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Diplomarbeit, 2006, 159 Seiten
Autor: Martin Arndt
Fach: Dolmetschen / Übersetzen
Details
Tags: Diskursverarbeitung, Analyse, Rezeptionsphase, Dolmetschen, Sprachenpaar, Deutsch-Russisch
Jahr: 2006
Seiten: 159
Note: 1,8
Literaturverzeichnis: ~ 51 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-62426-8
ISBN (Buch): 978-3-638-70069-6
Dateigröße: 14511 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Die Diskursverarbeitung als der große Abschnitt der Informationsaufnahme – der Rezeption – beim Dolmetschen ist in der Fachliteratur erst in Ansätzen untersucht worden. Dies gilt insbesondere für das dynamische bilaterale Dolmetschen, das in vorliegender Arbeit theoretisch und praktisch unter Verwendung des Sprachenpaares Deutsch – Russisch hinsichtlich der Rezeptionsphase untersucht wird. Ganz offensichtlich trägt eine solche Untersuchung zur Erweiterung des Theoriegebäudes der Dolmetschwissenschaft bei. Insofern aber theoretisches Wissen das praktische Handeln und die Dolmetschleistung des Dolmetschers positiv beeinflussen kann, ist vorliegende Arbeit auch praktisch relevant: Wenn die aus der Analyse gewonnenen Ergebnisse für die universitäre Ausbildung eingesetzt werden, kann eine Optimierung der Rezeptionsqualität der Studenten und somit der zukünftigen Dolmetscher erreicht werden. Die Rezeptionsphase des Dolmetschers ist methodologisch nur schwer zu untersuchen, denn es handelt sich um kognitive Prozesse, die von außen weitestgehend unsichtbar im Kopf des Dolmetschers – in der sogenannten „black box“ – ablaufen. Zeitlich ist die Rezeptionsphase nicht eindeutig von der Transposition und auch kaum von der (Re-)Produktion zu trennen, denn mitunter kann sich der Prozess des Verstehens bis in diese anderen Phasen erstrecken. Da ein unmittelbarer Zugang des Verstehensvorganges derzeit nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich ist, muss also auf die Korrelation zwischen Original und Translat zurückgegriffen werden, um Rückschlüsse bezüglich der Rezeptionsphase zu ziehen. Nach einer übergreifenden Einordnung des weiteren Untersuchungsbereiches – des bilateralen Dolmetschen – und des engeren Untersuchungsbereiches – die Rezeptionsphase im bilateralen Dolmetschen – werden Untersuchungsmethode und -kriterien zur empirischen Auswertung des aufgenommenen Tonbandmaterials hinsichtlich der Rezeptionsphase entwickelt. Es erfolgt im eigentlichen Hauptteil der Arbeit eine graphische Darstellung von theoretisch möglichen Existenzformen der kognitiven Gliederung. Im vierten Kapitel wird die theoretische Fundierung der Rezeptionsphase mit den praktischen Erkenntnissen zusammengeführt, um didaktische Konsequenzen für Gestaltung und Optimierung der universitären Ausbildung hinsichtlich der Rezeptionsphase beim Dolmetschen im Allgemeinen und beim bilateralen Dolmetschen im Besonderen zu erarbeiten.
