Beratung von pflegenden Angehörigen close

Bitte warten

Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.

Beratung von pflegenden Angehörigen

Untertitel: Theoretischer Entwurf einer Beratungsstelle
Autoren: Diplom-Pflegepädagogin (FH) Andrea-Eva Schwarz, Ulrike Natour
Fach: Pflegewissenschaften

Lesen Sie im E-Book



Details

Veranstaltung: Theoriegeleitete Pflegepraxis
Institution/Hochschule: Evangelische Fachhochschule Ludwigshafen
Tags: Beratung, Angehörigen, Theoriegeleitete, Pflegepraxis
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2006
Seiten: 44
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 32  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 261 KB
Archivnummer: V63849
ISBN (E-Book): 978-3-638-56796-1
ISBN (Buch): 978-3-638-71036-7

Zusammenfassung / Abstract

Innerhalb der Disziplin der Pflege gewinnt das Feld der Beratung zunehmend an Bedeutung. Unbewusst wird Beratung schon immer von den Pflegenden im Rahmen ihrer täglichen Arbeit durchgeführt. Dies geschieht meist in Form der Weitergabe von Informationen und der Anleitung im Bezug auf pflegepraktische Tätigkeiten. Ein professionelles Verständnis von Beratung durch Pflegefachkräfte ist derzeit noch nicht hinreichend entwickelt bzw. befindet sich noch in den Anfängen des Entwicklungsprozesses. Durch die demographische Entwicklung und die damit verbundene steigende Anzahl von Pflegebedürftigen im häuslichen Umfeld entsteht in diesem Bereich ein zunehmender Bedarf an Beratung. Da es hier um die Gewährleitung der Pflege im häuslichen Bereich geht, ist die Berufsgruppe der Pflegenden in diesem Zusammenhang gefordert, um die entstehenden komplexen Problemsituationen professionell und gemeinsam mit den Betroffenen zu bearbeiten und nach Lösungen zu suchen. Zwar wurden in der Vergangenheit diverse Unterstützungsmöglichkeiten angeboten, diese beschränken sich jedoch auf Schulungsprogramme und Beratung in finanziellen/rechtlichen Fragen. Eine prozesshafte und somit förderliche Beratung kann durch den begrenzten gesetzlichen Spielraum nach § 37 (3) SGB XI nicht realisiert werden. (siehe unten) Pflegende Angehörige finden demnach nur unzureichend Unterstützung. Aus diesem Grund befasst sich diese Arbeit in den ersten Kapiteln mit den speziellen Problemlagen und Konflikten, denen pflegende Angehörige ausgesetzt sein können. Da auf pflegerischer Seite bisher so gut wie kein Beratungsangebot für pflegende Angehörige existiert, wird in dieser Arbeit ein theoretisches Konzept für eine Beratungsstelle für pflegende Angehörige dargelegt und erörtert. Diese theoretische Konzeption beansprucht nicht die vollständige Erarbeitung wie sie im Rahmen eines geförderten Modellprojektes möglich wäre, sondern stellt erste Überlegungen und Anregungen zur Weiterarbeit dar.

Textauszug (computergeneriert)

Evangelische Fachhochschule Ludwigshafen
Hochschule für Sozial- und Gesundheitswesen, Pflegepädagogik
5. Semester (SS 2006)

Beratung von pflegenden Angehörigen

von: Andrea-Eva Schwarz und Ulrike Natour

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Bedarf an Pflegeberatung durch steigende Pflegebedürftigkeit 4

3. Probleme der pflegenden Angehörigen  6

3.1 Objektive Probleme  6

3.1.1 Rollenkonflikt  6
3.1.2 Angst  7
3.1.3 Depression  7
3.1.4 Aggression/ Gewalt/Misshandlung  8
3.1.5 Stress/Burn-Out  9
3.1.6 Materielle Probleme  10
3.1.7 Zeitliche Probleme  10

