Register or log in at GRIN

Your e-mail-address or password is wrong
Register now
For new authors: free, easy and fast
This will be used as your user name, please specify a valid e-mail address

Lost password

Your e-mail-address or password is wrong

Request a new password
Bang ums Herz - Emotionen von Patienten bei akutem Herzinfarkt auf der Intensivs... close

Please wait

Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.

Bang ums Herz - Emotionen von Patienten bei akutem Herzinfarkt auf der Intensivstation unter besonderer Berücksichtigung von Angsterleben

Diploma Thesis, 2000, 197 Pages
Author: MScN Stefanie Monke
Subject: Nursing Science

Details

Category: Diploma Thesis
Year: 2000
Pages: 197
Grade: gut
Language: German
Archive No.: V127944
ISBN (E-book): 978-3-640-33566-4
ISBN (Book): 978-3-640-33521-3

Abstract

Der akute Herzinfarkt unterbricht den Alltag der erkrankten Personen. Plötzlich finden sie sich auf einer Intensivstation wieder. In rasanter Eile wird mit medizinischen Interventionen zur Behandlung der Vitalbedrohung und zur Linderung der Beschwerden begonnen. Heftige Angina-Pectoris-Schmerzen, verbunden mit dem Gefühl des einschnürenden Herzens, einer Enge im Brustkorb und einer daraus resultierenden Angst um Leib und Leben, bestimmen das Erleben vieler Patienten. Die Erkrankung des Herzens und die daraus entstehende und empfundene Bedrohung kann jedoch auf verschiedene Weise von den Erkrankten erfahren werden. Dieses Angst-Schmerz-Syndrom steht nicht immer im Vordergrund. Trotzdem konzentrieren sich medizinische und pflegerische Behandlungsmaßnahmen und Medikamente auf die Herzangst des Patienten. Meine Erfahrung als Pflegekraft auf einer Intensivstation hat verdeutlicht, dass das emotionale Befinden der Patienten und die Ängste in dieser Zeit recht unterschiedlich sein können. Dies wird in der „Welt des Messens“ an den Monitoren jedoch nicht angezeigt. „Die Welt, in der wir leben, ist nicht die Welt, die wir messen“ (Schmitz zit. n. Siebolds 1997, S. 11). Das Ziel dieser Diplomarbeit ist, das emotionale Befinden und vor allem das, worum die Patienten mit akutem Herzinfarkt in den Tagen der Überwachung auf der Intensivstation ängstlich bangen, in Erfahrung zu bringen. Das Herz ist nicht nur Sitz des Lebens, sondern auch der Gefühle. Durch eine empirische Untersuchung soll die Wirklichkeit der Patienten systematisch betrachtet und verstanden werden. Dazu wird eine qualitative Forschungsmethode gewählt, die Erzählungen von Betroffenen in den Vordergrund stellt.


Excerpt (computer-generated)

,,BANG UMS HERZ"

-

Emotionen von Patienten bei akutem Herzinfarkt

auf der Intensivstation

unter besonderer Berücksichtigung von Angsterleben

Diplomarbeit zur Erlangung des Grades

Diplom-Pflegewissenschaftlerin (FH)

