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Artenturnover - ein Maß für die zeitliche Dynamik in Biozönosen

Referat (Handout), 2000, 9 Seiten
Autor: Dr. rer.nat. Christoph Scherber
Fach: Biologie - Botanik

Details

Kategorie: Referat (Handout)
Jahr: 2000
Seiten: 9
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V3237
ISBN (E-Book): 978-3-638-11961-0

Dateigröße: 91 KB
Anmerkungen :
Eine verständliche Einführung in aktuelle Bereiche der Biodiversitätsforschung. Sehr dicht - einzeiliger Zeilenabstand.


Zusammenfassung / Abstract

Der vorliegende Text bietet eine aktuelle Zusammenfassung wesentlicher Begriffe der Inselbiogeographie (MacArthur-Wilson-Modell), sowie eine Einführung in aktuelle Aspekte der Biodiversitätsforschung.


Textauszug (computergeneriert)

Artenturnover: Ein Maß für die
zeitliche Dynamik in Biozönosen.

Referat von Christoph Scherber
m Rahmen des Seminars
„Aktuelle Aspekte der Biodiversitätsforschung“,
11.01.2000.

Teil I: Einleitung und theoretische Grundlagen

Inselbiogeographie: aktuelle Beispiele zur Besiedlung neu entstandener Inseln

  • In Indonesien - zwischen Sumatra und Java - liegt die vulkanische Insel Krakatau, auf der bei einem Vulkanausbruch 1883 alles Leben vernichtet wurde.
  • Ähnliches geschah am 14.11.1963 vor Island: Hier entstand die Insel Surtsey (Größe 2,5 km²) durch einen gewaltigen subozeanischen Vulkanausbruch.

Nach kurzer Zeit treffen erste Pflanzen und Tiere ein: sie regnen als Aeroplankton ab oder werden von Stürmen an die Küste verschlagen. Nun kann man eine bestimmte Gruppe genauer untersuchen, zum Beispiel Vögel, Reptilien oder Pflanzen - Ergebnis:

  • zu Beginn ist die Einwanderungsrate von neuen Arten der jeweiligen Gruppe relativ hoch, zum Beispiel eine neue Art pro Jahr
  • die besten Kolonisten siedeln sich schnell an
  • dann sinkt die Einwanderungsrate kontinuierlich ab: Auf nahegelegenen Inseln oder Kontinenten gibt es zwar weitere Arten, doch sie besitzen oft eine geringere Ausbreitungsfähigkeit
  • je mehr Arten aus der untersuchten Gruppe eingewandert sind, desto stärker sinkt die Immigrationsrate noch nicht auf der Insel ansässiger Arten, zum Beispiel eine neue Art pro Jahrzehnt.
  • zugleich steigt die Aussterberate an - denn immer mehr Arten konkurrieren um den verfügbaren Raum und die vorhandenen Ressourcen

Schließlich entspricht die Aussterberate der bereits auf der Insel ansässigen Arten ungefähr der Einwanderungsrate neuer Arten - die Artenzahl befindet sich in einem dynamischen Gleichgewicht (equilibrium theory of island biogeography).

Die Zusammensetzung der Flora und Fauna ändert sich ständig, aber die Gesamtartenzahl bleibt konstant. Diese permanente Änderung der Artenzusammensetzung bezeichnet man als Artenturnover.

Wichtige Grundbegriffe der Inselbiogeographie

Bevor der Begriff „Artenturnover“ näher definiert wird, sollen zunächst noch einmal grundelgende Begriffe der Inselbiogeographie vorgestellt werden.

Erinnerung: Arten-Flächen-Beziehung: die Zahl der Arten verdoppelt sich etwa bei einer Verzehnfachung der Fläche. Ebenso bedeutet eine zehnfache Verkleinerung der Fläche, daß die Artenzahl sich dabei halbiert (wichtig für den Artenschutz).


S=CAZ

mit A = Fläche; S = Artenzahl; C ist eine Konstante, die von der Organismengruppe abhängt; z ist ein Parameter, der von der Lage der Insel und der betrachteten Organismengruppe abhängt (z Î [0,15...0,35] ).

Die Biodiversität nimmt proportional zur Inselgröße zu. Auf einer größeren Insel pendeln sich Aussterbe- und Einwanderungsrate erst bei einer höheren Gesamtartenzahl ein.

Entfernungseffekt: Je weiter eine Insel von den Kontinenten oder von anderen Inseln entfernt ist, desto niedriger ist ihre Gesamtartenzahl. Entlegenere Inseln werden (logischerweise) langsamer besiedelt.

[...]


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