hlophe, The role of judges in a transformed South Africa

­ Problems, challenges and prospects, in: SALJ 1995, S. 22ff.

Kekes

John Kekes, The Injustice of Affirmative Action Involving

5


Preferential Treatment, in: The Affirmative Action Debate,

hrsg. Steven M. Cahn, New York 1995.

Klinck

Elsabe Klinck, Limiting Affirmative Action Legislation: The

European Court of Justice in Eckhard Kalanke v Freie

Hansestadt Bremen Case No C-450/93, ECJ 17/10/95, in:

SAJHR 1997, S. 638ff.

Rabe

Johan Rabe, Equality, Affirmative Action, and Justice,

Hamburg 2001.

Shubane Khehla

Shubane, Black economic empowerment: Myths and

realities, in: South Africa in Africa: The post-apartheid era,

hrsg. Adekeye Adebajo, Adebayo Adedeji und Chris

Landsberg, Scottsville (Südafrika) 2007, S. 63ff.

Smith

Nicholas Smith, Affirmative Action under the new

constitution, in: SAJHR 1995, S. 84ff.

Sooka

Yasmin Sooka, Race and reconciliation, in: South Africa in

Africa: The post-apartheid era, hrsg. Adekeye Adebajo,

Adebayo Adedeji und Chris Landsberg, Scottsville (Südafrika)

2007, S. 78ff.

Starck

Christian Starck (Hrsg.), Kommentar zum Grundgesetz, Bd. 1:

Präambel, Artikel 1 bis 19, 5. Auflage, München 2005.

Thompson

Leonard Thompson, A History of South Africa, Jeppestown

(Südafrika) 2006.

6


A. Einleitung

Südafrika ­ ein Land, das durch die Apartheidzeit durch tiefe soziale Ungleichheit und

tiefes Misstrauen entlang der früheren Rassengrenzen geprägt ist. Seit 1994 versucht

die ,,rainbow nation" mit Affirmative Action durch die bevorzugende Behandlung

zuvor benachteiligter Individuen diese Ungleichheit auszugleichen.

Während eines einjährigen Aufenthalts in Kapstadt im Rahmen eines ,,Anderen

Dienstes im Ausland" lernte ich diese Nation und ihre vielen Facetten kennen. Als

Jugendbetreuer in einem Heim beschäftigte ich mich mit den schwierigen

Bedingungen, unter denen Nicht-Weiße sich ihre Zukunft aufbauen müssen. Als

Freund war ich mit dem enormen Wohlstand der weißen Südafrikaner konfrontiert.

Ihre Furcht, fortan benachteiligt zu werden, war stets zu spüren. Dieser Kontrast gab

schließlich den Anstoß zur weiteren Auseinandersetzung mit Affirmative Action.

Bei der Erstellung der Arbeit waren vor allem die Ausführungen von Gas hilfreich, die

Verweise zu anderen Arbeiten enthalten. Des Weiteren trugen Urteile des

Constitutional Court sehr zur Arbeit und zu einer selbstständigen Erarbeitung der

Thematik bei.

Diese Arbeit beschäftigt sich mit den konstitutionellen und anderen gesetzlichen

Rahmenbedingungen von Affirmative Action in der Republik Südafrika. Dabei werden

zwei zentrale Fragen der Diskussion um Affirmative Action behandelt. Es wird nach

einer Einordnung in den historischen und politischen Kontext erarbeitet, ob

Affirmative Action einen integralen Bestandteil oder eine Ausnahme des

Gleichheitsrechts in der Republik Südafrika bildet. Davon hängt in immensem Maße

die rechtliche Beurteilung der bevorzugenden Maßnahmen ab. Ferner wird die

Rechtfertigung der Benachteiligung der weißen, männlichen Bevölkerung beleuchtet

und inwieweit sich aus der Benachteiligung Grenzen für Maßnahmen ergeben.

B. Begriffserklärung

Wörtlich übersetzt bedeutet Affirmative Action ,,unterstützende Handlung" und

bezeichnet nach Gas politische Maßnahmen zur Unterstützung von unter der Apartheid

benachteiligten Bevölkerungsgruppen.1

1 Gas, S.27.

7



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