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Research Paper, 2007, 94 Pages
Author: Roger Kaufmann
Subject: Art - Computer Art / Graphics / Art in Media
Details
Tags: Gestaltungselement, Minimalismus, Multimedia, Interaktionen, Stilrichtung
Year: 2007
Pages: 94
Grade: 1
Bibliography: ~ 82 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-62893-8
File size: 5780 KB
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Excerpt (computer-generated)
Gestaltungselement Minimalismus und Multimedia -
Interaktionen einer Stilrichtung mit den gegenwärtigen
von: Roger Kaufmann
eingereicht am 27. Januar 2007
Inhaltsverzeichnis
1. Begründung der Auswahl 5
2. Abgreifen der Terminologie Minimalismus und Ausschlusskriterien 7
2.1. Epocheneingliederung 7
2.2. Stilmerkmale 9
2.2.1. Visuelle Kennzeichen 10
2.2.1.1. Form 11
2.2.1.2. Farbe 11
2.2.1.3. Helligkeit/Beleuchtung 11
2.2.1.4. Grösse/Proportion 12
2.2.1.5. Textur/Material 12
2.2.1.6. Anordnung/Richtung 12
2.2.1.7. Einbettung in die Umgebung 13
2.2.2. Auditive Kennzeichen 13
2.2.3. Funktionalität und Zweck 14
3. Abgreifen der Terminologie Mulitmedia 15
3.1. Funktionaler Träger zu unseren Sinnesorgangen 15
3.2. Digitaler Charakter 17
4. Beziehung zwischen Minimalismus und Multimedia 19
4.1. Nahtlos übergreifende Gestaltungsebenen 19
4.1.1. Positionierung des Anwenders 20
4.1.2. Das Ende des notwendigen Übels 20
4.2. Die Form folgt der Funktion 22
4.2.1. Absorption in die Lehren von Mediengestaltung 23
4.2.2. Unberechenbarer Ansturm auf multimediale Funktionalitäten 24
4.2.3. Funktionalität als Zugkraft 24
4.2.4. Verdichtung und Konzentration 26
4.2.5. Visuelle Reduktion 26
4.3. Der Betrachter wird zum Autor 29
4.3.1. Massgeschneiderte Navigationsgestaltung 29
4.3.2. Nicht-Linearität als Ausdruck intuitiven Handelns 30
4.4. Herausgegriffene Anwendungsbeispiele 31
4.5. Herausforderungen an die Gestaltungsindustrie 37
4.5.1. Informierend vs. unterhaltend 38
4.5.2. Minimalisierte Basiselemente 39
4.5.3. Kenntnisse im Minimalismus als Hilfe beim intuitiven Medienschaffen 41
5. Schlussfolgerung 43
6. Quellenangaben 45
7. Anhang 51
7.1. Ausdrucke Websites 51
1. Begründung der Auswahl
Ein Streifzug durch die heutigen Einrichtungshäuser und Elektronikfachhäuser macht deutlich, wie der heutige Zeitgeist geprägt ist: Schlichtheit, Strenge, dominierende Einfachheit und auf die Funktion reduzierte Gestaltung ohne ablenkende Verzierungen, Details und Prunk finden sich als gemeinsame Merkmale bei Möbeln, Architektur, Kunstinstallationen und vor allem bei elektronischen Geräten in Form von Multimedia und deren Funktionalitäten, die sich nach modernen Mediengestaltungstheorien1 orientieren. Ein postmoderner Stil kommt dabei vorwiegend zum Tragen: Der Minimalismus.
Oft wird eine Stilepoche lapidar als Geschmackssache und Zeitgeist abgetan und kann demzufolge keinen Anspruch auf eine allgemein gültige Mediengestaltungstheorie erheben. Während dies gewiss für viele Stilepochen zutrifft, stellt sich beim Minimalismus als Verfechter des rationalen Funktionalismus die Frage, ob dies auch hier zutrifft, oder ob der Minimalismus einen entscheidenden Schnitt des bisherigen Kunstverständnisses und eine berechtige Integration dessen Beschreibungen in die Mediengestaltungstheorie darstellen kann. Die gegenseitige Beeinflussung zwischen Minimalismus und der Gestaltung multimedialer Geräte sowie deren Funktionen ist Gegenstand der vorliegenden Facharbeit. Dabei sollen Überlappungen, Abgrenzungen und Integrationsmöglichkeiten gewonnener Erkenntnisse in die bestehenden Mediengestaltungstheorien aufgezeigt werden.
