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Project Report, 2009, 35 Pages
Author: Heike Viethen
Subject: Nursing Science
Details
Institute: Zentralschule für Gesundheitsberufe
Year: 2009
Pages: 35
Grade: 1,0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-35572-3
ISBN (Book): 978-3-640-35608-9
Mit diesem Konzept zur Optimierung der Ambulanten Pflege wurde beim Junge Pflegepreis 2009 der Erste Platz belegt.
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Abstract
Als Auszubildende in der Gesundheits- und Krankenpflege sind wir seit Beginn unserer Ausbildung im Krankenhaus mit einem sehr unterschiedlichen Patientenklientel in Kontakt gekommen. Von allen Patientengruppen ist uns aber in besonderem Maße die Gruppe der wohlbetagten aufgefallen. Nicht selten ist feststellbar, dass Pflegebedürftige, welche von zu Hause ins Krankenhaus eingeliefert wurden in einem schlechten Allgemein-, Versorgungs- und Gesundheitszustand sind, trotz einer Versorgung durch ambulante Pflegedienste oder Angehörige. Wir haben uns die Frage gestellt wie diese Situation begründet werden kann. Unseren Schwerpunkt haben wir dabei auf die ambulante Pflege gelegt. Verknüpft haben wir unsere Gedanken mit der derzeitigen demographischen Entwicklung in Deutschland, sowie der allgemeinen Situation in der Pflege, um dann im Rahmen dieser deduktiv aufgebauten Arbeit einen Konzeptvorschlag zur Optimierung der ambulanten Pflege vorzustellen. Den Praxisbezug haben wir durch Befragungen von Pflegediensten im Kreis Kleve, Wesel, Borken sowie den von ihnen betreuten Pflege- und Hilfebedürftigen hergestellt. Wobei wir diesen im Verlauf der Arbeit Aussagen von befragten Mitarbeitern gesetzlicher Krankenkassen gegenübergestellt haben. Uns als „nächste Generation“ Pflegender liegt es am Herzen, trotz der zum Teil sehr ein-geschränkten wirtschaftlichen Vorgaben ein Konzept zu entwickeln, welches die ganzheitliche, bedürfnisorientierte, dem Menschen angepasste Pflege in den Vordergrund stellt, zugleich wirtschaftlich ist und die finanziellen Vorgaben, die durch das Gesundheitssystem vorgeschrieben sind nicht überschreiten. Eine positive Beeinflussung der derzeitigen Situation im Gesundheitssystem ist von uns angestrebt.
Excerpt (computer-generated)
"Später vielleicht..."
Der Weg von einer zeitorientierten zu einer be-
dürfnisorientierten ambulanten Pflege
Wettbewerbsbeitrag der:
Zentralschule für Gesundheitsberufe Bocholt-Borken
am St. Agnes Hospital Bocholt
27. Februar 2009
Inhaltsverzeichnis Seite
Vorwort 1
1. Einleitung 2
2. Problemdarstellung und Relevanz der Thematik 2
2.1.
Demografische Entwicklung der Altersstruktur in
Deutschland 2
2.2.
Determinanten der demographischen Alterung 3
2.3.
Auswirkungen der demographischen Alterung auf den
Pflegebedarf 5
2.4.
Wachsender Bedarf an häuslicher/ ambulanter Pflege 6
3. Pflegebedürftigkeit 7
3.1.
Definition 7
3.2.
Eckdaten zur Situation in der Pflege 7
3.3.
Pflegebedürftige und ihre Versorgung 8
4. Charta der Rechte hilfe- und pflegebedürftiger Menschen 9
4.1.
Artikel 4: Pflege, Betreuung, Behandlung 10
4.2.
Artikel 6: Kommunikation, Wertschätzung und
Teilhabe an der Gesellschaft 11
5. Ambulante/häusliche Pflege 12
5.1.
Fal beispiel: Zwei Seiten 12
5.2.
Aktuelle Arbeitssituation in der ambulanten Pflege 14
5.3.
Belastungsfaktoren für Pflegende in ambulanten
Pflegediensten 15
5.4.
Qualitätsmängel in der ambulanten Pflege 17
6. Konzept bedürfnisorientierter ambulanter Pflege 19
6.1.
Der Mensch ist das Maß 19
6.2.
Anforderungen an den Pflegedienst 20
6.3.
Anforderungen an das Personal 21
6.4.
Die Rolle der Angehörigen 21
6.5.
Raus aus der Isolation 22
6.6.
Ehrenamt statt Ruhestand 24
6.7.
Positive Effekte auf das Gesundheitssystem 26
6.8.
