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Autor: Christina Hummel
Fach: Pädagogik - Wissenschaft, Theorie, Anthropologie
Details
Tags: Gandhis, Lebensphilosophie, Gewaltfreiheit, Gedanken, Pädagogik, Gewaltfreiheit
Jahr: 2005
Seiten: 24
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 9 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 145 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-57477-8
Textauszug (computergeneriert)
Julius-Maximilian-Universität Würzburg
Seminar: Mahatma Gandhi und Nelson Mandela. Ein Beitrag
zur pädagogischen und juristischen Rhetorik
WS04/05, Fachsemester: 7.
Gandhis Lebensphilosophie der Gewaltfreiheit und seine
Gedanken zu einer Pädagogik der Gewaltfreiheit
von: Christina Hummel
Inhaltsübersicht
1. Einleitung 1
2. Einflüsse auf Gandhi 2
2.1 Bergpredigt 2
2.2 Bhagavadgita 3
2.3 Tolstoi 4
2.4 Ruskin 5
3. Religionsverständnis 7
3.1 Beziehung zu den Religionen 7
3.2 Gottesbild 8
4. Grundbegriffe 10
4.1 Ahimsa 10
4.2 Brahmacharya 11
4.3 Satyagraha 13
4.4 Zusammenspiel der Grundbegriffe 14
5. Gedanken zur Pädagogik 16
5.1 Entwicklung des Menschen 16
5.2 Unterrichtsvorstellungen 17
5.3 Bildungsvorstellungen 18
6. Fazit 19
Literaturverzeichnis 21
1. Einleitung
In meiner Hausarbeit werde ich mich mit der Lebensweise des Mohandas Karamchand Gandhi – auch Mahatma Gandhi genannt – und dessen Wirkung auf die Pädagogik befassen. Da ich selbst in meiner Kindheit mit meiner Familie einige Jahre in Indien gelebt habe und mich nach wie vor noch mit diesem Land verbunden fühle, ist es mir eine Freude gewesen mich mit dem Menschen Gandhi und seiner Philosophie der Gewaltfreiheit auseinanderzusetzen.
Gandhi wurde damals – und wird auch heute noch – von vielen mit großem Respekt für seinen Dienst an der indischen Gesellschaft in Bezug auf deren Befreiung von der englischen Kolonialmacht betrachtet und vor allem seinem Kampf mit den Mitteln der Gewaltfreiheit wird große Anerkennung gezollt. So beschrieb Gokhale, der Lehrer und Mentor Gandhis war, ihn mit folgenden Worten:
„Er ist zweifellos aus dem Stoff, aus dem Helden und Märtyrer gemacht sind...In ihm ist die erstaunliche geistige Kraft, gewöhnliche Menschen um sich herum zu Helden und Märtyrer zu formen.“ 1 Im folgenden möchte ich auf Gandhi als Person eingehen. Hierbei geht es mir primär darum, die verschiedenen Einflüsse, die auf Gandhi gewirkt haben, sichtbar zu machen. Darunter fallen z.B. die Einflüsse der unterschiedlichen sozialreformerischen Denktraditionen aus Europa, aber auch die Einflüsse von Seiten der unterschiedlichen Religionen, speziell aber durch Gandhis hinduistischen Glauben.
Anschließend werde ich auf Gandhis Lebensweise der Gewaltfreiheit eingehen, die er sein Leben lang vertreten hat und auch auf seine Gedanken bezüglich einer Pädagogik, die primär darauf abzielt den Charakter eines Menschen zu formen. Doch mehr dazu in den folgenden Punkten. Am Schluss meiner Arbeit werde ich noch ein abschließendes Fazit bezüglich der Gedanken des Mohandas Gandhi ziehen.
2. Einflüsse auf Gandhi
Gandhi wurde zeitlebens von vielen verschiedenen Seiten beeinflusst. Beispielsweise spielen hierbei die unterschiedlichen Weltreligionen, mit denen er sich intensiv auseinandersetzte, aber auch verschiedene sozialreformatorische Denker eine große Rolle. Da diese Einflüsse natürlich auch in seinen "Experimenten mit der Wahrheit" – wie Gandhi zu seiner Entwicklung hin zur Gewaltfreiheit sagte – zu spüren sind, möchte ich einige der Einflüsse, denen Gandhi im Laufe seines Lebens ausgesetzt war, darstellen. Zuerst werde ich dabei auf zwei religiöse Bereiche eingehen, um schließlich noch zwei Reformatoren – Tolstoi und Ruskin – aus dem europäischen Raum hervorzuheben, die Gandhi maßgeblich inspiriert haben.
2.1 Bergpredigt
Gandhi hatte schon von Kindheit an intensiven Kontakt mit verschiedenen Religionen. Daher war seine Einstellung zeitlebens sehr tolerant gegenüber Andersgläubigen und er hat sich auch nicht davor gescheut die Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Glaubensrichtungen anzutreten. Doch dazu werde ich mich im Verlauf meiner Hausarbeit noch ausführlicher äußern.
Unter anderem hat er sich intensiv mit dem Christentum auseinandergesetzt. Doch fand er hierzu keinen wirklichen Zugang. Nachdem er mehrmals versuchte die Bibel zu lesen, musste er jedes Mal eingestehen, dass er die Bibel nur „mit großer Schwierigkeit und ohne das mindeste Interesse oder Verständnis“ 2 lesen konnte. Lediglich die Bergpredigt des Neuen Testaments hinterließ Spuren bei ihm. Mohandas Gandhi sah viele Parallelen zwischen ihr und seiner Philosophie der Gewaltfreiheit.3 So schrieb er in seiner Autobiographie:
"Die Stelle: ′Ich aber sage euch, dass ihr dem Übel nicht widerstehen sollt; sondern so dir jemand einen Streich gibt auf deinen rechten Backen, dem biete den andern auch dar…′ entzückte mich über die Maßen…" 4
Jesus forderte – ebenso wie Gandhi – bedingungslose Gewaltfreiheit. Gandhi selbst fühlte sich tief verbunden mit der Person Jesu, da er in ihm den ersten Satyagrahi, also den ersten gewaltfreien ‚Widerstandskämpfer’, sah. Allerdings lehnte Gandhi die Dogmatisierung der Lehren Jesu, wie sie von den Kirchen betrieben wurde, ab, da er selbst eine ausgesprochen starke Toleranz gegenüber den unterschiedlichen Glaubensformen aufwies und so kein Verständnis dafür aufbringen konnte, dass das Christentum Jesus als den einzigen Mittler zwischen den Menschen und Gott sieht. 5
2.2 Bhagavadgita
[...]
1 Grabner (1992). S. 114.
2 Gandhi (2001) S. 70.
3 vgl. Renoldner (1990) S. 71.
4 Gandhi (2001) S. 70.
5 vgl. Münster (1995) S. 187f.
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