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Termpaper, 2006, 14 Pages
Author: Marcel Bohnert
Subject: Pedagogy - Job Education, Occupational Training, Further Education
Details
Institution/College: Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg (Professur für Berufs- und Betriebspädagogik insbesondere berufliche/betriebliche Aus- und Weiterbildung)
Tags: Gütekriterien, Prüfungen, Lernerfolgskontrollen, Berufsbildung
Year: 2006
Pages: 14
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 13 und 3 Internet Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-48425-1
ISBN (Book): 978-3-640-45336-8
File size: 163 KB
Zunächst grundlegende Klärung der Begrifflichkeiten (Was sind handlungsorientierte Prüfungen?/Was sind die allgemeinen Gütekriterien in den Sozialwissenschaften?); anschließend Fokussierung möglicher Beobachterfehler in handlungsorientierten Prüfungen (Wie werden dadurch Objektivität, Validität und Reliabilität gefährdet?); im letzten Teil Möglichkeiten zur Vermeidung der Urteilerfehler und Berücksichtigung derer in derzeitiger Prüfungspraxis
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Abstract
An der Schwelle von der klassischen Industrie- zur Wissens, Informations- oder Dienstleistungsgesellschaft gelangt man zu posttayloristischen Unternehmens- und Arbeitskonzepten. Die traditionellen Berufsfelder verändern sich drastisch und bringen neue Beschäftigtenprofile hervor. Handlungsorientierte Methodik und Didaktik in der Ausbildung sollen flexible Mitarbeiter mit umfassenden Kompetenzen hervorbringen, die den neuen Anforderungen dynamischer Marktverhältnisse gewachsen sind. In der Folge befindet sich auch das Prüfungswesen im Umbruch: Das traditionelle Paradigma von punktuellen und isolierten mündlichen, schriftlichen und praktischen Prüfungen scheint von stärker praxis- und kompetenzorientierten Formen der Lernerfolgskontrolle abgelöst zu werden. Heute verlangt die zunehmend erforderliche Flexibilität umfassende Kompetenzen und Schlüsselqualifikationen des Einzelnen. Prüfungsaufgaben müssen deshalb die beruflichen Ansprüche bestmöglich simulieren und repräsentativ für Aufgaben und Anforderungen in unterschiedlichen Situationen sein. Eine doppelte Schwierigkeit ergibt sich hierbei durch die faktisch notwendige Diagnose- und Prognosemöglichkeit, die eine handlungsorientierte Prüfung bieten sollte: Sie muss Schnittstelle zwischen Ausbildung und Beschäftigung sein und sowohl eine gute Aussage über den derzeitigen Leistungsstand, als auch über den zukünftigen Berufserfolg liefern können. Diese Arbeit geht der Frage nach, in wie weit es möglich ist, dieses in handlungsorientierten Lernerfolgskontrollen zu gewährleisten. Dabei werden nach einer einführenden Begriffsklärung zunächst die allgemein erforderlichen Gütekriterien dargestellt. Im Anschluss daran werden Fehlerquellen beschrieben, die die Ergebnisse solcher Prüfungsformen verzerren können und Wege aufgezeigt, diese weitgehend auszuschließen. Abschließend wird beschrieben, wie sich handlungsorientierte Prüfungen in Deutschland derzeit darstellen und welcher Methoden zur Gewährleistung der Gütekriterien man sich hier bedient.
Excerpt (computer-generated)
Helmut-Schmidt-Universität Hamburg
Februar 2006, WT 2006, 5. Trimester, Studienjahrgang 2004
Hausarbeit
Berufs- und Betriebspädagogik
Thema
Zu den Gütekriterien handlungsorientierter Prüfungen
Seminar:
Lernerfolgskontrollen in der Berufsbildung (S 32.502)
von
Marcel Bohnert
INHALTSVERZEICHNIS
1 Einleitung 3
2 Begriffsbestimmungen 4
2.1 Handlungsorientierte Prüfungen 4
2.2 Gütekriterien 6
3 Fehlerquellen bei handlungsorientierten Prüfungen 8
3.1 Arten von Fehlerquellen 8
3.2 Möglichkeiten zur Vermeidung von Fehlerquellen 10
4 Fazit 12
Literaturverzeichnis 13
Internetquellenverzeichnis 14
1 Einleitung
An der Schwelle von der klassischen Industrie- zur Wissens, Informations- oder Dienstleistungsgesellschaft gelangt man zu posttayloristischen Unternehmens- und Arbeitskonzepten. Die traditionellen Berufsfelder verändern sich drastisch und bringen neue Beschäftigtenprofile hervor. Handlungsorientierte Methodik und Didaktik in der Ausbildung sollen flexible Mitarbeiter mit umfassenden Kompetenzen hervorbringen, die den neuen Anforderungen dynamischer Marktverhältnisse gewachsen sind.