Ist das denn bezahlbar? 27
7. Fazit 28
10. Quellenverzeichnis
Abbildungsverzeichnis Seite
·
Abb. 1: Veränderung der Altersstruktur in Deutschland 2
·
Abb. 2: Alter der Mütter bei der Geburt 3
·
Abb. 3: Wanderrungsvolumen im Jahre 2003 4
·
Abb. 4: Demographisch Induzierter Pflegebedarf 5
·
Abb. 5: Entwicklung der Privathaushalte bis 2025 6
·
Abb. 6:Pflegebedürftigkeit nach Altersgruppen 7
·
Abb. 7: Pflegebedürftigkeit nach Altersgruppen 8
·
Abb. 8: Maslow′sche Bedürfnispyramide 23
Vorwort
,,Du musst selbst zu der Veränderung werden, die du in der Welt sehen willst."
(Mahatma Gandhi 1869 - 1948)
Als Auszubildende in der Gesundheits- und Krankenpflege sind wir seit Beginn unserer
Ausbildung im St. Agnes Hospital Bocholt bzw. Marien Hospital Borken mit einem sehr
unterschiedlichen Patientenklientel in Kontakt gekommen. Von al en Patientengruppen ist
uns aber in besonderem Maße die Gruppe der wohl Betagten aufgefallen.
Nicht selten war feststellbar, dass Pflegebedürftige, welche von zu Hause ins Kranken-
haus eingeliefert wurden in einem schlechten Al gemein-, Versorgungs- und Gesundheits-
zustand sind, trotz einer Versorgung durch ambulante Pflegedienste oder Angehörige.
Wir haben uns die Frage gestellt wie diese Situation Begründet werden kann. Unseren
Schwerpunkt haben wir dabei auf die ambulante Pflege gelegt.
Verknüpft haben wir unsere Gedanken mit derzeitigen demographischen Entwicklungen in
Deutschland, sowie der allgemeinen Situation in der Pflege, um dann im Rahmen dieser
deduktiv aufgebauten Arbeit einen Konzeptvorschlag zur Optimierung der ambulanten
Pflege vorzustellen.
Den Praxisbezug haben wir durch Befragungen von Pflegediensten im Kreis Kleve, Wesel,
Borken sowie den von ihnen betreuten Pflege- und Hilfebedürftigen hergestellt. Wobei wir
diese im Verlauf der Arbeit Aussagen von befragten Mitarbeitern gesetzlicher Krankenkas-
sen gegenübergestellt haben.
Uns als ,,nächste Generation" Pflegender liegt es am Herzen, trotz der zum Teil sehr ein-
geschränkten wirtschaftlichen vorgaben ein Konzept zu entwickeln, welches die ganzheitli-
che, bedürfnisorientierte, dem Menschen angepasste Pflege in den Vordergrund stel t, zu-
gleich wirtschaftlich ist und die finanziel en Vorgaben, die durch das Gesundheitssystem
vorgeschrieben sind nicht überschreiten. Eine positive Beeinflussung der derzeitigen Si-
tuation im Gesundheitssystem ist von uns angestrebt.
Bereits jetzt haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, eine Pflege nach dem hier vorgestell-
ten Konzept, so weit es im Rahmen der Ausbildung und den jeweiligen Praxiseinsätzen
möglich ist, zu gestalten.
- 1-
1. Einleitung
,,Krankenpflege ist keine Ferienarbeit [...]", diese Worte von Florence Nightingale (1820
1910) vor vielen Jahren gesprochen spiegeln die derzeitige Situation in der Pflege präziser
wieder, als sie viel eicht zu ihrer Zeit, vermutet hätte.
Die Medien sind gefüllt mit Berichten über schlechte Arbeitsbedingungen, schlechte Be-
zahlung, Personalmangel, Stellenabbau und gefährlicher Pflege. Allerdings beziehen sich
die Darstellungen der Medien in der Regel auf die aktuelle Situation in deutschen Kran-
kenhäusern.
Diese Ausarbeitung ist hingegen einem anderen oftmals wenig anerkannten und doch so
wichtigen Berufszweig der Krankenpflege gewidmet. Sie befasst sich mit der aktuel en zu-
nehmend mehr zeitorientierten ambulanten Pflege und sol einen Weg aufzeigen, der die
Gestaltung einer nicht zeitorientierten, sondern, einer auf den Hilfe-und Pflegebedürftigen
gerichteten bedürfnisorientierten und gleichsam wirtschaftlichen Pflege, ermöglicht.
2. Problemdarstellung und Relevanz der Thematik
2.1. Demographische Entwicklung der Altersstruktur in Deutschland
Sinkende Geburtenraten, weniger Frauen, noch weniger Geburten, diese Tendenz zeigte
sich in den vergangenen Jahren verstärkt in der Bundesrepublik Deutschland. Deutsch-
land ist im Punkte demographischer Entwicklung eines der ersten Länder, bei dem diese
negativ Tendenz sichtbar und statistisch nachweisbar gewesen ist (vgl.: Förderland, Die
Demographische Entwicklung in Deutschland).
