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Graphische Computeranimation - eine 4. Klasse auf dem Weg ins Internet

Examination Thesis, 2000, 88 Pages
Author: Maiko Kahler
Subject: Art - Computer Art / Graphics / Art in Media

Details

Category: Examination Thesis
Year: 2000
Pages: 88
Grade: 1
Bibliography: ~ 20  Entries
Language: German
Archive No.: V39776
ISBN (E-book): 978-3-638-38464-3
ISBN (Book): 978-3-638-70606-3
File size: 1963 KB

Abstract

Über den Einsatz von Computern im Unterricht der Grundschule wird seit einiger Zeit heftig diskutiert. Zahlreiche Praxisberichte zeigen dazu überwiegend positive Ergebnisse auf. Dennoch gibt es immer noch keine einheitliche Regelung, sondern es ist weiterhin der Entscheidung von Lehrerinnen und Lehrern überlassen, eigene unterrichtliche Einsatzmöglichkeiten zu finden und zu erproben. Damit verbunden ist auch, das Risiko des Scheiterns zu tragen. Als ich mit einigen Kindern in einer freien Erkundungsphase das Internet kennenlernte, erklärten sie mir, wie ich an die kleinen Daumenkinobildchen auf einer Seite aus dem Internet komme: „Wenn man durch das Internet surft, kann man mit dem Browser eine Internetseite aufrufen und sich die Gifs durch Anklicken auf die Festplatte laden.“ – Alles klar?! Wenn man sich die Worte dieser „Computersprache“ auf der Zunge zergehen lässt, kommt es einem vielleicht so vor, als ob sich zwei Angler über ihr Hobby im „Anglerlatein“ unterhalten und nicht möchten, dass Außenstehende auch noch an diesem Gespräch teilnehmen. Die Schüler benutzten dabei eine Sprache, die so bisher in der Grundschule nicht geläufig war. Dies veranlasste mich, mich im Rahmen meiner Examensarbeit intensiver mit den Möglichkeiten des Computereinsatzes in der Grundschule zu beschäftigen und mich mit „Graphischen Animationen einer 4. Grundschulklasse auf den Weg ins Internet“ zu machen. Mit der vorliegenden Arbeit möchte ich auch verdeutlichen, inwieweit man sich in der Grundschule im Fach Kunst den Neuen Medien nähern kann. Gerade im Kunstunterricht bietet sich eine Einführung in diesem Bereich an, da hier der kreative und spielerische Aspekt im Vordergrund stehen. Die Schüler können sich so völlig ungezwungen der Materie nähern und ihren künstlerisch- kreativen Vorstellungen Ausdruck verleihen.


Excerpt (computer-generated)

 

Hausarbeit im Rahmen der Zweiten Staatsprüfung
für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen

Thema:
Graphische Computeranimation-
Eine 4. Grundschulklasse auf dem Weg ins Internet

eingereicht von

Maiko Kahler

Datum: 3.1.2000

 

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung ... 5

2 “Neue Medien“ im Rahmen von Kunstunterricht ... 8
2.1 Was sind „Neue Medien“? ... 8
2.2 Chancen und Grenzen Neuer Medien ... 11
2.3 Die Notwendigkeit der Kreativität ... 13
2.3.1 Die Kreativität ... 13
2.3.2 Wahrnehmungstheorie ... 14
2.3.3 Abbilder ... 17
2.3.4 Gestalttheorie ... 18
2.3.5 Derzeitiger Stand der Forschung ... 19
2.4 Neue Möglichkeiten im Kunstunterricht durch Computereinsatz ... 20
2.4.1 Technische Ausstattung ... 20
2.4.1.1 Hardware ... 20
2.4.1.2 Software ... 21
2.4.2 Das Internet (World Wide Web) ... 22
2.4.3 Computer im Kunstunterricht ... 25

