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Other, 1993, 76 Pages
Author: Cornelia Michalke
Subject: Nursing Science
Details
Tags: Begriff, Pflege, Altenhilfe
Year: 1993
Pages: 76
Grade: Sehr gut
Bibliography: ~ 43 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-32254-6
File size: 227 KB
Abschlussarbeit im Weiterbildungsstudiengang Psychologische und soziale Alternswissenschaft
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Excerpt (computer-generated)
Universität Osnabrück/Abteilung Vechta
Fachbereich 11: Erziehungswissenschaft, Psychologie, Sport
Weiterbildungsstudiengang
Psychologische und soziale Alternswissenschaft
Der Begriff "aktivierende Pflege" in der ambulanten und stationären Altenhilfe
Abschlußarbeit
eingereicht von
Cornelia Michalke
Hildesheim, den 7.1.1993
Inhaltsverzeichnis
Vorwort ... 2
Einleitung ... 5
1. Aussagen ausgewählter Autoren zur aktivierenden Pflege ... 8
1.1. Arntzen ... 8
1.2. Bergener ... 8
1.3. Böhm ... 9
1.4. Büker ... 10
1.5. Dietze & Schwarze ... 11
1.6. Füsgen & Summa ... 12
1.7. Juchli ... 13
1.8. Lehr ... 13
1.9. Matthes ... 14
1.10. Sieber & Weh ... 15
2. Erster Vergleich der Aussagen und Kommentar ... 15
2.1. Ziele aktivierender Pflege ... 16
2.2. Rehabilitation und aktivierende Pflege ... 18
2.3. Pflegeverständnis und aktivierende Pflege ... 19
2.4. Pflegemethode oder Pflegemodell? ... 20
2.5. Beschreibung aktivierender Maßnahmen ... 21
2.6. Zusammenfassung und Stellungnahme ... 22
3. Begriffliche Erklärungen und ihre Beziehung zur aktivierenden Pflege ... 25
3.1. Definitionen "Pflege" ... 25
3.2. Definitionen "Aktiv..." ... 28
3.3. Pflegeverständnis ... 30
3.4. Prozeßorientierte Pflegeplanung ... 32
3.5. Zusammenfassung ... 36
4. Systematisierung und Definition als Voraussetzung für die Zuordnung der aktivierenden Pflege ... 37
4.1. Aktivierende Pflege als Begriff ... 37
4.2. Aktivierende Pflege als Definition ... 40
4.2.1. Analyse ausgewählter Definitionen ... 43
4.2.2. Zusammenfassung und Kommentar ... 46
4.2.3. Definitionsvorschlag ... 46
4.3. Aktivierende Pflege innerhalb eines Pflegekonzeptes ... 47
4.4. Aktivierende Pflege und Pflegetheorie ... 50
4.4.1. Die Theorie am Beispiel ganzheitlich-rehabilitierender Prozeßpflege ... 51
4.5. Aktivierende Pflege innerhalb eines Pflegemodells ... 54
4.5.1. Virginia Henderson: Grundregeln der Krankenpflege ... 55
4.5.2. Nancy Roper, Winifred W. Logan, Alison J. Tierney: Die Elemente der Krankenpflege ... 57
4.6. Aktivierende Pflege als Pflegemethode ... 59
5. Zur Situation der Pflegefachkräfte in der ambulanten und stationären Altenhilfe ... 62
5.1. Aus-, Fort- und Weiterbildung ... 63
5.2. Institutionelle Rahmenbedingungen ... 63
5.2.1. Ambulante Altenhilfe ... 63
5.2.2. Stationäre Altenhilfe ... 65
6. Zusammenfassung und Ergebnisse ... 68
7. Schlußfolgerungen ... 71
Literaturverzeichnis ... 73
Vorwort
Der Arbeit liegt ein für die Alten- und Krankenpflege gemeinsames Berufsbild zugrunde:
- "Pflege ist als eigenständiger Beruf und selbständiger Teil des Gesundheitsdienstes für die Feststellung der Pflegebedürftigkeit, die Planung, Ausführung und Bewertung der Pflege zuständig.
- Pflege als Beruf ist Lebenshilfe und für die Gesellschaft notwendige Dienstleistung. Sie befaßt sich mit gesunden und kranken Menschen aller Altersguppen.