Katholische Fachhochschule Nordrhein-Westfalen, Abteilung Köln

Fachbereich Gesundheitswesen ­ Studiengang Pflegepädagogik

Vorgelegt von

Stefanie Monke

Köln, 4. September 2000


Einleitung

Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG 5

2

LITERATURRECHERCHE

6

3

MEDIZINISCHE GRUNDLAGEN ZUM AKUTEN HERZINFARKT 8

3.1

Der Herzinfarkt als eine Koronare Herzerkrankung

8

3.2

Der Herzinfarkt als Inbegriff der heutigen Zivilisationskrankheiten

9

3.3

Risikofaktoren

9

3.4

Klinisches Bild des akuten Herzinfarkts

11

3.5

Komplikationen und Behandlung

12

3.6

Das medizinische Selbstverständnis

14

4

EMOTIONEN UND ANGST

15

4.1

Emotionen

15

4.2

Das Phänomen Angst

19

5

DIE SYMBOLKRAFT DES HERZENS 28

5.1

Das Herz als Organ

29

5.2

Das Herz als Zentrum der Gefühle und Symbol der Leiblichkeit

30

5.3

Das Herz als mystisches und religiöses Symbol

31

5.4

Naturwissenschaftliche Herzbetrachtung

32

6

DIE LEBENSSITUATION DES HERZINFARKTERKRANKTEN

35

6.1

Biographie

35

6.2

Persönlichkeit

37

2


Einleitung

6.3

Stressbelastung

39

7

DAS ERLEBEN DES PATIENTEN UND DIE BEDEUTUNG DES

HERZINFARKTS 41

8

DIE SITUATION INTENSIVSTATION 46

8.1

Umgebende Belastungsfaktoren

47

8.2

Patient sein auf der Intensivstation

48

8.3

Das Intensivstation-Syndrom und seine Bedeutung

50

8.4

Die Angst auf der Intensivstation

51

8.5

Die Welt der High-Tech-Medizin

55

8.6

Pflegerischer Umgang mit der Angst des Herzkranken

57

9

BEWÄLTIGUNG DER KRANKHEITSSITUATION

61

10

WISSENSCHAFTSTHEORETISCHE GRUNDLAGEN

64

10.1

Forschungsmethodologische Überlegungen

66

10.2

Festlegung der Forschungsmethode

67

10.3

Festlegung der Datenauswertung

70

11

STATIONEN DES FORSCHUNGSPROJEKTS

73

11.1

Die Forschungsfrage und Zielsetzung

73

11.2

Planung des Forschungsprojekts

75

11.3

Durchführung des Forschungsprojekts

77

11.4

Datenerhebung

81

11.5

Auswertung und Analyse des Datenmaterials

92

12

FORSCHUNGSERGEBNISSE 95

12.1

Beschreibung und Interpretation der Forschungsergebnisse

95

3


Einleitung

12.2

Die Angst des Herzkranken

96

12.2.1.

Angst um Leib und Leben

97

12.2.2.

Angst vor dem Unheimlichen oder Unbekannten

102

12.2.3.

Trennungs- und Verlustangst

110

12.3

Weitere Emotionen des Herzkranken

119

12.3.1.

Sich sicher fühlen

120

12.3.2.

Sich wohl fühlen

122

12.3.3.

Unbekümmert sein

125

12.3.4.

Zuversicht

127

13

ZUSAMMENFASSUNG 130

13.1

Kritische Würdigung der Forschungsarbeit

133

13.2

Empfehlungen

134

14

LITERATURVERZEICHNIS

136

15

ANHANGSVERZEICHNIS


146

4


Einleitung

1 Einleitung

Der akute Herzinfarkt unterbricht den Al tag der erkrankten Personen.

Plötzlich finden sie sich auf einer Intensivstation wieder. In rasanter Eile

wird mit medizinischen Interventionen zur Behandlung der Vitalbedrohung

und zur Linderung der Beschwerden begonnen.

Heftige Angina-Pectoris-Schmerzen, verbunden mit dem Gefühl des

einschnürenden Herzens, einer Enge im Brustkorb und einer daraus

resultierenden Angst um Leib und Leben, bestimmen das Erleben vieler

Patienten. Die Erkrankung des Herzens und die daraus entstehende und

empfundene Bedrohung kann jedoch auf verschiedene Weise von den

Erkrankten erfahren werden. Dieses Angst-Schmerz-Syndrom steht nicht

immer im Vordergrund. Trotzdem konzentrieren sich medizinische und

pflegerische Behandlungsmaßnahmen und Medikamente auf die

Herzangst des Patienten.

Meine Erfahrung als Pflegekraft auf einer Intensivstation hat verdeutlicht,

dass das emotionale Befinden der Patienten und die Ängste in dieser Zeit

recht unterschiedlich sein können. Dies wird in der ,,Welt des Messens" an

den Monitoren jedoch nicht angezeigt.

,,Die Welt, in der wir leben, ist nicht

die Welt, die wir messen"

(Schmitz zit. n. Siebolds 1997, S. 11).

Das Ziel dieser Diplomarbeit ist, das emotionale Befinden und vor al em

das, worum die Patienten mit akutem Herzinfarkt in den Tagen der

Überwachung auf der Intensivstation ängstlich bangen, in Erfahrung zu

bringen. Das Herz ist nicht nur Sitz des Lebens, sondern auch der

Gefühle. Durch eine empirische Untersuchung sol die Wirklichkeit der

Patienten systematisch betrachtet und verstanden werden. Dazu wird eine

qualitative Forschungsmethode gewählt, die Erzählungen von Betroffenen

in den Vordergrund stel t.

Nach einer theoretischen Einführung in die Thematik der Diplomarbeit

werden Forschungsweg und Stationen der Durchführung einer Interview-

reihe erläutert. In einem weiteren Teil werden die Daten analysiert und

Ergebnisse präsentiert.