Textauszug (computergeneriert)
Universität Leipzig
Institut für Angewandte Linguistik und Translatologie
Diskursverarbeitung: Analyse der Rezeptionsphase im bilateralen Dolmetschen mit dem Sprachenpaar Deutsch - Russisch
Martin Arndt
Inhaltsverzeichnis
1. Aufgabenstellung ... 7
1.1 Anlass ... 7
1.2 Gegenstand der Untersuchung ... 7
1.3 Ziel der Untersuchung ... 8
1.4 Verfahrensweise ... 8
2. Untersuchungsgegenstand – Einordnung, Charakterisierung und Methodik ... 9
2.1 Einordnung des weiteren Untersuchungsgegenstandes „bilaterales Dolmetschen“ ... 9
2.1.1 Einordnung in das Begriffsfeld „Kommunikation“ ... 9
2.1.2 Einsatzbereich, Dolmetschart und Dolmetschmodus ... 12
2.2 Einordnung des engeren Untersuchungsgegenstandes „Rezeptionsphase“ ... 14
2.2.1 Rezeption als Teilhandlung des Dolmetschens ... 14
2.2.2 Definition des Begriffes „Rezeptionsphase“ ... 15
2.3 Charakterisierung der Rezeptionshandlungen ... 16
2.3.1 Extra-situative Rezeptionshandlungen ... 16
2.3.1.1 Vorbereitung des Dolmetscheinsatzes ... 16
2.3.1.1.1 Thematische Vorbereitung ... 16
2.3.1.1.2 Sprachliche Vorbereitung ... 17
2.3.1.2 Nachbereitung des Dolmetscheinsatzes ... 17
2.3.2 Intra-situative Rezeptionshandlungen ... 17
2.3.2.1 Aufnahme ... 17
2.3.2.1.1 Gesprächsdynamik – zwei Kommunikationsschemata ... 18
2.3.2.1.2 Besonderheiten der Vollzugsbedingungen ... 20
2.3.2.1.3 Verstehen von Rede und die Scenes-and-Frames Semantik ... 22
2.3.2.1.3.1 Bottom-Up Prozesse ... 23
2.3.2.1.3.2 Top-Down Prozesse ... 25
2.3.2.1.3.3 Emotionen ... 25
2.3.2.1.3.4 Konzeptuelles Substrat – Genese und Verwendung ... 27
2.3.2.1.3.5 Verstehensebenen und Verdolmetschung ... 30
2.3.2.2 Begleitende Tätigkeiten ... 32
2.3.2.2.1 Gedächtnis ... 32
2.3.2.2.2 Notation ... 34
2.4 Ableitung einer Methodik zur Untersuchung der Rezeptionsphase ... 37
2.4.1 Empirische Auswertung ... 38
2.4.2 Heuristische Auswertung ... 38
3. Analyse verdolmetschter Diskurse im bilateralen Dolmetschen ... 41
3.1 Empirisches Material und Untersuchungsdesign ... 41
3.1.1 Herkunft des Untersuchungsmaterials ... 41
3.1.2 Aufbereitung des Textkorpus ... 41
3.1.3 Testpersonen und Untersuchungsdesign ... 42
3.2 Empirische Auswertung ... 43
3.2.1 Textkorpus ... 43
3.2.1.1 Anzahl und Typisierung dolmetscherinduzierter Rückfragen ... 43
3.2.1.1.1 Dolmetscher und Übersetzer – Interpretation der Ergebnisse ... 44
3.2.1.1.2 Muttersprachler Deutsch / Russisch – Interpretation der Ergebnisse ... 45
3.2.1.2 Verzögerung bis zum Einsetzen der (Re-)Produktion ... 45
3.2.1.2.1 Dolmetscher und Übersetzer – Interpretation der Ergebnisse ... 47
3.2.1.2.2 Muttersprachler Deutsch / Russisch – Interpretation der Ergebnisse ... 47
3.2.2 Notatkorpus ... 48
3.2.2.1 Größe der Notate ... 48
3.2.2.1.1 Dolmetscher und Übersetzer – Interpretation der Ergebnisse ... 48
3.2.2.1.2 Muttersprachler Deutsch / Russisch – Interpretation der Ergebnisse ... 49
3.2.2.2 Zeichenhaftigkeit der Notate ... 49
3.2.2.2.1 Dolmetscher und Übersetzer – Interpretation der Ergebnisse ... 50
3.2.2.2.2 Muttersprachler Deutsch / Russisch – Interpretation der Ergebnisse ... 50
