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Details

Veranstaltung: Pädagogische Anthropologie
Institution/Hochschule: Technische Universität Dresden (Erziehungswissenschaften)
Tags: Erziehungsbedürftigkeit, Menschen, Pädagogische, Anthropologie
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 1999
Seiten: 34
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 10  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 230 KB
Archivnummer: V4411
ISBN (E-Book): 978-3-638-12733-2
ISBN (Buch): 978-3-638-63863-0

Zusammenfassung / Abstract

EINLEITUNG Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der Erziehungsbedürftigkeit des Menschen. Wir wollen der Frage nachgehen, ob der Mensch erziehungsbedürftig ist. Im ersten Kapitel geht es um die klassische Anthropologie, die den Menschen unter dem Aspekt erforscht, dass er ein erziehungsbedürftiges und erziehungsfähiges Lebewesen ist. Hier werden insbesondere die biologischen und philosophischen Aspekte betrachtet, die zur Erklärung der Erziehungsbedürftigkeit des Menschen dienen. Im zweiten Kapitel wollen wir zunächst den Begriff der Erziehungsbedürftigkeit klären und zudem etwas über die Pflegebedürftigkeit, die Legitmation der Erziehung durch fehlgeschlagene und uneffektive familiäre Erziehung, die Substituierung des freien ungelenkten Erfahrungserwerbs, die Produktion der Erziehungsbedürftigkeit durch die Erziehung selbst sowie über die Erziehung als eine sehr komplexe Situation erfahren. Was Erziehung ist, soll uns in dritten Kapitel näher gebracht werden, wobei wir hier verschiedene Erziehungsarten kennenlernen werden und uns auch einen Einblick in die Erziehungssituation von heute verschaffen können. Ein radikaler Umschwung erfolgt dann im vierten Kapitel. Da werden uns die Hauptmerkmale der Antipädagogik erklärt, die ja der Auffassung ist, dass kein Mensch ist erziehungsbedürftig ist. Wir werden das Menschenbild der Antipädagogik kennenlernen und es im Vergleich zur Pädagogik betrachten. Auch werden wir etwas über die Schwarze Pädagogik erfahren, durch die die Antipädagogik einen entscheidenden Aufschwung erhielt. Im fünften und letzten Kapitel lernen wir Andreas Flitner und seinen Erziehungsbegriff kennen. Für ihn liegt Erziehung zwischen Pädagogik und Antipädagogik. Er sieht sie als Lebensbegleitung. Ganz zum Schluß möchte ich noch versuchen , die Frage zu klären, ob der Mensch erziehungsbedürftig ist. Es soll nur ein Versuch sein und ich werde hier auch meine eigene Meinung mit einbringen. Man kann natürlich noch viel mehr schreiben, um die Frage nach der Erziehungsbedürftigkeit zu beantworten, aber ich hoffe, ich habe trotzdem die wesentlichen Grundgedanken erfassen können.

Textauszug (computergeneriert)