5


Literaturrecherche

I

THEORETISCHER TEIL

2 Literaturrecherche

Die Durchsicht der themenbezogenen Literatur zu Beginn der

Diplomarbeit erfolgte zur Erfassung der thematischen Grundlage und der

Übersichtsgewinnung

wissenschaftlicher

Untersuchungen

und

Erkenntnisse. Des weiteren galt es zu ermitteln, ob bereits

pflegewissenschaftliche

Untersuchungen

bezüglich

des

Diplomarbeitsthemas bestehen und ob noch offene Forschungsfragen

eventuel in die Untersuchung mit einzubeziehen wären. Die

Auseinandersetzung mit der wissenschaftlichen Literatur bleibt daher

während des gesamten Forschungsprojektes ein wichtiger Bestandteil der

Arbeit.

Für die Literaturrecherche kristal isierten sich die Hauptbegriffe

Herzinfarkt, Intensivstation, Emotionen, Angst sowie Patientenerleben1

heraus. Mit Hilfe dieser Hauptbegriffe wurden Stichwort- oder

Schlagwortkataloge der Bibliotheken und Datenbanken bezüglich

relevanter Literatur durchsucht.

Die Literaturrecherche wurde computergestützt in der Datenbank der

Bibliothek der Katholischen Fachhochschule NW Abteilung Köln

durchgeführt, die außerdem eine Suche in den Datenbanken der

Katholischen Fachhochschulen Münster, Aachen und Paderborn

ermöglichte. Des weiteren wurden die Datenbestände der Deutschen

Zentralbibliothek für Medizin Köln mit der opac zbmed und dem Online-

Katalog sowie die Datenbank der für die Psychologie relevanten

Fachbeiträge, PSYNDEX-trail, hinzugezogen. Pflegeliteratur wurde gezielt

in den Abstracts der deutschsprachigen CD-ROM Care Lit® von 1998 und

1999 recherchiert.

Nach Durchsicht der Stichwortkataloge in den genannten Datenbanken ist

eine immense Fül e an Literatur zu den einzelnen Stichworten gefunden

1 Im weiteren Text wird nicht zwischen der weiblichen und männlichen Sprachform

unterschieden, sondern jeweils der geläufigste Begriff gewählt. Sofern nicht anders

hervorgehoben, ist dennoch die jeweils nicht genannte Geschlechtsform mit einbezogen.

6


Literaturrecherche

worden. Für das Schlagwort Herzinfarkt wurden in der Deutschen

Zentralbibliothek für Medizin Köln 421 Treffer erfasst, für das Schlagwort

Angst gab es al ein 500 Nennungen. Care Lit® benannte für das

Schlagwort Herzinfarkt 95 und Angst 221 gefundene Dokumente. Auch die

anderen Hauptbegriffe Intensivstation, Emotionen und Patientenerleben

ergaben isoliert eine hohe Anzahl gefundener Dokumente. Daher erfolgte

in einem zweiten Schritt eine weitere Reduktion der Literaturauswahl

durch die Verkettung von zwei oder mehreren Schlagwörtern der oben

genannten Hauptbegriffe in den verschiedensten Kombinationen. Die

Folge war, dass beispielsweise in der Deutschen Zentralbibliothek für

Medizin und in der Care Lit® Datenbank bei der Schlagwortverkettung

Herzinfarkt und Angst kein Eintrag, in der Bibliothek der Katholischen

Fachhochschule Köln NW jedoch ein Eintrag gefunden wurde. Auch die

Schlagwortverkettungen der anderen Hauptbegriffe wie Intensivstation

und Angst ergaben in den genannten Datenbanken keine bis sehr geringe

Nennungen. Des weiteren wurden zu den Hauptbegriffen Nebenbegriffe

kombiniert wie Herz, Herzkranke, Herzkrankheit, Angina Pectoris,

Herzangst, Erfahrungs- und Bewältigungsverhalten, Gefühlsleben und -

verhalten, Angstverhalten, Angstbewältigung, Todesangst, psychische

Belastung, Intensivpatient, Patientenerleben.

Festgestel t wurde, dass wissenschaftliche Forschungsarbeiten innerhalb

des Themengebietes besonders zu medizinischen, psychologischen und

psychoanalytischen Sachfragen durchgeführt wurden. Die psychologische

Diagnostik erstreckt sich von der Untersuchung der emotionalen

Befindlichkeit des Patienten (vgl. Tausch 1996, S. 84 ff.), den

prädisponierenden Persönlichkeitsprofilen des Herzkranken (vgl.

