Autor: Anthony Darko
Fach: Pädagogik - Berufserziehung, Berufsbildung, Weiterbildung
Details
Institution/Hochschule: Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover (Berufspädagogik)
Jahr: 2002
Seiten: 46
Note: 1,3
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 370 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-20133-9
ISBN (Buch): 978-3-638-69909-9
Zusammenfassung / Abstract
Wird das duale System in 10 Jahren noch existieren? Falls ja, so wie bisher oder sind tiefgreifende Veränderungen notwendig? Falls nein, wie sehen die Alternativen aus? Das duale System der Berufsausbildung ist Gegenstand einer kontroversen Auseinandersetzung geworden. Während die einen bei weiterem Stillstand befürchten, dass es zu einer unbedeutenden Restveranstaltung verfallen wird, meinen andere, dass die Kritikpunkte oft nicht neu sind , die Argumentationsbasis nicht stichhaltig ist, die Reformvorschläge nicht überzeugend sind und Alternativen nicht genannt werden. Das duale System befindet sich zur Zeit in einer eigenartigen Situation: Wie kein anderer Bildungsbereich wurde es in den letzten Jahren auffallend unterschiedlich beurteilt. Die Debatten werden dabei in unterschiedlichsten Foren geführt, beispielsweise von Wissenschaftlern, Gewerkschaften, Arbeitgeberverbänden und anderen Interessenvertretern. In dieser Hausarbeit soll zunächst das duale System ausführlich beschrieben werden: Begonnen wird mit der Einordnung des dualen Systems in die Berufsbildung. Anschließend werden die grundlegenden Kennzeichen sowie die besonderen Kennzeichen der Ausbildung im Betrieb und der Berufsschule dargestellt. Nachdem kurz auf die notwendige Zusammenarbeit zwischen diesen beiden Ausbildungsträgern eingegangen wurde, wird eine der Hauptursachen der Krise des dualen Systems beschrieben: Seine historische Entwicklung. Das traditionell geprägte deutsche Ausbildungssystem musste sich in der letzten Zeit grundlegenden Veränderungsprozessen stellen. Ob dadurch für das bis dahin so hoch gelobte duale System ein Reformbedarf entstanden ist, soll im dritten Kapitel analysiert werden. Thema des vierten Kapitels sind die am häufigsten genannten Stärken und Schwächen. Dabei überwiegt der Anteil derjenigen, die das duale System in einer Krise sehen. Deshalb soll anschließend versucht werden, die Ursachen dieser Krise zu finden. Darauffolgend werden einige der Reformvorschläge näher betrachtet. Dabei soll deutlich werden, dass die Meinungen der Interessenvertreter in vielen wichtigen Fragen sehr unterschiedlich sind. Ein Konsens aller ist mehr als fraglich. Mit einem kritischen Ausblick wird die Hausarbeit beendet.
Textauszug (computergeneriert)
Das duale System der
Berufsausbildung in der Diskussion
Anthony Darko
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis II
1. Einleitung 1
2. Das duale System
2.1 Einordnung des dualen Systems in die Berufsbildung 3
2.2 Kennzeichen des dualen Systems
2.2.1 Grundlegende Kennzeichen 4
2.2.2 Das Lernen im Betrieb 5
2.2.3 Das Lernen in der Berufsschule 9
2.2.4 Kooperation von Betrieb und Berufsschule 10
2.3 Die Entstehung des dualen Systems 12
3. Veränderungsprozesse in der Arbeitswelt und ihre Auswirkung auf das duale System
3.1 Die Arbeitswelt im Wandel 16
3.2 Reformbedarf des dualen Systems auf Grund des Wandels? 18
4. Die Diskussion um die Zukunft des dualen Systems
4.1 Die Stärken des dualen Systems 21
4.2 Die Schwächen des dualen Systems 24
4.3 Ursachen der Krise 28
4.4 Lösungsansätze 32
5. Ausblick 38
Literaturverzeichnis 40
1. Einleitung
