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Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen - Die Kulturgeschichte des Essens im Spiegel der Spruchweisheiten

Autor: M.A. Sina Neumann
Fach: Kulturwissenschaft

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Details

Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2004
Seiten: 27
Note: 2
Literaturverzeichnis: ~ 12  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 355 KB
Archivnummer: V38420
ISBN (E-Book): 978-3-638-37488-0
ISBN (Buch): 978-3-638-65441-8

Zusammenfassung / Abstract

Sprichwörter, Sentenzen, geflügelte Worte, sprichwörtliche Redensarten und Formeln sind Bestandteil des Alltags wie des Nicht-Alltags, wie zum Beispiel des Festes. Damals wie heute vermitteln sie Lebensweisheiten, Verhaltensregeln, Erfahrungen, Eselsbrücken und vieles mehr, aber auch Aberglauben und Irrtümer. Sie lassen uns aufhorchen oder schmunzeln, sie erleichtern uns das Leben indem sie uns (an)leiten, scheinen altbacken und sind doch allgegenwärtig und oft genutzt. Sie sind einfache, leicht zu merkende und zu vermittelnde Sprüche und gehören zur Kulturgeschichte eines jeden Landes unbedingt dazu, da sie die Kultur der Vergangenheit wie die der Gegenwart wiederspiegeln und damit „Zeitzeugen“ darstellen. Die zahlreiche Literatur zur Kulturgeschichte des Essens und Trinkens ist in ihrem Umfang kaum zu erfassen, deshalb kann die Thematik stets nur angerissen werden. Auch zu den Sprichwörtern, Zitaten und geflügelten Worten gibt es eine Fülle von Literatur, jedoch handelt es sich zumeist um reine Sammlungen, die zur Analyse nur die zu erforschenden Objekte - also die Sprüche -, jedoch keinerlei Untersuchung der Quellen bieten, die für den Kulturwissenschaftler von Bedeutung sind. Zu Beginn soll nun mit Hilfe von Definitionen die Kategorisierung der Sprüche möglich gemacht und damit in die Thematik eingeführt werden. Diese bilden, indem sie die Sprüche in Beziehung zu Form und Aussage setzen, die Grundlage zur Analyse und Bewertung des Spruchs „Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen“. In einem zweiten Schritt wird ebendieser Spruch dann kategorisiert und sein Ursprung betrachtet. Schließlich wird er im Kontext der Kulturgeschichte des Essens beurteilt, indem er in Relation zu Ausschnitten ebendieser gesetzt wird, wie zum Beispiel beim Verhältnis von Essen und Festen oder Essen und Glauben, und schlussendlich findet sich auch ein Fazit.

Textauszug (computergeneriert)

Friedrich-Schiller-Universität Jena
PS Spruchweisheiten
2. Semester

Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen –
Die Kulturgeschichte des Essens im Spiegel
der Spruchweisheiten

von: Sina Neumann

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 1

2. Die Begriffsbestimmungen 1

2.1 Sprichwörter 2
2.2 Sittensprüche 2
2.3 Sentenzen 3
2.4 Sprichwörtliche Redensarten 3
2.5 Sprichwörtliche Formeln 3
2.6 Geflügelte Worte 4

3. Kategorisierung und Ursprung von „Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen“ 5

4. Bestandteile des Spruches, dessen Deutung und Bewertung unter Zuhilfenahme der Kulturgeschichte des Essens 6

4.1 Essen als bestimmendes Element für die Entwicklung der Menschheit 6

4.1.1 Das Brot - der Laib für den Leib 7
4.1.2 Das Salz - die Würze des Lebens 9

4.2 Essen und Erotik – Leib und Seele durch Essen stimulieren 11
4.3 Essen und Trinken als fester Bestandteil von Festen 12

4.3.1 Die Griechen der Antike 13
4.3.2 Das Erntedankfest 14

4.4 Essen und Glauben 15

4.4.1 Die Fastenzeit 15
4.4.2 Kannibalismus bei den Azteken 17

4.5 Essen und Trinken als Inspirationsquelle 18

4.5.1 Gemälde 18
4.5.2 Gedichte 19

5. Schlussbetrachtung 20


 