Maschewsky et. al. 1982, S. 11 ff. u. Uexkül et. al. 1986, S. 666) bis hin

zu Bewältigungsstrategien der Krankheitsverarbeitung per Fragebogen

(vgl. Muthny 1992, 372 ff.) und der Auswertung narrativer Interviews

mittels Sprachanalysen (vgl. Fal er 1997, 247 ff.). Klapp skizziert

psychoanalytisch das Verhalten der Herzinfarktpatienten, welches

besonderen Einfluß in der Frühphase des Intensivstationsaufenthalts

einnimmt (vgl. Klapp 1985, S. 199 ff.).

7


Medizinische Grundlagen zum akuten Herzinfarkt

Die Angst des Herzkranken wurde empirisch von Fal er untersucht (vgl.

Fal er 1996, S. 159 ff.). In der Literatur und in Untersuchungen zur

Intensivmedizin und Pflege werden al gemein die psychosozialen

Probleme der Patienten bei Vitalbedrohung (vgl. Hannich 1991, S. 506 ff.)

beschrieben und die technischen und pflegerischen Maßnahmen beim

akutem Herzinfarkt aufgelistet (vgl. Mayer 1997, S. 30 ff.). Busch hebt die

Bedeutung der Angst der Herzkranken und Herzoperierten auf einer

Intensivstation hervor (vgl. Busch 1994, S. 135 ff. u. 1999, S. 2 ff.) mit dem

Hinweis, dass es bezüglich der Thematik wenig Pflegeforschungsprojekte

und -ergebnisse gibt und es der weiteren Forschung insbesondere der

qualitativen Befragung zum subjektiven Erleben des Patienten bedarf (vgl.

Busch 1994, S. 137 f.).

Nach der Auswertung der Literatur wurde eine Zuordnung und Gliederung

der thematischen Schwerpunkte erstel t. Zentrale Forschungsfragen

kristal isierten sich heraus, die zusammengefasst wurden und der

empirischen Untersuchung zugrunde lagen.

3 Medizinische Grundlagen zum akuten Herzinfarkt

3.1 Der Herzinfarkt als eine Koronare Herzerkrankung

Der akute Herzinfarkt, medizinisch auch als Myokardinfarkt bezeichnet,

gehört zu der Gruppe der koronaren oder auch ischämischen

Herzerkrankungen.

Per Definition2 ist der Herzinfarkt eine

,,(...) ischämische Myokardnekrose,

meist auf dem Boden einer koronaren Herzkrankheit mit hochgradiger

Stenose einer Koronararterie" (

Herold 2000, S. 192). Das abgestorbene

Myocardgewebe vernarbt und steht der Pumpfunktion des Herzens nicht

mehr zur Verfügung; eine funktionel e Beeinträchtigung bleibt.

Pathogenetisch betrachtet lösen sich fetthaltige Ablagerungen, auch

Plaques genannt, von den Gefäßinnenwänden und bilden einen

2 Im Sinne des Textflusses der Diplomarbeit wird der Begriff Herzinfarkt präferiert und

bezieht sich auf die genannte Definition.

8


Medizinische Grundlagen zum akuten Herzinfarkt

gefäßverschließenden Thrombus. Außerdem kann es, zusätzlich oder

isoliert, zu einem Spasmus der Koronararterien und einer damit

verbundenen Minderdurchblutung kommen.

3.2 Der

Herzinfarkt

als

Inbegriff

der

heutigen

Zivilisationskrankheiten

Herz- und Kreislauferkrankungen gelten in Deutschland als ,,die"

Erkrankungen des 20. Jahrhunderts (vgl. Wil ich 1999, S. 483).

Trotz immer neuer und wichtiger Erkenntnisse in der Ätiologie und einer

stetig steigenden Vielzahl an Diagnostik- und Therapiemöglichkeiten in

den letzten Jahrzehnten machen Herz- und Kreislauferkrankungen bei

Erwachsenen im mittleren Alter noch immer 40 bis 50% der

Gesamtmortalität aus (vgl. Wil ich 1999, S. 483).

Laut Deutscher Herzstiftung e.V. erleiden al jährlich 280 000 Menschen in

Deutschland einen Herzinfarkt, von denen etwa 190 000 sterben (vgl.

