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Details

Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2005
Seiten: 23
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 13  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 134 KB
Archivnummer: V60644
ISBN (E-Book): 978-3-638-54269-2

Textauszug (computergeneriert)

Johannes- Gutenberg Universität Mainz
Fachbereich für Angewandte Sprach- und
Kulturwissenschaft, Germersheim

Übersetzerseminar:

„Semantik- und Verstehenstheorien in der
Übersetzungswissenschaft“

Die Prototypen- und Stereotypensemantik

von

Daniela Artuso

Englisch/ Italienisch
7. Semester

 

 

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung Seite 3

II. Hauptteil Seite 4
II.1. Die klassische Kategorisierungsmethode - Das Modell der notwendigen und hinreichenden Bedingungen Seite 4
II.2. Die Standardversion der Prototypensemantik Seite 7
II.3. Die erweiterte Version der Prototypensemantik Seite 12
II.4. Vergleich: Standardversion- erweiterte Version Seite 14
II.5. Kritik an der Prototypensemantik Seite 16
II.6. Die Stereotypensemantik nach Putnam Seite 20

III. Zusammenfassung Seite 22

IV. Bibliographie Seite 23

 

 

I. Einleitung


„Es ist schwer vorstellbar, wie unser Verhalten in unserer Umgebung sowohl in physischer als auch in sozialer und intellektueller Hinsicht aussähe ohne die Existenz von Kategorien, wenn also jede irgendwie wahrgenommene Entität einzigartig bliebe.“1

Seit Mitte der 1970er Jahre spielt die Prototypensemantik eine wichtige Rolle in der Linguistik und leitete mitunter einen Paradigmenwechsel in der Sprachwissenschaft ein.2 Ausschlaggebend hierfür waren Untersuchungen, die Kognitionsprozesse im menschlichen Gehirn beim Denken und Verstehen näher betrachtet haben, da dem Menschen seit jeher die kognitive Fähigkeit zur Kategorisierung zugesprochen wird, wie auch Kleiber in oben angeführtem Zitat ausdrückt. Ohne diese mentale und meistens auch gleichzeitig unbewusste Fähigkeit, unser Denken zu kategorisieren, wäre das menschliche Gedächtnis überfordert, Informationen geordnet „abzuspeichern“ und zu verwerten. Doch in diesem Zusammenhang stellen sich elementare Fragen: Nach welchen Prinzipien erfolgt die Kategorisierung? Welche Kriterien sind ausschlaggebend für die Kategorisierung einer Sache? In dieser Arbeit können nicht alle Erkenntnisse, Überlegungen und auch Kritik an der Prototypensemantik erwähnt werden. Dennoch versuche ich, die oben genannten Fragen in dieser Arbeit zu beantworten und die grundlegenden Bestandteile der Prototypensemantik näher zu bringen, zunächst durch die Abhandlung der klassischen Kategorisierungstheorie nach Aristoteles bzw. dem Modell der notwendigen und hinreichenden Bedingungen, anschließend durch die revolutionäre Theorie der Prototypensemantik nach Rosch und Lakoff in den 1970er Jahren. Auch die erweiterte Version der Standardversion wird erwähnt. Zum Schluss werde ich noch auf die grundlegenden Bestandteile der Stereotypensemantik nach Putnam eingehen.

II. Hauptteil

II.1. Die klassische Kategorisierungsmethode- Das Modell der notwendigen und hinreichenden Bedingungen

Kleiber nennt hier auf die Frage, wie man kategorisiert, die „aristotelische“ Antwort, „(..)an die man unwillkürlich denkt: Die Kategorisierung erfolgt auf der Grundlage gemeinsamer Eigenschaften.“3

Kleiber führt an, dass verschiedene Objekte, die zu einer Kategorie gehören sollen, zumeist über ein gemeinsames Attribut verfügen. Demzufolge muss zunächst festgestellt werden, welches als Attribut gelten soll, das die verschiedenen Objekte miteinander in Beziehung setzt. Die so konzipierte Kategorisierung geht auf ein Modell von Langacker4 zurück, das sich Modell der notwendigen und hinreichenden Bedingungen nennt, kurz NHB- Modell. Bei diesem Modell läuft das Erlernen einer Kategorisierung auf die Suche nach einer Kategorisierungsregel hinaus. Die betreffenden Beispiele und auch Gegenbeispiele werden analytisch und logisch betrachtet und liegen in der Merkmaltheorie begründet. Die Notwendigkeit bezieht sich dabei auf jede einzelne Bedingung, die hinreichenden Bedingungen betreffen die Gesamtheit der notwendigen Bedingungen, die Merkmale sind jeweils unabhängig voneinander. Hierbei ergaben sich folgende Schlüsse aufgrund der analytischen Wahrheit für die Klassifikationsregel, wann beispielsweise ein Hund auch als solcher identifiziert werden kann: Ein Hund ist ein Tier, wenn „Tier“ eine notwendige Bedingung ist. Dieser Schluss gilt aufgrund seiner Bedeutung als wahr. Unter anderem ergaben sich für dieses NHB- Modell vier aristotelische Klassifikationsregeln, nach denen semantische Kategorien gebildet werden:

  1. Kategorien werden durch die Verbindung von notwendigen und hinreichenden Bedingungen definiert.
  2. Merkmale sind binär, d.h. sie treffen nur nach dem „entweder-oder“- Prinzip zu.
  3. Kategorien verfügen über klar definierte Grenzen.
  4. Alle Mitglieder einer Theorie sind äquivalent.5

[....]


1 Kleiber, Georges (1993): Prototypensemantik. S.4

2 Vgl. Blank, Andreas (2001): Einführung in die lexikalische Semantik. S.44

3 Kleiber, Georges: Prototypensemantik. S. 11

4 Langacker, R.W. (1987): Foundations of Cognitive Grammar (Vol. 1).

5 Mangasser- Wahl, Martina (2000): Von der Prototypentheorie zur empirischen Semantik. S.11

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