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Scholary Paper (Seminar), 2005, 29 Pages
Author: Harm Linnecke
Subject: Statistics
Details
Institution/College: Martin Luther University
Tags: Wahlprognosemodelle, Ansatz, Gschwend, Norpoth, Seminar, Empirische, Bundestagswahl, Bundestagswahl 2009, Bundestagswahl 2005, Wahlprognose, Wahlforschung, Wahlumfrage, Wahl, Bundestag, Kanzler, Halle - Wittenberg, MLU, Halle
Year: 2005
Pages: 29
Grade: 2,3
Bibliography: ~ 7 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-48951-5
ISBN (Book): 978-3-638-66272-7
File size: 3949 KB
Der Ansatz von Gschwend und Norpoth stellt einen relativ neuen Ansatz innerhalb der empirischen Wahlforschung dar. Der Stimmenanteil der Regierungsparteien bei Bundestagswahlen wird mit einer hohen Zuverlässichkeit durch drei Faktoren in diesem Wahlprognosemodell vorhergesagt.
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Abstract
Die vielen Fernsehsender, Zeitschriften und Zeitungen wollen stets die aktuellsten Umfragen der Öffentlichkeit präsentieren und die Meinungsforscher des Emnid Instituts, Forsa, Infratest Dimap, Allensbach, der Forschungsgruppe Wahlen und Polis werden dieser ständig steigenden Nachfrage gerecht. Allerdings zeigen diese Institute mit den Umfragen vor der Wahl nur ein demoskopisches Stimmungsbild und keine wirklich genaue Prognose 1. Die letzten Umfragen vor den Bundestagswahlen zeigen eine gute Tendenz, wie viel Prozent die Parteien bei der Wahl bekommen. Meistens weichen diese um 1 oder 2 Prozentpunkte vom Endergebnis ab, aber selten gibt es eine größere Abweichung. Diese geringen Abweichungen können aber schon darüber entscheiden, welche Parteien regieren können. Deshalb können die Umfragen der Meinungsforschungsinstitute die Politik und die Bevölkerung beeinflussen. Bei der Bundestagswahl 2002 hatte die ARD in der Wahlprognose direkt am Wahlabend die CDU so stark vor der SPD gesehen, dass sich die CDU schon als Wahlsieger feierte. Dahingegen hatte die Forschungsgruppe Wahlen vorhergesagt, dass SPD und CDU genau die gleichen Stimmenanteile haben, so wie es schließlich beim Endergebnis feststand. Außerdem können die Bürger bei ihrer Wahlentscheidung durch die Umfragen beeinflusst werden, wenn sie Mitleid mit der Partei hätten, die in den Umfragen klar hinten liegt oder sie verstärkt zur Wahl gehen, wenn ein knappes Ergebnis vorhergesagt wird. Prof. Dr. Helmut Norpoth von der State University of New York at Stony Brook, die zu den wichtigsten politikwissenschaftlichen Forschungseinrichtungen in den USA gehört, und Dr. Thomas Gschwend vom Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung entwickelten ein Wahlprognosemodell für Bundestagswahlen, das nur den Stimmenanteil der regierenden Parteien bei der nächsten Wahl mit bestimmten Faktoren vorhersagt und eine Aussage über Sieg oder Niederlage der amtierenden Regierung treffen möchte. Das Modell sagte einige Monate vor der Bundestagswahl 2002 den Sieg der regierenden Koalition von SPD und Grünen mit den genauen Stimmenanteil voraus. Deshalb stieg das Interesse an diesem Modell, es lohnt sich dieses ausführlich vorzustellen.
Excerpt (computer-generated)
Martin-Luther-Universität, Halle-Wittenberg
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
Lehrstuhl für Statistik
Schriftliche Hausarbeit im Rahmen des Seminars
Empirische Wahlforschung
Wahlprognosemodelle:
Der Ansatz von Gschwend und Norpoth
eingereicht von:
Harm Linnecke
Wintersemester 2005/06
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ... 1
1.1 Darstellung des Themas ... 1
1.2 Schwerpunkte der Arbeit ... 2
2. Das Wahlprognosemodell ... 3
2.1 Langfristiger Faktor - Parteiunterstützung ... 3
2.2 Mittelfristiger Faktor – Regierungsverschleiß ... 6
2.3 Kurzfristiger Faktor – Kanzlerunterstützung ... 8
2.4 Theoretische Ableitung der Formel des Modells ... 11
3. Gültigkeit des Modells für Bundestagswahlen ... 15
3.1 Prognose für 2002 – „Mit ROT-GRÜN ins Schwarze getroffen: Prognosemodell besteht Feuertaufe.“ ... 15
3.2 Prognose für 2005 – „Richtig liegen ohne Volksbefragung. “ ... 18
3.3 Rückblick auf vergangene Wahlen und Ausblick ... 19
4. Zusammenfassung ... 20
Abbildungsverzeichnis ... 21
Literaturverzeichnis ... 22
Anhang ... 23
1. Einleitung
1.1 Darstellung des Themas
In der heutigen Gesellschaft spielen die Meinungsforschungsinstitute eine immer größere Rolle. Die verschiedenen Institute führen regelmäßig Umfragen für die nächsten Wahlen durch.
