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"Plotting and Writing Suspense Fiction" von Patricia Highsmith - eine kritische Analyse

Autor: Melina Guske
Fach: Buchwissenschaft

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Details

Institution/Hochschule: Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2005
Seiten: 17
Note: 2,3
Literaturverzeichnis: ~ 6  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 212 KB
Archivnummer: V53994
ISBN (E-Book): 978-3-638-49289-8
ISBN (Buch): 978-3-638-90267-0

Zusammenfassung / Abstract

Wenn ein Schriftsteller ein Buch über kreatives Schreiben verfasst, stellt sich zunächst einmal die Frage nach dem Warum. Will der Autor oder die Autorin Wissen weitergeben, um angehenden jungen Autoren zu helfen, oder geht es ihm oder ihr darum einen Einblick in die eigene Arbeit zu gewähren? Der Nutzen, den der Leser aus einem solchen Buch ziehen kann ist also höchst unterschiedlich. Im ersten Fall kann ein angehender Schriftsteller von der Vorgehensweise eines erfahrenen Kollegen lernen und daraus vielleicht seine eigene Arbeitsmethode entwickeln. Das heißt nicht, dass er sich bis ins Detail an einem etablierten Schriftsteller orientieren muss, aber er kann sich inspirieren lassen. Im zweiten Fall ist der Leser wohl eher ein Liebhaber des Werkes eines Schriftstellers und will erfahren, wie dessen Arbeiten entstanden sind. Ein Autor, der einen solchen Ratgeber verfasst muss sich aber auch im klaren darüber sein, dass er „sich in die Karten schauen lässt“. Die von ihm gegebenen Ratschläge bilden eine Art Raster, dass auf alle seine vorliegenden und sämtliche zukünftigen Werke gelegt werden kann. Ein solches Buch kann das Maß sein, an dem ein Schriftsteller von diesem Zeitpunkt an gemessen wird. Patricia Highsmith verfasste 1965 Plotting and Writing Suspense Fiction, in dem sie in elf Kapiteln ihre Arbeitsweise erklärt. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie bereits zehn Romane unter ihrem eigenen Namen und ein Buch unter dem Pseudonym Claire Morgan ( Carol oder The Price of Salt, 1952 /1990) veröffentlicht, die sich in den USA leidlich in Europa aber sehr gut verkauft hatten, darunter Zwei Fremde im Zug (1950), Der Stümper (1954), Der talentierte Mr. Ripley (1955) und Der Süße Wahn (1960). Ihr Verlag hielt sie also für fähig ein solches Buch zu schreiben und nach einigem Zögern nahm sie den Auftrag gegen den Rat ihrer Agentin an.1 Den Anstoß dazu gab ein Artikel zum Thema „Suspense“, den Highsmith für den Verlag The Writer, Inc. schrieb, der eine Reihe von Ratgebern für junge Autoren herausgab. 2 Der Erfolg des Buches zeigt sich daran, dass die Schriftstellerin es selbst 1983 und 1990 überarbeitet hat und das hier verwendete Exemplar bereits die zehnte Auflage ist.

Textauszug (computergeneriert)

Johannes Gutenberg Universität Mainz
Institut für Buchwissenschaft
Übung: Erfolgsrezepte für den Schriftsteller
6. Semester

Plotting and Writing Suspense Fiction von Patricia Highsmith
- eine kritische Analyse

von: Melina Guske

 


Inhaltsverzeichnis

Forschungsbericht 1

1. Der Nutzen für den Leser 3

1.1 Für den angehenden Autor 3
1.2 Für den generell Highsmith Interessierten 5

2. Selbstdarstellung und Realität 7

3. Hat sich Patricia Highsmith an ihre eigenen Vorgaben gehalten?  12

Fazit 14


 

 

Forschungsbericht:

Wenn ein Schriftsteller ein Buch über kreatives Schreiben verfasst, stellt sich zunächst einmal die Frage nach dem Warum. Will der Autor oder die Autorin Wissen weitergeben, um angehenden jungen Autoren zu helfen, oder geht es ihm oder ihr darum einen Einblick in die eigene Arbeit zu gewähren? Der Nutzen, den der Leser aus einem solchen Buch ziehen kann ist also höchst unterschiedlich. Im ersten Fall kann ein angehender Schriftsteller von der Vorgehensweise eines erfahrenen Kollegen lernen und daraus vielleicht seine eigene Arbeitsmethode entwickeln. Das heißt nicht, dass er sich bis ins Detail an einem etablierten Schriftsteller orientieren muss, aber er kann sich inspirieren lassen. Im zweiten Fall ist der Leser wohl eher ein Liebhaber des Werkes eines Schriftstellers und will erfahren, wie dessen Arbeiten entstanden sind.