- Pflege als Beruf leistet Hilfe zur Erhaltung, Anpassung und Wiederherstellung der physischen, psychischen und sozialen Funktionen und Aktivitäten des Lebens.
- Pflege als Beruf ist eine abgrenzbare Disziplin von Wissen und Können, welches sie von anderen Fachgebieten des Gesundheitswesens unterscheidet.
- Pflege als Beruf definiert, bestimmt mit und verantwortet die eigene Aus-, Fort- und Weiterbildung.
- Pflege als Beruf stützt sich in der Ausübung des Berufes und in der Forschung auf ihre eigene wissenschaftliche Basis und nützt dabei die Erkenntnisse und Methoden der Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaften." (Berufsbild, DBfK, 1992, S. 3).
Ausgehend von den Autoren bin ich dennoch gezwungen, die Begriffe Alten-pflege und Krankenpflege an einigen Stellen getrennt zu benutzen. Ich selbst verwende den Begriff Pflegefachkraft.
Einleitung
Im gesamten Pflegebereich sind Tendenzen zu beobachten, die zu einer Professionalisierung und Eigenständigkeit der Pflege führen sollen. Zusammen mit dem Pflegeprozeß bildeten sich eine Anzahl Begriffe, die leider eher wie Schlagworte benutzt werden. Definitionen sind nicht klar, sie hängen vom Verständnis ihrer Verfasser und/oder Benutzer ab.
Den Begriff "aktivierende Pflege" wählte ich nicht nur aus Interesse, sondern auch aus eigener Betroffenheit.
In den sieben Jahren, die ich in der ambulanten Pflege arbeitete, hat sich sowohl mein Berufsbild als auch mein Pflegeverständnis gewandelt. Eine kurze Etappe lang, während und nach einer Weiterbildungsmaßnahme, konnte ich selbst erleben, was es bedeutet, mit einem "aktivierenden Pflegeverständnis" zu pflegen. So jedenfalls war der Begriff zu verstehen, vermittelte man uns, nicht etwa als eine Maßnahme, Technik oder Methode.
Meine anfängliche Euphorie wurde bald abgelöst von Zweifeln. Nichts gegen aktivierende Maßnahmen - aber als Pflegeverständnis? Nie wäre mir der Gedanke gekommen, z.B. bei einer Sterbebegleitung von aktivierender Pflege zu sprechen. Oder was war mit den alten Menschen, die sich nicht "aktivieren" ließen, die ihre Ruhe haben wollten? Hatte meine Pflege da keine Qualität?
Entspricht die aktivierende Pflege tatsächlich den Bedürfnissen aller alten Menschen? Gibt es nicht auch welche, die sich gerne in Abhängigkeit begeben, weil sie müde sind, keine Kraft mehr haben und trotzdem noch etwas Zuwendung haben wollen? Wer pflegt diese Menschen, wenn alle nur noch aktivierend pflegen wollen?
Ich bin der Meinung, daß ein positiveres Altersbild die Pflege alter Menschen verändert. Ich meine aber, daß dieses nicht Aufgabe eines Begriffes wie "aktivierende Pflege" sein kann.
Das Ziel dieser Arbeit ist es, aufzuzeigen, daß charakterisierende Begriffe wie "aktivierend" die Pflege einschränken. Statt der ständigen Neubildung von schmückenden Begriffen, die zu Leerformeln werden, ist es an der Zeit, nachzusehen, welche Pflegetheorien, Pflegekonzepte, Pflegemodelle es gibt, um daran weiterzuarbeiten. Erst dadurch wird pflegewissenschaftliches Arbeiten möglich.
Folgende Hypothesen liegen meiner Arbeit zugrunde:
- Der Begriff "aktivierende Pflege" soll in erster Linie die Pflegequalität verbessern.
- Aktivierende Pflege ist entweder ein Grundelement der Pflege oder in die Rehabilitation einzuordnen.
- Durch die Forderung einiger Verfasser und die Möglichkeit, aktivierende Pflege in das Pflegeverständnis zu integrieren, birgt der Begriff die Gefahr in sich, Pflege ausschließlich als aktivierende Methode zu sehen. Der eigenschaftsbestimmende Begriff "aktivierend" wirkt sich einschränkend auf die Gesamtziele und -aufgaben der Pflege aus.
