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Diploma Thesis, 2004, 113 Pages
Author: Andreas Hirschfeld
Subject: Economics / Business: Investment and Finance
Details
Tags: Mezzanine-Kapital, Neue, Finanzierungsmöglichkeiten, Mittelstand
Year: 2004
Pages: 113
Grade: 1,2
Bibliography: ~ 66 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-35579-7
ISBN (Book): 978-3-638-70482-3
File size: 628 KB
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Abstract
Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung mit dem Thema Mezzanine- Kapital sind die derzeit viel diskutierten Turbulenzen hinsichtlich der Finanzierungsmöglichkeiten von klein- und mittelständischen Unternehmen. Diese resultieren aus einer merklich restriktiven Kreditvergabepolitik der Banken infolge zahlreicher Insolvenzen deutscher Unternehmen. Andererseits werfen die angekündigten Neuregelungen des Baseler Ausschusses zur Eigenkapitalvereinbarung, unter dem Schlagwort ‚Basel II’ bekannt, ihre Schatten voraus. Befürchtungen, dass sich notwendige Finanzierungsmittel verteuern oder ganz verloren gehen, treffen in besonderem Maße die KMU aufgrund ihrer traditionell hohen Abhängigkeit von Fremdfinanzierungen. In der Praxis bedeutet dies, dass vor allem die mittelständischen Unternehmen den Ansprüchen von Basel II hinsichtlich Rating, Eigenkapitalanteil und den daraus resultierenden erhöhten Kreditmargen nicht mehr gewachsen sein werden.
Excerpt (computer-generated)
Diplomarbeit
Studiengang Betriebswirtschaft
im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften
der Fachhochschule Merseburg
Thema
Mezzanine Capital:
Neue Finanzierungsmöglichkeiten für den Mittelstand?
angefertigt von:
Andreas Hirschfeld
2004
INHALTSVERZEICHNIS
ABBILDUNGSVERZEICHNIS ... V
TABELLENVERZEICHNIS ... VII
ANHANGSVERZEICHNIS ... VIII
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS ... X
1 Einleitende Worte ... 1
1.1 Problemstellung: Veränderung der Finanzierungsbedingungen für klein- und mittelständische Unternehmen ... 1
1.2 Lösungsansatz: Moderne Finanzierungsinstrumente ... 1
1.3 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit ... 2
2 Probleme der Mittelstandsfinanzierung ... 3
2.1 Begriffsklärung ‚klein- und mittelständische Unternehmen’ ... 3
2.1.1 Abgrenzungsmethodik durch quantitative und qualitative Merkmale ... 3
2.1.2 Definition KMU ... 4
2.2 Basel II- Umfang und Auswirkungen auf den Mittelstand ... 5
2.3 Insolvenzentwicklung (mittelständischer Unternehmen) ... 8
2.3.1 Insolvenzgeschehen in Deutschland ... 9
2.3.2 Folgen der Insolvenzentwicklung ... 11
2.4 Eigenkapitalquote deutscher Unternehmen ... 12
2.4.1 Historische Entwicklung der Eigenkapitalausstattung ... 12
2.4.2 Individuelle Eigenkapitallösungen ... 14
2.5 Fazit ... 15
3 Mezzanine- Kapital als Alternative zum Bankkredit ... 16
3.1 Begriffliche Einordnung von Mezzanine ... 16