1. Einleitung

Sprichwörter, Sentenzen, geflügelte Worte, sprichwörtliche Redensarten und Formeln sind Bestandteil des Alltags wie des Nicht-Alltags, wie zum Beispiel des Festes. Damals wie heute vermitteln sie Lebensweisheiten, Verhaltensregeln, Erfahrungen, Eselsbrücken und vieles mehr, aber auch Aberglauben und Irrtümer. Sie lassen uns aufhorchen oder schmunzeln, sie erleichtern uns das Leben indem sie uns (an)leiten, scheinen altbacken und sind doch allgegenwärtig und oft genutzt. Sie sind einfache, leicht zu merkende und zu vermittelnde Sprüche und gehören zur Kulturgeschichte eines jeden Landes unbedingt dazu, da sie die Kultur der Vergangenheit wie die der Gegenwart wiederspiegeln und damit „Zeitzeugen“ darstellen.

Die zahlreiche Literatur zur Kulturgeschichte des Essens und Trinkens ist in ihrem Umfang kaum zu erfassen, deshalb kann die Thematik stets nur angerissen werden. Auch zu den Sprichwörtern, Zitaten und geflügelten Worten gibt es eine Fülle von Literatur, jedoch handelt es sich zumeist um reine Sammlungen, die zur Analyse nur die zu erforschenden Objekte - also die Sprüche -, jedoch keinerlei Untersuchung der Quellen bieten, die für den Kulturwissenschaftler von Bedeutung sind.

Zu Beginn der Hausarbeit soll nun mit Hilfe von Definitionen die Kategorisierung der Sprüche möglich gemacht und damit in die Thematik eingeführt werden. Diese bilden, indem sie die Sprüche in Beziehung zu Form und Aussage setzen, die Grundlage zur Analyse und Bewertung des Spruchs „Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen“. In einem zweiten Schritt wird ebendieser Spruch dann kategorisiert und sein Ursprung betrachtet. Schließlich wird er im Kontext der Kulturgeschichte des Essens beurteilt, indem er in Relation zu Ausschnitten ebendieser gesetzt wird, wie zum Beispiel beim Verhältnis von Essen und Festen oder Essen und Glauben, und schlussendlich ein Fazit gezogen.

2. Die Begriffsbestimmung

Um in der Thematik einen zufrieden stellenden Einstieg zu finden, müssen die zu betrachtenden Begrifflichkeiten zunächst voneinander abgegrenzt werden können. Dabei differenzieren sich - orientieren wir uns an Friedrich Seilers Werk „Deutsche Sprichwörterkunde“1 - Sprichwörter von Sittensprüchen, Sentenzen, sprichwörtlichen Redensarten und Formeln und geflügelten Worten. Im Folgenden soll ein jeder dieser Begriffe seine spezifische Definition erhalten. Aufgrund dieser Definitionen sollte eine nähere Bestimmung des Spruches „Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen“ in Hinblick auf seine formelle Zuordnung möglich sein.