Wird das duale System in 10 Jahren noch existieren? Falls ja, so wie bisher oder sind tiefgreifende Veränderungen notwendig? Falls nein, wie sehen die Alternativen aus? Das duale System der Berufsausbildung ist Gegenstand einer kontroversen Auseinandersetzung geworden. Während die einen bei weiterem Stillstand befürchten, dass es „ ...zu einer unbedeutenden Restveranstaltung verfallen wird – mit absehbaren Folgen für die gesamte Arbeitskultur in Deutschland.“1, meinen andere: „Die ins Feld geführten Kritikpunkte sind ( zumeist ) nicht neu, die Argumentationsbasis ist ( häufig ) nicht stichhaltig, die Reformvorschläge sind nicht überzeugend, und ernst zunehmende, die Grundstruktur des dualen Systems verändernde, Alternativen werden nicht genannt.“2 Das duale System befindet sich zur Zeit in einer eigenartigen Situation: Wie kein anderer Bildungsbereich wurde es in den letzten Jahren auffallend unterschiedlich beurteilt.3 Die Debatten werden dabei in unterschiedlichsten Foren geführt, beispielsweise von Wissenschaftlern, Gewerkschaften, Arbeitgeberverbänden und anderen Interessenvertretern. Die Kritikpunkte, Abwehrbemühungen oder Reformansätze richten sich dabei auf eine Reihe von Bezugspunkten.4
In dieser Hausarbeit soll zunächst das duale System ausführlich beschrieben werden: Begonnen wird mit der Einordnung des dualen Systems in die Berufsbildung. Anschließend werden die grundlegenden Kennzeichen sowie die besonderen Kennzeichen der Ausbildung im Betrieb und der Berufsschule dargestellt. Nachdem kurz auf die notwendige Zusammenarbeit zwischen diesen beiden Ausbildungsträgern eingegangen wurde, wird eine der Hauptursachen der Krise des dualen Systems beschrieben: Seine historische Entwicklung. Das traditionell geprägte deutsche Ausbildungssystem musste sich in der letzten Zeit grundlegenden Veränderungsprozessen stellen. Ob dadurch für das bis dahin so hoch gelobte duale System ein Reformbedarf entstanden ist, soll im dritten Kapitel analysiert werden. Thema des vierten Kapitels sind die am häufigsten genannten Stärken und Schwächen. Dabei überwiegt der Anteil derjenigen, die das duale System in einer Krise sehen. Deshalb soll anschließend versucht werden, die Ursachen dieser Krise zu finden. Darauffolgend werden einige der Reformvorschläge näher betrachtet. Dabei soll deutlich werden, dass die Meinungen der Interessenvertreter in vielen wichtigen Fragen sehr unterschiedlich sind. Ein Konsens aller ist mehr als fraglich. Mit einem kritischen Ausblick wird die Hausarbeit beendet.
2. Das duale System
2.1 Einordnung des dualen Systems in die Berufsbildung
In der Bundesrepublik Deutschland besteht die Berufsbildung gem. § 1 Abs.1 BBiG aus drei Teilbereichen: - Berufsausbildung - Berufliche Fortbildung - Berufliche Umschulung In der Hausarbeit beschränke ich mich, bedingt durch das Thema, auf die Berufsausbildung. Diese muss gem. § 1 Abs. 2 BBiG folgende - gesetzlich festgeschriebene - Vorgaben erfüllen, die als Ziele interpretiert werden können5: - Vermittlung einer breit angelegten beruflichen Grundbildung - Vermittlung der für die Ausübung einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit notwendigen fachlichen Fertigkeiten und Kenntnisse in einem geordneten Ausbildungsgang - Erwerb von erforderlichen Berufserfahrungen ermöglichen Zu der beruflichen Erstausbildung gehören:6 - die Berufsausbildung im Verbund von Betrieb und Berufsschule („Duales System“) - die Berufsausbildung in vollzeitschulischer Form Einige Autoren zählen die akademische Ausbildung in Fachhochschulen und Universitäten ebenfalls zur beruflichen Erstausbildung, weil die bedeutendsten Studiengänge eindeutig auf die Einmündung in eine bestimmte Berufstätigkeit orientiert sind.7 Die Ausbildung im dualen System ist jedoch unbestritten die quantitativ bedeutendste Form der beruflichen Erstausbildung.8 So wird eine Erstausbildung im dualen System am häufigsten gewünscht und realisiert.9 Abb.1: Wunsch nach einer Ausbildung im dualen System und Realisierung unmittelbar nach Schulende Quelle: Eigendarstellung, aufbauend auf den Angaben im Berufsbildungsbericht 2002, S.196 f.
2.2 Kennzeichen des dualen Systems
2.2.1 Grundlegende Kennzeichen:
[...]
1 Greinert 1999,S.132
2 Münch 1997, S.160
3 Vgl. Alex 1994, S.65
4 Vgl. Sloane/Euler 1997, S.V
5 Vgl. Bauer 2000, S.24
6 Vgl. Bauer 2000, S.21 f.
7 Vgl. Bauer 2000, S.30
8 Vgl. Bauer 2000,S.23
9 Vgl. Berufsbildungsbericht 2002, S.196 f.
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