3.1.1 Definition Mezzanine ... 16
3.1.2 Abgrenzung zum Eigen- bzw. Fremdkapital ... 17
3.2 Historische Entwicklung der Mezzanine- Finanzierung ... 18
3.2.1 Entwicklung im angelsächsischen Wirtschaftsraum ... 18
3.2.2 Entwicklung in Deutschland ... 20
3.3 Mezzanine i.w.S. vs. Mezzanine i.e.S. ... 21
3.3.1 Mezzanine im weiteren Sinne ... 21
3.3.2 Mezzanine im engeren Sinne ... 22
3.4 Charakteristische Merkmale von Mezzanine- Kapital ... 24
3.4.1 Nachrangigkeit vs. Vorrangigkeit ... 24
3.4.2 Die Nähe zum Kapital und Unterscheidung nach ertrags- und wertsteigerungsorientierten Formen ... 25
3.4.3 Risiko und Rendite ... 26
3.4.4 Laufzeit, Kündigung und Rückzahlungsmodalitäten ... 27
3.4.5 Betriebsausgabe und die typische Finanzstruktur ... 28
3.4.6 Cash- Flow- Lending und Verbriefung ... 29
3.4.7 Flexibilität und Rechte der Investoren ... 30
3.4.8 Sonstige Merkmale ... 31
3.5 Gestaltungsformen der Mezzanine- Finanzierung ... 33
3.5.1 Allgemeine Kapitalmarktorientierung ... 33
3.5.2 Handelbare Mezzanine- Instrumente ... 34
3.5.3 Nicht handelbare Mezzanine- Beteiligungen ... 37
3.5.3.1 Nachrangige Darlehen ... 38
3.5.3.2 Partiarische Darlehen ... 40
3.5.3.3 Verkäuferdarlehen ... 42
3.5.3.4 Stille Beteiligungen ... 43
3.5.3.5 Genussrechte ... 46
3.5.4 Übergreifende Vermischungen ... 47
3.6 Anlässe für die Aufnahme von Mezzanine- Kapital ... 48
3.6.1 Mezzanine- Finanzierungsanlässe für mittelständische Unternehmen ... 49
3.6.2 Anwendungsgebiete für Großunternehmen ... 52
3.7 Anforderungen der Mezzanine- Finanziers an die KMU ... 53
3.8 Mezzanine- Geber: Anbieter von Mezzanine- Kapital ... 55
3.8.1 Private Mezzanine- Finanziers ... …... 55
3.8.2 Öffentliche Mezzanine- Investoren ... 56
3.9 Marktentwicklung für Mezzanine- Instrumente ... 58
3.9.1 Trends ... 58
3.9.2 Angebot vs. Nachfrage und Financial Engineering ... 59
3.10 Mezzanine: Innovation oder Althergebrachtes? ... 61
4 Gesetzesänderungen und Sparpläne: Auswirkungen auf Mezzanine ... 62
4.1 Aktuelle Rechtslage ... 62
4.2 Konsequenzen für die Mezzanine- Finanzierung ... 63
5 Schlussbetrachtungen ... 64
5.1 Notwendigkeit von Mezzanine- Kapital ... 64
5.2 Vorteile und Nachteile von Mezzanine ... 65
5.3 Zusammenfassung und Ausblick ... 67
ANHANG ... XIII
LITERATURVERZEICHNIS ... XXXVII
ABBILDUNGSVERZEICHNIS
Abb. 1 Unternehmensfinanzierungsstrukturen im internationalen Vergleich
Abb. 2 Unternehmensinsolvenzen von 1991 bis 2002 in Deutschland
Abb. 3 Entwicklung der Eigenkapitalausstattung westdeutscher Unternehmen von 1971 bis 1996
Abb. 4 Eigenkapitalausstattung im Mittelstand, Herbst 2002
Abb. 5 Einordnung der Mezzanine- Finanzierung
Abb. 6 Rendite- Risiko- Struktur von Mezzanine- Kapital
Abb. 7 Sichtweisen des Mezzanine- Begriffes
Abb. 8 Einordnung von Mezzanine i.e.S. in die Risiko- Rendite-Struktur
Abb. 9 Charakteristika von Mezzanine i.e.S.
