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Asset Backed Securities unter Berücksichtigung der handelsrechtlichen und internationalen Bilanzierungsstandards

Diploma Thesis, 2003, 91 Pages
Author: Nici Heuke
Subject: Economics / Business: Investment and Finance

Details

Category: Diploma Thesis
Year: 2003
Pages: 91
Grade: 1,3
Language: German
Archive No.: V17963
ISBN (E-book): 978-3-638-22399-7

File size: 711 KB


Excerpt (computer-generated)

Fachhochschule Merseburg
University of Applied Sciences

Fachbereich Wirtschaftswissenschaften

Diplomarbeit

Asset Backed Securitisation 
unter Berücksichtigung der handelsrechtlichen 
und internationalen Bilanzierungsstandards

Verfasser: Nici Heuke

Bearbeitungszeit: 20. Juni - 01. September 2003

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis ... IV

Tabellenverzeichnis ... IV

Abkürzungsverzeichnis ... V

1 Einleitung ... 1
1.1 Ziel der Arbeit ... 2
1.2 Gang der Untersuchung ... 2

2 Konstruktionselemente einer Asset Backed Securitisation ... 3
2.1 Originator des Forderungspools ... 4
2.2 Die Zweckgesellschaft ... 5
2.2.1 Rechtsform der Zweckgesellschaft ... 5
2.2.1.1 Anteilszertifikatsstruktur ... 6
2.2.1.2 Anleihestruktur (Corporation) ... 7
2.2.2 Struktur und Zahlungsstrommanagement ... 8
2.2.2.1 Pass-Through Struktur ... 8
2.2.2.2 Pay-Through Struktur ... 9
2.2.3 Strukturierung des SPV ... 10
2.2.3.1 Single-Seller Struktur ... 11
2.2.3.2 Multi-Seller Struktur ... 11
2.3 Ratingagentur ... 11
2.4 Treuhänder ... 13
2.5 Anforderungen an die zu verbriefenden Vermögensgegenstände ... 14
2.6 Maßnahmen zur Begrenzung der Insolvenzrisiken ... 16
2.7 Systematisierung der Sicherungskonstruktionen ... 17
2.7.1 Sicherungen durch den Originator ... 18
2.7.2 Bonitätsverbesserungen in der Transaktionsstruktur ... 19
2.7.3 Sicherungsmaßnahmen durch Dritte ... 21

3 Vorteile der ABS Finanzierung ... 22
3.1 Diversifikation der Finanzierungsquellen ... 23
3.2 Kapitalkostenvorteile durch ABS-Transaktionen ... 23
3.3 Steigerung der Corporate Finance-Flexibilität ... 25
3.4 Verbesserung der Unternehmenskennzahlen ... 25

4 Bilanzierung einer ABS-Transaktion nach dem Handelsrecht ... 26
4.1 Grundproblematik bei der Bilanzierung von Forderungsverkäufen ... 26
4.1.1 Abstrakte Vermögenszurechnung der Financial Assets ... 27
4.1.2 Die konkrete Vermögenszurechnung der Financial Assets ... 27
4.2 Bilanzbefreiung durch ein auf Dauer gerichtetes zivilrechtliches Rechtsgeschäft ... 28
4.3 Bilanzbefreiung durch die Übertragung des Bonitätsrisikos ... 29
4.3.1 Bilanzrechtliche Beurteilung der Bonitätsverbesserungsmaßnahmen ... 29
4.4 Analogie zwischen Factoring und ABS Finanzierungen ... 33
4.5 Finanzmathematische Betrachtung der bilanziellen Zuordnung der Assets ... 34
4.5.1 Ansatz zur objektivierten Beurteilung der Risikoverteilung ... 34
4.5.1.1 Erwartungswertes eines Forderungspools ... 35
4.5.1.2 Zuordnungsregel bei partieller Risikoübernahme ... 36
4.5.1.3 Auswirkungen einer partiellen Risikobegrenzung des Originators ... 38
4.5.1.4 Abschließende Betrachtung der risikoorientierten Zuordnungsregel ... 39
4.6 Bilanzierung der Assets im Fall der Bilanzbefreiung ... 40
4.7 Konsolidierung des SPV ... 42

