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Scholary Paper (Seminar), 2005, 20 Pages
Author: Stefan Plenk
Subject: Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
Details
Institution/College: LMU Munich
Tags: Gesellschaftsvertrag, Thomas, Hobbes, Wirkungen, Philosophen, John, Locke, David, Hume, Typen, Sozialvertrags, Philosophie, England 18.Jhdt, politische Theorie
Year: 2005
Pages: 20
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 19 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-43464-5
ISBN (Book): 978-3-638-77533-5
File size: 236 KB
In dieser Arbeit werden drei wichtige britische Philosophen anhand des Gesellschaftsvertrags und dem anschließenden Staatsaufbau verglichen. Besonders wertvoll für die Zwischenprüfung im Studium ist hierbei der Vergleich von Hobbes und Locke, für das Philosophiestudium dürfte auch David Hume von großer Bedeutung sein.
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Abstract
Diese Arbeit in den politischen Theorien versucht die drei Philosophen Thomas Hobbes, John Locke und David Hume mit ihren verschiedenen Gesellschaftsvertragsmodellen zu vergleichen und zu interpretieren. Dabei werden jeweils die Urzustände, die Vertragsschließungen und die späteren Staatszustände kritisch miteinander verglichen. Resümiert wird auch, wie sich die Theoretiker untereinander beeinflusst haben könnten und inwiefern man die Vertragsmodelle gegeneinander aufstellen und interpretieren kann. Für Philosophiestudenten und Studenten der politischen Theorien, insbesondere der Gesellschaftsvertragstheorien.
Excerpt (computer-generated)
LMU München
GSI Fakultät für politische Wissenschaften
Übung: Politische Theorie
Der Gesellschaftsvertrag bei Thomas Hobbes und seine
Wirkungen auf die britischen Philosophen
John Locke und David Hume
von: Stefan Plenk
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Grundinformationen 3
1.1 Historischer Überblick: England im 17.Jahrhundert 3
1.2 Philosophische Entwicklungslinien 3
1.3 Der Sozialvertrag: Allgemeines 4
2. Der Gesellschaftsvertrag von Thomas Hobbes 5
2.1 Der Naturzustand – Bellum omnium contra omnes 5
2.2 Die Begründung des Gesellschaftsvertrages 6
2.3 Die Typisierung des Vertrages 6
2.4 Der Staatszustand: ein Überblick 7
3. John Locke versus Thomas Hobbes 8
3.1 Kritiker oder Nachahmer? 8
3.2 Der Naturzustand – eine positivere Betrachtungsweise 9
3.3 Der Gesellschaftsvertrag – eine Alternative zu Hobbes 10
3.4 Der Staatszustand – die gemäßigtere Variante 11
4. David Hume versus Thomas Hobbes 13
4.1 Hume der große Kritiker von Hobbes? 13
4.2 Die etwas andere Natur des Menschen bei Hume 13
4.3 Der Weg zum Vertrauensstaat 14
4.4 Der Staatszustand - eine Annäherung 15
4.5 Fazit: Ist Hume nun ein Kritiker Hobbes? 16
5. Schlussfazit 17
6. Literaturangaben 19
1. Einleitung und Grundinformationen
1.1 Historischer Überblick: England im 17.Jahrhundert
Das 17.Jarhundert war in England eine fürwahr aufregende, außergewöhnliche Epoche. Mit einer kurzen historische Rundreise durch das von Revolutionen, Kriegen, Niederlagen und Siegen geprägte Land, soll diese Seminararbeit beginnen, denn dadurch lässt sich auch die Entwicklung der Staatsphilosophie jener Zeit besser verstehen. Dass insbesondere die großen britischen Denker dieser Epoche – Thomas Hobbes, John Locke und David Hume - davon beeinflusst wurden, ist angesichts der großen Umwälzungen im 17.Jahrhundert augenscheinlich. Durch die Inthronisierung der katholischen Stuart Dynastie ab 1603, kam es zu ernsthaften Konflikten mit dem schon bestehenden englischen Parlament.1 Diese Diskrepanzen waren nicht nur durch die unterschiedlichen Konfessionen – Katholiken gegen Anglikaner – sondern auch durch die konträren politischen Weltanschauungen ausgebrochen. Das absolutistisch denkende Königshaus versuchte erfolglos in einem konstitutionell-monarchistisch aufgebauten Staat ihre alte Macht wiederherzustellen.2 Dieser schwelende Brand breitete sich im englischen Bürgerkrieg 1642 wie ein Lauffeuer aus, wobei sich die Parlamentarier unter Oliver Cromwell militärisch gegen das Königtum durchsetzen konnten. Nach der Hinrichtung König Karls I. 1649 errichtete Cromwell, ähnlich wie Robespierre zirka 150 Jahre später, eine republikanische Diktatur, die elf Jahre lang das Land peinigen sollte.3 1688/89 erzwang schließlich das Parlament eine neue politische, parlamentarischmonarchische Ordnung in der so genannten „Glorious Revolution“. Mit Willhelm von Oranien setzten sie einen liberalen Regenten ein und stellten so erstmalig eine bipolare Gewaltenteilung her. Nach diesem zweiten englischen Umsturz im 17.Jahrhundert endete eine besondere Zeit, deren politische Erschütterungen noch bis heute weiter wirken.4
