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Sucht und Abhängigkeit

Studienarbeit, 2007, 55 Seiten
Autor: Dipl. Sozialpäd./-arbeiterin (Uni) Christina Aman
Fach: Pädagogik - Wissenschaft, Theorie, Anthropologie

Details

Veranstaltung: Sucht, Diagnostik, Epidemiologie
Institution/Hochschule: Universität Kassel
Tags: Sucht, Abhängigkeit, Sucht, Diagnostik, Epidemiologie
Kategorie: Studienarbeit
Jahr: 2007
Seiten: 55
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 21 Literaturquellen  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V72219
ISBN (E-Book): 978-3-638-69005-8
ISBN (Buch): 978-3-638-69486-5
Dateigröße: 287 KB
Anmerkungen :
In dieser Arbeit werden wissenschaftliche Theorien über Sucht und Abhängigkeit nebeneinander gestellt. Dabei wird versucht die unterschiedlichen und abweichenden Erklärungsansätze zu sortieren und eine Einheitlichkeit im Verständnis über Sucht/ Abhängigkeit zu schaffen. Viel Spass beim Lesen!!!!


Zusammenfassung / Abstract

Heute finden Drogen einen leichten Zugang ins Alltagslegen. Etwa 5–10% der deutschen Bevölkerung leiden unter einer Abhängigkeit. Nikotin und Alkohol sind derzeit Suchtmittel Nummer Eins und es sterben mehr Menschen daran als an Heroin, Kokain oder Cannabis. Angenommen wird, dass ca. 15 Million Menschen rauchen und jährlich ca. 140.000 Menschen an den Folgen des Rauchens sterben. Ca. 70.000-100.000 werden durch das Rauchen frühzeitig invalide und durch Passivrauchen sterben ca. 3.400 Menschen. Von Alkohol sind ca. 2 Mio. Menschen abhängig, und ca. 70.000 sterben an den Folgen direkt oder indirekt z.B. durch Verkehrsunfähigkeit in Unfällen. Bei den Medikamentenabhängigen sieht es ähnlich aus, insbesondere weil die Dunkelziffer einen viel hören Anteil an Abhängigkeitskranken vermuten lässt als die Statistik besagt. Ungefähr 175.000 Menschen sind von illegalen harten Drogen wie Heroin, Kokain u.a. abhängig, und letztes Jahr sind ca. 1.326 Menschen an den Folgen gestorben. Cannabis mit ca. 250.000 Konsumenten stellt den höchsten Anteil des illegalen Konsums dar. Dennoch sind bisher keine Menschen daran gestorben. Die Zahlen der Gelegenheitskonsumenten illegaler Substanzen, insbesondere Cannabis wird weit aus höher geschätzt. Die Folge des übermäßigen Drogenkonsums ist die Sucht nach Drogen. Menschen sind süchtig. Der Großteil der deutschen Bevölkerung ist von irgend etwas abhängig. Süchtig nach Heroin, Kokain, Cannabis, Alkohol, Nikotin, Kaffee, sowie Magersüchtig, Konsumsüchtig, Machtsüchtig, Sportsüchtig und Arbeitssüchtig. All dies sind Krankheiten, die uns durch alle Bevölkerungsgruppen begleiten. Die Liste der Abhängigkeiten könnte fortgesetzt werden. Alles macht süchtig, egal ob es Substanzen, Verhaltensweisen oder Tätigkeiten, die ständig durchgeführt werden, sind. Menschen können von allem und jedem Stoff süchtig werden. Doch was bedeuten Sucht und Abhängigkeit? Und wie entstehen sie? Warum sind diese Begriffe so unpopulär? Fragen, die in dieser Arbeit beantwortet werden sollen. Zu Beginn der Arbeit werden die allgemeinen Begrifflichkeiten geklärt, um bei der Verwendung von den Begriffen Drogen, Sucht und Abhängigkeit ein einheitliches Verständnis zu haben. Dabei soll die Problematik der Vielfältigkeit von Begriffen dargestellt werden. In den weiteren Kapiteln werden die Phänomene Sucht und Abhängigkeit angerissen. Eine ausführliche Ausarbeitung lediglich eines Begriffes würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen. Die Definitionsvielfalt hat


Textauszug (computergeneriert)

Sucht und Abhängigkeit

von

Christina Aman

März/2007
 

 


„Sucht ist die Angst vor der Stille in mir!“
„Sucht ist nicht heilbar – aber behandelbar. Lebenswertes
Leben ohne Sucht erlernbar.“

„Sucht hat viel mit Angst, Fragen nach dem Sinn des Lebens,
Sterben und Tod zu tun.“

„Sucht hat mit der Sehnsucht, im Paradies zu bleiben zu tun –
bedeutet jedoch Zerstörung für sich und andere, den Verlust
von Freiheit und oft den Tod.“

„Die Auffälligkeit eines Süchtigen besteht lange Zeit in seiner
Unauffälligkeit!“

