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`lîp`- Kollokationen im Mittelhochdeutschen - Empirische Untersuchungen am Nibelungenlied: `Die Methode der satzsemantischen Kollokationsanalyse`

Examensarbeit, 2004, 158 Seiten
Autor: Christina Meiser
Fach: Germanistik - Linguistik

Details

Kategorie: Examensarbeit
Jahr: 2004
Seiten: 158
Note: 10 Punkte
Literaturverzeichnis: ~ 24  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V33556
ISBN (E-Book): 978-3-638-34002-1

Dateigröße: 483 KB


Textauszug (computergeneriert)

Universität des Saarlandes
Fachrichtung 
4.1 Germanistik

Wissenschaftliche Arbeit 

im Rahmen des
Staatsexamens im Fach Germanistik

Thema:

 `lîp`- Kollokationen im Mittelhochdeutschen.
Empirische Untersuchungen am Nibelungenlied:
 `Die Methode der satzsemantischen Kollokationsanalyse`

von

Christina Meiser

 

Inhalt

Einführung ins Thema ... 4

Kapitel 1 ... 7
Das Nibelungenlied ... 7
1.1 Inhalt  ... 7
1.2 Entstehung  ... 12
1.3 Handschriften  ... 16
1.4 Autor ... 19

Kapitel 2 ... 22
Theoretischer Teil  ... 22
2.1 Einführung in die Valenztheorie ... 22
2.1.1 Verben und ihre Mitspieler  ... 22
2.1.2 Typen von Valenzrahmen ... 25
2.1.3 Die Binnenstruktur von Valenzrahmen  ... 26
2.2 Die Methode der satzsemantischen Kollokationsanalyse ... 30
2.2.1 Kollokationsauswertung nach Bergenholtz  ... 30
2.2.2 Satzsemantische Funktionen der Bezugsstellen  ... 31
2.2.3 Zusätze zum untersuchten Lexem ... 36

Kapitel 3 ... 37
Der Begriff „Lîp“  ... 37
3.1 Lesarten von „Lîp“  ... 37
3.2 Untersuchung zu Phraseologismusverdacht  ... 42

Kapitel 4 ... 46
Katalog ... 46
4.1 Aufbau des Katalogs  ... 46
4.1.1 Fundort  ... 46
4.1.2 Mittelhochdeutsche Textstelle ... 46
4.1.3 Übersetzung  ... 46
a) Brackert  ... 47
b) Genzmer ... 48
4.1.4 Linguistische Analyse  ... 49
a) Attribut  ... 49
b) Valenz  ... 49
c) Tiefenkasus  ... 50
4.1.5 Übersetzung von „lîp“  ... 50
a) Brackert  ... 50
b) Genzmer ... 50
c) bevorzugte Übersetzung ... 50
4.1.6 Kommentar  ... 51
4.2 Katalog  ... 

Fazit  ... 154

Literaturverzeichnis ... 156

Quellen ... 156

Literatur  ... 156

 

Einführung ins Thema

„Uns ist in alten mæren / wunders vil geseit
von helden lobebæren / von grôzer arebeit,
von fröuden, hôchgezîten, / von weinen und von klagen,
von küener recken strîten / muget ir nu wunder h(?)ren sagen.“ 1

 

Mit diesen Versen beginnt das Nibelungenlied, das bedeutendste mittelhochdeutsche Heldenepos. Es besteht aus zwei Teilen, wobei im ersten Teil Siegfrieds Tod im Mittelpunkt steht und im zweiten die Rache seiner Gattin Kriemhild. Der genaue Inhalt des Nibelungenliedes wird im ersten Kapitel dieser Arbeit beschrieben. In der deutschen Sage bezeichnen die Nibelungen die Nebelmänner 2, das sind die Mannen des Nibelung, des dämonischen Besitzers des Nibelungenhortes. 3 Diesen Schatz behütet der mächtige Zwerg Alberich, ein Geist der Finsternis, den Siegried besiegt. Nach der Eroberung des Schatzes wird der Name Nibelungen auf die Burgunder übertragen, nur Siegfried, der Besitzer des Hortes, wird nie „Nibelung“ genannt. 4

Das Nibelungenlied wurde uns anonym überliefert und entstand wahrscheinlich um 1200, vermutlich im Umkreis des Bischofs Wolfger in Passau an der Donau. Die genaue Entstehungsgeschichte, Angaben über die Handschriften des Nibelungenliedes, sowie Vermutungen über seinen Verfasser finden wir ebenfalls im ersten Kapitel dieser Arbeit. Das Nibelungenlied besteht aus 39 Aventiuren und ist in etwa 2400 Strophen, vier paarweise reimenden Langzeilen, abgefasst. 5

Das erste Kapitel befasst sich mit dem Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit, dem Nibelungenlied, während das zweite Kapitel den theoretischen Teil behandelt. Das Thema dieser Arbeit lautet „`lîp`- Kollokationen im Mittelhochdeutschen. Empirische Untersuchungen am Nibelungenlied: `Die Methode der satzsemantischen Kollokationsanalyse`“. Daher beginnt das zweite Kapitel zuerst mit einer Einführung in die Valenztheorie, wobei in dem Unterkapitel „Verben und ihre Mitspieler“ unter anderem die Entstehung des Valenzbegriffs oder auch die Bindung der Mitspieler an das Verb erklärt werden soll. Das nächste Unterkapitel behandelt die drei unterschiedlichen Typen von Valenzrahmen, die jeweils mit Beispielen des Nibelungenliedes erläutert werden und unter „Die Binnenstruktur von Valenzrahmen“ finden wir unter anderem Methoden zur Ermittlung des syntaktischen Minimums.

