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Hauptseminararbeit, 2001, 36 Seiten
Autor: Jana Saksing
Fach: Germanistik - Linguistik
Details
Tags: Einige, Aspekte, Linguistik, Bedeutung, Sprachwandel, Sprache
Jahr: 2001
Seiten: 36
Note: 2
Literaturverzeichnis: ~ 13 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-20287-9
Dateigröße: 252 KB
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Textauszug (computergeneriert)
Einige Aspekte der feministischen Linguistik und
ihrer Bedeutung für den Sprachwandel in der deutschen Sprache
Jana Saksing
INHALTSVERZEICHNIS
Einführung 3
1. Geschichtlicher Ablauf der feministischen Linguistik 5
2. Gegenstand der feministischen Linguistik 9
2.1 Untersuchungsgegenstand im engeren Sinne 9
2.2 Zielsetzung der feministischen Sprachkritik 12
2.3 Sexismus in der Sprache 14
2.3.1 Hauptarten des sexistischen Sprachgebrauchs 15
2.3.2 Weitere Bereiche sexistischer Sprachverwendung 16
2.4 Die wichtigsten Problemfälle aus der Sicht der feministischen Linguistik und deren Behebung im Sprachgebrauch 17
2.4.1 Geschlecht und Grammatik 19
2.4.2 Personenbezogene Pronomina 23
2.4.2.1 Personalpronomina man, mensch und jedermann 23
2.4.2.2 Indefinitivpronomen wer 25
3. Eine empirische Untersuchung der weiblichen und männlichen Nennformen in Stellungsanzeigen aufgrund der zweier Zeitungen ”Die Zeit” und ”Frankfurter Allgemeine Zeitung“ 25
3.1 Vorhandensein von femininen, maskulinen und neutralen Personenbezeichnungen 27
3.2 Die in den Stellenanzeigen zum Ausdruck des Weiblichen gebrauchten Mittel 29
3.3 Argumente für und gegen die feministische Linguistik aufgrund der Stellenanzeigen 31
4. Zusammenfassung 33
Literaturverzeichnis 35
EINFÜHRUNG
Die vorliegende Semesterarbeit ist eine kurze Übersicht über die feministische Linguistik, ihren Gegenstand, ihre Ziele und über ihre Bedeutung für die Gegenwartssprache im Deutschen. Auch wird betrachtet, inwieweit die von den feministischen Sprachwissenschaftlerinnen1 vorgeschlagenen Veränderungen in den heutigen deutschen Sprachstand eindringen. Das Ziel der Autorin mit dieser wissenschaftlichen Abfassung ist es, eine Einführung in die feministische Linguistik zu machen und ihr zentrales Wesen darzustellen. Eine andere Zielsetzung dieser Semesterarbeit ist festzustellen, von welcher Wichtigkeit die feministische Linguistik für den Sprachwandel in der deutschen Sprache ist. Um das letztere zu erreichen, habe ich eine Untersuchung der Stellenanzeigen aus zwei Zeitungen durchgeführt, die als eine Unterstützung zu der Erreichung des Arbeitszieles dienen.
Die Arbeit konzentriert sich hauptsächlich nur auf den Teil der feministischen Linguistik, der die Sprache, bzw. das Sprachsystem und den Sprachgebrauch, als einen Untersuchungsobjekt sieht. Die andere Seite dieser wissenschaftlichen Strömung, in der man die Verhaltensweisen von Männern und Frauen untersucht, wird nur erwähnt. Genauso findet in dieser wissenschaftlichen Abfassung die Problematik, ob es überhaupt eine Frauensprache gibt, keine Berücksichtigung, sondern die Autorin geht davon aus, dass die Frauensprache als solche existiert. Die Semesterarbeit besteht aus drei Kapiteln. Im ersten Kapitel wird der geschichtliche Ablauf der feministischen Sprachwissenschaft dargestellt. Es werden die Begriffe Frauenbewegung und Feminismus erklärt. Ebenso wird ein kurzer Überblick zur gesellschaftlichen Emanzipation der Frau gegeben. Den wesentlichen Teil machen hier die geschichtlichen Beschreibungen politisch durchgesetzter Sprachwandlungen von den feministischen Linguistinnen aus. Ein kurzer Abschnitt beschreibt die Situation in den alten Bundesländern. In dem zweiten Kapitel wird der Gegenstand der feministischen Sprachkritik dargestellt. Folgende Fragen finden eine Antwort – Was ist die feministische Sprachkritik? Welche Ziele strebt sie an? Was kann aus der Sicht der feministischen Sprachwissenschaftlerinnen in der Sprache als sexistisch bezeichnet werden? Einen größeren Teil machen die bedeutensten Problemfälle und deren Lösungen im Deutschen nach Anschauung der feministischen Linguistinnen aus. Es werden Vorschläge dieser Bestrebungen bekannt gemacht und ihre Bedeutung für die Sprachwandel erörtert.