5 Bilanzierung von ABS Finanzierungen nach den US-GAAP ... 43
5.1 Abgrenzung des Regelungsbereichs von SFAS 140 ... 44
5.2 Grundsätzliche Regelungen des SFAS 140 ... 44
5.2.1 Übertragung der Verfügungsmacht ... 45
5.2.1.1 Legal Control ... 45
5.2.1.2 Actual Control ... 45
5.2.1.3 Effective Control ... 46
5.3 Financial Components Approach ... 46
5.3.1 Partielle Ausbuchung der Financial Assets ... 47
5.3.2 Ausbuchung von Verbindlichkeiten ... 47
5.4 Konsolidierung von Special Purpose Entities nach US-GAAP ... 49
5.4.1 Qualifying Special-Purpose-Entities (Q-SPE) ... 49
5.4.2 Konsolidierung von Variable Interest Entities (VIE) ... 51
5.5 Anhangsangaben (Disclosures) ... 54

6 Bilanzierung von ABS-Transaktionen nach den IAS ... 54
6.1 Ausbuchung (Derecognation) ... 55
6.2 Financial Components Approach ... 56
6.2.1 Partielle Ausbuchung der Financial Assets ... 57
6.2.2 Ausbuchung von Financial Assets in Verbindung eines neuen Vermögensgegenstands oder einer neuen Schuld ... 58
6.3 Konsolidierung von Special Purpose Entities nach IAS ... 58

7 Aktuelle Entwicklungen von ABS-Transaktionen in Deutschland ... 62
7.1 Vorschlag des Deutschen Standardisierungsrat (E-DSR 16) ... 62
7.2 Perspektiven von ABS Finanzierungen auf dem deutschen Finanzmarkt ... 63
7.2.1 "Kleinunternehmerfördergesetz" ... 64
7.2.2 "True-Sale Initative" - Senkung der Transaktionskosten ... 64

8 Zusammenfassende Schlussbetrachtung ... 66

Anlagenverzeichnis ... 68

Literatur und Quellenverzeichnis ... 80

 

1 Einleitung


“Although little has been written about what is perhaps on of the most important innovations to emerge in financial markets since 1938’s, Securitisation has revolutionized the way that the borrowing needs of consumers and businesses are met. Today, for example, over two thirds of all home loans are beeing securitized, along with substantial percentages of auto loans and credit card receivable, and the process continues to expand into new fields.”1

Seit Beginn der achtziger Jahre ist auf den internationalen Finanzmärkten eine Tendenz zur Begebung eigener Wertpapiere „Securitisation“2 zu verzeichnen, was eine Substitution der
klassischen Buchkreditfinanzierung nach sich zieht.

Der Begriff “Securitisation“ definiert eine neue Finanzierungstechnik, die vor allem in den USA, aber auch zunehmend in Europa große Bedeutung erlangt hat. Die Verlagerung der Unternehmensfinanzierung zugunsten der Geld- und Kapitalmärkte hat folgende Ursachen. Einerseits kam es aufgrund der internationalen Verschuldungskrise zu einer Finanzknappheit und somit zu einem stärkeren Wettbewerb um gute Schuldner. Andererseits erleichterten die zunehmende Deregulierung und Liberalisierung der internationalen Finanzmärkte sowie der technische Fortschritt bezüglich der Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten die Inanspruchnahme der Geld- und Kapitalmärkte.

Im Rahmen der Securitisation werden zwei Strömungen unterschieden: Zum einen findet die Substitution der Kreditfinanzierung durch die Wertpapierfinanzierung mittels eigener     emittierter Schuldverschreibungen statt. Zum anderen werden bereits bestehende Finanzaktiva als Wertpapiere verbrieft. Dazu werden überwiegend Forderungen zu Pools gebündelt und auf ein eigens dafür gegründetes Finanzierungsvehikel (SPV) übertragen. Dieses Finanzierungsvehikel refinanziert sich wiederum durch die Ausgabe von Effekten an überwiegend institutionelle Investoren, die durch genau spezifizierte Vermögensgegenstände (Asset Backed Securities) gedeckt werden.3

1.1 Ziel der Arbeit
Um die ABS-Transaktion ökonomisch vorteilhaft zu gestalten, ist es notwendig, die Finanzaktiva bilanzbefreiend auf das Finanzierungsvehikel zu übertragen. Somit müssen die auf dem US- amerikanischen Rechtssystem basierenden Strukturen einer Asset Securitisation auf die deutsche bzw. europäische Rechtssprechung transferiert werden.