„Die Methode der satzsemantischen Kollokationsanalyse“ lautet ein Kapitel von Ursula Louis – Nouvertné in ihrem Buch „Satzsemantik in der Kollokationsanalyse“. Ihre Kritik an der Kollokationsauswertung nach Henning Bergenholtz finden wir in Kapitel 2.2.1 wieder. Bergenholtz entwickelte acht Fragestellungen, die den Gebrauch des Angstlexems näher beleuchten sollen und die Louis – Nouvertné ausführlich analysiert.

Das Unterkapitel „Satzsemantische Funktionen der Bezugsstellen“ bietet eine Aufstellung der Tiefenkasus, wie sie zur Analyse der Textausschnitte des Nibelungenliedes notwendig waren. Die Aufstellung erfolgt in weiten Teilen nach Louis – Nouvertné und Peter Godglück in „Textspiele“.

Das dritte Kapitel dieser Arbeit beschäftigt sich mit dem Begriff „lîp“. Es gibt verschiedene Lesarten von „lîp“, die einzeln aufgeführt und durch Beispiele aus dem Nibelungenlied belegt werden. Danach erfolgt eine kurze Einführung in die Phraseologie mit Hinweis auf einzelne Phraseologismen im Text, die anhand ihrer spezifischen Merkmale nachgewiesen werden.

Den größten Teil dieser Examensarbeit stellt der Katalog im vierten Kapitel dar. Zuerst wird der Aufbau des Katalogs beschrieben, mit einem kurzen Lebenslauf der beiden Übersetzer des Nibelungenliedes, Prof. Helmut Brackert und Felix Genzmer.

Danach folgt der eigentliche Katalog, in welchem die Textstelle, die den Begriff „lîp“ enthält ebenso verzeichnet ist, wie ihre eigentlichen Übersetzungen, sowie die favorisierte Übersetzung. Zudem folgen in der linguistischen Analyse die Attribute von „lîp“, die Abbildung des Teils des Satzes, der den Terminus „lîp“ enthält, durch einen Valenzrahmen und die entsprechenden Tiefenkasus der Mitspieler. Der nächste Unterpunkt gibt an, welche Lesart Brackert und Genzmer jeweils für den Begriff „lîp“ verwenden. Im Kommentar wird dann erklärt, warum eine bestimmte Übersetzung bevorzugt wird oder ob und warum ein Phraseologismus vorliegt. Weiterhin kann der Kommentar genutzt werden, um Übersetzungsvarianten zu erläutern oder auf eventuelle bessere Varianten hinzuweisen.

Das Fazit soll dann noch einmal einen Überblick über das Thema der „lîp“ – Kollokationen im Mittelhochdeutschen liefern und die Ergebnisse zusammenfassen. Zudem werden verschiedene Probleme, die sich eventuell während der Arbeit ergeben haben, angesprochen.

Kapitel 1

Das Nibelungenlied

1.1 Inhalt

Das Nibelungenlied besteht aus 39 Aventiuren und ist in zwei Teile gegliedert. Die Aventiuren 1 bis 19 erzählen die Geschichte von Siegfried und Kriemhild, die Aventurien 20 bis 39 berichten von Kriemhilds Rache an den Nibelungen.

Die Handlung des Nibelungenliedes erstreckt sich über einen Zeitraum von ungefähr 40 Jahren, von denen höchstens einige Wochen wirklich erzählt und mit Handlung erfüllt sind, die übrige Zeit ist in der Darstellung ausgespart. 6

Das Epos beginnt mit der Vorstellung der Burgundin Kriemhild, Tochter Utes und Schwester der Burgunderkönige Gunther, Gernot und Giselher, mit denen sie in Worms lebt. Hagen von Tronje, sein Bruder Dankwart, Ortwin von Metz, Gere, Eckewart, Volker von Alzey, Rumold, Sindold und Hunold sind die Gefährten der drei Könige. Kriemhild hat einen Traum, in welchem zwei Adler einen von ihr abgerichteten Falken zerreißen. Ihre Mutter deutet den Traum auf einen geliebten Mann, dem früher Tod droht, Kriemhild jedoch weist jeden Gedanken an Liebe von sich. 7

[....]


1 S. Das Nibelungenlied I. Hg. v. Helmut Brackert. Frankfurt am Main 2003, S. 6.

2 Vgl. Mackensen, Lutz: Die Nibelungen: Sage, Geschichte, ihr Lied und sein Dichter. Stuttgart 1984, S. 57.

3 Vgl. Das große Duden – Lexikon in acht Bänden. Bd. 5. Mannheim 1966, S. 746.

4 Vgl. Mackensen, S. 56 ff..

5 Vgl. Das große Duden – Lexikon in acht Bänden, S. 746.

6 Vgl. Wachinger, Burghart: Studien zum Nibelungenlied. Tübingen 1960, S. 58.

7 Vgl. Das Nibelungenlied I, S. 6 ff..


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