Abb. 10 Möglichkeiten alternativer Finanzierungsformen für den Mittelstand
Abb. 11 Instrumente der Mezzanine- Finanzierung
Abb. 12 Vermögensverteilung bei Insolvenz
Abb. 13 Verwendungsmöglichkeiten von Mezzanine-Finanzierungen
Abb. 14 Berechnung der Eigenkapitalanforderungen gem. Basel I
Abb. 15 Die drei Säulen von Basel II
Abb. 16 Berechnung der Eigenkapitalquote nach Basel II
Abb. 17 1. Säule von Basel II mit Methoden zur Kreditrisikogewichtung
Abb. 18 Eigenkapitalanforderungen für das Kreditrisiko gem. IRB- Ansatz
Abb. 19 Primär- und Sekundärauswirkungen von Basel II
Abb. 20 Europäische Insolvenzentwicklung 2001 im Vorjahresvergleich
Abb. 21 Gesamtinsolvenzen in Europa von 1997 bis 2002
Abb. 22 Zinsaufwendungen in % des Umsatzes von Unternehmen im internationalen Vergleich (1999)
Abb. 23 Struktur der Passivseite der Bilanzen deutscher Unternehmen im Durchschnitt der Jahre 1995 bis 1999
Abb. 24 Finanzierung im Bilanzstrukturmanagement
Abb. 25 Gesellschafterverhältnisse Lankhorst
TABELLENVERZEICHNIS
Tab. 1 Der Mittelstand in der deutschen Wirtschaft
Tab. 2 Unterscheidungsmerkmale von Eigen-, Mezzanine-, Fremdkapital
Tab. 3 Verteilung des Mezzanine- Marktvolumens in Europa
Tab. 4 Verteilung nach Finanzierungsanlässen in Europa
Tab. 5 Entwicklung der Finanzstrukturen in Europa
Tab. 6 Gegenüberstellung verschiedener Mezzanine-Instrumente
Anhang
Tab. 7 Risikogewichte im Standardansatz (in %)
ANHANGSVERZEICHNIS
Anhang 1: Weitere Unterschiede zu Großunternehmen ... XIII
Anhang 2: Investoren- Noch eine Definition ... XIII
Anhang 3: Von Basel I zu Basel II- Entwicklung, Gründe, Zeitplan ... XIV
Anhang 4: Standard-, IRB- Ansatz ... XVIII
Anhang 5: Auswirkungen von Basel II auf die Banken ... XX
Anhang 6: Insolvenzentwicklung in europäischen Ländern ... XXII
Anhang 7: Insolvenzursachen ... XXIII
Anhang 8: Ursachen für die Entwicklung der Eigenkapitalausstattung ... XXVII
Anhang 9: Funktionen des Eigenkapitals ... XXIX
Anhang 10: Eigenkapitalanteil an der Passivseite ... XXX
Anhang 11: Stille Beteiligung als Mezzanine schon in den 70er Jahren ... XXX
Anhang 12: Floater, Nullkupon, Equity- Kicker ... XXXI
Anhang 13: Keine Betriebsausgabe als atypische stille Beteiligung... ...
Anhang 14: Alternative Finanzierungsformen ... XXXIII
Anhang 15: Business- Plan und Due Diligence ... XXXIII
Anhang 16: Bausteine des Unternehmerkapitals ... XXXIV
Anhang 17: Grundelemente bei Mezzanine- Finanzierungen ... XXXV
Anhang 18: Lankhorst-Hohorst- Rechtssprechung des EuGH ... XXXVI
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS
[...]
1 Einleitende Worte
1.1 Problemstellung: Veränderung der Finanzierungsbedingungen für klein- und mittelständische Unternehmen
Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung mit dem Thema Mezzanine- Kapital sind die derzeit viel diskutierten Turbulenzen hinsichtlich der Finanzierungsmöglichkeiten von klein- und mittelständischen Unternehmen. Diese resultieren aus einer merklich restriktiven Kreditvergabepolitik der Banken infolge zahlreicher Insolvenzen deutscher Unternehmen. Andererseits werfen die angekündigten Neuregelungen des Baseler Ausschusses zur Eigenkapitalvereinbarung, unter dem Schlagwort ‚Basel II’ bekannt, ihre Schatten voraus. Befürchtungen, dass sich notwendige Finanzierungsmittel verteuern oder ganz verloren gehen, treffen in besonderem Maße die KMU aufgrund ihrer traditionell hohen Abhängigkeit von Fremdfinanzierungen. In der Praxis bedeutet dies, dass vor allem die mittelständischen Unternehmen den Ansprüchen von Basel II hinsichtlich Rating, Eigenkapitalanteil und den daraus resultierenden erhöhten Kreditmargen nicht mehr gewachsen sein werden.
1.2 Lösungsansatz: Moderne Finanzierungsinstrumente
Für die klein- und mittelständischen Unternehmen stellt sich somit die Frage nach alternativen Finanzierungsformen zum klassischen Bankkredit. Im Spannungsfeld einer derzeit schon bestehenden Unterkapitalisierung vieler KMU und den verschärften Anforderungen von Basel II bieten die derzeit als innovative Finanzierungsinstrumente in aller Munde als Heilsbringer gesehenen Mezzanine- Produkte einen möglichen Ausweg.