In der Folge befindet sich auch das Prüfungswesen im Umbruch: Das traditionelle Paradigma von punktuellen und isolierten mündlichen, schriftlichen und praktischen Prüfungen scheint von stärker praxis- und kompetenzorientierten Formen der Lernerfolgskontrolle abgelöst zu werden. Heute verlangt die zunehmend erforderliche Flexibilität umfassende Kompetenzen und Schlüsselqualifikationen des Einzelnen. Prüfungsaufgaben müssen deshalb die beruflichen Ansprüche bestmöglich simulieren und repräsentativ für Aufgaben und Anforderungen in unterschiedlichen Situationen sein. Eine doppelte Schwierigkeit ergibt sich hierbei durch die faktisch notwendige Diagnose- und Prognosemöglichkeit, die eine handlungsorientierte Prüfung bieten sollte: Sie muss Schnittstelle zwischen Ausbildung und Beschäftigung sein und sowohl eine gute Aussage über den derzeitigen Leistungsstand, als auch über den zukünftigen Berufserfolg liefern können.
Diese Arbeit geht der Frage nach, in wie weit es möglich ist, dieses in handlungsorientierten Lernerfolgskontrollen zu gewährleisten. Dabei werden nach einer einführenden Begriffsklärung zunächst die allgemein erforderlichen Gütekriterien dargestellt. Im Anschluss daran werden Fehlerquellen beschrieben, die die Ergebnisse solcher Prüfungsformen verzerren können und Wege aufgezeigt, diese weitgehend auszuschließen. Abschließend wird beschrieben, wie sich handlungsorientierte Prüfungen in Deutschland derzeit darstellen und welcher Methoden zur Gewährleistung der Gütekriterien man sich hier bedient.
2 Begriffsbestimmungen
Bevor der Frage nachgegangen wird, welche Fehlerquellen bei handlungsorientierten Prüfungen auftreten können, erscheint eine grundlegende Begriffsdefinition unumgänglich. In diesem Kapitel werden sowohl die handlungsorientierte Prüfung an sich, als auch die allgemeinen Gütekriterien begrifflich konkretisiert.
2.1 Handlungsorientierte Prüfungen
Das vorrangige Ziel der neuen Prüfungsformen ist die Erfassung beruflicher Handlungskompetenz. Damit unterscheidet es sich vom traditionellen arbeitsanalytischen Ansatz, bei dem Kenntnisse und Fertigkeiten beziehungsweise Qualifikationen aufgelistet und anschließend examiniert wurden. Friede sieht den theoretischen Hintergrund dieser Entwicklung vor allem in neueren Erkenntnissen der Psychologie.1
Kompetenzen soll man hier als „Fähigkeiten, Methoden, Wissen, Einstellungen und Werte […], [die] an das Subjekt und seine Befähigung zu eigenverantwortlichem Handeln gebunden [sind]“2 verstehen. Friede unterscheidet dabei drei Gruppen der beruflich relevanten Handlungskompetenzen:
- Die Fachkompetenz,
- die Sozialkompetenz und
- die Humankompetenz.
Als Fach- oder auch Sachkompetenz bezeichnet er dabei das Netz aus Fach- und Handlungswissen, das sowohl verfügbar als auch anwendbar ist. Sozialkompetenz zeigt sich seiner Auffassung nach in sozialen Anforderungssituationen, die in einen fachlichen Kontext eingebettet sind. Unter Humankompetenz, an anderer Stelle auch oft als Personal-, Individual- oder Selbstkompetenz bezeichnet, versteht er den Selbst-Bezug einer Person und ihre Fähigkeit zum Selbstmanagement.3
Im Rahmen des Bündnisses für Arbeit, Ausbildung und Wettbewerbsfähigkeit betont die Bundesregierung, dass beruflich relevante Kompetenzen nicht in Teilschritten, sondern nur insgesamt erfasst werden können.
[....]
1 Vgl. Friede 1996, S. 6
2 Projekt KomNetz 2004, S. 54
3 Vgl. Friede 1996, S. 7
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