Please wait
Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.
Termpaper, 2004, 20 Pages
Author: Janine Dahlweid
Subject: German Studies - Modern German Literature
Details
Institution/College: Free University of Berlin (Deutsche Philologie)
Tags: Konflikte, Briefen, Funktion, Briefwechsels, Liebesbeziehung, Marieluise, Fleißers, Hellmut, Draws-Tychsen, Paar-Briefe, Brief-Paare
Year: 2004
Pages: 20
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 4 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-43000-5
File size: 123 KB
Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der Funktion des Briefwechsels für die konfliktreiche Liebesbeziehung von Marieluise Fleißer mit Hellmut Draws-Tychsen. Es werden mögliche Verwendungen und Grenzen des Mediums Brief für menschliche Beziehungen exemplarisch aufgezeigt.
Other users also were interested in the following titles:
Excerpt (computer-generated)
Freie Universität Berlin
Proseminar: Paar-Briefe / Brief-Paare
Konflikte in Briefen - Die Funktion des Briefwechsels für
die Liebesbeziehung Marieluise Fleißers mit
Hellmut Draws-Tychsen
von: Janine Dahlweid
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Phasen der Beziehung und des Briefwechsels 4
3. Liebeskonzept 5
4. Trennung und Distanzierung 10
5. Endgültiger Bruch 13
6. Resümee 15
Literaturverzeichnis 18
1. Einleitung
In dem Aufsatz „Zur Geschichtlichkeit des Liebesbriefs. Eine dissonante Dokumentation aus dem Jahre 1930“ beschäftigt sich Anke Bennholdt- Thomsen mit der Bedeutung des Briefes nach dem Aufkommen neuer Kommunikationsm edien (Telegramm, Telefon) zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Da zahlreiche Briefwechsel in dieser Zeit belegen, dass der Brief entgegen anderer Behauptungen nicht verdrängt wurde, „muß ihm“ – so Bennholdt-Thomsen – „im Rahmen der menschlichen Kommunikationsformen ein neuer Stellenwert zugekommen sei n, der seinen Inhalt und seine Form betrifft.“ 1 Ihre Untersuchung gründet auf einer Reihe von Liebesbriefen, die am 25. Dezember 1930 im „Berliner Tageblatt“ veröffentlicht wurden. Die Redaktion hatte einige deutsche Schriftstellerinnen und Schriftsteller zu de m Beweis aufgefordert, dass die Fähigkeit zum Schreiben von Briefen, insbesondere von Liebesbriefen, noch vorhanden ist. Dass die Redaktion mit dem Ergebnis zwar zufrieden, aber da von überrascht gewesen ist, komm t laut Bennholdt-Thomsen durch ihre Einschätzung d er Briefe als „zeitgenössisch “ zum Ausdruck. Aus dieser Reaktion schließt sie, dass die Redaktion die Briefe als Abweichung vom herkömmlichen Liebesbrief wahrgenommen hat, denn erwartet wurde offensichtlich der klassische Werbungsbrief, in dem die Liebesgefühle der Liebenden ausgedrückt w erden. Der Frage nach dem Charakter d es Kriterium s „zeitgenössisch“ sowie der Frag e nach dem Wandel der Liebe und des Liebesbriefes geht Bennholdt-Thomsen in ihrer Analyse der eingeschickten Briefe von Joe Lederer, Robert Walser, Marieluise Fleißer, Robert Musil, Manfred Hausmann, Joachim Ringelnatz, Erich Kästner und Ilse Faber nach.