3 Die Unterrichtseinheit: „Graphische Animationen“ ... 28
3.1 Vorüberlegungen ... 28
3.1.1 Voraussetzungen in der Schule ... 28
3.1.2 Informationen zur Lerngruppe ... 30
3.1.3 Lernvoraussetzungen ... 31
3.1.4 Übergeordnete Unterrichtsziele ... 32
3.2 Sachanalyse ... 33
3.2.1 Die Trägheit des Auges ... 33
3.2.2 Ausgesuchte kindgerechte Graphiksoftware ... 33
3.2.2.1 Microsoft „Paint“ ... 34
3.2.2.2 „Animagic Gif“ Version 1.0 ... 36
3.2.2.3 Microsoft FrontPage Express Version 2.0 ... 38
3.2.2.4 Laufende Bilder und die Vielfalt der Formate ... 40
3.3 Didaktik zur Unterrichtseinheit ... 42
3.4 Methodik zur Unterrichtseinheit ... 45
3.5 UE: Graphische Animation ... 48
3.5.1 Die Sequenzen im Überblick ... 48
3.5.1.1 Hinführung zum Thema ... 49
3.5.1.2 Eine eigene Comicfigur entsteht ... 50
3.5.1.2.1 Reflexion ... 51
3.5.1.3 Zeichnen eines Daumenkinos ... 52
3.5.1.4 Einführung des Zoetrop ... 53
3.5.1.5 Fertigstellung des Phasenbildstreifens ... 54
3.5.1.5.1 Reflexion ... 55
3.5.2 Aufteilung der Klasse in die Arbeitsgruppe ... 56
3.5.2.1 Erste Zeichnungen am PC ... 57
3.5.2.2 Erste Programmabläufe ... 57
3.5.2.3 Entwerfen der Bildsequenzen ... 59
3.5.2.4 Bildsequenzen in einer Datei zusammenfassen ... 59
3.5.2.5 Gif-Animationen in Frontpage einfügen ... 60
3.5.2.6 Hintergründe und Texte erstellen ... 61
3.5.2.7 Verknüpfungen planen ... 63
3.5.2.8 Hyperlinks setzen ... 63
3.5.2.9 Detailverbesserungen (Startseite, Schluß usw.) ... 64
3.5.2.9.1 Reflexion ... 64
3.5.2.10 Abschluß: Dateien ins Internet bringen ... 69

4 Schluß ... 70
4.1 Reflexion der einzelnen Arbeitsergebnisse ... 70
4.2 Gesamtreflexion ... 75
4.3 Ausblick ... 77

5 Präsentation der Ergebnisse ... 79

6 Verzeichnis verwendeter Programme ... 82

7 Erklärung verwendeter Fachwörter ... 83

8 Literatur- Verzeichnis ... 84

9 Verzeichnis der verwendeten Fotos ... 86

10 Erklärung zur Hilfsmittelnutzung ... 88

 

1 Einleitung
Über den Einsatz von Computern im Unterricht der Grundschule wird seit einiger Zeit heftig diskutiert. Zahlreiche Praxisberichte zeigen dazu überwiegend positive Ergebnisse auf. Dennoch gibt es immer noch keine einheitliche Regelung, sondern es ist weiterhin der Entscheidung von Lehrerinnen und Lehrern überlassen, eigene unterrichtliche Einsatzmöglichkeiten zu finden und zu erproben. Damit verbunden ist auch, das Risiko des Scheiterns zu tragen.

