Register or log in at GRIN

Your e-mail-address or password is wrong
Register now
For new authors: free, easy and fast
This will be used as your user name, please specify a valid e-mail address

Lost password

Your e-mail-address or password is wrong

Request a new password
Vom Sinn der Sinne - Eine Meditation über Thomas Nagels "Wie es ist, eine Fleder... close

Please wait

Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.

Vom Sinn der Sinne - Eine Meditation über Thomas Nagels "Wie es ist, eine Fledermaus zu sein"

Scholary Paper (Seminar), 2000, 12 Pages
Author: Dr. des. Robert Dennhardt
Subject: Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2000
Pages: 12
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 6  Entries
Language: German
Archive No.: V68394
ISBN (E-book): 978-3-638-60994-4
ISBN (Book): 978-3-638-75427-9
File size: 202 KB
Notes :
In der Arbeit ist 1 Abbildung enthalten.


Abstract

Am 11. Januar 1994 war in der Reihe Wissenschaftszeit des Radiosenders SFB eine Sendung mit dem Titel Wie ich die Welt erfand. Über Bewußtsein und Wirklichkeit zu hören. Neben Wissenschaftlern aus den Bereichen Neurobiologie, Anatomie, Neurophysiologie, Kybernetik, Mathematik, Anthropologie, Psychologie und Physik wurden natürlich auch Philosophen zu diesem Thema vorgestellt. Die grundlegenden Fragen lauteten: Wo kommt Bewußtsein her? Wer macht es? Was ist ich? Natürlich jeder hat sich solche Fragen schon irgendwann einmal gestellt, auch schon vor etwa 2300 Jahren. Dschung Dse und Hui Dse standen auf der Brücke, die über den Hao führt: DschuDng Dse sagte: „Sieh, wie die Eiritzen umherschnellen! Das ist die Freude der Fische“. — „Du bist kein Fisch“, sagte Hui Dse, „wie kannst du wissen, worin die Freude der Fische besteht?“ — „Du bist nicht ich“, antwortete Dschung Dse, „wie kannst du wissen, daß ich nicht wisse, worin die Freude der Fische besteht?“ — „Ich bin nicht du“, bestätigte Hui Dse, „und ich weiß dich nicht. Aber das weiß ich, daß du kein Fisch bist; so kannst du die Fische nicht wissen“. — Dschung Dse antwortete: „Kehren wir zu deiner Frage zurück. Du fragst mich: Wie kannst du wissen, worin die Freude der Fische besteht. Im Grunde wußtest du, daß ich weiß, und fragtest doch. Gleichviel. Ich weiß es aus meiner eigenen Freude über das Wasser.“ Dazu ein anschauliches Beispiel für das in diesem Essay diskutierte Problem. Wir alle haben eine recht gute Vorstellung davon, was ein 3-dimensionaler Raum, eine 2-dimensionale Fläche und eine eindimensionale Gerade ist. Da eine Fläche innerhalb unserer Erfahrungswelt liegt, jedenfalls eher als die einer Fledermaus, könnten wir uns sicher ein Wesen vorstellen, dessen Erfahrungswelt ausschließlich 2-dimensional ist. Ich nenne ihn Fiatman. (Vgl. Abott 1990.) Wie könnte ich ihm zeigen, was ein Würfel ist?


Excerpt (computer-generated)

Vom Sinn der Sinne
Eine Meditation über Thomas Nagels
Wie es ist, eine Fledermaus zu sein1

von: Robert Dennhardt

 


Flattre, kleine Fledermaus,
Möchte wissen, wo hinaus.
Hoch über die Erde flieg,
Wie ein Teetablett aus
Teak.

Lewis Carroll.

