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Sexualität im Alter/ Umgang mit der Sexualität alter und älterer Menschen in der Pflege

Termpaper, 2001, 28 Pages
Author: Helga Thuermann
Subject: Nursing Science

Details

Event: Weiterbildung zu: Leitung und Lehrkraft an Schulen für Krankenpflegeberufe
Institution/College: Caritas Akademie, Köln- Hohenlind (Pflegewissenschaften)
Tags: Sexualität, Alter
Category: Termpaper
Year: 2001
Pages: 28
Grade: Gut
Language: German
Archive No.: V3545
ISBN (E-book): 978-3-638-12189-7

File size: 290 KB


Excerpt (computer-generated)

Sexualität im Alter. Umgang mit der Sexualität alter und älterer Menschen in der Pflege

von Helga Thuermann

Inhaltsverzeichnis

1 Vorwort 1

2 Definitionen 3
2.1 Sex 3
2.2 Sexualität 3
2.3 Geschlechterrollen 3

3 Entwicklung der Sexualität 4

4 Sexualität in der Gesellschaft 7
4.1 Sexualität in unserem Kulturkreis 7
4.2 Veränderung der Sexualität im Alter 8
4.3 Wandel der Sexualität durch Veränderung der Lebenssituation 12

5 Auswirkungen auf die Pflege 13
5.1 Auswirkungen auf die Pflegekraft 13
5.2 Rolle der Praxisanleiter 14
5.3 Ziele für eine Methodische Aufarbeitung des Themas als in der theoretischen Ausbildung 19

6 Zusammenfassung 22

8 Literaturverzeichnis 24

1 Vorwort

Im Oktober 1999 begann ich die Weiterbildung zur Lehrtätigkeit und Leitung an Schulen für Pflegeberufe . Während meines zweiten Praktikums wurde ich in mehreren Gesprächen mit Schülern im Unterricht mit dem Thema konfrontiert. Ich erinnerte mich wieder an manche Situationen aus der Psychiatrie und aus der Pflegeeinrichtung. Gerade in der Psychiatrie gibt es genügend Tabuthemen über die geschwiegen wird und über die man hätte schreiben können. Da die Psychiatrie aber nun nicht mehr mein Arbeitsbereich ist und Sexualität hingegen in jeder Pflegeeinrichtung vorkommt, habe ich mich für dieses Thema entschieden. Noch vor wenigen Jahren war das Thema "Sexualität im Alter" von einem Tabu umgeben. Sexualität im Alter galt, insbesondere für Frauen, als verjährt, vergessen, peinlich, nicht mehr vorhanden. Diese Sichtweise hat sich im Laufe der Jahre verändert. Heute ist Alterssexualität weitestgehend enttabuisiert. Und dennoch ist diese Enttabuisierung von Alterssexualität, durchaus nicht für jede soziale Schicht, jede Familie, jedes Haus und jedes Heim bereits angenommen. Es wird zwar offen darüber geredet, jedoch beim genaueren Hinsehen kann sich kaum jemand seine Großeltern beim körperlichen Liebesspiel vorstellen. Während meiner eigenen Ausbildung wurde das Thema Sexualität im Alter oder im Altenheim nicht thematisiert. Dies hat sich vor allem in den letzten Jahren verändert. Im Rahmen der AEDL`s (Aktivitäten und existentielle Erfahrungen des Lebens, Krohwinkel) oder LA`s (Lebensaktivitäten, Roper, Tierney, Logan) findet sich die Sexualität in "Sich als Mann oder Frau fühlen und verhalten" wieder. Auch gibt es mittlerweile einige Autoren, die dieses Thema aufgegriffen haben, jedoch im pflegerischen Alltag fällt die Auseinandersetzung mit der Sexualität des zu Betreuenden immer noch schwer.
Es muß also angesichts der Tatsache das die Sexualität im Alter nicht einfach "aufhört" oder "weggeht",(Abb.1) schon die/der Schüler/in für dieses Thema sensibilisiert werden. Es ist ein Lernprozeß, der sich langsam entwickelt, den man nicht forcieren, und der sich auch nur in einem geschützten Rahmen ergeben kann. Dieser Rahmen muß in vielen Einrichtungen erst noch geschaffen werden, aber auch an den Schulen. Denn gerade für die Pflegekräfte von morgen ist es wichtig, eine solide Wissensbasis zu haben, vor allem mit einem so grundlegenden Bedürfnis wie der Sexualität und dem Umgang damit. Das Ziel dieser Arbeit soll eine Handlungshilfe zur Sensibilisierung von Schülern/innen in Pflegeberufen sein. Somit kann man ihnen eine Möglichkeit geben über Probleme in der Praxis zu reden oder gar hinweg zu kommen.
Die folgende Arbeit ist zu großen Teilen eine Literaturarbeit, was erhebliche Schwierigkeiten mit sich brachte. Zwar gibt es einige Literatur zum Thema Sexualität im Alter jedoch nicht im Zusammenhang mit der Ausbildung. Zuerst werden die Schlüsselbegriffe definiert. Dann werde ich auf die Entwicklung der Sexualität im allgemeinen und die Veränderung der Sexualität im Alter eingehen. Im weiteren wird die Sexualität in der Gesellschaft und der Wandel der Sexualität durch die Veränderung der Lebenssituation erläutert. Nach dieser Ausführung wird die Auswirkung auf die Pflegekraft deutlich gemacht und welche Rolle den Mentoren während der Ausbildung von Schülern/innen zukommt. Dann folgt der Schwerpunkt meiner Arbeit, die Bedeutung des Themas in Theorie und Praxis. Daran schließt sich noch eine Zusammenfassung an, in der die zentralen Ergebnisse dieser Arbeit noch einmal kurz dargestellt werden. Beenden möchte ich meine Facharbeit mit einer persönlichen Stellungnahme.