3.2.3 Abschließende Bemerkungen zur empirischen Untersuchung ... 50
3.3 Heuristische Auswertung ... 52
3.3.1 Darstellung und Typisierung kognitiver Gliederungen ... 52
3.3.2 Gegenüberstellung beispielhafter kognitiver Gliederungen ... 54
3.3.2.1 Parameter Position ... 54
3.3.2.2 Parameter Gliederungsbreite ... 56
3.3.2.3 Parameter Gliederungstiefe ... 57
3.3.2.4 Parameter Relation ... 59
3.3.3 Rückschluss auf die Rezeptionsphase ... 60
3.3.3.1 Exkurs – methodologische Grundprobleme der Dolmetschwissenschaft ... 60
3.3.3.2 Rückschluss auf Rezeptionstypen ... 61
3.3.3.3 Rückschluss auf Rezeptionsqualität ... 63
3.3.4 Abschließende Bemerkungen zur heuristischen Auswertung ... 64
4. Verbesserung der Rezeptionsqualität in der universitären Dolmetscherausbildung ... 66
4.1 Die Bedeutung der Theorie für die Praxis ... 66
4.2 Extra-situative Faktoren ... 67
4.2.1 Generalia ... 67
4.2.2 Verbesserung der Top-Down Prozesse ... 68
4.3 Intra-situative Faktoren ... 70
4.3.1 Generalia ... 70
4.3.2 Simulierung belastender Störfaktoren ... 70
4.3.3 Entwicklung von Kommunikations- und Gesprächsfähigkeiten ... 71
4.3.4 Rückfragen ... 71
4.3.5 Qualität des Notats ... 72
4.3.6 Kognitive Verarbeitung ... 72
4.3.6.1 Verzögerung bis zum Einsetzen der (Re-)Produktion ... 73
4.3.6.2 Verbesserung der Bottom-Up Prozesse ... 73
4.3.6.3 Einbringen von Emotionen ... 74
4.3.6.4 Kognitive Gliederung des Originals ... 74
4.4 Abschließende Bemerkungen zur Didaktik der Rezeptionsphase ... 75
5. Schlusswort ... 76
5.1 Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse ... 76
5.2 Ausblick ... 77
Anhang ... 79
I. Transkriptionsregeln im Überblick ... 79
II. Hinweis zum Lesen der Tabellen ... 80
III Untersuchungsmaterial ... 81
Diskurs 1 ... 81
Notat Diskurs 1 ... 81
Transkript Diskurs 1 ... 84
Diskurs 2 ... 91
Notat Diskurs 2 ... 91
Transkript Diskurs 2 ... 95
Diskurs 3 ... 102
Notat Diskurs 3 ... 102
Transkript Diskurs 3 ... 105
Diskurs 4 ... 110
Notat Diskurs 4 ... 110
Transkript Diskurs 4 ... 114
Diskurs 5 ... 120
Notat Diskurs 5 ... 120
Transkript Diskurs 5 ... 124
Diskurs 6 ... 134
Notat Diskurs 6 ... 134
Transkript Diskurs 6 ... 137
Diskurs 7 ... 141
Notat Diskurs 7 ... 141
Transkript Diskurs 7 ... 143
Diskurs 8 ... 147
Notat Diskurs 8 ... 147
Transkript Diskurs 8 ... 149
Literaturverzeichnis ... 154
1. Aufgabenstellung
1.1 Anlass
Die Diskursverarbeitung beim Dolmetschen, insbesondere in der dynamischen Form des bilateralen Dolmetschens, ist in der Fachliteratur erst in Ansätzen untersucht worden (Apfelbaum 2004, Gile 1997, Kalina 1998, Pöchhacker 1994 und 2000).
Zunächst ist die Untersuchung der Rezeptionsphase theoretisch wichtig für die wissenschaftliche Beschreibung des Dolmetschprozesses. Dieser Teil ist relevant für die Praxis, da theoretisches Wissen das praktische Handeln und die Performanz des Dolmetschers positiv beeinflusst.
Die in dieser Arbeit vorgelegte Untersuchung ist somit auch praktisch relevant: Die aus der Analyse gewonnenen Ergebnisse können für die universitäre Ausbildung eingesetzt werden und zur Verbesserung der Rezeptionsqualität der Studenten führen.