Nicht die Auflockerung gegenwärtiger Mediengestaltungstheorien steht im Vordergrund, sondern die verdichtende Einflechtung eines Stiles in die Anforderungen an einen Multimedia-Produzenten als weitere Sensibilisierung und Orientierungshilfe ist Ziel dieser Untersuchung. Kann die Stilepoche Minimalismus erstmals als Wegbereiter zu einem zeitlosen Hilfsmittel in der Mediengestaltung betrachtet werden?
In einem ersten Teil soll die Terminologie Minimalismus ausgelegt werden. Im anschliessenden Kapitel der Begriff Multimedia und im nachfolgenden Kapitel die Beziehung zueinander. Als Quintessenz sollen ergänzende Orientierungshilfen bei der Mediengestaltung als auch kontemplative Anwendungsbeispiele in Form von teilweise sich wiederholenden Bildern, die in der Quellenangabe im Kapitel 6 referenziert sind, vorgetragen werden. Diese Arbeit erhebt keinen Anspruch auf detaillierte Vollständigkeit. Weder Design- Prozesse noch Produktions-Prozesse im Konkreten sind Gegenstand dieser Facharbeit. Viel mehr ist sie Resultat ausgewählter Neuerkenntnisse über die enge Verzahnung einer Stilepoche mit der stark technisierten Welt von Multimedia und deren Gestaltungsgesetze.
2. Abgreifen der Terminologie Minimalismus und Ausschlusskriterien
In diesem Kapitel soll der Begriff Minimalismus ausgedeutscht und mit Beispielen illustrativ veranschaulicht werden. Als Oberbegriff umfasst er spezifische Unterbegriffe wie zum Beispiel Minimal-Art, cool Art, Nihilist Art, Serial Art oder Idiot Art und hat jene Unterbegriffe teilweise verinnerlicht und somit abgelöst.2 Oftmals wird auch der Begriff Minimal Art verwendet, der meines Erachtens eher von visueller Natur ist. Da aber im Hinblick auf den später aufgegriffenen Vergleich zu Multimedia auch der Audio-Teil - wenn auch in einem geringeren Masse - mitberücksichtigt werden soll, wird der allumfassendere Begriff Minimalismus verwendet. In dieser Facharbeit wird der Akzent bewusst einschränkend auf die Stilmerkmale Minimalismus der letzten zehn Jahre gesetzt. Es sei hier jedoch explizit erwähnt, dass dessen Entstehung ein paar Jahrzehnte früher seinen Lauf nahm.
2.1. Epocheneingliederung
"Der Begriff Minimalismus erscheint zum ersten Mal in einem Artikel des Kritikers Richard Wollheim, der im Januar 1965 im Arts Magazine veröffentlicht wurde."3 Zeitlich parallel kann der rational geprägte (blau eingefärbt) Stil Minimalismus zwischen Konzept-Kunst und Neo-Expressionismus als emotionale Stilrichtungen (rosa eingefärbt) angegliedert werden (Abbildung 1).
Abbildung 1 [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]
Die Kunstströmung Minimalismus fand in den 1960er Jahren vor allem in New York ihre Anhänger und durchdrang die unterschiedlichsten Gebiete künstlerischen Schaffens: in Malerei und Skulptur, in Musik und Tanz, in Film und Theater sowie in der Mode - der Welt des Konsums.4 So ging unter anderem auch die Gestaltung von Radioempfängern mit der Ausweitung des Minimalismus einher.
Abbildung 2 [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]
Namhafte Wegbereiter des Minimalimus in der Kunstwelt waren vor allem: Carl André (*1935), Dan Flavin (1933-1996), Eva Hesse (1936 - 1970), Donald Judd (1928-1994), Yves Klein (1928-1962), Sol Lewitt (*1928), Robert Morris (*1931), Robert Rauschenberg (*1925), Ad Reinhardt (1913 - 1967), Frank Stella (*1936).5 Hier ein paar Abbildungen ihrer Werke:
Abbildung 3 [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]
Abbildung 4 [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]
Abbildung 5 [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]
Abbildung 6 [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]
Abbildung 7 [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]
Abbildung 8 [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]
Abbildung 9 [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]
Abbildung 10 [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]
Abbildung 11 [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]
Abbildung 12 [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]
Abbildung 13 [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]
Abbildung 14 [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]
Zieht man deren Werke in Vergleich, lassen sich einige gemeinsame Kennzeichen im Stil abzeichnen.
