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Diploma Thesis, 2006, 78 Pages
Author: Paola Trabucchi
Subject: Interpreting / Translating
Details
Institution/College: Johannes Gutenberg University Mainz (Fachbereich Angewandte Sprach-und Kulturwissenschaft in Germersheim)
Tags: Kontrastive, Phraseologie, Italienisch-Deutsch, Beispiel, Tierredewendungen, Sprachvergleich
Year: 2006
Pages: 78
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 46 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-56343-7
File size: 495 KB
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Excerpt (computer-generated)
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Kontrastive Phraseologie Italienisch-Deutsch
am Beispiel von Tierredewendungen
Paola Trabucchi
2006
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis ... 2
0 Einleitung ... 4
1 Forschung und Begrifflichkeit der Phraseologie ... 6
1.1 Was versteht man heute unter Phraseologie? ... 9
1.1.1 Redewendungen, sprichwörtliche Redensarten und Sprichwörter ... 10
2 Woran erkennt man Phraseologismen? ... 14
2.1 Stabilität ... 15
2.2 Idiomatizität ... 16
2.3 Polylexikalität ... 17
2.4 Lexikalisierung ... 17
2.5 Reproduzierbarkeit ... 17
3 Klassifikationsmöglichkeiten ... 18
4 Italienische Phraseologie ... 19
4.1 Definition ... 20
4.2 Aktueller Stand der Forschung... 22
4.3 Klassifikation ... 23
4.3.1 Kriterien für die Klassifikation ... 23
4.4 Geschichte der Fraseologia ... 26
4.5 Gebrauch von Redewendungen im Italienischen ... 28
4.6 Kontrastive Betrachtungen ... 29
5 Semantik ... 31
5.1 Zur Semantikforschung ... 31
5.2 Zur Bedeutung ... 32
5.3 Semantische Merkmale ... 35
6 Metapher oder Redewendung? ... 36
6.1 Die Metapher – Begriffsbestimmung und Herkunft ... 37
6.2 Geschichte der Metapherntheorie ... 38
6.2.1 Aristoteles Theorie der Metapher ... 38
6.2.2 Weitere Metapherntheorien ... 39
7 Betrachtung von Redewendungen mit Tieren ... 45
7.1 Redewendungen mit Tieren im Deutschen ... 48
7.2 Redewendungen mit Tieren im Italienischen ... 52
8 Untersuchung von Übersetzungen von Tierredewendungen ... 56
8.1 Redewendungen aus: I Malavoglia- Die Malavoglia ... 57
8.2 Redewendungen aus verschiedenen Novellen Vergas ... 61
8.3 Redewendungen aus : I promessi sposi - Die Verlobten ... 67
8.4 Redewendungen aus Erzählungen ... 70
9 Ergebnis der Untersuchung ... 72
10 Schlussbetrachtungen ... 73
11 Quellenangaben ... 75
0 Einleitung
In unzähligen Gesprächen mit Freunden und Kommilitonen, aber auch mit Verwandten und Bekannten fiel mir auf, dass jeder früher oder später eine Redewendung oder ein Sprichwort in seine Äußerungen einbaut, ganz unbewusst verwenden wir diese Ausdrücke und setzen sie instinktiv richtig ein. Sie sind für den Sprecher wie „das Salz in der Suppe“, sie machen ein Gespräch erst lebendig, Bilder und Wendungen sind für das Gespräch nämlich ein ganz wesentlicher Bestandteil.
Interessant fand ich, dass dies in vielen Sprachen der Fall ist, konkret ging es um das Deutsche und das Italienische, die beide reich an Redewendungen sind. Als vor einiger Zeit mein Vater ein deutsches Buch las und mich nach der Bedeutung einer Redewendung fragte und sich wunderte, warum es für das Italienische eine ähnliche aber nicht identische Wendung gebe (mit einem anderen Tier), entschied ich mich dazu, genau dies näher zu untersuchen. Der erste Teil der vorliegenden Arbeit beschäftigt sich zunächst mit den allgemeinen Aspekten der Phraseologie, der deutschen und der italienischen. Wenn man von Redewendungen spricht, kommt man auch nicht umhin sich mit der Semantik und dem Begriff des Bildes und der Metapher zu beschäftigen, darauf wird in den Kapiteln 5 und 6 eingegangen.