Die Autorin des Aufsatzes räum t selbst bis zu einem gewissen Grad ein, dass das Ergebnis ihrer Analyse vage ist, da die Literarizität de r Briefe ihren Wert als Zeitdokum ent einschränkt. W eil die Briefe von Schriftstellerinnen und Schriftstellern zum Zwecke der V eröffentlich ung eingesendet wurden, kann nicht angenommen werden, dass sie erstens repräsentativ für die Gesamtbevölkerung und zweitens auth entisch sind, da sie nicht aus der Privatsphäre stammen. Bedenklich ist außerdem die Tatsache, dass mit Hilfe dieser wahrscheinlich fiktiven Liebesbriefe die zu der Zeit aktuelle Notwendigkeit bzw. F ähigkeit des Briefeschreibens nachgewiesen werden sollte. Die Schriftstellerinnen und Schriftsteller könnten sich daraufhin veranlasst gefühlt haben, sich in de r Öffentlichkeit zu profilieren und ein e gewisse Originalität an zustreb en. Für die Gültigk eit des Ergebnisses von Bennholdt-T homsen spricht ihren eigenen Angaben zufolge „eine gem einsame Position [der Briefe], die einen gesc hichtlichen W andel der überlieferten Liebesauffassung sowie vor allem gegenüber der tradierten Bedeutung und Funktion des Liebesbrief-Schreibens markiert“ 2. Um ihre auf fiktiven Briefen basierenden Ergebnisse zu überprüfen, m ö chte ich ‘reale’ Briefe eines Paares dieser Zeit auf die Frage nach ih rer Funktion für die Liebesbeziehung analysieren. Es liegt nahe, den B riefwechsel von Marieluise Fleißer und Hellmut Draws-Tychsen zu untersu chen, da sich Bennholdt-Thom sens Ergebnisse unter anderem auf den im „Ber liner Tageblatt“ abgedruckten Brief von Marieluise Fleißer an Draws-Tychsen beziehen. 3 Die Briefe sind beispielhaft für die schriftlic he Korrespondenz einer aufgrund schwerwiegender Gegensätze schwie rigen Paarbeziehung. Da Bennholdt- Thom sens Behauptungen auf den Aspekt der Differenz in der Liebesbeziehung Bezug nehm en, ist es interessant herauszufinden, ob und wie die briefliche Kommunikation über einen längeren Zeitr aum produktiv für die konfliktreiche Beziehung genutzt wird. Leider sind fa st nur Briefe von Fleißer an Draws- Tychsen erhalten, so dass überwiegend von Marieluise Fleißer geschriebene Briefe in die Betrachtung rücken werde n. Anhand dieser Briefe wird zu zeigen sein, ob die von Bennholdt-Thom sen getroffenen Aussagen über die im „Berlin er Tageblatt“ veröffentlichten Liebesbriefe, eingeschlossen den von Marieluise Fleißer, sich über den gesa mten Zeitraum des Briefwechsels, in dem Fleißer und Draws-Tychsen eine L iebesbeziehung haben, bestätigen lassen. Um aus den Resultaten ihrer Untersuchung Fragen für die Analyse des Briefwechsels ableiten zu können, möch te ich Bennholdt-Thom sens Thes en im Folgenden kurz erläutern. Zunäc hst stellt sie fest, dass die meisten abgedruckten Liebesbriefe von einer durch die Charakterkonstellation bedingten Differenz zeugen, m it der in den Briefen unterschiedlich umgegangen werde. Diese könne zum Beispiel wie bei Fleißer zu offen ausgesprochenen Konflikten führen, könne gefürchtet, gewünscht oder zu überspringen versucht werden. Gem einsam sei den Briefen, die Bennholdt- Thom sen in die drei Sorten der Fernliebe, des Abschieds und des Streits einteilt, in jedem Fall die bewusste Distanz ierung vom jeweiligen Adressaten. Daher werde der brieflichen Kommuni kation der Vorzug gegeben, obwohl das mündliche Gespräch bei räum licher Nähe möglich sei.
[...]
1 Bennholdt-Tho msen (1991), S. 193.
2 Bennholdt-Tho msen (1991), S. 210.
3 Es ist anzunehmen, dass der im „Berliner Tageblatt“ veröffentlichte Brief an Draws-Tychsen gerichtet ist, da sie mit ihm zu der Zeit eine konfliktuöse Beziehung führt und die im Brief beschriebene Situation der ihrer gemeinsamen Wohnung in der Barfußgasse 7 in Berlin entspricht. Zudem ist die Anrede des Briefes mit „Lieber D...!“ kaum verschlüsselt.
Comments
No comments yet
Other users also were interested in the following titles:
Sozialpsychologische Chatforschung
Author: Carla GröneGerman Studies - Linguistics, 2002 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit - Formatvorlage / Vorlage für eine Hausarbeit für Microsoft Word
Author: GRIN VerlagPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2005 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit - Formatvorlage / Vorlage für eine Hausarbeit für OpenOffice.org
Author: GRIN VerlagPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2005 Download as PDF-file for 9,99 EUR
Formatvorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit / Vorlage zur Erstellung einer Hausarbeit
Author: Marco FeindlerPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2005 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Author: GRIN VerlagPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2008 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit
Author: Zoran ZivkovicPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Author: Claudia NickelPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2006 Download as PDF-file for 4,99 EUR
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Author: Maik PhilippPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - Hausarbeiten - Seminararbeiten
Author: Mark RichterPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2008
This text can be quoted and accessed from this url: