Die Generation des Genozids - Ruanda nach dem Völkermord

Flash Player und JavaScript werden für eine verbesserte Ansicht des Dokuments benötigt. Bitte installieren Sie den Flash Player und aktivieren Sie Javascript.
Install Flash Player
Details
Autor: Thomas Seifert
Fach: Afrikawissenschaften
Veranstaltung: Einführung in die Geschichte Afrikas
Institution/Hochschule: Universität Leipzig (Institut für Afrikanistik)
Jahr: 2004
Seiten: 9
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 6 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 167 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-35320-5
Diese HA beschäftigt sich mit dem Genozid in Ruanda (Rwanda) im Jahre 1994 mit bis zu 1. Mio. Toten. Themen: historische Zusammenhänge, vorkolonialer und kolonialer Zeit, Tutsi vs. Hutu, der Genozid und die Rolle Frankreichs währenddessen und die Frage: Ist Ruanda im Heute angelangt? Hinzu kommt: Gerichtsbarkeit durch Gacaca, Innenpolitik, Menschenrechtslage und die Situation der Frau. Als Einführung in die Thematik geeignet.
Textauszug (computergeneriert)
Universität: Universität Leipzig
Institut: Institut für Afrikanistik
Vorlesung: „Einführung in die Geschichte Afrikas“
Fachsemester: 1. FS
Die Generation des Genozids - Ruanda nach dem Völkermord
von: Thomas Seifert
Inhaltsverzeichnis
1. Der Genozid 1994 4
2. Geschichte Ruandas: Feindschaft zwischen Hutu und Tutsi 4
2.1. Die Anfänge des Hasses 4
2.2. Die Zehn Gebote der Hutu 5
2.3. Die Kolonialzeit 5
3. Die Rolle Frankreichs während des Genozids 6
4. Ruanda im Heute angelangt? 7
4.1. Die Wahrheitsfindung durch Gacaca 8
4.2. Innenpolitik 8
4.3. Menschenrechtslage 8
4.4. Situation der Frau 8
5. Quellen 9
1. Der Genozid 1994
Im April 1994, innerhalb von nur 100 Tagen, wurden 800000 Tutsi und gemäßigte Hutu auf brutalste Weise von der Volksgruppe der Hutu abgeschlachtet. Ein regelrechtes Gemetzel, was sich bis in einen Blutrausch steigerte, wollte schier kein Ende nehmen. Die Spannungen zwischen den zwei ruandischen Volksgruppen Hutu (bilden rund 90 Prozent der ruandischen Bevölkerung) und Tutsi, die seit Generationen verfeindet sind und deren Feindschaft sich immer wieder zu entsetzlichen Massakern führte, entluden sich auf dramatische Art und Weise.1 Im Zusammenhang mit diesem Konflikt ist der internationalen Staatengemeinschaft ein Totalversagen vorzuwerfen. Reagierte man anfangs gar nicht, so wurde zum Ende hin von Frankreich und Belgien Armeeeinheiten nach Ruanda entsandt, die aber nicht in die Kampfhandlungen zwischen Tutsi und Hutu eingriffen und vornehmlich geschickt wurden, um französische Staatsbürger zu beschützen.2 Die explosiven Ereignisse waren die Rache der Hutu für den Tod des Präsidenten Habyarimanas, dessen Flugzeug bei der Landung in Kigali abgeschossen wurde. Bei diesem Flugzeugabsturz kam auch der Präsident Burundis ums Leben. Die Todfeindschaft zwischen Hutu und Tutsi kulminierte in diesem Konflikt aufs Äußerste.3
2. Geschichte Ruandas: Feindschaft zwischen Hutu und Tutsi
2.1. Die Anfänge des Hasses
Vor 400 Jahren wanderten die Watussi (heutige Tutsi), nilotische Viehzüchter aus dem Norden Afrikas ins heutige Rwanda ein und stießen dabei auf die Bahutu (heutige Hutu), eine Stammesfamilie von bantusprachigen Ackerbauern. Die kulturell überlegenen Einwanderer errichteten eine Feudalherrscha ft über die Einheimischen. 1959 erhoben sich die Hutu gegen das Herrenvolk der Tutsi. Seither regieren die Hutu - zum Nachteil der Tutsi. 1964, 1973 und 1988 entluden sich die Spannungen in blutigen Stammesfehden. Seit 1990 führen Tutsi-Rebellen einen offenen Bürgerkrieg gegen die Hutu-Regierung.
2.2. Die Zehn Gebote der Hutu
Ideologische Grundlage des Handelns für die in der Mehrzahl herrschende Volksgruppe der Hutu stellen die Zehn Gebote der Hutu dar. Diese rassistischen Hetzartikel gegen Tusti proklamieren der Minderwertigkeit der Tutsi, mit dem daraus folgenden der Legitimation zur Ausgrenzung und Verfolgung.
Ein Auszug:
1. Regel: Jeder Hutu muss wissen, dass jede Tutsi-Frau, wo auch immer sie lebt, nur für die Interessen ihrer Tutsi-Rasse arbeitet. Darum ist jeder Hutu ein Verräter, der eine Tutsi-Frau heiratet, mit einer Tutsi Frau befreundet ist, eine Tutsi-Frau zu seiner Sekretärin oder seinem Schützling macht.
2. Regel: Jeder Hutu muss wissen, dass unsere Hutu-Töchter ehrwürdiger und gewissenhafter sind in ihrer Rolle als Frau, Ehegattin und Mutter. Sind sie nicht hübscher, bessere Sekretärinnen und ehrlicher?
3. Regel: Hutu-Frauen, seid wachsam und bringt eure Ehemänner, Brüder und Söhne zurück zur Vernunft.
4. Regel: Jeder Hutu muss wissen, dass jeder Tutsi in Geschäftsbedingungen unehrlich ist. Er ist nur auf die Vorherrschaft seiner Rasse bedacht. Darum ist jeder Hutu ein Verräter, der Geschäftsbeziehungen mit den Tutsi unterhält, der eigenes Geld oder Regierungsgelder in Tutsi-Unternehmen investiert, einem Tutsi Geld leiht oder sich von ihm Geld leiht, einem Tutsi Begünstigungen einräumt (Einfuhrlizenzen, Bankkredite, Baugrundstücke, Marktanteile, u. s. w. Dieses Regelwerk verstößt gegen jegliche Menschenrechtskonventionen.
[...]
1 http://www.erdkunde-online.de/1391.htm
2 http://www.pda.ch/vorwaerts/1998/1498hintergrund.html
3 http://www.erdkunde-online.de/1391.htm
Kommentare
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden: