Please wait
Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.
Scholary Paper (Seminar), 2003, 13 Pages
Author: Marius Müller-Falcke
Subject: Interpreting / Translating
Details
Institution/College: University of Heidelberg (Institut für Übersetzen und Dolmetschen)
Tags: Text, Grundlagen, Textualität, Einführung, Sprach-, Fachtextsorten
Year: 2003
Pages: 13
Grade: 2,3
Bibliography: ~ 4 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-43879-7
ISBN (Book): 978-3-638-92198-5
File size: 64 KB
Other users also were interested in the following titles:
Abstract
Für viele Berufe – auch den des Übersetzers und Dolmetschers – ist der Erwerb von Textkompetenz eine Notwendigkeit. Darunter versteht man die Fähigkeit, sich fremde Texte geistig zu Eigen zu machen und eigene Texte zu erstellen. Die Textkompetenz lässt sich üben durch das Studium der linguistischen Textanalyse, die die Struktur (grammatischer und thematischer Aufbau) und die kommunikative Funktion eines Textes untersucht. So werden Einsichten in die Regelhaftigkeit der Textbildung und des Textverstehens vermittelt. Zunächst ist daher die Frage zu untersuchen, was unter einem Text zu verstehen ist und was eine Wortfolge zum Text macht. Die vorliegende Arbeit befasst sich mit den Bedingungen, die eine Folge von Wörtern erfüllen muss, um als Text bezeichnet zu werden. Man fasst diese Bedingungen unter dem Begriff Textualität (Textlichkeit, Texthaftigkeit) zusammen.
Excerpt (computer-generated)
Was macht den Text zum Text? Grundlagen der Textualität
von: Marius Müller-Falcke
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der vorwissenschaftliche Textbegriff
3. Der linguistische Textbegriff
4. Einführung des Begriffs „Textualität“
5. Die sieben Textualitätskriterien
5.1 Kohäsion
5.2 Kohärenz
5.3 Intentionalität
5.4 Akzeptabilität
5.5 Informativität
5.6 Situationalität
5.7 Intertextualität
6. Gesamtheit der Textualitätskriterien
7. Vorläufige Definition des Textbegriffs
8. Zusammenfassung
1. Einleitung
Für viele Berufe – auch den des Übersetzers und Dolmetschers – ist der Erwerb von Textkompetenz eine Notwendigkeit. Darunter versteht man die Fähigkeit, sich fremde Texte geistig zu Eigen zu machen und eigene Texte zu erstellen. Die Textkompetenz lässt sich üben durch das Studium der linguistischen Textanalyse, die die Struktur (grammatischer und thematischer Aufbau) und die kommunikative Funktion eines Textes untersucht. So werden Einsichten in die Regelhaftigkeit der Textbildung und des Textverstehens vermittelt. Zunächst ist daher die Frage zu untersuchen, was unter einem Text zu verstehen ist und was eine Wortfolge zum Text macht. Die vorliegende Arbeit befasst sich mit den Bedingungen, die eine Folge von Wörtern erfüllen muss, um als Text bezeichnet zu werden. Man fasst diese Bedingungen unter dem Begriff Textualität (Textlichkeit, Texthaftigkeit) zusammen.
2. Der vorwissenschaftliche Textbegriff:
Im Alltagsverständnis wird der Text vorwissenschaftlich gesehen und verbindet damit meistens das geschriebene Wort. Viele Wissenschaften, wie z.B. die Theologie, Geschichte, Pädagogik und Jurisprudenz beschäftigen sich auf unterschiedliche Weise mit Texten. Es werden Texte unter verschiedenen Gesichtspunkten und mit unterschiedlicher Zielsetzung untersucht. So legt zum Beispiel die Theologie religiöse Texte aus und die Jurisprudenz Gesetzestexte. Um genauer herauszufinden, welche Eigenschaften ein Text aufweisen muss, damit man ihn auch als solchen bezeichnet, ist es sinnvoll, zu prüfen, in welchen Zusammenhängen das Wort „Text“ verwendet wird und welche Erläuterungen sich hierzu in Lexika finden lassen: Der Kleine Duden führt unter dem Begriff „Text“ folgende Stichpunkte auf:
