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Das unabhängige Sri Lanka - Die Regierung Jayewardene

Termpaper, 2002, 22 Pages
Author: Daniela Franke
Subject: Politics - International Politics - Region: South Asia

Details

Event: Sri Lanka: zwischen Kolonialismus und Globalisierung
Institution/College: Otto-von-Guericke-University Magdeburg (Institut für fremdsprachliche Philologien)
Tags: Lanka, Regierung, Jayewardene, Lanka, Kolonialismus, Globalisierung
Category: Termpaper
Year: 2002
Pages: 22
Grade: zwei
Language: German
Archive No.: V3827
ISBN (E-book): 978-3-638-12365-5

File size: 194 KB


Excerpt (computer-generated)

Das unabhängige Sri Lanka - Die Regierung Jayewardene

von Daniela Franke

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung 3

2 Politik 4
2.1 Der Weg zum Machtwechsel 4
2.2 Die Sicherung der Macht 6
2.3 Die Verschärfung des Tamilenkonfliktes 9

3 Die militärische Dimension 12
3.1 Die Militarisierung 12
3.2 Das Pogrom 1983 13
3.3 Die Radikalisierung nach dem Pogrom und die indische Intervention 14

4 Wirtschaft 16
4.1 Theorie und Ziele 16
4.2 Die drei großen Projekte 17

5 Die religiösen Hintergründe und Ziele 18

6 Schlussbemerkungen 21

7 Literatur 22

 

1 Einleitung

Die Dominanz einflussreicher Familien in gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Bereichen hat in Sri Lanka beinahe Tradition. Auch Junius Richard Jayewardene entstammt einer wohlhabenden und politisch einflussreichen Familie. Im Laufe seiner immerhin 50 Jahre langen politischen Karriere entwickelte er sich zu einem der bekanntesten Politiker im südasiatischen Raum.
Die Regierungsperiode des Präsidenten Jayewardene, die Thema der vorliegenden Arbeit ist, fällt in die Zeit von 1977 bis 1988 und lässt sich in eine politische, eine ökonomische, eine militärische und eine religiöse Dimension einteilen. Dieser Einteilung entspricht auch die Gliederung der Arbeit.
Unter der Regierung Jayewardene wird die Staatstätigkeit auf alle gesellschaftlichen Bereiche, vor allem aber auch auf den Wirtschaftssektor ausgeweitet.
Seine und auch die Regierungszeit der UNP, die nach ihm noch bis 1994 an der Macht bleibt, ist ungewöhnlich lang. Von der Unabhängigkeit an hatten sich die SLFP und die UNP in kürzeren Abständen beinahe regelmäßig in der Regierung abgelöst. Dass es nun zu einer so langen Regierungszeit kommt, hat mehrere Ursachen. Zu ihnen gehört, dass die UNP unter der Führung von Jayewardene von Beginn an ihre Macht ausbaut, sodass man schließlich von einem Ein-Parteien-Regime sprechen kann. Kennzeichnend ist weiterhin der von der UNP erhobene ethnische Hegemonialanspruch. Aus ihm resultiert schließlich die Ausweitung des jahrhunderte alten Konfliktes zwischen Tamilen und Singhalesen zum Bürgerkrieg. Es soll in dem entsprechenden Kapitel der Arbeit gezeigt werden, auf welchem Wege sich die Art und Weise der Konfliktaustragung immer mehr vom politischen Verhandlungsbestreben zur militärischen Austragung verlagert.
Die Art und Weise der Machtausübung der Regierung unter Jayewardene in ihrer Gesamtheit betrachtet lässt die These zu, dass die übergeordnete Absicht dieser Regierung in der Erlangung der Kontrolle aller gesellschaftlichen Bereiche und Ebenen besteht. Dazu wird folgerichtig und konsequent die Macht von Beginn an konsolidiert und ausgeweitet.

2 Politik

2.1 Der Weg zum Machtwechsel

Die Partei Jayewardenes ist die konservative, westlich orientierte UNP - 1946 hervorgegangen aus dem 1919 gegründeten CNC (Ceylon National Congress).
Bereits zu diesem Zeitpunkt empfinden sich CNC-Mitglieder als Vertreter einer Elite, die allerdings keineswegs eine exklusiv singhalesische ist. "Zumindest anfänglich umfasst der Ceylon National Congress [... ] führende Elitevertreter auch anderer `nationalities`, vor allem der Ceylontamilen."(Rösel 1996, S. 292). Im Zuge einer von der Kolonialmacht begrenzten und überwachten Demokratisierung der "Musterinsel" (ebd.) soll es eine Regierungsbeteiligung, also auch Wahlen geben. Diese Situation zwingt jedoch den CNC geradezu in einen Selbstdefinierungs- und Abgrenzungsprozess, der Wählerstimmen bringen und Machtpositionen sichern soll. So wird der CNC unter diktierten Bedingungen zu einer "unfreiwilligen nationalen Elite"(ebd. S. 291). Die meisten Wählerstimmen sind von den singhalesischen Bauern zu erwarten, folglich "...erklärt sich diese Elite zum natürlichen und traditionellen Schutzherrn der singhalesischen Bauern."(ebd. S. 294). Diese Entwicklungsphase der UNP findet hier Erwähnung, weil während dieser Zeit Grundlagen entstehen, die als Anknüpfungspunkte für Jayewardene dienen. Parallelen sind vor allem bezüglich der Rolle der singhalesischen Bauern bzw. der Landbevölkerung zu finden.
Nach der Erlangen der Unabhängigkeit 1948 entwickelt sich die UNP als eine der beiden Hauptparteien zum Repräsentanten der "englisch-gebildete(n) Mittel- und Oberschichten (und) Großgrundbesitzer" (Fricke 1985, S. 27). Innerhalb eines ethnisch segregierten Parteiensystems sind diese Angehörige der singhalesischen Elite, deren Interessen die UNP vertritt. Das Selbstverständnis als Schutzherren der Bauern zu fungieren findet man auch innerhalb der UNP, die damit an die Tradition des CNC anknüpft. Allerdings entfällt besonders unter der Regierung Jayewardenes das Element der oben erwähnten gewissen Unfreiwilligkeit, eine singhalesische Elitenvertretung mit integrativen Kräften in Bezug auf schwächere Mitglieder einer singhalesischen Gesellschaft zu sein. (vgl. Rösel 1996, S. 68)

Die Ausgrenzung besonders eben der tamilischen Bevölkerungsteile wird bewußt betrieben und auch instrumentalisiert.

[...]


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