Universität Dresden
Institut Erziehungswissenschaften

Erziehungsbedürftigkeit des Menschen

Dana Bochmann
Sozialpädagogik/6. Semester

Pädagogische Anthropologie
Sonja Häder

SS 1999

EINLEITUNG
Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der Erziehungsbedürftigkeit des Menschen. Wir wollen der Frage nachgehen, ob der Mensch erziehungsbedürftig ist. Im ersten Kapitel geht es um die klassische Anthropologie, die den Menschen unter dem Aspekt erforscht, dass er ein erziehungsbedürftiges und erziehungsfähiges Lebewesen ist. Hier werden insbesondere die biologischen und philosophischen Aspekte betrachtet, die zur Erklärung der Erziehungsbedürftigkeit des Menschen dienen. Im zweiten Kapitel wollen wir zunächst den Begriff der Erziehungsbedürftigkeit klären und zudem etwas über die Pflegebedürftigkeit, die Legitmation der Erziehung durch fehlgeschlagene und uneffektive familiäre Erziehung, die Substituierung des freien ungelenkten Erfahrungserwerbs, die Produktion der Erziehungsbedürftigkeit durch die Erziehung selbst sowie über die Erziehung als eine sehr komplexe Situation erfahren. Was Erziehung ist, soll uns in dritten Kapitel näher gebracht werden, wobei wir hier verschiedene Erziehungsarten kennenlernen werden und uns auch einen Einblick in die Erziehungssituation von heute verschaffen können. Ein radikaler Umschwung erfolgt dann im vierten Kapitel. Da werden uns die Hauptmerkmale der Antipädagogik erklärt, die ja der Auffassung ist, dass kein Mensch ist erziehungsbedürftig ist. Wir werden das Menschenbild der Antipädagogik kennenlernen und es im Vergleich zur Pädagogik betrachten. Auch werden wir etwas über die Schwarze Pädagogik erfahren, durch die die Antipädagogik einen entscheidenden Aufschwung erhielt. Im fünften und letzten Kapitel lernen wir Andreas Flitner und seinen Erziehungsbegriff kennen. Für ihn liegt Erziehung zwischen Pädagogik und Antipädagogik. Er sieht sie als Lebensbegleitung. Ganz zum Schluß möchte ich noch versuchen , die Frage zu klären, ob der Mensch erziehungsbedürftig ist. Es soll nur ein Versuch sein und ich werde hier auch meine eigene Meinung mit einbringen. Man kann natürlich noch viel mehr schreiben, um die Frage nach der Erziehungsbedürftigkeit zu beantworten, aber ich hoffe, ich habe trotzdem die wesentlichen Grundgedanken erfassen können.

INHALTSVERZEICHNIS

Einleitung

I. Erziehung im Spiegel der klassischen Anthropologie
   
1.1. Biologische Aspekte
    1.2. Philosophische Aspekte

II. Erziehungsbedürftigkeit-"moderner Mythos"
   
2.1. Definition des Begriffes Erziehungsbedürftigkeit
    2.2. Die natürliche Pflegebedürftigkeit des Menschen
    2.3. Legitimation der Erziehung durch fehlgeschlagene und uneffektive 
    familiäre Erziehung
    2.4. Substituierung des freien und ungelenkten Erfahrungserwerbs
    2.5. Produktion der Erziehungsbedürftigkeit durch die Erziehung selbst
    2.6. Erziehung eine sehr komplexe Situation

III. Was ist Erziehung?
   
Erziehung heute

VI. Antipädagogik
   
4.1. Allgemeine Betrachtung
    4.2. Das Menschenbild im Spiegel der Pädagogik/Antipädagogik
    4.3. Die Pädagogik der Antipädagogik
    4.4. Die "Schwarze Pädagogik"

V. Erziehungsbegriff nach Andreas Flitner

Literaturverzeichnis


I. Erziehung im Spiegel der klassischen Anthropologie
Jeder, der pädagogisch handelt hat ein Menschenbild. Praxis und Theorie der Pädagogik beruhen auf einer impliziten Anthropologie. Jemand, der den Menschen für ein biologisches "Mängelwesen" hält und zudem noch für instinktunsicher und triebhaft , das nur durch Kultur überleben kann, wird anders erziehen als der, der die Auffassung vertritt, daß im Menschen alle Fähigkeiten schlummern und sich von selbst entfalten und ihn für die Krone der Schöpfung hält. # Die pädagogische Anthropologie wird spätestens seit Beginn des 18. Jahrhunderts als Begründung und Rechtfertigung von Erziehung verstanden. Daher gehört die Erziehungsbedürftigkeit auch zum Kernbestand einer pädagogischen Anthropologie. Die Erziehung des Menschen ist eine unverzichtbare Grundlage menschlichen Lebens.# Die pädagogische Anthropologie erforscht den Menschen unter seinem spezifischen Aspekt: der Mensch als erziehungsfähiges und erziehungsbedürftiges Lebewesen. Es gibt verschiedene Aspekte, mit denen die Erziehungsbedürftigkeit des Menschen zu erklären ist. Ich beziehe mich besonders auf den biologischen und den philosophischen Aspekt.


1.1. Biologische Aspekte
Die biologische Sonderstellung des Menschen und seine daraus erwachsende Erziehungsbedürftigkeit werden mit verschiedenen wesentlichen Kategorien angesprochen. Diese lauten: "physiologische Frühgeburt", "extrauterines Frühjahr", "sekundärer Nesthocker", "sozialer Mutterschoß", "hilfloser Nestflüchter", "Unfertigkeit", "Schutzbedürftigkeit", "lange Entwicklungszeit", "verlängerte Kindheit und Jugendzeit". Diese Kategorien beruhen alle auf dem Vergleich der organischen Beschaffenheit mit denen der höher entwickelten

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