2 Definitionen

2.1 Sex
Das Wort Sex kommt aus dem lateinischen, wo es ursprünglich "Geschlecht " im Sinne von Mann oder Frau bedeutet. Dies ist auch heute noch im angloamerikanischen Sprachgebrauch der Fall. In die wissenschaftlichen Disziplinen, insbesondere in Medizin, Psychologie und Soziologie ging der Begriff etwa um die Wende zum 20. Jahrhundert ein. In den letzten 50 Jahren, vor allem in den sechziger und siebziger Jahren, drang dieser und davon abgeleitete Begriffe auch immer mehr in die Alltagskultur ein. Im deutschen Wörterbuch heißt es: Sex < lat.- engl.> der; ;
· sexueller, intimer, körperlicher Kontakt;
· sexuelle, erotische Ausstrahlung, Anziehungskraft,
· kurz für sexus = natürliches Geschlecht

2.2 Sexualität
Obwohl Sexualität im Deutschen Wörterbuch als "Geschlechtlichkeit, bzw. Gesamtheit durch den Geschlechtstrieb begründetem Verhalten" definiert wird, gibt es keine einheitliche Einigung über die genaue Bedeutung des Begriffes. Der Begriff und die damit verbundenen Inhalte sind abhängig vom jeweiligen Individuum und der jeweiligen Gesellschaft und damit stets im Zusammenhang mit dem soziokulturellen Umfeld und der Persönlichkeit des einzelnen zu sehen. Das heißt, es betrifft nur in der Ausübung der Masturbation das Individuum alleine, sonst immer auch andere Menschen in dessen Umgebung, wie z.B: Partner, Mitarbeiter und jene, für die wir Verantwortung tragen. In diesem Sinne ist Sexualität etwas das uns selbst betrifft aber auch immer den anderen und deshalb nie ausschließlich Privatsache ist.

2.3 Geschlechterrollen
Nach dem Pädagogischen Wörterbuch sind Geschlechterrollen Überzeugungen, tradierte Vorstellungen, überlieferte Normen über das Verhalten des Mannes bzw. der Jungen und Mädchen gemeint. Eine Geschlechterrollenerwartung ist z.B. die Vorstellung, dass der Mann für den Verstand und die Frau für das Gefühl zuständig ist; dass ein Junge nicht weinen darf, sondern mutig, voller Wissbegierde und Leistungsstreben ist; dass Mädchen das Weinen erlaubt ist, dass sie bescheiden, ängstlich und opferbereit sind und für den Haushalt leben.

[...]


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