1.2 Gegenstand der Untersuchung
Der Untersuchungsgegenstand im weitesten Sinne ist der Dolmetschprozess als interkulturelle und interlinguale Kommunikationsform. Der engere Untersuchungsgegenstand ist das bilaterale Dolmetschen, das theoretisch und praktisch hinsichtlich der Rezeptionsphase untersucht wird.
Der Ansatz hierfür ist also sowohl ein empirischer als auch ein heuristischer (vgl. hierzu insbesondere Kap. 2.4 sowie Kap. 3.3.3.1 und Kap. 4.1). Die Rezeptionsphase des Dolmetschers ist methodologisch schwierig zu untersuchen, denn es handelt sich um kognitive Prozesse, die von außen weitestgehend unsichtbar im Kopf des Dolmetschers – in der sogenannten „black box“ (vgl. hierzu insbesondere Kurz 1994) – ablaufen. Zeitlich ist die Rezeptionsphase nicht eindeutig von der Transposition und u. U. sogar von der (Re-)Produktion1 zu trennen, denn mitunter kann sich der Prozess des Verstehens bis in diese anderen Phasen erstrecken. Da ein unmittelbarer Zugang des Verstehensvorganges derzeit nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich ist (vgl. hierzu Kap. 3 und 5), muss auf die Korrelation zwischen Original und Translat zurückgegriffen werden, aus der Rückschlüsse bezüglich der Rezeptionsphase gezogen werden. Hierzu wurden acht verdolmetschte Gespräche aufgenommen und anhand der erläuterten Methode hinsichtlich der Rezeptionsphase, insbesondere auf Notizentechnik, Gesprächspausen, Sprecherwechsel und die theoretisch mögliche Bildung und die praktisch anzunehmende Verwendung der kognitiven Gliederung, untersucht.
1.3 Ziel der Untersuchung
Das Ziel vorliegender Untersuchung ist die Auswertung des Korpus hinsichtlich der Diskursverarbeitung in der Phase der Rezeption. Die Auswertung soll die Rezeptionsphase theoretisch betrachten, um so fundierte praktische Vorschläge für die universitäre Ausbildung zu formulieren.
1.4 Verfahrensweise
Um eine genaue Einordnung der vorliegenden Arbeit zu ermöglichen, erfolgt in Kapitel 2 zunächst die Verortung des allgemeinen Untersuchungsbereiches – des bilateralen Dolmetschens – im Kontext einer allgemeinen Tranlsationstheorie. Im zweiten Abschnitt des Kapitels wird der engere Untersuchungsgegenstand – die Rezeptionsphase im bilateralen Dolmetschen – eingeordnet und definiert. Im dritten Abschnitt wird der engere Untersuchungsgegenstand charakterisiert, also systematisch aus der Sicht der Dolmetschforschung dargestellt. Im vierten und letzten Abschnitt des Theoriekapitels werden Untersuchungsmethode und -kriterien zur empirischen Auswertung des Materials hinsichtlich der Rezeptionsphase entwickelt.
Im dritten Kapitel werden verdolmetschte Gespräche im Bezug auf die Rezeptionsphase und der entsprechenden Parameter anhand der in Kapitel 2 entwickelten Methode und Kriterien untersucht und ausgewertet sowie unter Berücksichtigung der Ergebnisse aus der Analyse des empirischen Materials teilweise neu theoretisch betrachtet und klassifiziert.
Im vierten Kapitel wird die theoretische Fundierung der Rezeptionsphase (Kap. 2) mit den praktischen Erkenntnissen (Kap. 3) zusammengeführt, um didaktische Konsequenzen für Gestaltung und Optimierung der universitären Ausbildung hinsichtlich der Rezeptionsphase beim Dolmetschen im Allgemeinen und im bilateralen Dolmetschen im Besonderen zu erarbeiten.