Da die Phraseologie ein sehr großer Bereich ist, habe ich mich entschieden, meine Untersuchungen im zweiten Teil dieser Arbeit auf die Redewendungen zu beschränken, in denen Tiere vorkommen, da diese Redewendungen sehr zahlreich sind und sie für eine kontrastive Betrachtung sehr geeignet sind, wenn man von dem „Bild“, das zum Teil hinter den Redewendungen steckt, ausgeht. Dieses Bild kann sich in bestimmten Sprachen sehr ähneln oder sogar gleich sein, aber auch ganz andere Assoziationen auslösen, unter Umständen sogar gegenteilige.
Es wird in dieser Arbeit aufgezeigt, welche Tiere im Deutschen und welche im Italienischen am häufigsten in Redewendungen zu finden sind, was man mit den Tieren assoziiert und woher einige Wendungen kommen.
Im letzten Teil meiner Arbeit möchte ich dann Redewendungen, in denen Tiere vorkommen, aus italienischen Werken genauer unter die Lupe nehmen und insbesondere ihre Übersetzung ins Deutsche betrachten.
Während des Übersetzerstudiums stößt man oft auf Probleme wie „Wie wird diese Metapher oder diese Wendung oder dieses Wortspiel übersetzt?“, „Welches ist die ‚beste’ Übersetzung hierfür?“.
Sicher kann diese Diplomarbeit keine Antwort darauf geben, da es von vielen Faktoren abhängt, wie übersetzt wird. Trotzdem möchte ich versuchen, die übersetzten Redewendungen zu analysieren und zu überlegen, ob genau diese Übersetzung an genau dieser Stelle passend ist, oder ob dem Ausgangstext etwas verloren geht, bzw. ob der deutsche Leser mit der Übersetzung etwas anfangen kann oder ob er „dasteht wie der Ochs am Berg“. Häufig sind hierfür äußere Faktoren ausschlaggebend: Wann entstand das Werk? Ist die Sprache eine „ältere“, vielleicht nicht mehr gebräuchliche Sprache? Kann man das genau so ins Deutsche übertragen oder hat die deutsche Sprache eine andere Entwicklung durchlebt? Wie war das soziokulturelle Umfeld in Italien, wie ist oder wie war es in Deutschland?
Bei der Frage, ob eine Redewendung in der Form auf deutsch bzw. auf italienisch existiert, habe ich mich auf die wichtigsten Sammlungen zum Thema gestützt, nämlich den Duden – Redewendungen (11.Band)1 und das Dizionario dei modi di dire della lingua italiana von LAPUCCI2 und auf das Dizionario dei modi di dire della lingua italiana von B.M.QUARTU3.
Außerdem waren meine Familie und meine italienischen Freunde Ansprechpartner Nummer eins, wenn es darum ging, ob eine Redewendung in genau der vorgefundenen Form immer noch gebräuchlich ist, oder ob diese zwar in Werken von Verga (Werke von 1880, 1881, 1883, 1887, 1894) und Manzoni (1824) und einigen anderen Autoren benutzt wird aber heutzutage in der gesprochenen Sprache nicht mehr verwendet wird und unter Umständen gar nicht mehr bekannt ist.
1 Forschung und Begrifflichkeit der Phraseologie
Die Forschung wurde in Westeuropa vor allem von BALLY durch sein 1909 erschienenes ‚traité de stylistique française‘4 vorangetrieben, jedoch wurde die Forschung in Mittel- und Westeuropa kaum fortgeführt.
Im sowjetischen Raum wurde die Phraseologieforschung hingegen verstärkt in den dreißiger und vierziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts betrieben. Schon in der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts analysierten russische Linguisten feste Wortverbindungen und erarbeiteten theoretische Grundlagen der Phraseologie.
Eine Wiederbelebung gab es in der sowjetischen Phraseologie zwischen 1950 und 1970, insbesondere durch die Arbeit VINOGAROVs, durch welche die Phraseologie sich als eigenständige Forschungsdisziplin etablierte. VINOGAROVs Klassifikation der Phraseologismen wurde später von KLAPPENBACH ins Deutsche übertragen.
Insbesondere in den 1970ern sind ausführliche Publikationen erschienen, die eine große Vielfalt an Begriffen eingeführt haben, welche auch heute noch Probleme für die Linguistik aufwerfen.
An dieser Stelle folgt ein kurzer Überblick über die wichtigsten Begriffe der Phraseologie. Fast alle diejenigen, die sich mit Wortgruppen befassten, schufen eine eigene Terminologie.