Während in der internationalen Bilanzierungspraxis die Bilanzierung von Zweckgesellschaften im Bereich des Einzelabschlusses sowie im Konzernabschluss sehr detailliert geregelt ist, sieht das HGB keine expliziten Regelungen für diese Problematik vor. Daher ist das zentrale Ziel dieser Arbeit, die Konstruktionsmerkmale einer ABS-Transaktion eingehend zu analysieren und anhand der gewonnenen Erkenntnisse einen konkreten Bilanzierungsansatz abzuleiten, der mit der deutschen Rechtssprechung vereinbar ist. Darüber hinaus werden die internationalen Bilanzierungsstandards dargestellt, so dass die Arbeit eine umfassende Betrachtung der Asset Backed Securitisation liefert. Die Arbeit soll somit einen Einblick in alle finanzwirtschaftlich und bilanzrechtlich relevanten Aspekte dieser Finanzierungsmethode.

1.2 Gang der Untersuchung
Im zweiten Kapitel dieser Arbeit werden die Konstruktionsmerkmale einer ABS-Transaktion beschrieben und analysiert, wobei überwiegend die Grundlagen der US-amerikanischen Finanzierungspraxis berücksichtigt werden. Die Analyse der Vor- und Nachteile einer Finanzierung mittels Asset Backed Securities gegenüber Kreditfinanzierungen erfolgt im dritten Kapitel, wobei der Schwerpunkt auf einer Diskussion der ökonomischen Vorteile liegt. Im vierten und gleichzeitig zentralen Teil dieser Arbeit wird versucht, aus dem allgemeinen Regelwerk des deutschen Handelsrechts einen konkreten Bilanzierungsstandard für ABSTransaktionen abzuleiten. Darauf folgt im fünften und sechsten Kapitel eine detaillierte Betrachtung der US-amerikanischen Bilanzierungsstandards (US-GAAP) sowie der „International Accounting Standards“ (IAS). Die Arbeit schließt im siebten und achten Kapitel mit einer Analyse der Entwicklungen und Marktchancen von ABS-Transaktion auf dem deutschen Kapitalmarkt sowie einer Schlussbetrachtung der zentralen Hauptgedanken dieser Arbeit.

2 Konstruktionselemente einer Asset Backed Securitisation


“Asset Securitisation is an innovative funding technique based on the left hand side of the balance sheet. By means of isolating an asset pool from the originator, investors rely primarily on the creditworthiness and predictability of pool’s cash flows and enhancement facilities rather than on the originator’s own financial strengh.”4

Die Asset Securitisation, die sogenannte Verbriefung von Vermögensgegenständen, stellt eine Weiterentwicklung der klassischen Verbriefung dar, welche eine Substitution von Kreditfinanzierungen durch Wertpapierfinanzierungen beinhaltet. Während bei der klassischen Securitisation ein Unternehmen direkt Wertpapiere auf dem Kapitalmarkt emittiert, die dem Käufer des Wertpapiers einen direkten Anspruch gegenüber dem Unternehmen verbriefen, werden bei einer Asset Securitisation Forderungen des Unternehmens an eine eigens für diesen Zweck gegründete Gesellschaft (special purpose Entity/Vehikel) verkauft, welche sich wiederum durch die Ausgabe von Wertpapieren (Asset Backed Securities) am Kapitalmarkt refinanziert.

[...]


1 Kendall,L./Fishman, M. (1996); Bookcover

2 Vgl. Ohl, H.P. (1994), S.1 Ein eindeutiger deutscher Begriff hat sich in der Literatur noch nicht herausgebildet. Es sind i.d.R. die Begriffe Forderungsverbriefung oder Vermögensverbriefung anzutreffen

3 Vgl. Willburger, A. (1997), S.1

4 Vgl. Bär, H.P. (1998), S.85


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