Als ich mit einigen Kindern in einer freien Erkundungsphase das Internet kennenlernte, erklärten sie mir, wie ich an die kleinen Daumenkinobildchen auf einer Seite aus dem Internet komme: „Wenn man durch das Internet surft, kann man mit dem Browser eine Internetseite aufrufen und sich die Gifs durch Anklicken auf die Festplatte laden.“ – Alles klar?!
Wenn man sich die Worte dieser „Computersprache“ auf der Zunge zergehen läßt, kommt es einem vielleicht so vor, als ob sich zwei Angler über ihr Hobby im „Anglerlatein“ unterhalten und nicht möchten, daß Außenstehende auch noch an diesem Gespräch teilnehmen. Die Schüler benutzten dabei eine Sprache, die so bisher in der Grundschule nicht geläufig war. Dies veranlaßte mich, mich im Rahmen meiner Examensarbeit intensiver mit den Möglichkeiten des Computereinsatzes in der Grundschule zu beschäftigen und mich mit „Graphischen Animationen einer 4. Grundschulklasse auf den Weg ins Internet“ zu machen.
Gerade auch der Umgang mit Computern in der Schule war ein zentrales Thema der vergangenen weltgrößten Computermesse CeBit 1999 in Hannover. Dabei verlangte Bundespräsident Herzog vom Bildungssystem, „sich den Anforderungen einer Informationsgesellschaft zu stellen“1, wie er in der Eröffnungsrede sagte. Dazu führte er weiter aus: „Es (Das Bildungssystem, Anm. d. Verf.) müsse sich nachhaltig mit den neuen Medien auseinandersetzen. Der geübte Umgang mit ihnen wird zu einer elementaren Kulturtechnik wie Lesen, Schreiben und Rechnen.“2

Schon im Elternhaus werden viele Kinder an die elektronischen Unterhaltungsmedien herangeführt. Die Schule sollte diese Vorbildung aufgreifen, da sie „die Technisierung der Umwelt bis in die Kinderzimmer nicht einfach ignorieren“3 kann. Das bedeutet aber auch für meine berufliche Zukunft, mich intensiv mit dieser Thematik zu beschäftigen. Nur so kann ich den wachsenden Ansprüchen an die Lehrkräfte von morgen gerecht werden. „Von daher ist es im Hinblick auf eine tragfähige und zukunftsträchtige Unterrichts- und Erziehungskonzeption für alle Lehrerinnen und Lehrer auch der Grundschule erforderlich, sich sachkundig zu machen, um pädagogisch begründbare Konzepte entwerfen zu können, wie konstruktiv mit diesem Trend umzugehen sei.“ 4

Dabei gilt die Grundschule inzwischen als Ort, an dem es früh möglich ist, sich mit den neuen Techniken zu beschäftigen. So machte Günter Schlamp in einem Werkstattgespräch mit Claus Claussen deutlich: „In der Grundschule hat das Internet bessere Chancen als in den weiterführenden Schulen! Es paßt zum entdeckenden Lernen, zum offenen Unterricht und zur Freiarbeit, wenn Kinder eigenen Aufgabenstellungen selbständig nachgehen.“ 5
Innerhalb der vorliegenden Arbeit habe ich mich sehr ausführlich mit Computern in der Grundschule auseinandergesetzt. Dabei habe ich den technischen Hintergründen, wie z.B. Programmauswahl und Schulsituation, einen breiten Raum gewidmet. So wird der enorme Aufwand deutlich, der grundsätzlich in der Schule nötig ist, um sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen.
Mit der vorliegenden Arbeit möchte ich auch verdeutlichen, inwieweit man sich in der Grundschule im Fach Kunst den Neuen Medien nähern kann. „Das Fach Kunst hat die Aufgabe, einen wesentlichen Teil von Medienerziehung zu leisten.“6 Gerade im Kunstunterricht bietet sich eine Einführung in diesem Bereich an, da hier der kreative und spielerische Aspekt im Vordergrund stehen. Die Schüler können sich so völlig ungezwungen der Materie nähern und ihren künstlerisch- kreativen Vorstellungen Ausdruck verleihen. Mit der Kreativität setze ich mich deshalb auch im Abschnitt „2.3 Die Notwendigkeit der Kreativität“ näher auseinander.
Damit Computer in der Schule ein selbstverständliches Medium werden, sollte ein Einsatz möglichst frühzeitig erfolgen. Ich wählte eine 4. Klasse aus, die schon seit dem ersten Schuljahr mit Computern arbeitete.