3.2 Subjektive Probleme  11
3.3 Strukturelle Probleme  11

3.3.1 Mangelnde pflegerische Qualifikation  12
3.3.2 Organisationsprobleme  12
3.3.3 Unzureichende Ausstattung  12
3.3.4 Rückzug aus dem Berufsleben  13

4. Beratung  14

4.1 Beratungsbegriff  14
4.2 Beratung versus (Psycho-) therapie  15
4.3 Beratung in der Pflege  16
4.4 Soziale Konstellationen von Beratung in der Pflege  16

4.4.1 Einzelberatung  17
4.4.2 Gruppenberatung  17
4.4.3 Beratung von Selbsthilfegruppen  18

5. Beratungsstelle  20

5.1 Einrichtung und Beratungsräume  20
5.2 Personelle Ausstattung  21
5.3 Pflegetheoretische Grundlagen und Einflüsse  22

5.3.1 Die Theorie von Orem  22
5.3.2 Das konzeptuelle Modell der ganzheitlich-fördernden Prozesspflege von Monika Krohwinkel  24

5.4 Integrativer Beratungsansatz  25

5.4.1 Beratungsansätze  25
5.4.2 Stufen der Integrativen Beratung  28
5.4.3 Beratung als Lernprozess  29

5.5 Konkretisierte Aufgaben und Ziele der Beratungsstelle  30
5.6 Anforderungen an die Berater  32
5.7 Qualitätskriterien für die Beratung pflegender Angehöriger  33

6. Fazit  36

7. Bibliographie  39




 

1. Einleitung

Innerhalb der Disziplin der Pflege gewinnt das Feld der Beratung zunehmend an Bedeutung. Unbewusst wird Beratung schon immer von den Pflegenden1 im Rahmen ihrer täglichen Arbeit durchgeführt. Dies geschieht meist in Form der Weitergabe von Informationen und der Anleitung im Bezug auf pflegepraktische Tätigkeiten. Ein professionelles Verständnis von Beratung durch Pflegefachkräfte ist derzeit noch nicht hinreichend entwickelt bzw. befindet sich noch in den Anfängen des Entwicklungsprozesses.

Durch die demographische Entwicklung und die damit verbundene steigende Anzahl von Pflegebedürftigen im häuslichen Umfeld entsteht in diesem Bereich ein zunehmender Bedarf an Beratung. Da es hier um die Gewährleitung der Pflege im häuslichen Bereich geht, ist die Berufsgruppe der Pflegenden in diesem Zusammenhang gefordert, um die entstehenden komplexen Problemsituationen professionell und gemeinsam mit den Betroffenen zu bearbeiten und nach Lösungen zu suchen. Zwar wurden in der Vergangenheit diverse Unterstützungsmöglichkeiten angeboten, diese beschränken sich jedoch auf Schulungsprogramme und Beratung in finanziellen/rechtlichen Fragen. Eine prozesshafte und somit förderliche Beratung kann durch den begrenzten gesetzlichen Spielraum nach § 37 (3) SGB XI nicht realisiert werden. (siehe unten) Pflegende Angehörige2 finden demnach nur unzureichend Unterstützung. Aus diesem Grund befasst sich diese Arbeit in den ersten Kapiteln mit den speziellen Problemlagen und Konflikten, denen pflegende Angehörige ausgesetzt sein können. Da auf pflegerischer Seite bisher so gut wie kein Beratungsangebot für pflegende Angehörige existiert, wird in dieser Arbeit ein theoretisches Konzept für eine Beratungsstelle für pflegende Angehörige dargelegt und erörtert. Diese theoretische Konzeption beansprucht nicht die vollständige Erarbeitung wie sie im Rahmen eines geförderten Modellprojektes möglich wäre, sondern stellt erste Überlegungen und Anregungen zur Weiterarbeit dar.