2.1 Die Sprichwörter

Sprichwörter sind im engeren Sinne „im Volksmund umlaufende, in sich geschlossene Sprüche von lehrhafter Tendenz und gehobener Form“. 2 Sie sind in sich geschlossen, da kein wesentliches Satzglied beliebig austauschbar ist, wie es bei sprichwörtlichen Redensarten möglich wäre. Die Volkläufigkeit erklä rt sich durch die Schlichtheit und Einfältigkeit der Sprichwörter, denn sie überschreiten weder im Sinn noch im Ausdruck eine obere Grenze. Dies bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass sie im ganzen Gemeinschaft gängig sind. Es ist möglich, dass ein Sprichwort nur in einzelnen Ortschaften oder Landschaften gängig ist. Das Sprichwort an sich bedarf einer besonderen Formgebung, es sollte möglichst kurz und knapp gehalten sein, damit es leicht zu verstehen und zu merken ist. Manche Sprüche kommen aus bestimmten Berufskreisen, andere aus unterschiedlichen Schichten, wobei festgehalten werden muss, dass mit dem Ansteigen der Schicht auch eine Wahrscheinlichkeit einhergeht, dass es eher ein Denkspruch ist. Seine lehrhafte Tendenz erhält das Sprichwort durch die Vermittlung von Erkenntnissen und Normen, die für die Auffassung und Gestaltung des Lebens bedeutsam sind. Daher ist ein Sprichwort oft Ausdruck einer Vorschrift oder Warnung, die teils in befehlender Form, wie bei „Schuster, bleib bei deinen Leisten“, teils durch Wendungen wie man muss, man soll, man kann, zum Beispiel „Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben“, wiedergegeben wird. Häufig spricht es aber seine Lehre indirekt in Form eines Beobachtungs- oder Erfahrungssatzes aus, wie „Rom ist nicht an einem Tag gebaut worden“, aus dem sich jeder die Mahnung oder Warnung selbst entnehmen kann. Die Bildlichkeit des Sprichworts ermöglicht ein leichteres Einprägen und vermittelt damit lebendige, auf die Vorstellung einwirkende Anschauungen. Von vielen Sprichwörtern gibt es Varianten der Auffassung und des Ausdrucks. 3

2.2 Die Sittensprüche

Sittensprüche werden von namhaften Dichtern wie von unbekannten Urhebern verfasst. Sie werden auch gnomische Poesie genannt. Gnomen sind kurze Sinnsprüche, auch Lehrgedichte oder einfach nur Sprüche. Werden sie gereimt so heißen sie Reimsprüche oder Denksprüche, sind sie in Prosa gefasst, so handelt es sich um Devisen, Maximen, Aphorismen oder Apophthegmata. Ein Beispiel für einen Sittenspruch lautet: „Wer nicht kommt zur rechten Zeit, der muss essen (sehn), was übrig bleibt“. Während das Sprichwort ein 1-3zeiliger Spruch ist, so beginnt ab 4 Zeilen die Einordnung in reine Sittensprüche oder sogenannte volkstümliche Gnomik.4

2.3 Sentenzen

Sentenzen sind Aussprüche von Dichtern und Schriftstellern mit lehrhafter Tendenz. Sie bilden nicht ein eigenes Ganze für sich wie Sittensprüche, sondern sind aus einem größeren Werk entnommen, wie zum Beispiel aus einem Drama oder einem Roman. Sentenzen können Sprichwörter werden, wenn sie volksnah bleiben und werden oft mit Sittensprüchen vermischt.5

2.4 Sprichwörtliche Redensarten

Sprichwörtliche Redensarten hingegen sind Wendungen, die der Rede eine gewisse Frische, Natürlichkeit und Derbheit geben. Sie sind mit Sprichwörtern verwandt und ebenfalls volkläufig. Sprichwörtliche Redensarten sind zum Beispiel kurze Ausrufe wie „Au Backe!“ oder „ Schwamm drüber!“ oder Redensarten, die beim Gebrauch unbedingt ein Satzglied brauchen, ohne das sie unvollständig und sinnlos sind wie „Danach (wonach?) kräht kein Hahn“. Hier, wie in den meisten Fällen, ist das wichtige Satzglied das Subjekt, welches ohne Ausnahme eingesetzt werden muss. Sprichwörtliche Redensarten sind nicht durch Kürzung voller Sprichwörter entstanden oder umgekehrt, jedoch können viele in Form eines Sprichworts gebracht werden. „Sich zwischen zwei Stühle setzen“ kann also in den lehrhaften Spruch „Setze dich nie zwischen zwei Stühle“ verändert werden. 6

2.5 Sprichwörtliche Formeln

[...]


1 Seiler, Friedrich: Deutsche Sprichwörterkunde, München 1976.

2 Seiler, Friedrich: Deutsche Sprichwörterkunde, München 1976, S.2.

3 Vgl. ebd., S.2-5.

4 Vgl. ebd., S.8f.

5 Vgl. ebd., S.9ff.

6 Vgl. ebd., S.11ff.

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