1964 lag die Geburtenzahl noch bei fast 1,2 Millionen, während sie heute bei fal ender
Tendenz nur noch bei ca. 673 000 liegt. Betrachtet man diesen Prozess während der ver-
gangenen 15 Jahre, so weißt die Geburtenrate einen prozentualen Rückgang von 22 Pro-
zent auf. (vgl.: Statistisches Bundesamt 2006)
Die Frage ist nun, wie sich dadurch die generelle Altersstruktur in Deutschland verschiebt.
Laut statistischem Bundesamt ist eine Veränderung zwischen 2005 und 2050 wie folgt zu
erwarten:
Deutschland im Jahre 2005
Deutschland im Jahre 2050
Einwohner
82,4 Millionen
ca. 69-74 Mil ionen
Geburtenzahl
685 000
500 000
80-jährige und Ältere
Knapp 4 Mil ionen
10 Mil ionen
20- 64-jährige
ca. 50 Mil ionen
ca. 37,5 Mil ionen
Lebenserwartung (Mann / Frau)
74,4 / 80,6
83,5 / 88
Abb.:1 Veränderung Altersstruktur in Deutschland (Quel e: Vgl. Statistisches Bundesamt Nov. 2006)
- 2 -
Aus den Angaben des statistischen Bundesamtes ist eine deutliche Verschiebung zwi-
schen Geburtenzahl, der Anzahl der Bevölkerung, welche 80 und älter ist sowie der Gene-
ration 20 - 64- Jähriger zu erkennen.
Diese Entwicklung ist jedoch keineswegs zufällig und unerwartet, sondern steht in engem
Zusammenhang mit drei wesentlichen Determinanten der demographischer Entwicklung in
Deutschland, hier im Folgenden erläutertet.
2.2 Determinanten der demographischen Alterung
Als Determinanten, d.h. Einflussfaktoren auf die Altersentwicklung, wurden die Schwer-
punkte der Betrachtung auf die Fertilität, Mortalität, Zu- und Fortzüge, sowie den Verfal
traditionel er Werte gelegt.
Fertilität
Betrachtet man den Aspekt Fertilität im Einzelnen so ist eine sinkende Kinderzahl bei stei-
gender Altersstruktur der Mütter zu erkennen da die Fruchtbarkeit der Frauen mit steigen-
dem Alter durch eintritt der Wechseljahre begrenzt ist.
Das Durchschnittsalter bei der Geburt des ersten Kindes lag 1931 noch bei ca. 25 Jahren,
1967 bereits bei 26 Jahren und lt. Statistischem Bundesamt 2007 bei 30,2 Jahren.
Ein Rückgang dieser Entwicklung ist in den nächsten Jahren nicht zu erwarten.
Abb. 2: Alter der Mütter bei der Geburt (Quel e: Statistisches Bundesamt)
- 3 -
Mortalität
Der sinkenden Geburtenrate steht die gesteigerte Lebenserwartung sowie der Wegfall der
alterspeziefischen Sterbewahrscheinlichkeit entgegen.
Durch eine fortschrittliche und besser ausgereifte medizinische Versorgung können viele
Erkrankungen, welche noch vor einigen Jahren eine Verkürzung der durchschnittlichen Le-
benserwartung zu Folge hatten, durch adäquate medikamentöse Einstellung sowie durch
technisch ausgereiftere medizinische Geräte erheblich eingeschränkt, zum Teil sogar
gänzlich ausgeschlossen werden. Vor allem im Bereich der Herz-Kreislauf-Erkrankungen
hat es hier enorme Fortschritte gegeben.
Zu- und Fortzüge
Beobachtet man die Angaben des Statistischen Bundesamtes zwischen 1991 und 2007 so
ist eine Veränderung im Wanderrungsvolumen der Bundesrepublik Deutschland zu erken-
nen.
1991 bestand noch ein Saldo zwischen Zu- und Fortgezogenen von 602 523, diesem Wert
gegenüber zu stellen ist das Saldo der Zu- und Fortgezogenen im Jahr 2007 bei 43 912.
Die Zuwachsrate entspricht somit 2007 nur noch 7,2% der Zuwachsrate von 1991.
Abb. 3: Wanderrungsvolumen im Jahr 2003 (Quel e: Statistisches Bundesamt)
Des Weiteren ist bei den Zu- und Fortgezogenen die Altersstruktur nicht außer Acht zu las-
sen. So lässt die folgenden Grafik erkennen, dass die Tendenz immer mehr dahin geht,
dass in der Altersklasse 25 von 40 Jahren, welche derzeit auch dem durchschnittlichen Al-
- 4 -
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