Die vielen Fernsehsender, Zeitschriften und Zeitungen wollen stets die aktuellsten Umfragen der Öffentlichkeit präsentieren und die Meinungsforscher des Emnid Instituts, Forsa, Infratest Dimap, Allensbach, der Forschungsgruppe Wahlen und Polis werden dieser ständig steigenden Nachfrage gerecht.
Allerdings zeigen diese Institute mit den Umfragen vor der Wahl nur ein demoskopisches Stimmungsbild und keine wirklich genaue Prognose 1.
Die letzten Umfragen vor den Bundestagswahlen zeigen eine gute Tendenz, wie viel Prozent die Parteien bei der Wahl bekommen. Meistens weichen diese um 1 oder 2 Prozentpunkte vom Endergebnis ab, aber selten gibt es eine größere Abweichung. Diese geringen Abweichungen können aber schon darüber entscheiden, welche Parteien regieren können.
Deshalb können die Umfragen der Meinungsforschungsinstitute die Politik und die Bevölkerung beeinflussen. Bei der Bundestagswahl 2002 hatte die ARD in der Wahlprognose direkt am Wahlabend die CDU so stark vor der SPD gesehen, dass sich die CDU schon als Wahlsieger feierte. Dahingegen hatte die Forschungsgruppe Wahlen vorhergesagt, dass SPD und CDU genau die gleichen Stimmenanteile haben, so wie es schließlich beim Endergebnis feststand. Außerdem können die Bürger bei ihrer Wahlentscheidung durch die Umfragen beeinflusst werden, wenn sie Mitleid mit der Partei hätten, die in den Umfragen klar hinten liegt oder sie verstärkt zur Wahl gehen, wenn ein knappes Ergebnis vorhergesagt wird.
Oftmals werden diese Umfragen nicht repräsentativ durchgeführt, denn es gibt zu kleine Stichproben und Fehlertoleranzen sind hoch, weswegen diese Form der Demoskopie kritisch gesehen werden kann. Die Demoskopen tragen eine solch große Verantwortung, dass die Wissenschaftler Thomas Gschwend und Helmut Norpoth schlussfolgern: “Wahlprognosen sind ein zu ernste Sache, als dass man sie den Meinungsforschern überlassen könnte “.2
Prof. Dr. Helmut Norpoth von der State University of New York at Stony Brook, die zu den wichtigsten politikwissenschaftlichen Forschungseinrichtungen in den USA gehört, und Dr. Thomas Gschwend vom Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung entwickelten ein Wahlprognosemodell für Bundestagswahlen, das nur den Stimmenanteil der regierenden Parteien bei der nächsten Wahl mit bestimmten Faktoren vorhersagt und eine Aussage über Sieg oder Niederlage der amtierenden Regierung treffen möchte. Das Modell sagte einige Monate vor der Bundestagswahl 2002 den Sieg der regierenden Koalition von SPD und Grünen mit den genauen Stimmenanteil voraus. Deshalb stieg das Interesse an diesem Modell, es lohnt sich dieses ausführlich vorzustellen.
1.2 Schwerpunkte der Arbeit
Das Wahlprognosemodell von Norpoth und Gschwend schätzt den Stimmenanteil der Regierungsparteien durch drei Faktoren, einen langfristigen Faktor (Parteiunterstützung), einen kurzfristigen Faktor (Kanzlerunterstützung) und den mittelfristigen Faktor (Regierungsverschleiß). Diese drei Variablen und die theoretische Herleitung der Formel des Modells müssen ausführlich erläutert werden. Bei der Beurteilung der Vorheersagekraft steht vor allem die Bundestagswahl 2002 im Blickpunkt, da die Prognose genau das Endergebnis traf. Für die Bundestagswahl 2002 wurde zum ersten Mal eine Prognose vor der Wahl abgegeben, bei der Wahl 2005 stand das Modell erneut auf dem Prüfstand.
[...]
1 Vgl. Wüst (2003), S.84.
2 Vgl. Wüst (2003), S. 83.
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