Gohlke 1998, o. S.). Damit liegt Deutschland laut MONICA- Studie der

WHO3 weltweit im mittleren Bereich der registrierten Herzinfarkte. Das

Statistische Bundesamt meldet für das Jahr 1998 insgesamt 75.924

Patienten, die an einem akuten Herzinfarkt im Krankenhaus verstorben

sind, davon waren 34.927 Frauen und 40.997 Männer 4 (vgl. Statistisches

Bundesamt 1998).

3.3 Risikofaktoren

Nach herkömmlichem Verständnis ist der Herzinfarkt entweder eine

natürliche Alterserscheinung (,,Arterienverkalkung") oder die Folge

individuel en Fehlverhaltens oder risikoträchtiger ,,Persönlichkeits-

Programmierung".

3 Die Langzeitstudie ,,Monitoring of Trends and Determinants of Cardiovascular Disease"

vergleicht standardisiert kardiovaskuläre Erkrankungen und die Risiken des vorzeitigen

Todes in 21 Ländern (vgl. Wil ich 1999, S. 483).

4 Herold benennt das Verhältnis der tödlich ischämischen Herzerkrankungen von

männlichen zu weiblichen Personen 2 bis 3:1 (vgl. Herold 2000, S. 182).

9


Medizinische Grundlagen zum akuten Herzinfarkt

Als klassische Risikofaktoren für die Entstehung eines Herzinfarktes

werden Fettstoffwechselstörungen, Hypertonie, Diabetes mel itus,

Rauchen, Bewegungsmangel und Stress in jeglicher Form genannt (vgl.

Reeh 2000, S. 210 u. Gohlke 1998, o. S.).

Risikofaktoren sind nach Lynch

,,In gewisser Beziehung (...) mit

Wetterfahnen vergleichbar, die einen bevorstehenden Sturm anzeigen,

nur daß sie die drohende Gefahr viel früher signalisieren - manchmal

schon Jahre vorher" (

Lynch 1979, S. 40). Im Gegensatz zu den eben

genannten stel en dagegen das Lebensalter, das Geschlecht und eine

familiäre Disposition5 unbeeinflussbare Risikofaktoren dar (vgl. Herold

2000, S. 182).

Der akute Herzinfarkt ist al gemein

,,(...) bekannt als eine typische

Männerkrankheit und wird (...) selten mit Frauen in Verbindung gebracht"

(

Weinrich 1995, S. 348).

Von weiterer Wichtigkeit sind auch psychosoziale Risikofaktoren sowie die

sozioökonomische Lebensbedingung. Beachtenswert ist, dass das

Mortalitätsrisiko der koronaren Herzkrankheiten in einigen Ländern und

Regionen mit geringen sozialen Kontakten sogar gestiegen ist (vgl. Wil ich

1999, S. 486 ff.).

Die Ursachenforschung zum Herzinfarkt basiert jedoch vorwiegend auf

den formalen Gesundheitsrisiken. In der vorgefundenen Literatur wird zum

Beispiel kritisiert, dass Geschlechtsunterschiede kaum berücksichtigt

werden. Somit wird ihre Gültigkeit gleichermaßen für beide Geschlechter

legitimiert (Weinrich 1995, S. 348). Der gestresste Manager oder der

körperlich schwer tätige Arbeiter als Inbegriff für typisch männliches

Risikoverhalten unterscheiden sich erheblich von anders gearteten

Lebensverhältnissen und Belastungen der Frauen6. Insbesondere den

speziel en Aspekten der Haus- und Frauenarbeit, den häufigen

Rol enkonfliktsituationen der berufstätigen Frauen und Mütter sowie dem

Erholungsdefizit sol ten mehr Beachtung entgegengebracht werden.

5 Genetische Faktoren tragen al er Wahrscheinlichkeit nach langfristig zu den

internationalen Unterschieden bei (vgl. Wil ich 1999, S. 487).

6 Risikofaktoren bei Frauen nehmen mit abnehmender sozialer Schicht zu (vgl.

Maschewsky et. al. 1982, S. 140).

10



Comments

No comments yet

Add Comment
Your comment is reviewed before being published

Other users also were interested in the following titles:

Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit

Author: Claudia Nickel
Presentations, Models, Tutorials, Instructions, 2006 Download as PDF-file for 4,99 EUR

Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens

Author: Maik Philipp
Presentations, Models, Tutorials, Instructions, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR

This text can be quoted and accessed from this url:

http://www.grin.com/e-book/127944/bang-ums-herz-emotionen-von-patienten-bei-akutem-herzinfarkt-auf-der
please wait Please wait