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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 29 Pages
Author: M.A. pol. Simon Stumpf
Subject: Politics - International Politics - Region: Far East
Details
Institution/College: University of Trier
Tags: Entwicklungen, Grundlagen, Nationalismus, China, Taiwan, Problem, International, Relations
Year: 2003
Pages: 29
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 43 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-55020-8
ISBN (Book): 978-3-638-65466-1
File size: 207 KB
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Abstract
[...] Schon kurz nach dem Fall der Qing-Dynastie bildeten sich im wesentlichen zwei Parteien, die in den Folgejahren beide um die ideologische Vorherrschaft kämpften. Gemeint sind die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) und die Kuomintang (KMT). Für beide Parteien war Sun Yatsen eine entscheidende Persönlichkeit. Deshalb soll hinterfragt werden, wie der chinesische Nationalismus sich im Spannungsfeld dieser beiden nach Macht strebenden Parteien in der Zeit von 1911 bis 1949 entwickelt hat. Waren die Positionen der KPCh und der KMT schon zu ihrer Entstehung ideologisch unvereinbar oder gab es vielleicht doch sogar mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede? Wie aber wären dann die heftigen und erbitterten Auseinandersetzungen zwischen beiden zu erklären? Als im Jahr 1949 die KMT nach Taiwan fliehen musste, war der Kampf um das chinesische Festland entschieden. Die KMT entfaltete nun ihre politischen Ideen auf der Insel Taiwan, während die KPCh ihre Vorstellungen auf dem Festland verwirklichte. Aufgrund dessen soll versucht werden für das Jahr 1949 eine ideologische Bilanz zu ziehen, welche die beachtlich große ideologische Schnittmenge beider Lager verdeutlichen soll. Die Grundlage dieser Arbeit sind die für den Nationalismus prägenden politischen Ereignisse der Zeit zwischen 1911 und 1949. Die historische Betrachtungsweise soll dabei aber nicht allzu sehr im Vordergrund stehen, da sich die Entwicklung des Nationalismus und der chinesische Geschichtsprozess gegenseitig bedingen und sich wechselseitig beeinflussen. Deshalb soll der Schwerpunkt auf dem Zusammenhang zwischen der impulsgebenden chinesischen Geschichte von 1911 - 1949 und ihren Auswirkungen auf die Entwicklungen des Nationalismus liegen. Nach einer kurzen Einführung in den ideengeschichtlichen Hintergrund des Begriffs Nationalismus, werden in Kapitel 2 zunächst die Grundlagen für den chinesischen Nationalismus in der Zeit vor 1911 skizziert. Danach wird in Kapitel 3 die Lehre des Revolutionärs Sun Yatsen als Bezugspunkt für die Entwicklung der KMT und der KPCh gesetzt. In Kapitel 4 soll schließlich der Versuch einer ideologischen Schlussbilanz gemacht werden.
Excerpt (computer-generated)
Universität Trier
Fachbereich Politikwissenschaft
Oberseminar: One China or two? The China – Taiwan Problem in International Relations
Sommersemester 2003
Die Entwicklungen und Grundlagen
des chinesischen Nationalismus vor 1949
Simon Stumpf
Inhaltsverzeichnis:
Einleitung ...3
1. Ideengeschichtliche Grundlagen des Begriffs Nationalismus ...4
1.1 Allgemeines Verständnis von Nationalismus ...4
1.2 Besonderheiten des chinesischen Nationalismus ...6
2. Die Wurzeln des Nationalismus in China (vor 1911) ...8
2.1 Die „vor-nationalistische“ Ära ...8
2.2 Die Beeinflussung durch externe Mächte ...10
3. Von der nationalen Revolution (1911) bis zum Sieg der Kommunisten ...12
3.1 Sun Yatsen als geistiger Vater des modernen chinesischen Nationalismus ...12
3.2 Die Nationalismus der Kuomintang (KMT) ...15
3.3 Die Entwicklung der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) ...18
4. Eine vorläufige Schlussbilanz ...21
4.1 Gründe für die Niederlage der Kuomintang (KMT) ...21