Termini wie feste oder idiomatische Verbindungen, Idiome, Wortgruppenlexeme, Phraseologismus (RATDKE), Phrasem (KLAPPENBACH), phraseologische Einheiten (BALLY), fixiertes Wortgefüge (THUN), Phrasmus (BURGER), Frasmus (HÄUSERMANN), Phraseolexem (PILZ), feste Wortkomplexe (CERNY(?)EVA), verbale Stereotypen (COULMAS), sprachliche Schematismen (DANIELS), Redewendungen, sprichwörtliche Redensarten und ähnliches wurden für bestimmte festgelegte sprachliche Einheiten eingeführt und verwendet.
Mittlerweile bevorzugt man Bezeichnungen, die zum Einen auf das griechischlateinische phrasis‚rednerischer Ausdruck‘ oder zum Anderen auf das griechische idioma ‚Eigentümlichkeit, Besonderheit‘ zurückgehen.
Zu Ersterem gehören Ausdrücke wie Phraseologie und Phraseologismus, zum zweiten Begriff gehören Ausdrücke wie Idiom, Idiomatik und Idiomatismus. Semantisch betrachtet entwickelte sich das Wort phrasis im Französischen negativ.
Im 17. Jahrhundert hatte es die Nebenbedeutung „nichtssagende, inhaltsleere Redensart“5, die Bedeutung wurde dann auch ins Deutsche übernommen.
Diese negative Bedeutung weisen fast alle Belege auf, daneben gibt es auch die Bedeutung „rednerischer Ausdruck“6 und vor allem in älteren Wörterbüchern findet man die abwertende Bedeutung „leere Redensart, Floskel, die nichts besagt“7. Der Begriff Phraseologismus wird in neueren Wörterbüchern als „Idiom“8 oder als „feste Wortverbindung, Redewendung“ bezeichnet. Das Wort „Idiom“ wird in der Linguistik nicht einheitlich gebraucht, einige sowjetische Autoren benutzen ihn gar nicht.
Aus der sowjetischen Forschung in der ehemaligen DDR wurde der Terminus Phraseologismus übernommen, der heute als Oberbegriff für feste Wendungen und feste Wortgruppen verwendet und allgemein akzeptiert wird.
SABITOVA erklärt einen Phraseologismus als „ein syntaktisch- semantisches Simplex, eine Wörterbucheinheit […], die nicht Satz und nicht Wort ist und mindestens aus zwei Lexemenbesteht, einen mehr oder weniger starken Grad der Festigkeit besitzt und gemeinsam eine Bedeutung trägt.“9 PILZ selbst hingegen verwendet den Begriff Phraseolexem. Er sagt:„ Jede Wortgruppe, die als lexikosemantische Einheit verwendet wird, oder jede lexikosemantische Einheit, die aus mehr als einem Wort besteht und nicht länger als ein Satz ist, ist ein PHRASEOLEXEM“10 Bei diesen lexikalischen Einheiten erwähnt er weder Festigkeit noch Stabilität.
Der Begriff Idiotismus entstand im 18. Jahrhundert, GOTTSCHEID definiert ihn als „die unserer Sprache allein zuständigen Redensarten, die sich in keine andere Sprache von Wort zu Wort übersetzen lassen“.11
[...]
1 Dr. Wermke, Matthias et al. (Hrsg) (2002): Duden- Redewendungen (Band 11) 12 Bände. Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich: Dudenverlag.
2 Lapucci, Carlo (1979): Dizionario dei modi di dire della lingua italiana. Milano: Garzanti Editore.
3 Quartu, B.M.(2001): Dizionario dei modi di dire della lingua italiana. 4.Auflage. Milano: Rizzoli.
4 Alle o.g. Namen werden genannt bei: Fleischer, Wolfgang (1982): Phraseologie der deutschen Gegenwartssprache. Leipzig: Niemeyer.
5 Fleischer, Wolfgang A.a.O.: S.8
6 Fleischer, Wolfgang A.a.O.: S. 8
7 In: Klappenbach R., Malige- Klappenbach H., Kempcke G. (Hrsg) (1974): Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache. Berlin: Akademie-Verlag. S. 2792 f 8Dr. Wermke, Matthias et al. (Hrsg) (2001) : Duden- Das Fremdwörterbuch (5.Band). 12 Bände. Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich: Dudenverlag. S.420
9 Zitiert aus: PILZ, K.D. (1981) Redensartenforschung. Stuttgart: Sammlung Metzler. S.19
10 PILZ, K.D. (1981) A.a.O.: S. 20
11 Fleischer, Wolfgang A.a.O.: S.9
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