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Die Bedeutung der gesundheitsfördernden Beratung unter Bezugnahme der Selbstpflege- und Selbstpflegedefizit-Theorie von Dorothea Orem

Autor: Diplom Pflegewirt FH Peter Ullmann
Fach: Pflegewissenschaften

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Details

Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2005
Seiten: 48
Note: 1
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 1064 KB
Archivnummer: V49885
ISBN (E-Book): 978-3-638-46228-0
ISBN (Buch): 978-3-638-70872-2
Anmerkungen :
Vollständige Zitierung über Fußnoten, daher kein Literaturverzeichnis. Formatierungsbedingt enthält diese Arbeit zwei Leerseiten.

Zusammenfassung / Abstract

In dieser Arbeit wurden 3 Theorien zu der Thematik Beratung und Gesundheitsförderung im Zusammenhang mit der Pflegetheorie von Orem untersucht. Hierbei wurde der Versuch unternommen, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten und infolgedessen eine Symbose zu konstruieren.

Textauszug (computergeneriert)

FACHHOCHSCHULE JENA
FACHBEREICH Sozialwissenschaften

Hausarbeit

im Diplomstudiengang Pflege / Pflegemanagement
im Fach : Grundlagen der Pflege / Pflegewissenschaft

über das Thema: 

Die Bedeutung der gesundheitsfördernden Beratung unter
Bezugnahme der Selbstpflege- und Selbstpflegedefizit Theorie von Dorothea Orem

von: 

Peter Ullmann

 

 

INHALT

1 EINLEITUNG ...  4

2 METATHEORETISCHER ENTWURF DER GESUNDHEITSFÖRDERNDEN BERATUNG  ...  6

3 WELCHES VERSTÄNDNIS VERBIRGT SICH HINTER DER BEGRIFFLICHKEIT GESUNDHEIT FÖRDERN / GESUNDHEITSFÖRDERUNG ...  8

4 BERATUNG - BERATERIN  ...  10

5 DIE PARADIGMEN PATHOGENESE UND SALUTOGENESE ...  11
5.1 PATHOGENESE ALS BESTIMMUNGSFAKTOR FÜR WISSENSCHAFTLICHE PARADIGMEN?  ...  11
5.2 SALUTOGENSE MEHR ALS NUR DICHOTOMIE VON GESUNDHEIT UND KRANKHEIT ...  14

6 „ICH FÜHL MICH GESUND – BIN ICH DESHALB GESUND? DETERMINANTEN DER GESUNDHEIT ...  19
6.1 GESUNDHEITSFÖRDERUNG IN DER NANDA TAXONOMIE II  ...  22

7 GESUNDHEITSFÖRDERUNG AM ANSATZ DER GESUNDHEITSAUFKLÄRUNG  ...  27
7.1 BERATUNG IM KONTEXT DES MODELLS DER STADIEN DER VERÄNDERUNG (STAGES OF MODEL) VON PROCHASKA UND DICLEMENT  ...  29

8 DIE SELBSTPFLEGEDEFIZIT-THEORIE VON OREM ...  34
8.1 THEORIE DER SELBSTPFLEGE ...  35
8.1.1 Entwicklungsbedingte Selbstpflegeerfordernisse  ...  42
8.1.2 Allgemeine Selbstpflegeerfordernisse ...  43
8.1.3 Gesundheitsbedingte Selbstpflegeerfordernisse  ...  44

9 ZUSAMMENFASSUNG ...  46

 

 

1 Einleitung


„Niemand geht sicher am Ufer entlang. Darüber hinaus ist für mich klar, dass ein Grossteil des Flusses sowohl im wörtlichen wie auch im herkömmlichen Sinn verschmutzt ist. Es gibt Gabelungen im Fluss, die zu leichten Strömungen oder in gefährliche Stromschnellen und Strudel führen. Meine Arbeit ist der Auseinandersetzung mit folgender Frage gewidmet: ′Wie wird man, wo immer man sich in dem Fluss befindet, dessen Natur von historischen, soziokulturellen und physikalischen Umweltbedingungen bestimmt wird, ein guter Schwimmer?“

