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Analyse der Methode "Lernen durch Lehren"

Scholary Paper (Seminar), 2005, 23 Pages
Author: Marlies Franzen
Subject: Pedagogy - Job Education, Occupational Training, Further Education

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2005
Pages: 23
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 18  Entries
Language: German
Archive No.: V56791
ISBN (E-book): 978-3-638-51388-3
ISBN (Book): 978-3-640-31931-2
File size: 197 KB

Abstract

Die vorliegende Arbeit soll den Leser in die Methode „Lernen durch Lehren“ einführen und eine mögliche Umsetzung im Schulalltag mit ihren Vor- und Nachteilen aufzeigen. Im letzten Punkt wird beschrieben, wie ich diese Handhabung in meinem Unterricht plazieren würde, welche Schwerpunkte und Größen meiner Meinung nach für die Umsetzung relevant sind, um dann im Anschluss die zu Beginn der Arbeit gestellten Fragen aufzugreifen und zu beantworten.


Excerpt (computer-generated)

CHRISTIAN - ALBRECHTS - UNIVERSITÄT ZU KIEL
Institut für Pädagogik/Philosophische Fakultät
WS 2004/2005, 6. Fachsemester

Analyse der Methode "Lernen durch Lehren"

von: Marlies Franzen

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Darstellung der Methode „Lernen durch Lehren“

2.1 Merkmale der Methode
2.2 Entwicklung der Methode
2.3 Begründung der Methode

3. Planung einer Unterrichtseinheit

3.1 Didaktische Begründung der Methode „Lernen durch Lehren“ für den Unterricht
3.2 Methodische Überlegungen
3.3 Lernzielkontrolle

4. Kritische Stellungnahme

4.1 Welche Anforderungen werden an die Lehrperson gestellt?
4.2 Welche Anforderungen werden an die Schülerinnen und Schüler gestellt?
4.3 Wie wirkt sich die Methode auf die kognitiven Leistungen der Schülerinnen und Schüler aus?
4.4 Welche Auswirkung hat die Methode auf die Motivation?
4.5 Gelingt es, durch die Methode die Sozialkompetenz zu fördern?
4.6 Welche weiteren Komponenten fördert die Methode?
4.7 Gelingt es, mit der Methode schwächere Schüler zu fördern?
4.8 Welche Nachteile hat die Methode?
4.9 Welche Verbesserungsvorschläge ergeben sich für die Durchführung der Methode?

5. Zusammenfassung und Ausblick

6. Literaturverzeichnis

 


 

1. Einleitung

Die Aufgabe der Schule ist, den Schülerinnen und Schülern1 Kompetenzen zu vermitteln, mit denen sie am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können und die ein lebenslanges Lernen ermöglichen. Dazu gehören neben fachlichen Kompetenzen auch Sachverständigkeiten wie z.B. Verantwortungsfähigkeit, Lern- und Leistungsbereitschaft, Teamfähigkeit, Problemlösungsfähigkeit sowie Kommunikationsfähigkeit. Vielen Schülern mangelt es jedoch an diesen Kompetenzen, so dass in den letzten Jahren immer häufiger Kritik am lehrerzentrierten Unterricht geäußert wurde. Durch die Fremdsteuerung des Lernens zeigen Schüler ohne weitere äußere Anreize meist wenig Interesse am Lernprozess. Des weiteren fehlen ihnen durch den häufigen Einsatz des Frontalunterrichtes methodische Kompetenzen, die ihnen ein eigenständiges Lernen ermöglichen. Als Lösungsmöglichkeiten werden schüler- und handlungsorientierte Unterrichtsmethoden genannt, die die Selbstständigkeit, die intrinsische Motivation und die methodischen Kompetenzen der Lernenden fördern, also die angesprochenen Defizite der Schüler ausgleichen können.

