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Eros und Thanatos - Psychoanalytische Untersuchung zu einer Objektbeziehung der Triebe

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 1999, 26 Pages
Author: Magister Artium Harald Marburger
Subject: Romance Languages - Spanish Studies

Details

Event: Hauptseminar Spanisches Theater des 16. und 17.Jahrhunderts : Ehre-Ehebruch-Rache Begehren-Sexualität
Institution/College: University of Leipzig (Institut für Hispanistik)
Tags: Rache, Psychologische Mechanismen
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 1999
Pages: 26
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 9  Entries
Language: German
Archive No.: V1813
ISBN (E-book): 978-3-638-11114-0
ISBN (Book): 978-3-638-63745-9
File size: 386 KB
Notes :
Psychoanlytische Wirkunsgmechanismen in Rache und Ehrendramen.


Abstract

Die spanischen Ehrendramen des 17. Jahrhunderts wurden im Verlauf des Seminars unter einer Reihe von verschiedenen Gesichtspunkten untersucht. Einer davon ist die psychoanalytische Perspektive. Dieser liegt ein Werk von Zagermann zugrunde, das auf den Triebtheorien des Struktur –Modells von Freud basiert. Sowohl Freud als auch Zagermann betrachteten die Entstehung des psychischen Apparates unter klinisch –pathologischen Gesichtspunkten. Sexualität in der Psychologie des 19. Jahrhunderts war untrennbar verknüpft mit dem Gedanken an Krankheit. Ganz anders Foucault, der die Sexualität als diskursives System unter einer positiv – neutralen, ja notwendigen Warte aus betrachtet, eng verbunden mit dem Dispositiv der Macht. Der Ehrbegriff in den Ehrendramen des 17. Jahrhunderts ist oft verknüpft mit archaischen Termen wie „ Sich mit Blut reinwaschen “, „Blutrache “. Die Liebe wird als elementare Kraft dargestellt, “als schicksalhafte Leidenschaft, die keine Gesetzte respektiert und nicht unter Kontrolle gebracht werden kann.“ (Müller: 67) Bestimmten Strategien zur Bewältigung von Ehrenproblemen (Ausschluß der Öffentlichkeit/List) und vor allem der gewalttätige Umgang mit den Frauen allgemein, legen zumindest den Verdacht nahe, dass dahinter Motive (Verdrängung/Sublimation/Projektion) stehen, die psychischen Ursprungs und älter als die bloße Ehrenproblematik sind . Ein weiteres Indiz für diese Art der Interpretation ist die große Bedeutung, die der „Jungfräulichkeit“, der „Unberührtheit“ und „Reinheit“ der Frau zugeschrieben wird. Im ersten Teil werden wir die Grundlagen der Freudschen Komponentenstruktur und die Wirkungsmechanismen des psychischen Apparates darstellen. Im zweiten Teil gehen wir auf den Ödipus –Komplex und das Zagermannsche Konzept von Eros und Thanatos ein. Im dritten Teil werden wir versuchen, den Bogen zu schlagen und Verbindungen in den Ehrendramen suchen, die auf spezifische psychische Wirkungsmechanismen hinweisen oder denen solche zugrunde liegen könnten.


Excerpt (computer-generated)

Universität Leipzig
Institut für Romanistik

EROS und THANATOS

Psychoanalytische Untersuchung 
zu einer Objektbeziehung der Triebe

Teil I.

Seminararbeit für Hauptseminar: ,,Spanisches Theater des 16./17. Jahrhunderts:
Ehre - Ehebruch - Rache- Begehren und Sexualität

WS 1998/99

Hausarbeit vorgelegt von: 

Harald J. Marburger

HF: Kommunikations, - und Medienwissenschaft
1. NF: Hispanistik
2. NF: Psychologie

 

,, [...] ein großes Stück der mythologischen Weltauffassung , die
weit bis in die modernsten Religionen hinreicht , ist nichts anders
als in die Aussenwelt projezierte Psychologie."

(Freud 1901 : 21)

Wenn der Mann funktioniert durch die Kastrationsdrohung, wenn die Männlichkeit in der Kultur als etwas von der Kastration bedrohtes vorkommt, dann kann man sagen, dass der Schlag... der Widerhall dieser Kastrationsdrohung bei der Frau seinen Aufschub erfährt als Enthauptung, als Hinrichtung der Frau, als Verlust des Kopfes.

