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Zeiterfahrungen am Beispiel der Untersuchung von Marianne Gronemeyers "Das Leben als letzte Gelegenheit: Sicherheitsbedürfnisse und Zeitknappheit"

Termpaper, 1999, 31 Pages
Author: Dipl.-Pflegew. (FH) Peter Harms
Subject: Nursing Science

Details

Category: Termpaper
Year: 1999
Pages: 31
Language: German
Archive No.: V7052
ISBN (E-book): 978-3-638-14430-8
ISBN (Book): 978-3-638-63974-3
File size: 139 KB

Abstract

Was ist Zeit? Wie und seit wann beherrscht uns besonders in den hoch industrialisierten Gesellschaften die Macht der Uhren? Die Skizzierung der (sozialen) Zeitgeschichte in diesem Essay soll Zeiterfahrungen des modernen Menschen widerspiegeln, der sich immer merkwürdiger gibt, weil er vieles vorgibt zu haben - nur keine Zeit!


Excerpt (computer-generated)

Zeiterfahrungen am Beispiel der Untersuchung von
Marianne Gronemeyer(s)
"Das Leben als letzte Gelegenheit:
Sicherheitsbedürfnisse und Zeitknappheit"

Hausarbeit am Fachbereich Gesundheitswesen
der Evangelischen Fachhochschule Hannover
Im Studiengang Pflegemanagement
Im Lernbereich 4
vorgelegt im SoSe 1999 von

Peter Harms
2. Studiensemester

Abgabetermin: 04.8.1999

 

Gliederung

1 Einleitung
2 Neuzeit, Pest und Tod
3 Entdeckung und Sicherung der Lebensspanne
4 Das Lebenstempo beschleunigt sich
5 Das Fremde ist störend
6 Reflexion eigener Zeiterfahrungen
7 Schlußnotizen
8 Literaturverzeichnis


1 EINLEITUNG

Im menschlichen Bewußtsein wird Zeit als das (...) "verschieden erlebte Vergehen von Gegenwart zu Vergangenheit sowie von erwarteter Zukunft zu Gegenwart" beschrieben (vgl. dtv Lexikon Band 20 1995, S. 229 f.).
Und durch vermeintlich zeitersparenden Zugriff auf die CD-ROM läßt sich auf dem Monitor u.a. ablesen, daß Zeit der Begriff ist für (...) "eine Abfolge oder eine Periode, in der eine Handlung oder ein Ereignis stattfindet". Zeit hat fundamentale Bedeutung sowohl (...) "für die geistige als auch physikalische Welt" (vgl. Microsoft CD-ROM Encarta 99 1998, Stichwort: "Zeit").
Weitere Stichworte und Verweise zum Thema führen durch Epochen und Zeiten und der Verfasser (d.Verf.) merkt zunächst gar nicht, wie die Zeit, seine Zeit, verrinnt. Das Spiel am Computer erinnert ihn an frühe Kindertage, wo die Zeit ebenfalls, allerdings mit anderen Spielen, wie im Fluge verging. Und dann gab es aber auch Tage, etwa vor dem Geburtstag oder Weihnachten, wo der zeitliche Stillstand drohte und den Eltern die Beschäftigungsqual.
Der Soziologe Norbert Elias sieht Zeiterfahrung als ein soziales Symbol, etwa wie die Sprache. Zeit ist nicht äußerlicher, objektivierbarer Faktor, vom Individuum unabhängig existierend, sondern individuelle Erfahrung und sozialer Prozeß zugleich. Zeit entsteht im Kopf.
Er konstaniert, und d. Verf. macht es sich zu eigen, daß Zeit nicht einfach da ist, sondern durch einen Lernprozeß über Jahre hinweg angeeignet wird. Wir lernen also über ein kompliziertes System von Symbolen mittels Uhren und Kalender, Zeit zu lesen und zu verstehen und unser Verhalten und Fühlen entsprechend zu regulieren (vgl. Treibel 1997, S. 192 f.).
Die Macht der Uhren bereitet der jüngsten Tochter des Verf., um ein Beispiel anzuführen, bereits im Alter von 8 Jahren mitunter die große Sorge, sie könne die Schule zu spät erreichen und den Anfang des Unterrichts versäumen. Schon lange vor Schulbeginn immer wieder auf die kleine Armbanduhr schauend, die künftig sicherlich noch mehr ihr Leben bestimmen wird, wäre es ihr peinlich, nach der Klassenlehrerin den Schulraum zu betreten.
Die Macht der Uhren scheint zumindest in der industrialisierten Uhrzeitgesellschaft kaum noch jemanden auszusparen, denn (...) " Zeit, dieses zutiefst kollektiv gestaltete und geprägte symbolische Produkt menschlicher Koordination und Bedeutungszuschreibung, behält ihren Bezug zu anderen Menschen selbst in den Momenten ausgeprägten individuellen Empfindens. Selbst die Zeit der Einsamen ist nur ein Mangel an gemeinsam verbrachter, an geteilter Zeit. Und der Mangel an Zeit wiederum bemißt sich an der Fülle gesellschaftlich geprägter Erwartungen und der Ansprüche an das eigene Handeln" (vgl. Nowotny 1989, S. 9 f.).
D. Verf. empfindet die gesichtete Literatur zum Thema Zeit überwältigend, erdrückend. Letztlich hat er sich auf die vielen im Lauf der Zeit gestellten Fragen für die 1993 als Buch publizierte Untersuchung von Marianne Gronemeyer mit dem Titel "Das Leben als letzte Gelegenheit" entschieden; weitere Quellen sollen der Ergänzung dienen.
Grob skizziert soll der Versuch unternommen werden, Zeiterfahrungen des modernen Menschen zu vermitteln und wie er da überhaupt hingekommen ist. Wie ist das eigentlich mit der Zeit, die heute keiner mehr haben will? Der Grundstein für die Arbeit von Marianne Gronemeyer wurde bereits im Sommer 1990 während eines Forschungssemesters am Kulturwissenschaftlichen Institut des Wissenschaftszentrums Nordrhein-Westfalen gelegt (vgl. Gronemeyer 1993, Seite 4, nicht nummerierte Seite).
D. Verf. dieser Hausarbeit möchte aus genanntem Buch in vier Kapiteln einen Überblick geben über den Eintritt des Menschen in die Neuzeit (Kapitel 2) und wie der Mensch nach dem Verlust einstiger Werte nach neuen ringend seine ihm zur Verfügung stehende Lebensspanne zu sichern sucht (Kapitel 3). Er wird sein Lebenstempo beschleunigen (Kapitel 4) und im Wettlauf mit seiner ihm zur Verfügung stehenden Zeit bemerken, wie ihm, dem sicherheitsbesessen und weltgierig gewordenem Menschen, das dabei immer wieder störende Fremde in die Quere kommt (Kapitel 5).
Eigene Zeiterfahrungen (Kapitel 6) und eine Schlußbetrachtung (Kapitel 7) sollen einen Ausschnitt über ein Thema aufzeigen, über das der amerikanische Jazz-Trompeter Miles Davis mit den Worten: (...) "Zeit ist nicht die Hauptsache. Sie ist das einzige" zitiert wird (vgl. Levine 1998, S. 291 f.).

2 NEUZEIT, PEST UND TOD

[...]


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