1.2 Philosophische Entwicklungslinien
Genau in diese Ära fallen daher nicht ohne Grund einige der bedeutendsten britischen philosophischen Grundüberlegungen die, ausgehend von der historischen Evolution, letzen Endes auch die Geisteswissenschaften erzittern lassen sollten. Das erste philosophische Erdbeben lösten die Gedanken eines der bekanntesten Genies des 17.Jahrhunderts aus: Thomas Hobbes (1588-1679). Dieser, oft als Begründer der Philosophie der Neuzeit bezeichnet, bricht in seinen Werken mit vielen Theorien, die schon seit der Antike verwendet und geschätzt worden waren.5 Hobbes trennte sich von althergebrachten Skeptizismus und konzentrierte sich „ganz auf den Boden des modernen physikalischen Denkens“.6 Sein Weltbild war ein rein mechanisches, dass man nur durch Erkenntnis, durch Erfahrung, Empirie erforschen konnte. In dieser empirisch orientierten Weltanschauung, wendet Thomas Hobbes sich von den Vermutungen der Scholastiker ab und reiht sich in damit in die Philosophie ein, welche als Empirismus bezeichnet wird. Vor allem „die Staatslehre ist aber das Kernstück und der Teil seiner Philosophie, der den nachhaltigsten Einfluss gehabt hat.“7
Sein Konstrukt des Gesellschaftsvertrages (GV) - in dieser Arbeit soll es vor allem um die staatswissenschaftlichen Aspekte gehen - beeinflusste andere Philosophen jeglicher Epochen nachhaltig. Der „Leviathan“ sein Hauptwerk der Staatsphilosophie diente Denkern wie John Locke, David Hume, aber auch Immanuel Kant oder Jean Jacques Rousseau, als Vorbild, welches für die eigenen Gedanken übernommen, angepasst, kritisiert oder konterkariert wurde.8 In dieser Seminararbeit soll es nun vor allem um die politische Theorie von Thomes Hobbes gehen, sowie deren Einfluss auf die britischen Philosophen John Locke (1632-1704) und David Hume (1711-1776).9 Nach diesem kurzen Geschichtlichen Exkurs und einem anschließenden allgemeinen Kapitel zum Sozialvertrag (SV), folgt die Vorstellung des Vertrags von Thomas Hobbes. Schließlich erfolgt eine Betrachtung der staatsphilosophischen Ideen von Locke und Hume, wobei insbesondere der Einfluss von Hobbes deutlich gemacht werden soll. Ein abschließendes Fazit wird diese Arbeit zu guter letzt abrunden. Doch zunächst einige grundlegende Informationen zum GV.
2.3 Der Sozialvertrag: Allgemeines
„Die Vorstellung des Gesellschaftsvertrags zwischen [einem] Volk und seiner Regierung, spielte eine zentrale Rolle in der Debatte über politische Systeme.“10 Vertragstheorien erklären das Entstehen eines Staates und/oder einer Gesellschaft, durch ein Übereinkommen in Forme eines fiktiven Vertrags zwischen Individuen.11 Der SV taucht schon in der Zeit der antiken Sophisten im 5.Jahrhundert v. Chr. erstmalig auf. Diese propagierten damals die Errichtung einer gesellschaftlichen Ordnung auf Vertragsbasis.12 In der frühen Neuzeit kam es schließlich zur späten Renaissance der des Vertragsargumentes, wobei ganz unterschiedliche Formen des Kontraktes auftauchten. Man ordnet daher heute Gesellschaftsvertragstheorien anhand ihrer Typologie und ihres Gegenstandes in verschiedene Kategorien ein. Der einmal vollzogene Urvertrag, der ständig erneuerbare implizierte Vertrag sowie der hypothetische, fiktive Vertrag bezeichnen den Typus eines GV.13
[...]
1 (Vgl. :Wolfgang Emer: Grundwissen Geschichte, S.122)
2 (Ebda.: S.123)
3 (Vgl.: Robert Stuart: Ideen die, die Welt veränderten, S.17)
4 (Ebda.: S.18ff.)
5 (Vgl.: Hans Joachim Störig: Kleine Weltgeschichte der Philosophie, S.159 ff.)
6 (Ebda.:, S.394 ff.)
7 ( Ebda.: S.333 ff.)
8 (Vgl.: Stuart: Ideen, S. 280)
9 (Vgl.: Störig: Kleine Weltgeschichte, S.393 ff.)
10 (Vgl.: Stuart: Ideen, S. 281)
11 (Vgl.: David Boucher & Paul Kelly: the social contract from Hobbes to Rawls, S. 81 ff.)
12 (Vgl.: Störig: Kleine Weltgeschichte, S.161 f.)
13 (Vgl.: Boucher & Kelly: Social contract, S. 2 ff.)
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