(Cixous 1977:18)

 

INHALT:  

1. Einleitung 4

2. Das Verhältnis von ICH, ÜBER -ICH und ES nach Freud und seine Funktionen im psychischen Apparat 5
2.1 Grundsätzliches 5
2.2 Der Trieb 5
2.2 Modelle des Handelns und des Denkens 6
2.3 Das ÜBER - ICH 7
2.4 Das ES 8
2.5 Das ICH 8
2.6 Verdrängungsmechanismen und Ängste 8

3. EROS und THANATOS - Der psychische Prozess nach Zagermann 11
3.1 Subjekt - Objekt - Trennung des Bewusstseins 11
3.2 Der Ödipus -Komplex 11
3.3 Das Vater - Imago und seine Funktion 13
3.4 Die ,,Position außerhalb" 14

4. Versuch einer Übertragung der Trieblehre auf spezielle spanische Ehrendramen 16
4.1 Warum die Ehre so bedeutsam war 16
4.2 Ehre und Ehrendramen 17
4.3 Die Frauenrolle im Drama - Substitut des ödipalen Triebphantasmas ? 19
4.4 Die Blutrache 21
4.5 Ehre als Verdrängungsmechanismus 21
4.6 Schweigen und List als Folge eines Instanzen - Konflikts 21

5. Abschließende Betrachtung 23

6. Literaturverzeichnis 25

 

 

1. Einleitung

Die spanischen Ehrendramen des 17. Jahrhunderts wurden im Verlauf des Seminars unter einer Reihe von verschiedenen Gesichtspunkten untersucht.
Einer davon ist die psychoanalytische Perspektive.

Dieser liegt ein Werk von Zagermann zugrunde, das auf den Triebtheorien des Struktur -Modells von Freud basiert. Sowohl Freud als auch Zagermann betrachteten die Entstehung des psychischen Apparates unter klinisch -pathologischen Gesichtspunkten. Sexualität in der Psychologie des 19. Jahrhunderts war untrennbar verknüpft mit dem Gedanken an Krankheit. Ganz anders Foucault, der die Sexualität als diskursives System unter einer positiv - neutralen, ja notwendigen Warte aus betrachtet, eng verbunden mit dem Dispositiv der Macht.

Der Ehrbegriff in den Ehrendramen des 17.Jahrhunderts ist oft verknüpft mit archaischen Termen wie ,, Sich mit Blut reinwaschen ", ,,Blutrache ". Die Liebe wird als elementare Kraft dargestellt, "als schicksalhafte Leidenschaft, die keine Gesetzte respektiert und nicht unter Kontrolle gebracht werden kann." (Müller: 67)
Bestimmten Strategien zur Bewältigung von Ehrenproblemen (Ausschluß der Öffentlichkeit/List) und vor allem der gewalttätige Umgang mit den Frauen allgemein, legen zumindest den Verdacht nahe, dass dahinter Motive (Verdrängung/Sublimation/Projektion) stehen, die psychischen Ursprungs und älter als die bloße Ehrenproblematik sind . Ein weiteres Indiz für diese Art der Interpretation ist die große Bedeutung, die der ,,Jungfräulichkeit", der ,,Unberührtheit" und ,,Reinheit" der Frau zugeschrieben wird.

Im ersten Teil werden wir die Grundlagen der Freudschen Komponentenstruktur und die Wirkungsmechanismen des psychischen Apparates darstellen. Im zweiten Teil gehen wir auf den Ödipus -Komplex und das Zagermannsche Konzept von Eros und Thanatos ein.

Im dritten Teil werden wir versuchen, den Bogen zu schlagen und Verbindungen in den Ehrendramen suchen, die auf spezifische psychische Wirkungsmechanismen hinweisen oder denen solche zugrunde liegen könnten.

2. Das Verhältnis von ICH, ÜBER –ICH und ES nach Freud und seine Funktionen im psychischen Apparat

2.1 Grundsätzliches

Freud sieht in seinen Überlegungen zum Struktur –Modell den psychischen Apparat als ein dynamisches, konzeptionelles und energetisches Instanzensystem an, in dem das ICH, das ÜBER –ICH und das ES mit sich selbst und der Außenwelt interagieren zum Zweck der intrapsychischen Persönlichkeitsorganisation.

Der psychische Apparat hat folgende Aufgaben:

1. Sicherung des Überlebens
2. Bewahrung des inneren Gleichgewichts (ausgeglichene Lust / Unlust – Bilanz)
3. Bewältigung von Traumas
4. Regulation von Lebensaufgaben
5. Bewahrung und Schutz der psychischen Identität und Individualität

Man kann sich den psychischen Apparat als ein offenes, energetisches System vorstellen. Der Ur-Zustand, der immer wieder angestrebt wird, ist ein homöostatischer Gleichgewichtszustand. Dieser Zustand, dessen reinste Form wir noch im Mutterleib erfahren, wird durch Reize aus der Umwelt gestört. Aufgrund dieser Reize wird im psychischen Apparat ein unlustartiger Erregungszustand ausgelöst, der ausgeglichen werden muß. Diese energetische Ladung ist definiert als Bedürfnis. Aus diesem Bedürfnis entsteht der Trieb. Die Quelle des Triebes ist der psychische oder physische Reiz. (Spannungszustand).

Das Ziel des Triebes ist die Aufhebung des an der Triebquelle vorherrschenden Spannungszustandes

[...]


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