2. Der Bedarf an Pflegeberatung durch steigende Pflegebedürftigkeit

Mit der Einführung der Pflegeversicherung im Jahr 1995 wurde auf die, aufgrund der demographischen Entwicklung, zunehmenden Zahl von Pflegebedürftigen und die daraus resultierenden Finanzierungsschwierigkeiten reagiert. Die Pflegeversicherung setzt sich zusammen aus der sozialen Pflegepflichtversicherung und der privaten Pflegepflichtversicherung. Im ersten Quartal 2006 bezogen ca. 2,05 Millionen Menschen Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung.

Nach Voraussagen der Rürup-Kommision wird diese Zahl bis zum Jahr 2030 auf ca. 3,09 Millionen ansteigen. Die Mehrzahl (1,38 Millionen) der Pflegebedürftigen erhält Leistungen für die ambulante Versorgung.3 Die Pflegegeldleistungen bilden hier, nach den Ausgaben für vollstationäre Pflege, mit 4,1 Milliarden Euro im Jahre 2003 den größten Ausgabenposten.4 Diese Pflegegeldleistungen, also die Pflege durch Angehörige im häuslichen Umfeld, ist mit fünfzig Prozent derzeit die häufigste Versorgungsform.5 Für Pflegegeldempfänger ist derzeit im Pflegeversicherungsgesetz zur Sicherung der Qualität der häuslichen Pflege ein Pflegeeinsatz zur regelmäßigen Hilfestellung und Beratung der pflegenden Angehörigen verpflichtend vorgesehen. Die Beratung soll durch professionelle Pflegefachkräfte übernommen werden. Diese gesetzliche Festschreibung der Pflegeberatung dokumentiert von politischer Seite her die Einsicht in die Notwendigkeit einer Beratung pflegender Angehöriger. Der Gesetzgeber hat jedoch mit seinen Rahmenbedingungen eine qualifizierte, professionelle Pflegeberatung unmöglich gemacht.

Zum Beispiel ist in Niedersachsen für den Pflegeeinsatz nach §37 ein Satz von 15,65 € (Pflegestufe I und II) bzw. 20,60 € (Pflegestufe III) vorgesehen, der auch noch von den Pflegegeldempfängern selbst zu tragen ist.6 Für Einrichtungen des Gesundheitswesens und auch ambulanten Pflegedienste wird eine qualitätsgesicherte und wirtschaftliche Arbeitsweise gesetzlich vorgeschrieben. Wie man bei solchen Vergütungssätzen, wie in unserem Fall, wirtschaftlich und qualitativ hochwertig, also auch nicht defizitär, arbeiten soll bleibt offen.

3. Probleme der pflegenden Angehörigen

Pflegende Angehörige werden durch ihre Aufgabe einer Reihe von Problemen und Belastungen ausgesetzt, die sehr unterschiedlich gestaltet sein können und deren Ausmaß und Bewältigung daher individuell verschieden sind. Familienmitglieder, die sich zur meist unentgeltlichen Übernahme der häuslichen Pflege bereit erklären, sei es aus Liebe, Mitgefühl, Verpflichtung oder vielleicht aus pekuniären Gründen, ahnen nicht selten, was auf sie zukommt. Die Pflege kostet viel Kraft und ist sehr häufig mit unzähligen und auch heftigen Emotionen und Belastungen verbunden. Da die Belastungen für die (meist weiblichen) pflegenden Familienangehörigen nicht unerheblich sind, soll im Folgenden eine Auswahl von Problemen kurz dargestellt werden. Die Differenzierung erfolgt in ausgewählte objektive, subjektive und strukturelle Belastungsprobleme.

3.1 Objektive Probleme

[...]


1 Zur Vereinfachung wird im kompletten Text die männliche Form verwendet.

2 Der Begriff Angehörige beinhaltet jegliche pflegende Bezugsperson.

3 www.bmg.bund.de

4 www.vdakaev.de

5 www.vzbv.de

6 www.harsefeld.de

Kommentare

Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:

http://www.grin.com/e-book/63849/