Die Kapitalsuche des Mittelstands geht im Gleichschritt mit dem am Markt vorhandenen Investitionskapital. Die Anlageentscheidung von Mezzanine- Investoren wird in erster Linie geprägt von den Renditevorstellungen für das eingesetzte Kapital, die direkt vom Risiko des jeweiligen Investments abhängig sind. Beide Größen, Kapital und Risiko, treten in den Mittelpunkt der Entscheidung pro oder contra Mezzanine- Finanzierung.
1.3 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
Mit der vorliegenden Arbeit soll das alternative Finanzierungsinstrument Mezzanine als möglichen Ausweg aus der Finanzmisere von kleinen und mittleren Unternehmen analysiert und systematisch aufbereitet werden. Ziel ist es hierbei, die Grundtechnik und den Wirkungsmechanismus dieses Finanzproduktes zu verstehen, die Vor- und Nachteile zu erkennen und diese als Mittel zur Schließung der Kapitallücken von KMU einzusetzen.
In Textziffer 2 werden die Probleme in der Finanzierung des Mittelstandes analysiert, aber nicht abschließend erörtert und versucht, als Ursachen für den Trend zur Finanzierung mit Mezzanine- Kapital festzumachen.
Aufbauend auf der Ursachenforschung wird im Kapitel 3 diese neue Finanzierungsmöglichkeit in ihrer Entwicklung, Ausgestaltung und Charakteristik dargestellt und ein strukturiertes Bild von Mezzanine- Mitteln entwickelt.
Dem grundlegenden Verständnis von Mezzanine im Hauptteil dieser Arbeit folgt in Textziffer 4 die Aufarbeitung eines möglichen Hindernisses von Seiten des Gesetzgebers für diese Finanzierungsart.
Abschließend werden im letzten Kapitel die Ergebnisse der Analyse und der Systematisierung von Mezzanine- Finanzierungen zusammengefasst und kritisch betrachtet, um sie anhand eines weiterführenden Ausblickes eventuell als Alternative zu würdigen.
2 Probleme der Mittelstandsfinanzierung
2.1 Begriffsklärung ‚klein- und mittelständische Unternehmen’
In der gesamten Arbeit wird ‚Mittelstand’ oder ‚mittelständisch’ als Synonym für ‚klein- und mittelständische Unternehmen’ verwendet. Sollte dennoch einmal nur den ‚Mittelstand’ für Betrachtungen in Erwägung gezogen und die kleinen Unternehmen außen vor gelassen werden, wird an gegebener Stelle ausdrücklich darauf hingewiesen.
2.1.1 Abgrenzungsmethodik durch quantitative und qualitative Merkmale
Die Abgrenzung kleiner, mittlerer und großer Unternehmen anhand von Größenmerkmalen stellt sich zunächst als Problem des geeigneten Maßstabes dar. Theoretisch kommen die verschiedensten betrieblichen Parameter in Betracht: Mitarbeiterzahl, Umsatz, Lohn- und Gehaltssumme, Gewinn, Anlagevermögen, Bilanzsumme, Marktanteile u.e.m. Bei vielen statistischen Erhebungen wurde sich auf den Maßstab Umsatz und/oder Beschäftigtenzahl festgelegt.
Qualitative Merkmalsbeschreibungen unterscheiden sich zu ihrem Pendant in ihrem soziologischen Bezug auf die Stellung des Betriebsinhabers und die Berücksichtigung organisatorischer und rechtlicher Besonderheiten. Folgende qualitative Abgrenzungsmerkmale sind als die wichtigsten anerkannt:
- Verknüpfung von Eigentum und Risiko,
- Verknüpfung von Leitung des Unternehmens und Entscheidungsverantwortung und
- Verknüpfung von wirtschaftlicher Existenz des Inhabers und Existenz des Unternehmens.1
2.1.2 Definition KMU
Entsprechend einer Definition der EU lassen sich klein- und mittelständische Unternehmen folgendermaßen abgrenzen:
- weniger als 250 Mitarbeiter und
- entweder einem Jahresumsatz von max. 40 Mio. € oder einer Bilanzsumme von max. 27 Mio. € und
- keine Beteiligung eines Unternehmens von mehr als 25%, welches nicht den vorgenannten Kriterien genügt.
Tab. 1: Der Mittelstand in der deutschen Wirtschaft2
[....]
1 Arndt, Kapitalversorgung, S. 15 ff.
2 Eigene Darstellung in Anlehnung an Wolf/ Hill/ Pfaue, Struktur, S. 5.
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