Für die konkrete Unterrichtsplanung sind die materiellen und organisatorischen Bedingungen, wie beispielsweise die Bereitstellung der Computer, von großer Bedeutung. Weiterhin müssen die Vorerfahrungen der einzelnen Kinder berücksichtigt werden. Beides soll im Kapitel 3.1 dargestellt werden.
Um sich im Computerbereich auszukennen, muß man nach meiner Erfahrung sehr intensiv mit der Materie arbeiten. Daher stelle ich im Abschnitt „3.2.2 Ausgesuchte kindgerechte Graphiksoftware“ einzelne Programme vor und erläutere deren Handhabung. Dieser Teil ist für das grundsätzliche Verständnis der im Anhang vorgestellten Animationen von Bedeutung. Anhand von Beispielen der Schüler habe ich mich am Ablauf der einzelnen Handlungsschritte orientiert, so kann man die Abfolge und den Einsatz der Programme verfolgen. Bei auftretenden Fragen innerhalb der Unterrichtssequenzen kann man in dem o.g. Abschnitt nachlesen.
Zu Beginn der Einheit arbeitete die gesamte Klasse zusammen. Erst mit dem Einsatz der Computer bildete sich die Arbeitsgemeinschaft heraus. Die Aufsplittung stelle ich ausführlich im Kapitel „3.5.2 - Aufteilung der Klasse in die Arbeitsgruppe“ dar.
Eine besondere Bedeutung hat der handelnde Umgang der Schüler mit den Computern. Durch eigene Erfahrungen sollten so die Schüler in der vorliegenden Unterrichtseinheit ein gewisses Maß an Medienkompetenz erlangen.
Im Schlußteil der Arbeit finden sich die einzelnen Arbeitsergebnisse der Schüler, eine Gesamtreflexion und ein Ausblick.
Die Handhabung der Präsentation der Ergebnisse wird im Anhang näher beschrieben.
Innerhalb des Textes spreche ich, zugunsten einer besseren Lesbarkeit, z.B. von „Schülern“ oder „Lehrern“. In diesen Fällen meine ich selbstverständlich auch immer die weibliche Form, d.h. Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer.
Wenn der Begriff Computer benutzt wird, dann ist damit der sogenannte Personal Computer, kurz PC, gemeint. Weitere Fremdwörter werden im Anhang erläutert.

2 “Neue Medien“ im Rahmen von Kunstunterricht
2.1 Was sind „Neue Medien“?
„Die Auseinandersetzung mit den Bildern der Neuen Medien führt zu Erkenntnissen über ihre formalen und technischen Eigenarten ... und zu einem interessengeleiteten Gebrauch“7, heißt es in einer Veröffentlichung des Niedersächsischen Kultusministeriums 1990. Sprechen wir von Neuen Medien dann, wenn wir Computer meinen? Die Einführung der Computer liegt mittlerweile 20 Jahre zurück, Einzug in das private Lebensumfeld haben sie vor gut 10 Jahren gehalten. Aber sind Neue Medien wirklich so neu, wie der Name vermuten läßt? Mit dieser Frage möchte ich mich nun im folgenden Teil auseinandersetzen.

[...]


1 Herzog: Staat und Bürger sollen ans Netz, in: HAZ vom 18.3.1999, S. 9.

2 Henkel: Auch der Staat muß ins Internet, in: HAZ vom 18.3.1999, S. 9.

3 Krauthausen: Zum Einsatz des Computers in der Grundschule, in: Grundschule, Heft 10/95, S. 8ff.

4 ebenda

5 Claussen, Schlamp: Grundschule goes Internet, in: Grundschule, Heft 5/97, S. 60ff.

6 Nds. Kultusminister (Hrsg.): Neue Technologien und das Fach Kunst, in: Neue Technologien und Allgemeinbildung, Anregungen für den Unterricht – KUNST, 1990, S. 2.

7 Nds. Kultusminister (Hrsg.), a.a.O., S.2.


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