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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2004, 12 Pages
Author: Sebastian Goetzke
Subject: Sport - Sport Sociology
Details
Institution/College: University of Dusseldorf "Heinrich Heine" (Sportwissenschaftliches Institut)
Tags: Behindertensport, Leistungssport, Gegensatz, Sinn, Unsinn, Leistungssports, Schule, Gesellschaft
Year: 2004
Pages: 12
Grade: 2,0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-29366-2
ISBN (Book): 978-3-638-76041-6
File size: 139 KB
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Abstract
Wenn von Leistungssport die Rede ist, denkt man zunächst automatisch an hochbezahlte Spitzenfußballer, Handball- und Leichathletikstars, sowie an ausgeklügelte Trainingsmethoden, Medien und auch Unterhaltung. Viele Autoren haben in umfangreichen Analysen versucht, den Begriff der Leistung und des Leistungssports zu definieren. Mit dieser Hausarbeit möchte ich nun nicht einen weiteren Beitrag zu diesen Argumentationen liefern, sondern der Frage nachgehen, ob Leistungssport auch für solche Menschen gilt, die nicht in die standardisierten Schemen der modernen Medienindustrie passen, Menschen mit Behinderungen. Ohne Zweifel werden von Sportlern mit Behinderungen große Leistungen vollbracht. Wo aber ist die Grenze zu ziehen zu den Punkten, die, wie oben angeführt, in der Allgemeinheit das Bild vom Leistungssport prägen. Ist es richtig, beim Behindertensport von einer Randsportart zu sprechen, wie vielleicht Judo oder Kanu? Auch in diesen Sportarten wird Leistung erbracht, Hochleistung, aber eben nur am Rande wahrgenommen. Im dritten Kapitel möchte ich die Frage diskutieren, ob und inwieweit die Medien Einfluss haben auf die Art und Weise, wie Behindertensport aufgefasst wird. Dieser Ausarbeitung zugrunde liegen hauptsächlich Quellen aus den letzten fünf Jahren, ich hoffe damit aktuelle Erkenntnisse aus der Sportwissenschaft einbringen zu können.
Excerpt (computer-generated)
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Hausarbeit im Hauptseminar „Zum Sinn und Unsinn
des Leistungssports in Schule und Gesellschaft“
5.Fachsemester
Behindertensport und Leistungssport. Ein Gegensatz?
von: Sebastian Goetzke
Inhalt
1. Einleitung 3
2. Behinderte und Leistungssport 3
3. Behindertenleistungssport und die Präsentation in den Medien 7
4. Fazit 10
Quellen und verwendete Literatur 11
1. Einleitung
Wenn von Leistungssport die Rede ist, denkt man zunächst automatisch an hochbezahlte Spitzenfußballer, Handball- und Leichathletikstars, sowie an ausgeklügelte Trainingsmethoden, Medien und auch Unterhaltung. Viele Autoren haben in umfangreichen Analysen versucht, den Begriff der Leistung und des Leistungssports zu definieren.
Mit dieser Hausarbeit möchte ich nun nicht einen weiteren Beitrag zu diesen Argumentationen liefern, sondern der Frage nachgehen, ob Leistungssport auch für solche Menschen gilt, die nicht in die standardisierten Schemen der modernen Medienindustrie passen, Menschen mit Behinderungen. Ohne Zweifel werden von Sportlern mit Behinderungen große Leistungen vollbracht. Wo aber ist die Grenze zu ziehen zu den Punkten, die, wie oben angeführt, in der Allgemeinheit das Bild vom Leistungssport prägen. Ist es richtig, beim Behindertensport von einer Randsportart zu sprechen, wie vielleicht Judo oder Kanu? Auch in diesen Sportarten wird Leistung erbracht, Hochleistung, aber eben nur am Rande wahrgenommen. Im dritten Kapitel möchte ich die Frage diskutieren, ob und inwieweit die Medien Einfluss haben auf die Art und Weise, wie Behindertensport aufgefasst wird. Dieser Ausarbeitung zugrunde liegen hauptsächlich Quellen aus den letzten fünf Jahren, ich hoffe damit aktuelle Erkenntnisse aus der Sportwissenschaft einbringen zu können.
2. Behinderte und Leistungssport
Ist Behindertensport auch Leistungssport? Die Antwort auf diese Frage kann nur ein klares „Ja“ sein. Rollstuhlfahrer nehmen heutzutage wie selbstverständlich an Marathon-Läufen gemeinsam mit Nichtbehinderten teil, Beinamputierte sprinten die 100 Meter bald unter 12 Sekunden und trainieren gemeinsam mit nicht beeinträchtigten Sportlern an Olympiastützpunkten nach modernen trainingswissenschaftlichen Erkenntnissen. Der Deutsche Behindertensportverband definiert den Leistungssport Behinderter 1997 wie folgt:
„Der Leistungssport im weiteren Sinne ist dabei jedes Sporttreiben, das einen Leistungsvollzug beinhaltet. Das entscheidende Kriterium für den Leistungssport im weiteren Sinne ist das an persönlichen und relativen Grenzen orientierte Anspruchsniveau der Leistungssport treibenden Menschen. Im engeren Sinne wird Leistungssport Behinderter dann zum Spitzen- bzw. Hochleistungssport, wenn ein Höchstmaß an persönlichem Einsatz notwendig ist, um den vorgegebenen absoluten Normen des Rekords möglich nahe zu kommen bzw. neue derartige Normen zu setzen.“ 1 Mit dieser Definition orientiert sich der DBS sehr eng an den Definitionen des Deutschen Sportbundes und der Sportwissenschaft. Die allgemeinen Definitionen von Leistungssport Behinderter und Nichtbehinderter gleichen sich also in den veröffentlichten Schriften. Unterschiede finden sich jedoch in anderen Quellen: So sind die Grenzen zwischen Leistungssport und Breitensport im Behindertensport fließend. „Wenn nämlich Leistung unter dem normativen Aspekt gesehen wird, eine Aufgabe bestmöglich und erfolgreich zu bewältigen, stellt die aktive sportliche Betätigung des Behinderten bereits in sich die Bewältigung einer solchen Aufgabe dar: nämlich die Beeinträchtigung körperlicher Funktionen seelisch und geistig zu verarbeiten.“2
Weiter heißt es:
Was allerdings im allgemeinen unter Leistungssport verstanden wird, ist auf den Behindertensport nicht so ohne weiteres übertragbar. Was im herkömmlichen Sinne als Freizeitsport gilt, kann für besonders schwere Behinderungen bereits Leistungssport sein. Die Leistung im Behindertensport muss also sehr viel differenzierter als im allgemeinen Sport gesehen und immer in Relation zum Schaden verstanden werden.“3
[...]
1 Quade, Karl. „Nachwuchsförderung – Wie kommen Behinderte zum Leistungssport?“ in Scheid, Volker u.a. [Hrsg.]. „Behindertensport – Wege zur Leistung“, Aachen 2000. S.24
2 ebd. S.20
3 ebd. S.26
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