Im dritten Teil findet eine empirische Untersuchung der Stellenanzeigen aufgrund zweier Zeitungen, Die Zeit und Frankfurter Allgemeine Zeitung statt. Es wird betrachtet, wie groß der Anteil von femininen Personenbezeichnungen in diesen Anzeigen ist, in welcher Form sie vorkommen und ob sie überhaupt präsent sind. Dabei wird der Text und werden die Nennformen, durch die man sich direkt an die Interessanten wendet, getrennt untersucht. Die wissenschaftliche Analyse basiert auf den Zeitungsexemplaren dieses Jahres vom August. Bei der Frankfurter Allgemeine Zeitung untersucht man nur die Wochenendexemplare, bei der Zeit werden alle Ausgaben untersucht. Die Stellenanzeigen, auf den diese empirische Arbeit beruht, gehen von den Unikliniken und von den Banken aus. Dabei werden bei diesen beiden Bereichen der zu diesen Stellenanzeigen gehörende Text und die Anzeigeformulierungen getrennt untersucht. Das Ziel dieser empirischen Auffassung ist festzustellen, wie groß der Anteil von den femininen Nennformen ist und in welcher Form sie vorkommen. Es werden nicht nur diese zwei Bereiche verglichen, sondern die Autorin sieht als eine ihrer Aufgaben die Argumente für und gegen die von den feministischen Linguistinnen vorgeschlagenen Sprachveränderung hervorzuheben.
1. GESCHICHTLICHER ABLAUF DER FEMINISTISCHEN LINGUISTIK
Die feministische Linguistik, auch feministische Sprachkritik genannt, ist ein Zweig der Soziolinguistik, der sich in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts in Verbindung mit Frauenbewegung, bzw. Feminismus entwickelt hat und von Amerika ausgegangen ist. Die Frauenbewegung in Deutschland lässt sich in zwei Phasen einteilen. Die erste Phase, die auch ”ältere” oder ”erste” Frauenbewegung” genannt wird, umfasst die Jahre 1848 bis 1933. Das Ziel dieser Bewegung war vorallem ein Praktisches – Verbesserung der Lebensbedingungen der Frauen und die Abschaffung von ökonomischer, politischer und rechtlicher Abhängigkeit vom Mann. Es wurden viele Vereine und Verbände gegründet. Der wichtigste war der ”Bund deutscher Frauenvereine”.
Die zweite Phase beginnt Ende der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts und heibt ”Neue Frauenbewegung”. Diese hängt sehr stark mit der Studentenbewegung der ”68er” zusammen, unter der nicht nur politische Themen behandelt wurden, sondern auch das Verhältnis der Geschlechter zueinander analysiert und diskutiert wurde. Diese ”Neue Frauenbewegung” wird auch Feminismus genannt. Unter Feminismus ist vorallem das Theoretische zu verstehen, obwohl auf die erste Frauenbewegung häufig zurückgegriffen wird. Feminismus ist die Lehre oder Theorie der Frauenbewegung, die ”den patriarchalischen Gehalt aller kulturellen Hervorbringungen des Mannes bloblegt und kritisiert” (Pusch 1984: 134). In dieser Zeit kamen Frauenzentren und Frauengruppen zustande, in den die Männer keine Zutritt hatten. Die Frauensprache als ein Begriff für etwas spezifisch Weibliches wurde von der Frauenbewegung aufgegriffen, geht aber nicht auf sie zurück. Die Ursprünge liegen sowohl in den Reiseberichten hauptsächlich aus dem 19. und 20. Jahrhundert, als auch in den anthropologischethnologischen Forschungen.
Die ersten bedeutendsten Wissenschaftler, die Anfang des 20. Jahrhunderts auf dem Gebiet „Frauensprache“ forschten, waren Jespersen und Mauthner. Die beiden Sprachforscher gehen davon aus, „dass die Frauensprache keine eigenständige Sprache ist, sondern eine minderwertige Abwandlung von der Männersprache“ (www.genderline.de). Mauthner setzte sich mit dem Geschprächsverhalten von Frauen auseinander und stellte fest, dass es Unterschiede im Sprechen von Mann und Frau gibt. Er meinte auch, dass die Frauen nicht wie Männer sprechen können, bzw. die Sprache der Männer nicht erlernen können. Jespersen dagegen beschäftigte sich mit Wortschatz und Syntax und konstatierte, dass Frauen weniger sprechen als Männer, weil ihr Wortschatz geringer ist. Auch sprechen die Frauen mehr in Satzverbindungen, dagegen die Männer in Satzgefüge von Haupt- und Nebensatz.
[...]
1 Hier und auch später wird die Form Wissenschaftlerinnen o.a. gebraucht, wenn damit die feministischen Linguistinnen gemeint sind. Die Autorin dieser Arbeit geht aufgrund ihrer Forschungen davon aus, dass der betrachtliche Teil von denen, die im Bereich Linguistik einen wesentlichen Beitrag geleistet haben, Frauen sind.
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