4.2 Gründe für den Sieg der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) ...22
Fazit ...24
Literaturverzeichnis ...26
Einleitung
„Die Strömungen der Welt sind gewaltig. Wer Ihnen zu folgen versteht, wird prosperieren. Wer sich Ihnen entgegensetzt, wird zu Grunde gehen.“1 Dieses Zitat von Sun Yatsen benutzte der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder bei einer Rede vor chinesischen Studenten in Peking im Jahr 2001. Vor diesem Zitat bezeichnete er interessanterweise Sun Yatsen als den Gründer der VR China und erwähnte nicht Mao Zedong, der am 1.10.1949 die Volksrepublik China ausrief. Wie man an diesem Beispiel sehen kann, ist die chinesische Geschichte des 20. Jhdts. heute noch im tagespolitischen Geschehen präsent. Die Bedeutung Sun Yatsens, als dem Gründer der ersten chinesischen Republik kann dabei gar nicht unterschätzt werden. Sein politisches Handeln ist mit der Entstehung und der Entwicklung des chinesischen Nationalismus aufs engste verknüpft. Mit dem Fall des Kaiserreiches nahmen nationalistische Konzepte einen immer wichtigeren Teil in der Politik ein. Chinas Beispiel unterscheidet sich aber in diesem Punkt von den typischen Kolonialstaaten Südostasiens oder gar Afrikas, da aufgrund der hochentwickelten chinesischen Kultur keine Notwendigkeit, bestand ein Nationalbewusstsein definieren zu müssen. Es stellte sich vielmehr die Frage, wer denn der „wahre“ Repräsentant dieses neuen Nationalbewusstseins war. Schon kurz nach dem Fall der Qing-Dynastie bildeten sich im wesentlichen zwei Parteien, die in den Folgejahren beide um die ideologische Vorherrschaft kämpften. Gemeint sind die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) und die Kuomintang (KMT). Für beide Parteien war Sun Yatsen eine entscheidende Persönlichkeit. Deshalb soll hinterfragt werden, wie der chinesische Nationalismus sich im Spannungsfeld dieser beiden nach Macht strebenden Parteien in der Zeit von 1911 bis 1949 entwickelt hat. Waren die Positionen der KPCh und der KMT schon zu ihrer Entstehung ideologisch unvereinbar oder gab es vielleicht doch sogar mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede? Wie aber wären dann die heftigen und erbitterten Auseinandersetzungen zwischen beiden zu erklären? Als im Jahr 1949 die KMT nach Taiwan fliehen musste, war der Kampf um das chinesische Festland entschieden. Die KMT entfaltete nun ihre politischen Ideen auf der Insel Taiwan, während die KPCh ihre Vorstellungen auf dem Festland verwirklichte. Aufgrund dessen soll versucht werden für das Jahr 1949 eine ideologische Bilanz zu ziehen, welche die beachtlich große ideologische Schnittmenge beider Lager verdeutlichen soll.
Die Grundlage dieser Arbeit sind die für den Nationalismus prägenden politischen Ereignisse der Zeit zwischen 1911 und 1949. Die historische Betrachtungsweise soll dabei aber nicht allzu sehr im Vordergrund stehen, da sich die Entwicklung des Nationalismus
und der chinesische Geschichtsprozess gegenseitig bedingen und sich wechselseitig beeinflussen. Deshalb soll der Schwerpunkt auf dem Zusammenhang zwischen der impulsgebenden chinesischen Geschichte von 1911 - 1949 und ihren Auswirkungen auf die Entwicklungen des Nationalismus liegen.
Nach einer kurzen Einführung in den ideengeschichtlichen Hintergrund des Begriffs Nationalismus, werden in Kapitel 2 zunächst die Grundlagen für den chinesischen Nationalismus in der Zeit vor 1911 skizziert. Danach wird in Kapitel 3 die Lehre des Revolutionärs Sun Yatsen als Bezugspunkt für die Entwicklung der KMT und der KPCh gesetzt. In Kapitel 4 soll schließlich der Versuch einer ideologischen Schlussbilanz gemacht werden.
[...]
1 Sun Yatsen zitiert nach: Schröder, G.: Rede vor den Studenten der Beida – Universität am 1. November 2001 in Peking, in: Internationale Politik, 2/2002, S. 101 – 105
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