2. Untersuchungsgegenstand – Einordnung, Charakterisierung und Methodik
2.1 Einordnung des weiteren Untersuchungsgegenstandes „bilaterales Dolmetschen“
Ziel dieses Kapitels ist es, ein theoretisches Fundament für die weitere Untersuchung zu legen. Dementsprechend werden sowohl begriffliche als auch inhaltliche Vorüberlegungen vorgenommen. Zunächst wird das bilaterale Dolmetschen begrifflich im Umfeld anderer Forschungsarbeiten zur Dolmetschwissenschaft verortet (Kap. 2.1). Hier wird auch deutlich, womit sich diese Arbeit inhaltlich nicht beschäftigt. Im Anschluss wird der Prozess des bilateralen Dolmetschens auf einer Zeitachse theoretisch dargelegt (Kap. 2.2 ), um die Rezeptionsphase und die sie bedingenden Faktoren herauszuarbeiten (Kap. 2.3). Daran anschließend (Kap. 2.4) wird eine Untersuchungsmethode erarbeitet, mit deren Hilfe im Kapitel 3 die Diskurse untersucht werden.
2.1.1 Einordnung in das Begriffsfeld „Kommunikation“
Um den Untersuchungsbereich zu präzisieren erfolgt zunächst eine globale Einordnung des bilateralen Dolmetschens. Im Allgemeinen gelten Dolmetscher wie Übersetzer als „Fachleute für die Kommunikation zwischen Angehörigen unterschiedlicher Sprachen und Kulturen“ (Schmitt 1999, 1). Kommunikation in diesem Sinne – über Sprach- und Kulturbarrieren hinweg mit Hilfe eines Experten – lässt sich hyperonymisch in dem Begriff Translation2 zusammenfassen. Salevsky charakterisiert Translation für die Tätigkeiten Dolmetschen und Übersetzen wie folgt:
TRANSLATION ist eine sekundäre komplexe kommunikative Tätigkeit, deren Ziel von der primären Tätigkeit im Rahmen der interkulturellen/interlingualen Kommunikation bestimmt wird, der sie dient. Dazu wird von einem damit beauftragten Dolmetscher bzw. Übersetzer auf der Basis eines fremdbestimmten Ausgangstextes unter spezifischen situativen Bedingungen (für den Vollzug der translatorischen Basishandlungen Rezeption, Transposition und Realisation) ein Zieltext produziert, der den Ausgangstext für Adressaten in einer anderen Kultur/Sprache repräsentieren soll [...] (Salevsky 1992: 109; Hervorhebung M. A.).
In Abgrenzung zu Übersetzen definiert Salevsky Dolmetschen wie folgt:
DOLMETSCHEN ist die Art der Translation, die durch spezifische Tätigkeits- bzw. Handlungsbedingungen charakterisiert ist und sich dadurch vom Übersetzen unterscheidet. Der Dolmetscher vollzieht die translatorischen Basishandlungen einmalig und spontan an Textsegmenten, da der Ausgangstext erst in der aktuellen Handlungssituation produziert bzw. vorgetragen wird. Basis für die Zieltextproduktion (Transposition und mündliche Realisation) für die i. d. R. anwesenden Adressaten ist daher nicht ein vollständiger Ausgangstext, sondern das im Gedächtnis gespeicherte (bzw. notierte) logisch-begriffliche Substrat des rezipierten Segments des Ausgangstextes [...] (Salevsky 1992: 109 f.; Hervorhebung M. A).
[...]
1 Das Wort (Re-)Produktion beinhaltet sowohl die Reproduktion als auch die eigenständige Produktion von Rede im Sinne einer optimalen Erfüllung der nicht immer versprachlichten, aber nahe liegenden Intention des Redners.
2 Kade prägte den Begriff Translation für Dolmetschen und Übersetzen mit der folgenden, inzwischen teilweise überholten Definition: „Unter Translation verstehen wir den Prozeß (Vorgang), der mit der (akustisch-phonetischen oder optisch-graphischen) Aufnahme des AS-Textes beginnt und mit der (motorisch-phonetischen oder graphischen) Wiedergabe des ZS-Textes endet.“ (Kade 1968: 33).
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