1. Wortlaut eines Schriftstücks, Vortrags o. ä.
2. Zusammenhängende Folge von Sätzen (Sprachw.)
3. Bibelstelle als Predigtgrundlage
4. Beschriftung (z. B. von Abbildungen)
5. Die zu einem Musikstück gehörenden Worte
Im Neuen Lexikon findet man unter „Text“ die folgenden Erläuterungen: Text, ein geschriebener o. gesprochener verbaler Zusammenhang, i. d. R. der Wortlaut eines sprachl. Sinnzusammenhanges. T. bezeichnet im Grunde alles an menschlichen Äußerungen: Vom Gedicht über den Zeitungsartikel oder ein Theaterwerk bis zu alltagssprachlichen Bemerkungen. In der Alltagssprache wird der Begriff „Text“ zum Beispiel in folgenden Zusammenhängen verwendet (vgl. Brinker 1997:11):
- ein langer, gedruckter Text; einen Text vorlesen, vortragen, auswendig lernen, korrigieren, überfliegen, kommentieren, ändern, ergänzen, erstellen, übersetzen…
- den vollen Text einer Rede abdrucken, nachlesen; der Text eines Vertrages, Telegramms, Dramas…
- die Texte zu den Abbildungen schreiben
- über einen Text predigen
- der Text eines Liedes, einer Oper…
Aus diesen Beispielen wird deutlich, dass in der Alltagssprache der Begriff „Text“ unterschiedliche Bedeutungen aufweisen kann. Zusammenfassend gilt jedoch: „„Text“ ist eine (schriftlich) fixierte sprachliche Einheit, die in der Regel mehr als einen Satz umfasst.“ (Brinker 1997:12) Dazu kommt, dass in der Alltagssprache eine Satzfolge nur dann als Text bezeichnet wird, wenn sie inhaltlich-thematisch zusammenhängend, also kohärent ist. Das Wort „Text“ selber kommt vom lateinischen „textus“, was wiederum von „texere“ abgeleitet wird und „Gewebe“ bedeutet. Gemeint ist damit die Webart, also der Stil der zusammenhängenden Wörter.
3. Der linguistische Textbegriff:
Im Gegensatz zu diesem vorwissenschaftlichen Verständnis bemühen sich die Sprach - und die Literaturwissenschaften um eine genauere Definition des Begriffes „Text“. Es werden jedoch unterschiedliche Definitionen für den Textbegriff vorgestellt, die den Text vor allem als Kommunikationsbestandteil ansehen. Danach können Texte mündlich oder schriftlich vorliegen, ein – oder mehrsätzig, als Monologe oder Dialoge, rein sprachlich oder mit anderen Kommunikationsformen gemischt. Eine allgemein akzeptierte Definition liegt bis heute nicht vor, was sich unter anderem auch aus den unterschiedlichen Untersuchungszielen und Ansätzen der einzelnen Wissenschaftler erklärt. Nach Brinker gibt es zwei Hauptrichtungen der Textlinguistik mit unterschiedlichen Definitionen des Textbegriffs:
[...]
Comments
No comments yet
Other users also were interested in the following titles:
Grundbegriffe der Textlinguistik - Die sieben Kriterien der Textualität
Author: M.A. Kathleen DeutschmannSpeech Science / Linguistics, 2004 Download as PDF-file for 7,99 EUR
Textsorte Kochrezepte
Author: Stephan VierkantSpeech Science / Linguistics, 2004 Download as PDF-file for 4,99 EUR
Lessings "Emila Galotti" als aristotelisches Drama
Author: Annika FreiseGerman Studies - Modern German Literature, 2005 Download as PDF-file for 5,99 EUR
Reflecting Us and the Other: Das Chicana-/Chicano-Drama der Gegenwart
Author: Bernd EversAmerican Studies - Literature, 2003 Download as PDF-file for 34,90 EUR
Textanalyse unter Einbeziehung der Textualitätskriterien
Author: Pawel BrodaGerman Studies - Linguistics, 2002 Download as PDF-file for 7,99 EUR
Kafka, Franz - Die Verwandlung - Märchenhaftes und Phantastisches
Authors: Andrea Krumnow, Sophie PouchelonGerman - Literature, Works, 2003 Download as PDF-file for 4,99 EUR
Planung und Gestaltung einer Lesenacht mit Schülern und Schülerinnen eines 7. Schuljahres einer Realschule als eine Möglichkeit der Leseförderung und Steigerung der Lesemotivation
Author: Christine OebelsGerman - Pedagogy, Didactics, Literature Studies, 2007 Download as PDF-file for 13,99 EUR
Die Sprache der Politik der Gegenwart - Definition, Funktionen und Besonderheiten
Author: AnonymGerman Studies - Linguistics, 2006 Download as PDF-file for 7,99 EUR
Interreligiöses Lernen - Vorausetzungen, Ziele, Konzepte
Author: Britta WirthTheology - Didactics, Religion Pedagogy, 2005 Download as PDF-file for 9,99 EUR
Der Richter und sein Henker - Kriminlaroman oder Detektivroman?
Author: Sandra SchonvogelGerman Studies - Modern German Literature, 2005 Download as PDF-file for 8,99 EUR
This text can be quoted and accessed from this url: