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Traninig the Interpreter: Kriterien zur Ausbildung und Bewertung

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2006, 25 Pages
Author: Saskia Mahlstede
Subject: Interpreting / Translating

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2006
Pages: 25
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 21  Entries
Language: German
Archive No.: V72195
ISBN (E-book): 978-3-638-72000-7

File size: 265 KB


Excerpt (computer-generated)

Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Institut für Anglistik, Amerikanistik und Anglophonie
Fachbereich Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaft
Seminar: Dolmetschseminar, WS 2005/2006

Training the Interpreter: Kriterien zur Ausbildung und Bewertung

von

Saskia Mahlstede

 


Inhalt

1 Einleitung 3

2 Geschichte der Dolmetschdidaktik 4

3 Ausbildung 5

3.1 Zur Ausbildungssituation 5
3.2 ETI Genf/ESIT Paris 6
3.3 Weitere Beispiele 7

4 Zur Didaktik des Dolmetschens 8

4.1 Allgemeines 8
4.2 „Pariser Schule“ 8

4.2.1 Vorbereitende Übungen 9
4.2.2 Notizentechnik und Konsekutiv 10
4.2.3 Simultan 12

4.3 Bewertung 13
4.4 Erfordernis weiterer Untersuchungen 15

5 Blackbox: Eine Trainingssoftware 16

6 Schluss 18

Literaturverzeichnis 20

Anhang 22




 

1 Einleitung

Entgegen vorgefasster Meinungen reichen rein sprachliche Kenntnisse allein nicht aus, um ein guter Dolmetscher1 zu sein. Man benötigt zudem eine Vielzahl von weiteren Schlüsselkompetenzen, die in einer fundierten Ausbildung erlernt und vertieft werden müssen. An dieser Stelle setzt die Dolmetschdidaktik ein.
In den letzten Jahrzehnten haben sich viele Autoren, zumeist selber erfolgreiche Dolmetscher und Dolmetschdozenten, wie Barbara Moser-Mercer, Wladimir Kutz, Danica Seleskovitch, Sylvia Kalina und Dörte Andres, zum Problem der Dolmetschdidaktik geäußert, wobei die Schwerpunkte der diversen Veröffentlichungen zumeist auf Leistungsbewertung und Unterrichtsmethoden liegen (Pöchhacker, S. 177.
In meiner Hausarbeit “Training the Interpreter: Kriterien zur Ausbildung und Bewertung“ gehe ich vor allem darauf ein, welche Strategien und Methoden es für den Erwerb von Dolmetschkompetenz, sei es Konsekutiv- oder Simultandolmetschen, gibt und wie diese den Dolmetschunterricht ergänzen und verbessern können. Dieser ist erfahrungsgemäß noch zu oft sehr realitätsfern, was eines der Haupthindernisse für eine erfolgreiche Dolmetschausbildung darstellen kann.
In dieser Hausarbeit wird zuerst die Geschichte der Dolmetschdidaktik behandelt, um die Entwicklung und Fortschritte dieser noch eher jungen Wissenschaft zu beschreiben. Im folgenden Kapitel wird die Ausbildungssituation mit den konkreten Beispielen Paris und Genf im Vergleich zu Germersheim dargestellt. Kapitel 4 konzentriert sich auf die Dolmetschdidaktik selbst, wobei der Schwerpunkt auf einer bekannten Studie von Seleskovitch/ Lederer (Paris, 1989) liegt, aber auch der persönliche Erfahrungsschatz der Autorin wird hier eingebracht. In diesem Kapitel werden weiterhin die noch offenen Fragen und Kontroversen im Bereich der Dolmetschdidaktik formuliert. Im 5. Kapitel wird mit der Präsentation der Trainingssoftware „Black Box“ schließlich ein Ausblick in die Zukunft gegeben.

