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Naturkatastrophen - Welche Schäden sind auf Dauer noch versicherbar?

Autor: Florian Jansen
Fach: Wirtschaft - Bank, Börse, Versicherung

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Details

Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2006
Seiten: 25
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 28  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 347 KB
Archivnummer: V60845
ISBN (E-Book): 978-3-638-54418-4
Anmerkungen :
Es werden u. a. die Grundlagen des Rückversicherungswesens analysiert, aktuelle Entwicklungen aufgezeigt und Ausblicke gegeben, welche Schäden auf Dauer noch versicherbar sein werden.

Textauszug (computergeneriert)

Universität Witten/Herdecke gGmbH
Deutsches Kompetenzzentrum für Nachhaltiges Wirtschaften (DKNW)
Wintersemester 2005/2006, 9. Januar 2006

Naturkatastrophen –
Welche Schäden sind auf Dauer noch versicherbar?

von: Florian Jansen

 


Inhalt

1. Einleitung 1

2. Hintergrund und Historie 1

a. Definitionen von Naturkatastrophen 1

i. Überschwemmung/Hochwasser 2
ii. Erdbeben/Seebeben 3
iii. Sturm 3
iv. Sonstige Naturkatastrophen 4

b. Entwicklungen der Naturkatastrophen seit 1950 5

i. 1950 – 2003_ Dramatische Zunahme wetterbedingter Katastrophen 5
ii. 2004_ Tsunami rüttelt uns wach!? 6
iii. 2005_ Erdbeben und Wirbelstürme schockieren 7

c. Naturkatastrophen und Versicherungen 8

3. Schäden

a. Volkswirtschaftliche Schäden vs. versicherte Schäden 9

4. Vorhersage- und Analyse 10

5. Deckungskonzepte für Naturkatastrophen 11

a. Deckungskonzepte im Allgemeinen 11
b. Deckungskonzepte für Naturkatastrophen 11

6. Trends und Ausblick 12

a. Status-Quo und Entwicklungen der Natur 12

i. Klimatische und geologische Veränderungen 12
ii. Sonstige relevante Veränderungen 12

b. Status-Quo und Entwicklungen der Rückversicherungen 13

i. Verbesserte Versicherungstechniken 13
ii. Beitrag zum Klimaschutz 14

c. Welche Schädem werden auf Dauer noch versichert? 15

Anhang II

Glossar V

Sources | Literatur VI
 

 


 

1. Einleitung

Die Ereignisse der letzten Jahre, Monate oder sogar Tage bestätigen die schreckliche These: Naturkatastrophen nehmen immer extremere Ausmaße an. Besonders die wetterbedingten Schäden, die also durchaus der globalen (vom Menschen mitverursachten) Erwärmung zuzurechnen sind, nehmen immer mehr zu. Gleichzeitig steigt neben der Häufigkeit auch die Schadenshöhe (vgl. Landesinstitut für Schule und Weiterbildung, 2005). Angesichts dieser dramatischen Entwicklungen stellt sich de Frage, welche Schäden auf Dauer noch versicherbar bleiben. Nachfolgende Arbeit geht daher zunächst definitorisch auf die einzelnen Formen der Naturkatastrophen ein, erläutert anschließend ihre Geschichte seit 1950, bevor die Bedeutung, Methoden, Konzepte und Trends in der Versicherungs-Wirtschaft beleuchtet werden. Zudem sind bereits eingesetzte Reaktionen auf die tiefgreifenden Veränderungen dargestellt, auf deren Basis abschließend zu beurteilen versucht wird, inwiefern der Handlungsbedarf und die bisher bereits umgesetzten bzw. noch zu erwartenden Handlungen der Versicherungswirtschaft auf einen sich verändernden Schadenskatalog hinsichtlich Naturkatastrophenversicherung schließen lassen oder nicht.

2. Hintergrund und Historie

2.a Definition und Abgrenzung von Naturkatastrophen

Als Naturkatastrophe gilt ein durch Naturgewalten ausgelöstes Ereignis mit katastrophalen Folgen für den Menschen. Ein spektakuläres Naturereignis (beispielsweise ein Gletscherabbruch auf Grönland) genügt dem also nicht. Meist sind viele Einzelschäden die Folge eines solchen Ereignisses, betroffen sind i.d.R. größere geografische Räume. Naturkatastrophen grenzen sich ab von sog. „Man-Made-Katastrophen“ oder technischen bzw. Umweltkatastrophen, die im Zusammengang mit menschlichen Aktivitäten stehen und meist einen eng umgrenztem Raum betreffen (vgl. Wikipedia, 2006a).