- Die Definitionen aktivierender Pflege sind unklar und wenig aussagekräftig. Sie sind dadurch mißverständlich. Die Autoren beziehen sich nicht auf historisch gewachsene Elemente und Definitionen der Pflege. Pflegewissenschaftliche Erkenntnisse wurden nicht integriert.
- Die noch immer sehr auf körperliche Grundbedürfnisse ausgerichtete Versorgung alter Menschen wird durch den Begriff "aktivierend" nicht gewandelt werden können, weil die Pflegefachkräfte durch die Anwendung aktivierender Pflege nicht automatisch eine ganzheitliche Sichtweise bekommen.
- Mit aktivierender Pflege soll das Problem "Altern" gelöst werden, ohne die gesellschaftlichen und institutionellen Rahmenbedingungen zu berücksichtigen. Es fehlt die Einschätzung, warum bisher die Ziele der Pflege noch nicht umgesetzt wurden.
Die Arbeit dient in erster Linie der Beschreibung des Ist-Zustandes. Die Auseinandersetzung mit dem Begriff "Aktivierende Pflege" machte eine Reihe weiterer Begriffserklärungen notwendig, mit denen ich zunächst nicht gerechnet hatte. Von daher mußten Kapitel, wie z.B. Alternstheorien, Motivations- und Aktivitätstheorien und das Gebiet der umfassenden Rehabilitation weichen, wenn auch eine Auseinandersetzung mit diesen Themenkomplexen stattgefunden hat. Ich fand es sehr schwierig, den Begriff "aktivierende Pflege" einzuordnen. Der positive Gedanke dieser Pflege auf der einen Seite, der auf mich negativ wirkende Begriff "aktivierend" auf der anderen Seite, verwirrte mich im Laufe der Arbeit immer wieder.
Im ersten Kapitel stelle ich die aktivierende Pflege vor, ein Vergleich anhand von Kriterien folgt im zweiten Kapitel. Kapitel drei und vier dienen der Begriffsklärung und der Beziehung zur aktivierenden Pflege. Damit gelingt letztlich auch die Einordnung des Begriffes "aktivierende Pflege" in das komplexe Gebiet der Pflege. Da ich im Laufe der Arbeit immer wieder auch die Situation der Pflegefachkräfte erwähne, schließe ich die Arbeit mit meinen Gedanken zu diesem Thema ab.
Ich hoffe, daß durch die Arbeit nicht der Eindruck entsteht, ich wende mich gegen Aktivität und Rehabilitation. Meine Kritik gilt lediglich dem Begriff "Aktivierende Pflege" in der ambulanten und stationären Altenhilfe, wenn er als einzige "optimale Pflege" in das Pflegeverständnis der Pflegefachkräfte eingeht.
1. Aussagen ausgewählter Autoren zur aktivierenden Pflege
Aktivierende Pflege wird bei verschiedenen Autoren beschrieben und auch definiert. Um einen Überblick zu bekommen, um die Inhalte der aktivierenden Pflege vergleichen zu können, und um das weitere Vorgehen festzulegen, ist eine Darstellung erforderlich, die in einer Zusammenfassung nach Merkmalen und einem ersten Kommentar münden wird.
1.1. Arntzen
Arntzen (1992) definiert aktivierende Pflege als eine Methode, bei der
"- vorhandene Ressourcen erkannt und genutzt werden - die Selbständigkeit des Kranken im Bereich der Aktivitäten des täglichen Lebens erhalten und gefördert wird - der Kranke im Rahmen einer ganzheitlichen Pflege in körperlichen, seelisch-geistigen und sozialen Belangen begleitet wird." (S. 663).
Sie beschreibt in ihrem Beitrag die Theorie und Praxis der Gemeindekrankenpflege, und sie plädiert für die aktivierende Pflege.
Im eigentlichen Sinne, so Arntzen, sei die aktivierende Pflege eher eine reaktivierende Pflege, da in der Regel bei der Pflege eines Kranken keine größere Aktivität als vor der Erkrankung erreicht werden kann. Ihr Grundsatz und Idealziel ist es, daß alle in der Pflege Tätigen so pflegen, daß sie sich so überflüssig wie möglich machen. Sie schließt ihren Beitrag mit einem Fallbeispiel aktivierender Pflege bei einem Schlaganfall-Patienten im Bereich der Lebensaktivität "Sich waschen und kleiden". (vgl. Arntzen, 1992, S.664).
[...]
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