Ein Autor, der einen solchen Ratgeber verfasst muss sich aber auch im klaren darüber sein, dass er „sich in die Karten schauen lässt“. Die von ihm gegebenen Ratschläge bilden eine Art Raster, dass auf alle seine vorliegenden und sämtliche zukünftigen Werke gelegt werden kann. Ein solches Buch kann das Maß sein, an dem ein Schriftsteller von diesem Zeitpunkt an gemessen wird. Patricia Highsmith verfasste 1965 Plotting and Writing Suspense Fiction, in dem sie in elf Kapiteln ihre Arbeitsweise erklärt. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie bereits zehn Romane unter ihrem eigenen Namen und ein Buch unter dem Pseudonym Claire Morgan ( Carol oder The Price of Salt, 1952 /1990) veröffentlicht, die sich in den USA leidlich in Europa aber sehr gut verkauft hatten, darunter Zwei Fremde im Zug (1950), Der Stümper (1954), Der talentierte Mr. Ripley (1955) und Der Süße Wahn (1960). Ihr Verlag hielt sie also für fähig ein solches Buch zu schreiben und nach einigem Zögern nahm sie den Auftrag gegen den Rat ihrer Agentin an.1 Den Anstoß dazu gab ein Artikel zum Thema „Suspense“, den Highsmith für den Verlag The Writer, Inc. schrieb, der eine Reihe von Ratgebern für junge Autoren herausgab. 2 Der Erfolg des Buches zeigt sich daran, dass die Schriftstellerin es selbst 1983 und 1990 überarbeitet hat und das hier verwendete Exemplar bereits die zehnte Auflage ist.

Schon im ersten Satz des Buches betont die Autorin, dass es absolut kein „how-to-do-it“ Handbuch sein soll, da es unmöglich sei zu erklären, wie man ein erfolgreiches, das heißt ein lesbares Werk schreibt. Sie adressiert diese Publikation an junge und am Anfang stehende Autoren und will sie vor Fehlern bewahren, die ihr selbst unterlaufen sind. 3

Das Buch ist lediglich 145 Seiten stark, was sehr wenig aussieht, dafür, dass die Autorin selbst über 25 Romane und an die 200 Kurzgeschichten verfasst hat. Es scheint, als wolle oder könne sie über ihre eigene Arbeit nicht sehr viel sagen,. Unter Zuhilfenahme der Biografie Schöner Schatten von Andrew Wilson wird die Art und Weise, wie sie sich und ihre Arbeit darstellt, mit der Realität verglichen, denn in diesem Bereich lassen sich einige Diskrepanzen feststellen. Außerdem sollen ihre Ratschläge anhand einiger Texte überprüft werden, um so ihre Anwendbarkeit zu überprüfen und zu sehen, ob sich die Schriftstellerin auch an ihre Vorgaben gehalten hat. Hierzu werden einige der Bücher, die sie auch in Plotting and Writing Suspense Fiction anführt, aber auch einige ihrer Kurzgeschichten hinzugezogen.

1. Der Nutzen für den Leser

1.1 Für den angehenden Autor

In der Einleitung zu Plotting and Writing Suspense Fiction macht Patricia Highsmith deutlich, aus welchem Grund sie dieses Buch geschrieben hat:

„Many beginning writers think that established writers must have a formula for success. Above all, this book dispels that idea. There is no secret of success in writing expect individuality, or call it personality. And since every person is different, it is only for the individual to express his difference from the next fellow. […] Plotting and Writing will not make anybody work harder. But it will, I hope, make people who want to write realize what is already within them.”4

[...]


1 vgl. Wilson, Andrew: Schöner Schatten. Das Leben von Patricia Highsmith. Aus dem Englischen von Anette Grube und Susanne Röckel. Berlin: Berlin Verlag, 2003. S. 364.

2 ebenda.

3 vgl.: Highsmith, Patricia: Plotting and Writing Suspense Fiction. New York: St. Martins Press, 1990.S. ix.

4 Highsmith: Plotting and Writing Suspense Fiction. S. x.

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