Als „groß“ werden Naturkatastrophen in Anlehnung an Definitionen der Vereinten Nationen bezeichnet, wenn die Selbsthilfefähigkeit der betroffenen Regionen deutlich überschritten wird und überregionale oder internationale Hilfe erforderlich ist. Dies ist in der Regel dann der Fall, wenn die Zahl der Todesopfer in die Tausende, die Zahl der Obdachlosen in die Hunderttausende geht, oder wenn die volkswirtschaftlichen Schäden – je nach den wirtschaftlichen Verhältnissen des betroffenen Landes – bzw. die versicherten Schäden außergewöhnliche Größenordnungen erreichen (Munich Re, 2003a, S.7). In Literatur und (Versicherungs-)Praxis sind verschiedene Gliederungen der Naturkatastrophen zu finden. Hier möchte ich bemerken, dass überschneidungsfrei einzig eine konsistent das Ergebnis bzw. die Folgen betrachtende Aufzählung ist und nicht eine die Ursachen beschreibende Aufzählung1.

Denn eine Ursache kann mehrere Wirkungen entfalten, so beispielsweise kann Erwärmung sowohl zu Stürmen als auch zu Hochwasser führen. Naturkatastrophen gliedern sich dieser „ergebnisorientierten“ Differenzierung in die drei bedeutendsten Arten Überschwemmung, Erdbeben und Sturm; Ferner werden unter sonstigen Naturkatastrophen Dürre/Buschbrand, Kälte/Frost, Lawinen, Rutschungen und Vulkanismus gezählt. Aber auch diese (gängige2) Einteilung ist nicht unproblematisch, da bspw. Überschwemmungen sowohl durch Hochwasser, aber auch durch Stürme oder Seebeben ausgelöst werden können. Die Munich Re hat dieser Problematik eine Lösung entgegengesetzt: Die Grundidee ist, dass alle Flutschäden in einem bestimmten Zeitraum und in einem festgelegten geographischen Gebiet addiert werden. D.h. Ursache für die Überschwemmung ist nun nicht mehr relevant (vgl. Munich Re, 2005a, S. 2-20). Dieser Abgrenzung folge ich in dieser Arbeit.

i. Überschwemmung/ Hochwasser

Beschreibung_ Eine Überschwemmung ist die Ansammlung erheblicher Wassermengen auf Geländeoberflächen (Wikipedia, 2006d). Als Hochwasser ist eine die normale Höhe übersteigende Wasserführung eines fließenden oder stehenden Gewässers zu verstehen (Wikipedia, 2006e). Hochwasser ist also als ein möglicher Grund für Überschwemmungen zu betrachten, jedoch nicht damit zu verwechseln.

Entstehung_ Überschwemmungen enstehen als unmittelbare Folge von Hochwasser, Niederschlägen oder Schneeschmelze. Hier ist als Hintergrund bzw. Ursache immer wieder die globale Erwärmung angeführt (z.B. im Jahresrückblick Munich Re, 2004, S.4 u. 19), so dass Überschwemmungen häufig als Wetterkatastrophen einzuordnen sind. Aber auch Seebeben (vgl. Punkt ii.) können durch Auslösung von Tsunamis zu Überschwemmungen führen. Auch Stürme, insbesondere tropische Wirbelstürme, ziehen neben der Verwüstung durch ihre Sturmkraft auch Überschwemmungen nach sich.

Betroffene Gebiete_ Die Kartierung der Hochwasserkatastrophen3 lässt erkennen, dass gerade dicht besiedelte Gebiete betroffen sind. Dies ist m.E. darauf zurückzuführen, dass umliegende Gewässer und Flüsse einerseits als bedeutendste Risikofaktoren für Überschwemmungen, andererseits aber auch als wichtige Vorraussetzung für Urbanisierung zu betrachten sind, hier also Ballungsräume zu finden sind.

Schäden_ Je nach Art der Überschwemmung sind unterschiedliche Schäden in unterschiedlicher Ausprägung festzustellen. Neben den Personenschäden, z.B. dem Ertrinken von Menschen und dem Abschneiden ganzer Regionen von der Energie, Wasser und Lebensmittelversorgung und der damit zusammenhängenden Seuchengefahr, sind oft erhebliche Sachschäden an Gebäuden und Mobilien zu verzeichnen.

ii. Erdbeben/Seebeben

[...]


1 häufig werden Ursachen (z.B. globale Erwärmung) in Aufzählungen der Naturkatastrophen einbezogen.

2 „Gängig“ meint hier: in der Versicherungswirtschaft übliche Einteilung

3 vgl. Anhang, Abb. 3

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