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20. Juli 1944 - Erinnerung und Erinnerungspolitik in der Bundesrepublik Deutschland während der ersten zwanzig Jahren nach Ende des Zweiten Weltkrieges

Termpaper, 2004, 25 Pages
Author: Sebastian Gottschalch
Subject: History - Postwar Period, Cold War

Details

Category: Termpaper
Year: 2004
Pages: 25
Grade: 2
Bibliography: ~ 20  Entries
Language: German
Archive No.: V59004
ISBN (E-book): 978-3-638-53047-7

File size: 206 KB


Excerpt (computer-generated)

Philipps-Universität Marburg
Fachbereich: Geschichte und Kulturwissenschaften
Fachgebiet: Neuere und Neuste Geschichte
HS: Tage deutscher Geschichte

20. Juli 1944
Erinnerung und Erinnerungspolitik
in der Bundesrepublik Deutschland
während der ersten zwanzig Jahren
nach Ende des Zweiten Weltkrieges

eingereicht von:
Sebastian Gottschalch

Sommersemester 2004

 

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Erinnerung in den ersten Nachkriegsjahren und deren Beeinflussung

3. Das Gedenken in den 50er und 60er Jahre unter dem Einfluss der Politik Konrad Adenauers
3.1 Die Problematiken des Gedenkens innerhalb der Bundeswehr
3.2 Der „Remer-Prozess“
3.3 Der 17. Juni 1953

4. Das „Hilfswerk 20. Juli 1944

5. Fazit

Literaturverzeichnis
Internetquellen
Anhang

 

1. Einleitung

Am 20. Juli 1944 um etwa 12.45 Uhr detonierte ein Sprengsatz in der Besprechungsbaracke des Hitler-Hauptquartiers „Wolfschanze“. Oberst Claus Graf Schenk von Staufenberg, der am 2. Juli 1944 die Stelle des Chef des Stabes beim Chef der Heeresrüstung und des Ersatzheeres, Generaloberst Fromm, angetreten hatte, brachte diese Bombe dort an. Der Sprengsatz deponierte bei einer Besprechung, die Staufenberg unter einem Vorwand verließ. Die Explosion der Bombe war allerdings zu schwach um Hitler zu töten. Dieser wurde nur verletzt.

Unter der Annahme Hitler hätte den Anschlag nicht überlebt, sollten die Vorbereitungen zum Plan „Walküre“ beginnen. Die Mitverschwörer, unter ihnen General Olbricht, Oberst Mertz von Quirnheim oder auch Generalmajor von Tresckow, hatten die Alarmierung jedoch nicht eingeleitet. Dies geschah erst als Staufenberg in Berlin ankam und versicherte, dass Hitler den Anschlag nicht überlebt hätte. So wurde nun versucht, gemäß ihrem Plan, die vorher festgelegten leitenden Stellen zu besetzen.

Nach und nach wurden immer mehr Dienststellen darüber informiert, dass Hitler noch lebte. Als dies über Rundfunk bestätigt wurde, war „Walküre“ offiziell gescheitert. Das fehlgeschlagene Attentat und das Zögern beim Auslösen der Operation „Walküre“ ließ den Umsturzversuch scheitern.1

Unter den 200 Personen, die nach dem gescheiterten Attentat hingerichtet wurden, waren 19 Generäle, 26 Oberste, zwei Botschafter, sieben Diplomaten, ein Minister, drei Staatssekretäre, sowie der Chef der Reichskriminalpolizei und des weiteren mehrere Oberpräsidenten, Polizeipräsidenten und Regierungspräsidenten.

Obwohl Hitler nach dem Attentat von einer ganz kleinen Clique ehrgeiziger Offiziere sprach, stammten die Beteiligten der Verschwörung aus vielen Schichten der Bevölkerung. Der Widerstand gegen die Nationalsozialisten war aber nicht nur


„…die Sache einer einzelnen Gruppe. Er reichte - und begann - bei den Kommunisten und Sozialdemokraten, entwickelte sich unter Intellektuellen und Künstlern, Theologen und Juristen, schließlich auch unter Diplomaten und Militärs.“2

Diese Arbeit „20. Juli 1944. Erinnerung und Erinnerungspolitik in der Bundesrepublik Deutschland während der ersten zwanzig Jahren nach Ende des Zweiten Weltkrieges“ wird sich nicht mit den direkten Geschehnissen nach dem Attentat oder noch während des Zweiten Weltkrieges beschäftigen, vielmehr werden die Ereignisse nach 1945, die im Zusammenhang mit dem 20. Juli 1944 stehen, und die Erinnerung der westdeutschen Bevölkerung an den Tag des Attentates untersucht. Ob und wie man dieses Tags gedachte, aber auch welche Auswirkungen er auf die politische Laufbahn der jungen Republik hatte, die ihn schon bald als Symbol des Widerstandes für sich annahm und so den Widerstand stark einschränkte. Des Weiteren wird den Umständen nachgegangen, die den symbolischen Charakter des 20. Juli 1944 unterstützten und förderten. Warum und ab wann berief man sich gerade auf dieses Attentat auf Hitler? Es soll nicht nur die Erinnerung, sondern auch Umstände und Ereignisse behandelt werden, die dieses Andenken beeinflussten. Hier ist unter anderem an den „Remer-Prozess“ oder an den Volksaufstand in der DDR zu denken.

Diese Arbeit erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, es wird versucht anhand ausgesuchter Beispiele den Entwicklungsverlauf der Erinnerung an den 20. Juli 1944 zu beschreiben. Der zu behandelnde Zeitraum erstreckt sich hierbei bis in die Mitte der 60er Jahre.

[...]


1 Benz, W./Pehle, W.H.(Hrsg.): Lexikon des deutschen Widerstandes,  Frankfurt am Main 1994, S. 325 ff;

2 Zit. nach: www.bundestag.de/bic/analysen/2004/2004_02_23_1944.pdf;


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