2.2. Stilmerkmale
"Trotz der Verschiedenartigkeit der minimalistischen Werke lassen sich einige gemeinsame Charakteristika festellen: totale Abstraktheit, höchstmögliche Ordnung, Neutralität und Antiillusionismus, Verwendung elementarer Formen, die häufig in serieller Ordnung präsentiert werden, geringst mögliche Komplexität sowie Verwendung industrieller Werkstoffe. [...] Das Ziel bestand darin, Werke zu schaffen, die einen komplett autonomen Objektcharakter besitzen sollten."6
Die bis anhin geltenden Bild- und Gestaltungskonzepte, das heisst bis zum Zeitpunkt der Entstehung des Minimalismus, wurden verworfen. Es war eine Ablehnung ornamentalen Schaffens, eine Rückkehr zur Nüchternheit, frei von jeglichen Überraschungen, eine Eliminierung von Komplexität und Nuancen sowie eine Fokussierung auf die elementare Geometrie. Gerade das Eliminieren von Komplexität und Nuancen wurde den Künstlern des Minimalismus vorgeworfen.7 Der Paradigmawechsel war jedoch unaufhaltsam. "So profitiert die minimalistische Formgebung gerade in der Architektur von den Meistern der Moderne wie Mies van der Rohe. Sein berühmtes Diktum «less is more» (weniger ist mehr) kann als Leitsatz des Minimalismus gelten, als Vorgabe für einen gestalterischen und ästhetischen Reduktionismus." 8 In diesem Zusammenhang sei auch das oft zitierte Credo "Reduce to the max" erwähnt, welches auch von der Werbung (Smart-Auto) aufgegriffen wurde.9 Unter Beihilfe heutig angewendeter Gestaltungsgesetze im Mediengestaltungsbereich sollen die Kennzeichen des Minimalismus ab den 1990er Jahren im Besonderen ausgeleuchtet werden.10
2.2.1. Visuelle Kennzeichen
[...]
1 Anmerkung: Begriffe wie Multimedia, Mediengestaltung und auch Interkationsdesign sind eher zeitbedingte Begriffe, die letztendlich vernachlässigbare Defi nitionsunterschiede beinhalten. Multimedia beruhen vorwiegend auf Mediengestaltungstheorien. Es ist daher abzusehen, von Multimedia-Theorien zu sprechen, wenn Gestaltungstheorien gemeint sind.
2 nach Cheviakoff, Sofia: Minimalismus. Erstauflage. Königswinter: Tandem Verlag GmbH 2006, S. 36.
3 Cheviakoff, Sofia: Minimalismus. Erstauflage. Königswinter: Tandem Verlag GmbH 2006, S. 34.
4 nach Cheviakoff, Sofia: Minimalismus. Erstauflage. Königswinter: Tandem Verlag GmbH 2006, S. 18.
5 Little, Stephen: ...ismen - Kunst verstehen. Deutsche Erstausgabe. München: Knesebeck GmbH & Co., 2006, S. 138.
6 Cheviakoff, Sofia: Minimalismus. Erstauflage. Königswinter: Tandem Verlag GmbH 2006, S. 32-33.
7 nach Little, Stephen: ...ismen - Kunst verstehen. Deutsche Erstausgabe. München: Knesebeck GmbH & Co., 2006, S. 138.
8 Cheviakoff, Sofia: Minimalismus. Erstauflage. Königswinter: Tandem Verlag GmbH 2006, S. 20.
9 nach Eichmeier, Doris: Multimedia. Artikel aus werben & verkaufen Nr. 38 vom 24.09.1999. Seite 150.
10 nach Fries, Christian: Grundlagen der Mediengestaltung. 2. Auflage. Leipzig: Fachbuchverlag Leipzig, 2004. S. 47.
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