Aaron Antonowsky

oder ist es vielleicht ein SpieSeit fast 13 Jahren arbeite ich im Gesundheitswesen. Nach dem ich die Ausbildung zum Krankenpfleger abgeschlossen hatte, bin ich seit her schwerpunktmäßig in der Akutpsychiatrie tätig. Kein Tag gleicht dem anderen, so wie die Menschen mit ihren Problemen und deren Verhalten und Erleben einzigartig sind. Gibt es zwar die Kategorisierung nach ICD 10 oder DSM, jedoch bedeutet dieses nicht, dass gleiche Erkrankungen mit gleichen Verläufen einhergehen. Im Gegenteil jede psychiatrische Erkrankung, und das ist meine persönliche Erfahrung, ist individuell, ein Unikat. Nicht ohne Grund sind Fallpauschalen in der Psychiatrie bis heute nicht zum Einsatz gekommen. Wie bzw. wer soll die Psyche mit welchem Schema quantifizieren? Gibt es in der Somatik eine bestimmte Methode um beispielsweise eine Fraktur des Unterarmes zu behandeln, sind die Ansätze in Psychiatrie mannigfaltig und kaum miteinander zu vergleichen. Das soll nun nicht heißen, dass jeder Tag ein Chaos ist und Strukturen nur theoretische Konstrukte darstellen. Im Gegensatz, sie sind die Basis des pflegerischen Alltages. Jedoch sind Pflegemaßnahmen in ihrem Inhalt von einem auf den anderen Menschen nicht übertragbar, auch wenn ähnliche Symptome es erwarten lassen. Ähnlich wie Pflegetheorien die in anderen Gesellschaften entwickelt worden sind und nur in angepasster Form von anderen Gesellschaften angewendet werden können, stellt der Betroffene in der Psychiatrie in seiner Persönlichkeit ein Individuum in einen Mikrokosmos dar. Folglich sind nicht die mechanisch-technischen Verrichtungen im Vordergrund, sondern die themenzentrierten und zur Alltagsbewältigung geführten Gespräche, Hauptbestandteil der therapeutischen Intervention. Primäre Ziele von Gesprächen sind demnach die 


„Begleitung bei seinem / ihrem Erleben oder der Unterstützung bei der Bewältigung seiner / ihrer früheren, aktuellen oder zukünftigen Situation... ...der Patientin zur Unterstützung bei der Erhaltung und Förderung seiner / ihrer Selbstständigkeit und Gesundheit abgegeben werden, abgebildet.“1

Es stellt den einen Aspekt der individuellen Bewältigung von Problemen dar. Fraglich bleibt, warum die Menschen häufig erneut in den stationären Aufenthalt zurückkehren. Es ist zu einfach zu meinen, das psychiatrische Erkrankungen phasenhaft Verlaufen und dieses einen von Zeit zu Zeit klinische Intervention unumgänglich machen. Nachdenklich und bedenklich erscheint mir der neue Trend der sich in Deutschland durch den derzeitigen Ausbau von forensischen Abteilungen abzeichnet. Ein Grund könnte, das Scheitern der in den 80iger Jahren begonnen ambulanten psychiatrischen Versorgung. Die herkömmlichen Sozialpsychiatrischen Dienste die unter öffentlicher Hand geleitet werden, stellen nur eine unzureichende Versorgung dar. Nicht nur weil die dort Tätigen zumeist aus anderen sozialen Berufungen kommen und die psychiatrische Pflege kaum vertreten ist, sondern weil die Intervalle für die Betreuung eher grobmaschig erfolgen und daher eine umfassende Unterstützung kaum durchführbar machen. Andererseits ist die Ökonomisierung und Privatisierung ein weiterer Fakt, der die Gefahr der Unterversorgung in sich birgt. Unverständlich bleibt, warum der Weg mit der einhergehenden Kriminalisierung von Menschen mit Störungen der Psyche auf diese Weise gelöst werden soll gelbild des Stellenwertes der Psychiatrie in der Gesellschaft?