Es ist möglich die Selbstständigkeit und Problemlösefähigkeit der Schüler zu fördern, indem der Lehrer immer häufiger einzelne Unterrichtsphasen an die Lernenden abgibt und des öfteren offene Aufgaben zum Lösen in einer Gruppe verteilt. Des Weiteren wird die Klasse besonders aktiv am Unterricht beteiligt, wenn es ihnen ermöglicht wird, den Unterricht selbst durchzuführen. Bei letzteren Gedanken bin ich dann eher zufällig im Internet2 auf die Methode „Lernen durch Lehren“ gestoßen, die im Fremdsprachenunterricht von Dr. Jean Pol Martin entwickelt wurde.

Diese Unterrichtsmethode erscheint auf den ersten Blick sehr provokativ. Es sieht so aus, als übergäbe der Lehrer3 seinen Aufgabenbereich an die Schüler. Man könnte auch annehmen, diese Methode solle wohlmöglich den Engpass an Lehrerinnen und Lehrern auffangen, indem sich die Schülerinnen und Schüler gegenseitig unterrichten. Diese Vorstellungen treffen jedoch keinesfalls auf diese Methode zu. Der Grundgedanke der Methode „Lernen durch Lehren“ ist die selbstständige Erarbeitung eines Themas und dessen Vermittlung an die Mitschülerinnen und Mitschüler. Der Lehrer steht dabei beratend zur Seite. Dr. Jean Pol Martin legitimiert seine Methode vor allem dadurch, dass sich die Schülerinnen und Schüler zusätzlich zu der Fachkompetenz Sozial- und Methodenkompetenzen aneignen, welche „[notwendig erscheinen] in einer Gesellschaft, deren Komplexität und Unüberschaubarkeit zunehmen [ ... ]“.4 „Lernen durch Lehren“ erscheint aufgrund der vielen genannten Vorteile als eine ideale Methode, den Schülerinnen und Schülern Kompetenzen, die sie zur Bewältigung und Gestaltung ihres Lebens benötigen, zu vermitteln, ohne dass dabei der kognitive Lernzuwachs vernachlässigt wird. Bei der Überlegung für die Anwendung der Methode ergeben sich folgende Fragestellungen:

1. Welche Anforderungen werden an die Lehrperson gestellt?
2. Welche Anforderungen werden an die Schüler gestellt?
3. Wie wirkt sich die Methode auf die kognitiven Leistungen der Lerngruppe aus?
4. Welche Auswirkungen hat die Methode auf die Motivation der Schüler?
5. Gelingt es durch die Methode die Sozialkompetenz zu fördern?
6. Welche weiteren Kompetenzen fördert die Methode?
7. Gelingt es mit der Methode schwächere Schüler zu fördern?
8. Welche Nachteile hat diese Methode?
9. Welche Verbesserungen können genannt werden?

Die vorliegende Arbeit soll den Leser in die Methode „Lernen durch Lehren“ einführen und eine mögliche Umsetzung im Schulalltag mit ihren Vor- und Nachteilen aufzeigen. Im letzten Punkt wird beschrieben, wie ich diese Handhabung in meinem Unterricht plazieren würde, welche Schwerpunkte und Größen meiner Meinung nach für die Umsetzung relevant sind, um dann im Anschluss die zu Beginn der Arbeit gestellten Fragen aufzugreifen und zu beantworten.

2. Darstellung der Methode „Lernen durch Lehren“

2.1 Merkmale der Methode

„Wenn Schüler einen Lernstoffabschnitt selbstständig erschließen und ihren Mitschülern vorstellen, wenn sie ferner prüfen, ob die Informationen wirklich angekommen sind, und wenn sie schließlich durch geeignete Übungen dafür sorgen, dass der neue Stoff verinnerlicht wird, dann entspricht dies idealtypisch der Methode „Lernen durch Lehren“ 5. Die Grundidee der Methode „Lernen durch Lehren“ besteht darin, dass die Schüler schrittweise bestimmte Lehrfunktionen übernehmen.

[...]


1 Im Folgenden wird der Begriff Schüler geschlechtsneutral und wertungsfrei für Schülerinnen und Schüler verwendet.

2 www.ldl.de

3 Im Folgenden wird der Begriff Lehrer geschlechtsneutral und wertungsfrei für Lehrerinnen und Lehrer verwendet.

4 Martin 1985, Thesenpapier

5 Martin, Kelchner 1998, S. 211


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