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Intermediate Examination Paper, 2003, 22 Pages
Author: Tim Kirchner
Subject: Sociology - Classics, Basics and Theoretical Directions
Details
Tags: Theorie, Pierre, Bourdieus, Beispiel, Analysen, Elend, Welt
Year: 2003
Pages: 22
Grade: 1,7
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-28126-3
File size: 184 KB
Die Arbeit verdeutlicht gelungen alle Grundbegriffe der bourdieuschen Konzeption und setzt diese mit seinem Klassiker "Das Elend der Welt" in Verbindung
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Excerpt (computer-generated)
Universität Essen
Die soziologische Theorie Pierre Bourdieus
am Beispiel seiner Analysen zum "Elend der Welt"
Tim Kirchner
02.09.2003
Inhaltsverzeichnis
I. 1 Einleitung Seite 2
I. 2 Grundproblem Seiten 3-4
II. 1 Der Habitus Seiten 4-6
II. 2 Feldtheorie Seite 6
II. 3 Kapital Seiten 7-9
II. 4 Sozialer Raum und Klassen Seiten 9-11
III. 1 Das Elend der Welt Seiten 11-12
III. 2 Position und Perspektive. Narzissenweg Seiten 12-14
III. 3 Die Abdankung des Staates. Drahtseilakt und double-bind-Effekt Seiten 14-16
III. 4 Abstieg und Niedergang. Am seidenen Faden Seiten 16-17
III. 5 Die intern Ausgegrenzten. Glückliche Tage Seiten 17-19
III. 6 Widersprüche des Erbes. Widersprüche des Erbes Seiten 19-20
IV. Schluss Seiten 20-21
V. Bibliographie Seite 22
I. 1 Einleitung
Ich habe mich in meiner Hausarbeit mit dem sozialen Konzept Pierre Bourdieus auseinandergesetzt und dieses anhand einiger seiner Analysen zum Elend der Welt erörtert.
Pierre Bourdieu sieht sowohl sich als auch die gesamte Sozialwissenschaft folgendem Problem ausgesetzt:
„Von allen Gegensätzen, die die Sozialwissenschaften künstlich spalten, ist der grundlegendste und verderblichste der zwischen Subjektivismus und Objektivismus.“1
Im ersten Teil meiner Arbeit habe ich dieses Problem kurz dargestellt und im Folgenden die theoretischen Instrumentarien Bourdieus, die er zur Lösung dieses Problem anführt, näher erläutert.
Im zweiten Teil meiner Arbeit habe ich kurz den Aufbau und die Zielsetzung des Werks „Das Elend der Welt“ von Bourdieu erläutert.2
Im Folgenden habe ich die theoretischen Instrumentarien Bourdieus in Verbindung mit einigen Analysen aus seinem Werk betrachtet und in einem weiteren Schritt erörtert.
I. 2 Grundproblem
Die Grundlage der normalen Erfahrung der sozialen Welt ist die praktische Erkenntnisweise. Sowohl die subjektivistische als auch die objektivistische Erkenntnisweise stehen der zuvor genannten praktischen und der theoretischen, wissenschaftlichen Erkenntnisweise gegenüber.
Das Ziel Pierre Bourdieus besteht darin, den Dualismus von Subjektivismus und Objektivismus zu überwinden und ihre komplementär einseitigen Eigenschaften systematisch zusammenzuführen.
Die Notwendigkeit zur Überschreitung des Dualismus sieht Bourdieu in den Einseitigkeiten der wissenschaftlichen Erkenntnisweisen.
Innerhalb der subjektivistischen (phänomenologischen) Erkenntnisweise wird die Welt als natürlich und selbstverständlich hingenommen.
So kann diese Erkenntnisweise „[...] nicht über eine Beschreibung dessen hinweggelangen, was das >erlebte< Erfahren der Sozialwelt als solches charakterisiert, d.h. nicht über eine Auffassung dieser Welt als einer evidenten oder fraglos gegebenen“3. Das bedeutet, „[...] daß diese Erkenntnisweise die Frage nach den Bedingungen der Möglichkeit solcher Erfahrungen ausschließt [...]“4, es werden also die „[...] Bedingungen der für die Primärerfahrung charakteristischen Gewissheit und Selbstverständlichkeit [...]“5 außer Acht gelassen. Wird die Soziologie auf diese Erkenntnisweise beschränkt, wird vergessen, dass „[...] die Handelnden nie ganz genau wissen, was sie tun [...]“6 und dementsprechend „[...] hat ihr Tun mehr Sinn, als sie selber wissen“7.Da dieses „Mehr an Sinn“ den Akteuren nicht bewusst, also nicht zugänglich ist, kann es nur von einer objektivierenden Methode erfasst und expliziert werden.
Im Objektivismus sollen objektive Gesetzmäßigkeiten aufgestellt werden, die unabhängig vom individuellen Willen existieren. Die Folge ist eine „[...]schroffe Diskontinuität zwischen der wissenschaftlichen und der praktischen Erkenntnis, indem er [der Objektivismus] die mehr oder weniger expliziten Vorstellungen, mit denen letztere ausgerüstet ist, als >Rationalisierungen<, >vorwissenschaftliche Begriffe< oder >Ideologien< verwirft.“8
Weiterhin unterstellt der Objektivismus der Praxis einen zeitlichen und sachlichen Zusammenhang. Der wissenschaftliche Beobachter hat es immer nur mit abgeschlossenen Vorgängen zu tun, somit kann auch nur ein vollendetes Werk, niemals aber seine Genese analysiert werden.
Aufgrund aller Kritik muss die Sozialwissenschaft „[...] nicht nur wie der Objektivismus mit der eingeborenen Erfahrung und der eingeborenen Darstellung dieser Erfahrung brechen, sondern außerdem in einem zweiten Bruch mit der Position des >objektiven< Beobachters untrennbar verbundenen Voraussetzungen in Frage stellen.“9
Um dieses Problem zu bewältigen - den Dualismus von Subjektivismus und Objektivismus zu überwinden und diese beiden Erkenntnisweisen gegenseitig zu ergänzen - bietet Bourdieu verschiedene Konzepte und Begriffe an, die ich im Folgenden näher erläutere.
II. 1 Der Habitus
Die Habitustheorie ist eine Theoriekomponente zur Vermittlung zwischen Subjektivismus und Objektivismus auf theoretischer Ebene. Sie beschäftigt sich mit dem Gegenstand, wie soziale Praxis entsteht und auf welche Art und Weise soziale Akteure die gesellschaftliche Praxis wahrnehmen. Einfach übersetzt bedeutet Habitus: Anlage, Gewohnheit, Erscheinungsbild...10
[....]
1 PBSoSi Seite 49
2 Siehe Punkt III. 1 „Das Elend der Welt“
3 PBSoSi Seite 50
4 PBSoSi Seite 50
5 MSPB Seite 46
6 PBSoSi Seite 127
7 PBSoSi Seite 127
8 PBSoSi Seite 51
9 PBSoSi Seite 52
10 MSPB Seite 60
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