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Über das Verhältnis von Bindungstheorie und Psychoanalyse

Termpaper, 2000, 26 Pages
Author: Christian Grebe
Subject: Nursing Science

Details

Category: Termpaper
Year: 2000
Pages: 26
Grade: 1,7
Language: German
Archive No.: V12972
ISBN (E-book): 978-3-638-18739-8

File size: 84 KB


Excerpt (computer-generated)

Hausarbeit
Veranstaltung: Theorien der Sozialisation

Thema der Arbeit:

Über das Verhältnis von Bindungstheorie und Psychoanalyse

Studiengang: Pflege
Semester: SS 2000

Christian Grebe

 

Inhaltsverzeichnis

1.) VORBEMERKUNGEN  2

2.) BOWLBY’S BINDUNGSTHEORIE  3

3.) OBJEKTBEZIEHUNGEN IN DER PSYCHOANALYSE  11

4.) ZUM VERHÄLTNIS DER BINDUNGSTHEORIE UND DER PSYCHOANALYSE  15
1. UNTERSCHIEDE  15
2. GEMEINSAMKEITEN  16
3. ENTWICKLUNG DER HALTUNG DER PSYCHOANALYSE ZUR BINDUNGSTHEORIE  18
4. BEDEUTUNG DER BINDUNGSTHEORIE FÜR DIE PSYCHOANALYSE  20

5.) RESÜMEE  23

6.) LITERATURVERZEICHNIS  24

1. PRINTMEDIEN  24
2. ONLINE-MEDIEN  25

 

1.) Vorbemerkungen

Zur Bearbeitung dieses Themas wäre es unzweifelhaft von Nutzen, einführend sowohl Bowlby’s Bindungstheorie sowie die Psychoanalyse grundlegend mit ihren jeweiligen Theorien und Positionen vorzustellen. Aufgrund der Komplexität der Psychoanalyse würde dieses Vorhaben allerdings den vorgegebenen Rahmen eindeutig sprengen.

Aus diesem Grund habe ich mich entschieden, den Schwerpunkt auf die Bindungstheorie zu legen und ihre Theorie, ihre Annahmen und Ergebnisse mit entsprechend verwandten Positionen der Psychoanalyse zu vergleichen, bevor ich auf die Haltung und das Verhältnis beider Ansätze zueinander eingehe. Das verwandte Gebiet der Psychoanalyse sind die Objektbeziehungstheorien, wobei es sich streng genommen auch bei der Bindungstheorie um eine Objektbeziehungstheorie handelt, die allerdings gegen gewisse Grundüberzeugungen der Psychoanalyse verstößt und deren Bezugsrahmen überschreitet. Allerdings unterscheiden sich psychoanalytische Objektbeziehungstheorien untereinander teilweise ganz erheblich, insbesondere in dem Punkt der Verwendung der klassischen Metapsychologie.

Dem entsprechend soll in dieser Arbeit zunächst ein Überblick über die Bindungstheorie und über die psychoanalytischen Objektbeziehungstheorien gegeben werden, wobei bei letzteren die neueren, nicht metapsychologisch orientierten, im Vordergrund stehen sollen. Anschließend daran soll das Verhältnis beider Positionen zueinander genauer beleuchtet werden. Dabei ist die Bindungstheorie sowohl mit der klassischen psychoanalytischen Auffassung wie auch mit moderneren zu vergleichen.

2.) Bowlby’s Bindungstheorie

Diese Theorie geht davon aus, dass jeder Mensch von Geburt bis zum Tod mit einem aus der Evolution hervorgegangenen, als Bindungsverhalten (Attachment) bezeichneten Verhaltenssystem ausgestattet ist. Dieses Bindungsverhalten, das sich beim Kind durch Verhaltensweisen wie „Lächeln, Anschmiegen, Schreien, Festklammern, Zur- Mutter- Krabbeln, Suchen“1 äußert, wird allerdings nur in Not-, Extrem- bzw. Alarmsituationen aktiviert.

Die Aktivierung des kindlichen Bindungsverhaltens löst wiederum beim Erwachsenen das dem Bindungsverhalten gegenüber komplementäre Fürsorge- oder Pflegeverhalten (Bonding) aus. Zweck dieses Systems ist nach dieser Theorie das Bieten von Schutz und Lernhilfen für das Kind. Die Pflegeperson dient für das Kind als feste Basis, zu der es in Alarmsituation zurückkehren kann. Legt sich das Bindungsverhalten, so ist das Kind wieder in der Lage zu explorieren, also seine Umwelt zu erkunden.

Daraus ergibt sich eine weitere Annahme der Bindungstheorie, die besagt, dass das Explorationsverhalten des Kindes dessen Bindungsverhalten komplementär zugeordnet sei. Einfacher ausgedrückt bedeutet dies, dass das Kind zur gleichen Zeit entweder Bindungsverhalten oder Explorationsverhalten zeigen kann, niemals aber beides gleichzeitig. Nicht aktiviertes Bindungsverhalten (und damit Sicherheit) ermöglicht also Exploration, eine zu hohe Belastung während der Exploration dagegen beendet diese und löst Bindungsverhalten aus.

 

[....]


1  Rauh 1995, S. 240


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