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Autor: Florian Jansen
Fach: Wirtschaft - Wirtschafts- und Sozialgeschichte
Details
Institution/Hochschule: Universität Witten/Herdecke
Tags: Arbeitsteilung, Spezialisierung, Krankenhauswesen, Theoriegeschichte
Jahr: 2006
Seiten: 17
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 9 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 284 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-54412-2
Textauszug (computergeneriert)
Universität Witten/ Herdecke
WS 2004/2005, 7. Fachsemester
Arbeitsteilung und Spezialisierung im Krankenhauswesen
von: Florian Jansen
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. DAS SMITH’SCHE KONZEPT DER ARBEITSTEILUNG
2.1 Hintergrund
2.2 Voraussetzungen für Arbeitsteilung
2.3 Formen der Arbeitsteilung
2.4 Vorteile der Arbeitsteilung
2.5 Herausforderungen der Arbeitsteilung
3. ARBEITSTEILUNG IN KLINIKEN
3.1 Ausgangslage der Kliniken als Dienstleister
3.2 Arbeitsteilung: Spezialisierung auf Geschäftsbereiche
3.3 Arbeitsteilung: Spezialisierung auf Patienten
3.4 Ein Beispiel
4. GRENZEN DER ARBEITSTEILUNG VON KLINIKEN
4.1 Sind alle notwendigen Voraussetzungen gegeben?
4.2 Sind alle Voraussetzungen zu überwinden?
5. FAZIT & AUSBLICK
Anhang
Literaturverzeichnis
1. EINLEITUNG
Die Finanzsituation der Kliniken ist dramatisch: vor der Pleite sind viele nur noch zu retten durch Hilfe von Außen. Der einzige Ausweg heißt heute, die Wirtschaftlichkeit zu verbessern. Auf der Kostenseite müssen Effizienzen erreicht, auf der Erlösseite die Einnahmen stabilisiert werden. Die Erhöhung der Fallzahlen durch Spezialisierung auf bestimmte Behandlungen kann hier doppelt zielführend sein und ist daher als Königsweg akzeptiert: einerseits sinken die Durchschnittskosten mit jedem zusätzlichen Patienten, andererseits belebt eine Spezialisierung und die damit implizierte Qualitätsverbesserung den Zustrom an Patienten. Spezialisierung, das ist mehr Feststellung als These, scheint ein unumgänglicher Weg für viele Kliniken – und impliziert immer Arbeitsteilung, Koordination und –Integration. Ziel meiner Ausarbeitung ist es, in groben Zügen das Prinzip und die Vorraussetzungen der von Adam Smith „entdeckten“ Arbeitsteilung zu erläutern und beides am Kliniksektor zu prüfen. Zudem möchte ich Begrenzungsfaktoren für Spezialisierung und damit Arbeitsteilung im Krankenhauswesen identifizieren und die Grenzen für die gerade in Schwung kommende Spezialisierungswelle abzuschätzen versuchen. Diesem Ziel folgt auch der Aufbau der Arbeit: zunächst wird das Smith’sche Konzept erläutert (Kapitel 2), anschließend das theoretische Fundament der Arbeitsteilung auf den Kliniksektor übertragen (Kapitel 3), bevor in die Begrenzungsfaktoren für Spezialisierung thematisiert werden (Kapitel 4). Im abschließenden Fazit möchte ich Grenzen und Entwicklung der Spezialisierung im Kliniksektor abzuschätzen versuchen.
Der Begriff der Klinik ist dem des Krankenhauses (analog zur gängigen Literatur) synonym verwendet. Eine weitere Differenzierung beispielsweise nach Sektoren, Größenklassen etc. ist im Kontext der Untersuchung nicht zielführend, da die Besonderheiten ihre Begründung in der medizinischen Leistungserbringung1 finden – nicht im Organisationsmodell. Diese Arbeit fokussiert entsprechend den medizinischen Leistungsprozess der Krankenhäuser und weniger komplementäre Prozesse wie Verwaltung oder Facility Management – ohne jedoch eine holistische Betrachtung der „Organisation Krankenhaus“ außer Acht zu lassen.
2. DAS SMITH’SCHE KONZEPT DER ARBEITSTEILUNG
2.1 Hintergrund
Adam Smith verfasste seine Schriften zur Arbeitsteilung in den Jahren 1775 und 76, zu einer Zeit, in der die Wirtschaften von den gegensätzlichen Ideen von Merkantilismus2 und Physiokratismus3 geprägt wurde. Während Physiokraten zwar Freihandel forderten, jedoch – trotz erkennbar zunehmender Industrialisierung - einzig Rohstoffe und Landwirtschaft als Wohlstandsquelle sahen, versuchten die Merkantillisten die Lenkung der Wirtschaft durch den Staat zu maximieren und u. a. den Handel durch Zölle einzuschränken bzw. zu (vermeintlichen) Gunsten des eigenen Landes zu steuern.
Smith’s Gedanken im „Wohlstand der Nationen“4 – Grundlagen unserer klassischen Volkswirtschaftslehre – antiquierten gewissermaßen beide damaligen aktuellen Wirtschafstheorien; erstens sah Smith den freien inneren und internationalen (Güter)Verkehr für die zweckmäßige örtliche und zeitliche Verteilung von Kräften und Mitteln sowie den Ausgleich von Preisen und Gewinnen verantwortlich, zweitens sah er in ihm auch die beste Förderung des Gemeinwohls. Seine Gedanken beispielsweise zur Verteilung von Kräften und Mitteln (=Arbeitsteilung) setzten auf den Beobachtungen seiner Zeit auf: je größer die Manufakturen waren, desto höher der Grad an Arbeitsteilung; je stärker diese Arbeitsteilung, desto produktiver waren die Manufakturen. Auf das berühmte Stecknadelbeispiel sei an dieser Stelle verwiesen.
2.2 Voraussetzungen von Arbeitsteilung
[...]
1 Dieser Fokus erscheint unproblematisch, betrachtet man die Dominanz medizinischer Leistungen bezüglich Personal- und Sachkosten: 82% der Personalkosten und 47% der Kosten (insgesamt: 70%) sind direkt mit der Erbringung medizinischer Leistungen verbunden (vgl. dazu Abb. 1, im Anhang).
2 Merkantilismus als Sammelsurium verschiedener wirtschaftspolitischer Ideen verfolgt vor allem das Ziel, eine positive Handelsbilanz zu erlangen, d. h. Importe durch Zölle zu hemmen und Exporte zu unterstützen.
3 Physiokratismus, aus dem Gr., „Herrschaft der Natur“, Auffassung, dass der Volkswohlstand rein auf Rohstoffen und der Landwirtschaft im eigenen Land beruht. Eine wichtige Forderung war Freihandel.
4 Originaltitel: An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations.
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