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Termpaper, 2005, 30 Pages
Author: Sarikaya Arzu
Subject: Social Pedagogy / Social Work
Details
Institution/College: University of Applied Sciences Ravensburg-Weingarten
Tags: Kinderarmut, Deutschland, Aktuelle, Probleme, Sozialpolitik
Year: 2005
Pages: 30
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 32 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-38019-5
File size: 289 KB
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Excerpt (computer-generated)
Fachhochschule Ravensburg – Weingarten
Fachbereich Sozialwesen
Seminar: Aktuelle Probleme der Sozialpolitik
7. Semester
Arm dran - Kinderarmut in Deutschland
von: Sarikaya Arzu
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung 3
1.1 Motivation zur Themenwahl 3
1.2 Fragestellungen und Eingrenzung der Thematik 4
II. Erklärung und Definition von Armut 5
2.1 Armut allgemein 5
2.2 Wesentliche Formen von Armut 6
2.2.1 Absolute Armut 6
2.2.2 Relative Armut 6 2.3 Bekämpfte und verdeckte Armut 8
III. Risikogruppen für Armut 9
3.1 Kinderreiche Familien 9
3.2 Ausländische Familien 10
3.3 Alleinerziehende 10
3.4 Jugendliche ohne Schulabschluss oder beruflicher Ausbildung 11
IV. Verursachungskomplexe für die Verarmung bei Kindern 12
4.1 Unzureichender Familienlastenausgleich 12
4.2 Wachsende Arbeitslosigkeit 13
4.3 Differenzierung der Haushaltsformen und Lebenszyklen 13
4.4 Wohnraummangel 13
V. Folgen und Konsequenzen der Kinderarmut 14
5.1 Wohnung 14
5.2 Bildung 15 5.3 Gesundheit 17
5.4 Psychosoziale Situation 19
VI. Strategien gegen Kinderarmut 20
6.1 Agenda 2010 22
6.1.1 Ausbau der Kinderbetreuung 22
6.1.2 Kinderzuschlag für geringverdienende Eltern 23
6.1.3 Steuerentlastungen für Alleinerziehende 23
6.1.4 Mehrbedarfszuschläge für alle Alleinerziehenden 23
6.1.5 Kindererziehung Pflegeversicherung 24
6.1.6 Förderung von Frauen mit Familienpflichten 24
6.1.7 Jugendliche Arbeitsmarktreform 25
6.2 Kinderpolitik gegen Kinderarmut 25
VII. Persönliche Stellungnahme 26
VIII. Literaturverzeichnis 28
I. Einleitung
1.1 Motivation zur Themenwahl
Ich habe mich für das Thema „Arm dran - Kinderarmut in Deutschland“ entschieden, da ich bereits eine Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin absolviert habe und auch während meiner zwei Praktika, im Rahmen des Studiums, sehr viel mit Kindern und deren unterschiedlichen Lebenssituationen konfrontiert worden bin. Der Aspekt der Kinderarmut war und ist immer wieder präsent gewesen. Gerade die Arbeit im Kinder- und Frauenschutzhaus in Ravensburg, hat die verschiedenen Formen und Folgen der Kinderarmut partiell zum Vorschein gebracht.
Immer mehr Minderjährige in der Bundesrepublik wachsen in Armut auf. Da Kinder und auch Jugendliche mittlerweile diejenige Altersgruppe bilden, die am häufigsten und stärksten davon betroffen ist, sprechen Sozialwissenschaftler/innen seit einigen Jahren von einer sogenannten „Infantilisierung“ der Armut. Dass es in Deutschland arme Kinder gibt, wurde lange Zeit offiziell totgeschwiegen. Deshalb ist es mir sehr wichtig, mich mit dieser Thematik, in Form meiner schriftlichen Hausarbeit, näher auseinander zusetzen.
Dabei ist vor allen Dingen der sozialpolitische Kontext und die Maßnahmen der Sozialpolitik gegen das stetige Wachstum der Kinderarmut in Deutschland eine bedeutende Komponente. Da ich mich noch stärker politisch engagieren möchte und ich nach meinem Studium mit Kindern und deren Familien in irgendeiner Form arbeiten möchte, ist die Motivation mich intensiver mit diesem Thema zu beschäftigen besonders stark.
1.2 Fragestellungen und Eingrenzung der Thematik
Die Hausarbeit beschäftigt sich intensiv mit dem Thema der Kinderarmut in Deutschland. Ich lege dabei ein besonderes Augenmerk auf die Bearbeitung und Beantwortung folgender wesentlicher Fragen, welche alle das Thema „Kinderarmut in Deutschland“ näher tangieren:
- Wie lässt sich „Armut“ allgemein definieren und welche verschiedenen Formen gibt es?
- Welche Personengruppen sind besonders von „Armut“ betroffen und wie sieht es mit der Gruppe der Kinder in diesem Zusammenhang aus?