Wenn es hier um gesundheitsfördernde Beratung geht, soll dieses einen Betrag dazu liefern, die Ressourcen der Betroffenen zu stärken und gleichfalls zu hinterfragen welche Möglichkeiten die Beratung hat, auf das soziale Umfeld einzuwirken. Aber auch für den somatischen Bereich bleibt eine gesundheitsfördernde Beratung gleichbedeutend. Nicht zuletzt wurde bereits in zehn Schritten zur Entwicklung der Ambulantisierung die „Aufnahme des Moduls „Anleitung und Motivation“ im Leistungskatalog des SGB XI“2 von der BALK gefordert. Nicht zu vergessen, egal ob somatische oder psychisch/psychiatrische Präpositionen, bleibt zu beachten, dass Gesundheitsförderung die gesamte Bevölkerung als Zielgruppe umfasst und die Veränderung der Lebensweisen zum Ziel hat und im eigentlichem Sinne am Gesundheitszustand als Interventionszeitpunkt ansetzt.

Beratung ist fast so selbstverständliche, das man sie im alltäglichen Leben kaum wahrnimmt. Erst bei unlösbaren Konflikten oder defizitären Wissensstand3 begibt sich der Mensch bewusst auf die Suche nach Hilfe. So will ich an dieser Stelle auch die philosophische Frage stellen „Suchen kann nur derjenige, der etwas verloren hat“. Geht man davon aus, das man sich dementsprechend auf die Suche nach etwas verloren begibt, so wäre es wohl das Ziel die Erkenntnis zu finden. Einmal mehr wird dieses in dem Leitsatz „Der Klient hat das Problem (Anmerkung: Wissensdefizit) und besitz die Lösung (Anmerkung: Entscheidungsfähigkeit)“4 deutlich. Im Alltag erhält man fast täglich Beratung. Ob am Fahrkartenschalter bei der Frage nach eine Zugverbindung, im Reisebüro nach einem Flug nach Spanien, beim Steuerberater welche Kosten man gegenüber dem Finanzamt gelten machen kann etc. Alle diese Beratungen beruhen darauf, dass im Vorfeld keine negative Situation eingetreten ist, sondern das man beispielsweise eine schöne Reise machen kann, Geld vom Finanzamt wiederbekommt, den richtigen Zug oder einen Flug nach Spanien bekommt. Es wäre wohl auch nicht sinnvoll, nach dem Flug nach Spanien zu fragen wenn man bereits in Moskau gelandet ist. Im Studienbrief 1.Beraterkompetenz, 2.Beratungsstruktur, Beratungsverlauf, Beratungsbeziehung von Klemm und Krczizek4 wird das Expertenprofil einer Beraterin mit dem beruflichen Selbstverständnis, den Feldkenntnissen über die Zielgruppe, dem Fachwissen zur Erkrankung bzw. Problematik und einem methodischen Know beschrieben.

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1 LEP Nursing 2.1 – Leistungserfassung in der Pflege, Psychiatrie-Zentrum Hard Embrach, Schweiz, 2001

2 BALK – BUNDESARBEITSGEMEINSCHAFT LEITENDER KRANKENPFLEGEPERSONEN E.V., T. EISENREICH, Handbuch Pflegemanagement, Neuwied, Köln, München, 2003

3 Krankheit allein muss nicht bedeuten, dass eine Person Beratung in Anspruch nimmt. Sie bildet jedoch ein Kriterium wo in einer bestimmten Situation Beratung gesucht werden kann.

4 KLEMM, KRCZIZEK, Studienbrief „1. Beratungskompetenz 2. Beratungsstruktur, Beratungsverlauf, Beratungsbeziehung, Fachhochschule Jena, 2004

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