Am 11. Januar 1994 war in der Reihe Wissenschaftszeit des Radiosenders SFB eine Sendung mit dem Titel Wie ich die Welt erfand. Über Bewußtsein und Wirklichkeit zu hören.2 Neben Wissenschaftlern aus den Bereichen Neurobiologie, Anatomie, Neurophysiologie, Kybernetik, Mathematik, Anthropologie, Psychologie und Physik wurden natürlich auch Philosophen zu diesem Thema vorgestellt. Die grundlegenden Fragen lauteten: Wo kommt Bewußtsein her? Wer macht es? Was ist ich? Natürlich jeder hat sich solche Fragen schon irgendwann einmal gestellt, auch schon vor etwa 2300 Jahren. Dschung Dse und Hui Dse standen auf der Brücke, die über den Hao führt:

Dschung Dse sagte: „Sieh, wie die Eiritzen umherschnellen! Das ist die Freude der Fische“. — „Du bist kein Fisch“, sagte Hui Dse, „wie kannst du wissen, worin die Freude der Fische besteht?“ — „Du bist nicht ich“, antwortete Dschung Dse, „wie kannst du wissen, daß ich nicht wisse, worin die Freude der Fische besteht?“ — „Ich bin nicht du“, bestätigte Hui Dse, „und ich weiß dich nicht. Aber das weiß ich, daß du kein Fisch bist; so kannst du die Fische nicht wissen“. — Dschung Dse antwortete: „Kehren wir zu deiner Frage zurück. Du fragst mich: Wie kannst du wissen, worin die Freude der Fische besteht. Im Grunde wußtest du, daß ich weiß, und fragtest doch. Gleichviel.

Ich weiß es aus meiner eigenen Freude über das Wasser.“3

Diese kleine Geschichte wurde von Martin Buber überliefert und beschreibt sehr schön das Problem, das man haben könnte, wenn man sich fragt, ob überhaupt ein anderes Bewußtsein existiert und dieses auch etwas wissen kann. Thomas Nagel bezeichnete diese radikale These als Solipzismus.4 Und mit der Vorstellung seines Essays What is it like to be a bat begann dann auch die obengenannte Radiosendung. In jenem Essay ist für Nagel gerade das Bewußtsein das, was das Nachdenken über das Geist-Körper-Problem so sperrig macht. Es gibt viele reduktionistische Erklärungsansätze. Doch zeigt dieser Physikalismus nur, daß es nach heutigem Erkenntnisstand wohl noch sehr lange dauern wird zu klären, ob subjektive Erfahrungen irgendeine objektive Natur haben, also mathematisch-physikalisch beschreibbar sind. Und ob diese Fragestellung überhaupt sinnvoll ist. Die Reduktionisten glauben nun, daß es prinzipiell möglich sei, allein aus der Summe der physikalischen Beschaffenheiten des Gehirns und dessen Aktivitäten alle geistigen Phänomene, die mit einem Bewußtsein korrelieren, beschreiben zu können. Diesem Glauben hält Thomas Nagel seine Überzeugung entgegen, daß es wahrscheinlich nicht möglich sei zu wissen, wie es ist, jemand anderes zu sein, und sei es das eigene Ich.

Zunächst erläutert Nagel kurz, was er als subjektiven Charakter der Erfahrungen bezeichnet; nämlich daß es da etwas gibt, das zu sein so ist, als wäre man dies er Organismus.5 Keine der obengenannten Erklärungsprinzipien impliziert diese Erfahrungen, vielmehr wäre ihr Fehlen logisch vereinbar. Und weil jede reduktionistische Analyse deduktiv ist, kann sie über das, was sie analysiert erkenntnistheoretisch nicht hinaus. Zur anschaulichen Beschreibung dieses Sachverhaltes, hält Nagel das uns phylogenetisch relativ nahe stehende Säugetier Fledermaus entgegen. Sie kann etwas, was wir nicht können. Mit Hilfe eines speziellen Organs können diese einzigen flugfähigen Säugetiere sich mit Hilfe einer Art Sonar bzw. Ultraschallortung während des Fluges orientieren. Ihr Gehirn ist irgendwie in der Lage, all diese aufgefangenen hochfrequenten Schallimpulse derart umzuwandeln, daß daraus eine Art Abbild der Umwelt entsteht.

[...]


1 In: Hofstadter 1986, 375 bis 388.

2 SFB 1994.

3 SFB 1994, 2.

4 Nagel 1990 11.

5 Hofstadter1986, 376.


Comments

No comments yet

Add Comment
Your comment is reviewed before being published

Other users also were interested in the following titles:


This text can be quoted and accessed from this url:

http://www.grin.com/e-book/68394/vom-sinn-der-sinne-eine-meditation-ueber-thomas-nagels-wie-es-ist-eine
please wait Please wait