2 Geschichte der Dolmetschdidaktik

Dolmetschfähigkeit wurde lange Zeit „als eine reine Frage des Talents gesehen, das es lediglich zu fördern galt“ (Kalina, S. 161). Die ersten Simultandolmetscher durchliefen keine Ausbildung, sondern übten diesen Beruf oft aufgrund ihres zweisprachigen Hintergrunds aus oder wurden vom Übersetzen in den Beruf gedrängt, in dem sie dann irgendwann entweder Fuß fassten oder frustriert aufgaben.
Mit dem steigenden Bedarf an professionellen Dolmetschern wurde jedoch bald erkannt, dass für diesen Beruf eine gezielte Ausbildung auf Hochschulniveau nötig war und die reine Förderung einzelner Naturtalente nicht mehr ausreichte, um professionell arbeitende Dolmetscher in der erforderlichen Zahl zur Verfügung zu stellen. So setzte sich langsam eine solide, systematische und methodisch abgesicherte Dolmetscherausbildung auf Hochschulniveau durch. Als Voraussetzungen für eine solche Ausbildung wurden sprachliche Kompetenz, analytische Fähigkeiten, Kommunikationsvermögen und Reaktionsvermögen angesehen, auf deren Basis dann die Dolmetschkompetenz vermittelt werden konnte (Kalina, S. 170).
Die SCIC (Service commun des interprètes de conférence)2 beschloss 1964, ein eigenes Ausbildungsprogramm für Dolmetscher zu initiieren. Junge Hochschulabsolventen ohne Dolmetschhintergrund durchliefen eine sechs Monate lange Ausbildung, bei der das Üben in stummen Kabinen und die Gelegenheit zur Beobachtung routinierter Kollegen im Vordergrund stand, die Schüler waren praktisch wie Lehrlinge. Dies war ein allgemeiner Ansatz der „Dolmetschlehrer der ersten Generation“, sie selbst waren erfahrene Dolmetscher und gaben ihr Wissen an die Auszubildenden weiter. Dieses Vorgehen wurde jedoch später kritisiert, da man so seine eigenen Leistungen nicht analysieren konnte und auch durch mangelndes Feedback nicht die notwendige Professionalität erreichen konnte (Kalina, S. 170-171). Erst in den Achtziger- und Neunzigerjahren wurde ein eher wissenschaftlicher Ansatz für die Dolmetscherausbildung befürwortet und Aspekte wie Verstehens- und Verarbeitungsprozesse, das Erlangen von Fachwissen und andere psycholinguistische Ansätze, hielten Einzug in die Dolmetschwis- 2 Generaldirektion Dolmetschen der Europäischen Kommission senschaft (Pöchhacker, S. 177). Auch die Dauer, das Niveau und die Intensität der Ausbildungsprogramme wurden neu überdacht.
In den Achtzigerjahren gewann die ESIT (École Supérieure d’Interprétation et de Traduction, Paris III) an Einfluss, auch dank der Veröffentlichung der Studie A systematic approach to teaching interpretation (Seleskovitch/ Lederer, s. Kapitel 4). Ein wichtiger Fortschritt im Bereich der Dolmetschdidaktik stellte auch die Veröffentlichung vom Wladimir Kutz (1985) dar. Er entwarf ein „didaktisches Kompetenzmodell“ (Kalina, S. 169), in dem die einzelnen Fähigkeiten, die lehrbar gemacht werden sollten, aufgelistet waren. Auch eine Publikation von Daniel Gile (1995) enthielt Hinweise und Ratschläge, wie Lehrveranstaltungen gestaltet werden können.
Sämtliche „Ratgeber“ im Bereich der Dolmetschdidaktik basieren auf eigenen, zum Teil auch gegensätzlichen Erfahrungen. Empirische Untersuchungen fehlen der Dolmetschwissenschaft bisher leider noch (Kalina, S. 169). Zusammengefasst kann gesagt werden dass, obwohl schon seit ca. 1940 Dolmetscher ausgebildet werden und seitdem eine Vielzahl von Verbesserungen bei der Ausbildung erlangt wurden, beinahe alle Kurse ähnliche Inhalte aufzeigen, die die folgenden Dolmetschgrundkompetenzen vermitteln: Verbesserung der sprachlichen Fähigkeiten, Rhetorik, Erarbeitung von Terminologie, Kulturspezifik, Strategien für Konsekutiv- und Simultandolmetschen mit Notizentechnik, Berufsethik, Terminologie der internationalen Organisationen, Ergänzungsfächer wie Wirtschaft, Recht oder Technik und im steigenden Maße auch wissenschaftliche Grundlagen (Pöchhacker, S. 179).

3 Ausbildung

3.1 Zur Ausbildungssituation

[...]


1 Die Bezeichnung „Dolmetscher“ wird hier und im Folgenden in inkludierender Form verwendet.


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