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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 25 Pages
Author: Christian Rollinger
Subject: History - Early and Ancient History
Details
Institution/College: University of Trier (Fachbereich III Geschichte)
Tags: Inter, Arma, Silent, Leges, Sonderkommanden, Cnaeus, Pompeius, Magnus, Cicero, Krise, Römischen, Republik
Year: 2003
Pages: 25
Grade: 1 - Sehr Gut
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-24278-3
File size: 230 KB
Eine Untersuchung der beiden Sonderkommanden des Pompeius im Krieg gegen die Piraten und im Dritten Mithridatischen Krieg.
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Excerpt (computer-generated)
Inter arma silent leges
Über die großen Sonderkommanden
des Cnaeus Pompeius Magnus
Christian Rollinger
Inhalt
1. Einleitung 3
2. Zur Vorgeschichte: Die Ereignisse bis 83 v. Chr 5
3. Das imperium des Pompeius im Seeräuberkrieg 8
3.1. Die kilikischen Seeräuber 10
3.2. Die lex Gabinia 12
4. Das imperium des Pompeius im Dritten Mithridatischen Krieg 16
4.1. Der Konflikt mit Mithridates VI. Eupator 17
4.2. Die lex Manilia 20
5. Schlußbetrachtung 22
6. Bibliographie 25
1. Einleitung
Cnaeus Pompeius Magnus war und ist eine umstrittene Gestalt. Aus dem Dunkel des sullanischen Bürgerkrieges stieg dieses “aufgehende Gestirn” 1 empor, überflügelte den Diktator Sulla und stieg auf zu höchsten Ehren, bis einem kometenhaften Aufstieg ein ebenso plötzlicher Fall folgte. Theodor Mommsen sah in ihm einen guten Offizier, “übrigens aber von mittelmäßigen Gaben des Geistes und des Herzens, […] ein Beispiel falscher Größe[…], wie es die Geschichte kein zweites kennt”2, und dieser Einschätzung sind viele gefolgt.
Schon die Zeitgenossen Pompeius’ übten schwere Kritik an ihm: die drei wichtigsten Zeitzeugen, deren Werke auf uns gekommen sind – Caesar, Cicero und Sallust – waren allesamt keine Bewunderer Pompeius. Cicero blieb auf Distanz zu ihm, buhlte zuweilen um seine Unterstützung, versuchte gar, ihn auf die Seite der boni zu ziehen, doch behielt er stets einige Vorbehalte. Daß das Urteil Caesars nicht positiver ausfiel wundert nicht weiter, und Sallust, der im Bürgerkrieg auf Seiten Caesars kämpfte, wird ebenso von der Gegnerschaft des Pompeius beeinflußt worden sein. Trotz der vielfältigen zeitgenössischen Literatur – über keine Periode der Antike sind wir besser informiert, als über die letzten Jahrzehnte der Republik – ist das Bild, das uns durch sie vermittelt wird, einseitig: sie ist vor allem von Cicero geprägt. Umso wichtiger sind daher die Werke späterer Autoren, die sich nicht ausschließlich auf Caesar, Cicero oder Sallust berufen, und uns so einen Einblick in andere, verlorene Quellen verschaffen. Am interessantesten sind dabei sicherlich die Biographien Plutarchs und die noch erhaltenen, im Jahr 68 vor Christus einsetzenden Bücher der “Römischen Geschichte” von Cassius Dio. Auch Velleius Paterculus ist von einiger Bedeutung: in seiner “Historia romana” behandelt er unter anderem die Jahre 83 bis 44. Auch die “Annales” des Publius Cornelius Tacitus sind, bei der Frage nach der Natur des pompeianischen imperiums , von Bedeutung.
Die meisten uns erhaltenen Urteile über Pompeius sind negativ ausgefallen; besonderen Anstoß erregte – auch damals schon – seine außergewöhnliche Karriere. Sie war eine Ansammlung von verfassungsrechtlichen Abnormitäten. Seine frühen Kommanden, an sich schon ungewöhnlich genug, verblassen allerdings in Anbetracht der beiden außerordentlichen Imperien, die ihm verliehen wurden. Pompeius, der einst mit knapp 23 Jahren von Sulla als imperator begrüßt wurde, erhielt durch diese beiden Gesetze Vollmachten und eine Verfügungsgewalt, die der Macht Sullas nach der Schlacht am Collinischen Tor entsprachen – und das alles auf mehr oder minder legalem Weg. Einer der besten Feldherren seiner Zeit erhielt de facto die Herrschaft über weite Teile des römischen Einflußbereiches übertragen. Das ihm verliehene imperium maius wies Pompeius, der ein Leben lang auf den Grenzpfaden der Verfassung geschlichen war, endgültig eine Stellung als Außenseiter zu, die es ihm schließlich über lange Zeit hin praktisch unmöglich machen sollte, sich selbst in den Dienst der res publica zu stellen. Denn eigentlich wollte er nicht mehr sein, als princeps civitatis, Erster Bürger, maßgebender Politiker und erster Feldherr des Reiches. Da aber die vorherige Heeresreform des Marius eine Militarisierung des römischen Klientelwesens mit sich brachte, stellte der erfolgreiche Feldherr und Triumphator eine latente Bedrohung des Staates dar. Mit seinen ihm ergebenen Armeen konnte er jederzeit, wie Sulla, auf Rom marschieren – wenn er dies denn wollte. Daß er es nicht tat, lag an seiner Persönlichkeit und an seinen Zielen. Er sah keine Schwierigkeiten dabei, seine eigene besondere Stellung mit dem Prinzip der Senatsherrschaft zu verbinden; zwei Dinge, die sich aber als gänzlich unvereinbar erwiesen.
Wie genau sich diese Ausnahmestellung des Pompeius manifestierte, wie sie zustande kam und warum sie im Ende nicht nur zu seinem persönlichen Untergang, sondern auch zu dem der ‘Republik’ beitragen mußte: dies soll ihm Folgenden deutlich werden.
2. Zur Vorgeschichte: Die Ereignisse bis 83 vor Christus
[...]
1 Plutarch, Vies Parallèles II, Pompée, 14, 4.
2 Theodor Mommsen, Römische Geschichte, Bd. 3, s. 436.
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