- Welche wesentlichen Ursachen für „Kinderarmut“ gibt es und welche Faktoren tragen zur Festigung der „Kinderarmut“ bei ?
- Welche negativen Auswirkungen hat „(Einkommens)Armut“ auf Kinder?
- Wie kann „Kinderarmut“ (sozial)politisch erfolgreich angegangen und bekämpft werden? Welche Rolle spielt dabei die Agenda 2010?
Kinderarmut und die damit verbundenen Aspekte ist ein sehr umfangreiches Feld und kann aus unterschiedlichsten Blickwinkeln betrachtet und erörtert werden. Um den Rahmen der Hausarbeit nicht zu sprengen und einen „roten Faden“ zu gewährleisten, habe ich diese Thematik bewusst auf die Bundesrepublik Deutschland eingegrenzt und die für mich wesentlichsten Punkte in diesem Zusammenhang herausgearbeitet. Das Ziel meiner Arbeit ist es vorrangig, die von mir aufgestellten Fragen explizit zu beantworten und einen konstruktiven Überblick über das Thema „Kinderarmut in Deutschland“ zu schaffen.
Der methodische Aufbau der Hausarbeit orientiert sich stark an den von mir aufgestellten Fragen unter Punkt 1.2. Somit ist der „rote Faden“ stets gegeben und das Thema in einen nachvollziehbaren und logischen Rahmen eingebettet.
II. Erklärung und Definition von „Armut“
2.1 „Armut“ allgemein
Will man sich dem Thema „Kinderarmut in Deutschland“ nähern, so ist zunächst zu klären, was genau unter „Armut“ zu verstehen ist.
Ein zentrales Problem der Armutsforschung besteht jedoch seit jeher darin, das Phänomen der Armut theoretisch zu definieren und in der Folge empirisch zu erfassen. Eine absolut verbindliche Definition von Armut im Sinne einer allgemeinen Gültigkeit kann es nicht geben, da letztendlich jede Armutsdefinition politisch-normativer Natur ist (vgl. KLOCKE/ HURRELMANN 2001: 56). Somit existiert kein allgemeiner Armutsbegriff. Unterschiedliche Menschen, Institutionen und Gesellschaften definieren Armut auf verschiedene Weise.
„Wo Armut beginnt, wird entweder durch eine gesellschaftliche oder wissenschaftliche Konvention oder durch politische Entscheidung festgelegt. Jeder einzelne Bürger kann jedoch aufgrund seiner eigenen, religiös oder philosophisch begründete Werteüberzeugung zu einer hiervon abweichenden Werteüberzeugung kommen“
(MÜLLER 1997: 31).
Mehrheitlich wird in der Sozialwissenschaft der Begriff „Armut“ jedoch in Abhängigkeit von dem verfügbaren Einkommen der Haushalte definiert. Doch Armut ist mehr als die sogenannte „Einkommensarmut“. Armut im Gesamtkontext der Lebenslagen löst die Eindimensionalität der Bestimmung von Armut über das Einkommen ab (vgl. PERIK/ SCHMIDT/ WENDT 1995: 13-14).
Eine Unterscheidung zwischen Armut und sozialer Ungleichheit ist in dieser Hinsicht ebenfalls sehr wichtig, denn damit verbunden sind verschiedene Formen der Legitimierung der Sozialpolitik. Es kann gesagt werden, dass soziale Ungleichheit dann vor liegt, wenn
„Menschen aufgrund ihrer Stellung in sozialen Beziehungsgefügen von den „wertvollen Gütern“ einer Gesellschaft regelmäßig mehr oder weniger als andere erhalten“ (HRADIL 2001: 30).
Der Kampf gegen Armut betrifft somit die Verteidigung des sozialen Grundrechts aufs Überleben, das eine moralische Verpflichtung jeglicher Zivilgesellschaft darstellt. Der Kampf gegen soziale Ungleichheit ist demgegenüber den systematischen Bedingungen und den gesellschaftlich und politisch bedeutsamen Motivationen untergeordnet. Der Kampf gegen soziale Ungleichheit muss als solcher verhandelt werden. Die moralische Verpflichtung des Kampfes gegen Armut und somit auch gegen Kinderarmut legt auch eine Armutsschwelle als Interventionsschwelle fest. Die Gesellschaft anerkennt diese Armutsschwelle als „absolut“ und leistet zu deren Überwindung mindestens eine finanzielle Anstrengung. Diese Schwelle schließt bei der Analyse der Armutsgründe neben der wirtschaftlichen Situation, die sicherlich sehr wichtig ist, auch andere Formen sozialer Bindungen ein (vgl. www.socialinfo.ch, Stand 03.2005).
2.2 Wesentliche Formen der Armut
2.2.1 Absolute Armut
[...]
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