„Ein süchtiger Mensch sucht und findet nicht mehr den
Genuss – sondern nur noch die Behebung eines unerträglichen
Zustandes.“

persönliche Zitate zur Sucht von Betroffenen




Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung  5

2 Begriffsklärungen 7

2.1 Das Wort „Droge“  7

2.1.1 Definition von Drogen  8
2.1.2 Legale „Alltagsdrogen“ und illegale „Betäubungsmittel“  10

2.2 Das Wort „Sucht“ – das Dahinsiechen 12

2.2.1 Historischer Rückblick 13
2.2.2 Die heutige Bedeutung von Sucht 15

2.3 Der Begriff Sucht wird durch den Begriff der Abhängigkeit ersetzt 15

3 „Sucht“ und „Abhängigkeit“  18

3.1 Stoffgebundene und stoffungebundene Suchtformen  18
3.2 Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und ihr internationales Klassifikationssystem der Krankheiten (ICD-10)  20

3.2.1 WHO Definition von Abhängigkeit  21
3.2.2 Diagnoseschema der WHO: ICD-10 22

3.3 Definitionen von Wanke und Gross 24
3.4 Hauptmerkmale psychischer, physischer und sozialer Abhängigkeit 25
3.5 Verlauf einer Suchterkrankung auf einen Blick 27

4 Phasen und Ursachen bis zur Entstehung einer krankhaften Abhängigkeit  30

4.1 Die einzelnen Phasen bis zur Entstehung einer krankhaften Abhängigkeit  31
4.2 Theorien zu den Ursachen einer krankhaften Abhängigkeit 34

4.2.1 Klassische Theorien  34
4.2.2 Moderne Theorien 35
4.2.3 Die Theorie des Trias Modells (Kielhz’sche Dreieck)  37

5 Schlussbetrachtung 41

5.1 Zusammenfassung 41
5.2 Kontroll- und Freiheitsverlust  43
5.3 Recht auf Rausch 44
5.4 Resümee  45

6 Literaturverzeichnis 47

Anhänge  54




 

1 Einleitung

Mit der Industrialisierung kam die Verbreitung von Drogen in Europa und Nordamerika. Diese sind als Handelsware von den Kolonialmächten eingesetzt worden. Noch bis in die 20er Jahre des 20. Jahrhunderts sind Drogen legal gewesen. Berühmte Pharmahersteller konnten das enorme Potential von Drogen entdecken und vertrieben sie als alkohol-, morphin-, kokain-, cannabis- und heroinhaltige Arzneimittel. Aufgrund der Gefährlichkeit und des hohen Suchtpotentials von Drogen, erklärten die Vereinten Nationen in den sechziger Jahren alle Drogen für verboten, die die Gesundheit schädigen. Daraufhin ist weltweit ein Drogenabkommen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschlossen worden, das den stetigen Anstieg von Drogenkonsum verhindern sollte.

Heute finden Drogen einen leichten Zugang ins Alltagslegen. Etwa 5–10% der deutschen Bevölkerung leiden unter einer Abhängigkeit. Nikotin und Alkohol sind derzeit Suchtmittel Nummer Eins und es sterben mehr Menschen daran als an Heroin, Kokain oder Cannabis. Angenommen wird, dass ca. 15 Million Menschen rauchen und jährlich ca. 140.000 Menschen an den Folgen des Rauchens sterben. Ca. 70.000-100.000 werden durch das Rauchen frühzeitig invalide und durch Passivrauchen sterben ca. 3.400 Menschen.1 Von Alkohol sind ca. 2 Mio. Menschen abhängig, und ca. 70.000 sterben an den Folgen direkt oder indirekt z.B. durch Verkehrsunfähigkeit in Unfällen. Bei den Medikamentenabhängigen sieht es ähnlich aus, insbesondere weil die Dunkelziffer einen viel hören Anteil an Abhängigkeitskranken vermuten lässt als die Statistik besagt. Ungefähr 175.000 Menschen sind von illegalen harten Drogen wie Heroin, Kokain u.a. abhängig, und letztes Jahr sind ca. 1.326 Menschen an den Folgen gestorben. Cannabis mit ca. 250.000 Konsumenten stellt den höchsten Anteil des illegalen Konsums dar. Dennoch sind bisher keine Menschen daran gestorben. Die Zahlen der Gelegenheitskonsumenten illegaler Substanzen, insbesondere Cannabis wird weit aus höher geschätzt.2 Die Folge des übermäßigen Drogenkonsums ist die Sucht nach Drogen. Menschen sind süchtig. Der Großteil der deutschen Bevölkerung ist von irgend etwas abhängig. Süchtig nach Heroin, Kokain, Cannabis, Alkohol, Nikotin, Kaffee, sowie Magersüchtig, Konsumsüchtig, Machtsüchtig, Sportsüchtig und Arbeitssüchtig. All dies sind Krankheiten, die uns durch alle Bevölkerungsgruppen begleiten. Die Liste der Abhängigkeiten könnte fortgesetzt werden. Alles macht süchtig, egal ob es Substanzen, Verhaltensweisen oder Tätigkeiten, die ständig durchgeführt werden, sind. Menschen können von allem und jedem Stoff süchtig werden. Doch was bedeuten Sucht und Abhängigkeit? Und wie entstehen sie? Warum sind diese Begriffe so unpopulär? Fragen, die in dieser Arbeit beantwortet werden sollen.

Zu Beginn der Arbeit werden die allgemeinen Begrifflichkeiten geklärt, um bei der Verwendung von den Begriffen Drogen, Sucht und Abhängigkeit ein einheitliches Verständnis zu haben. Dabei soll die Problematik der Vielfältigkeit von Begriffen dargestellt werden.

In den weiteren Kapiteln werden die Phänomene Sucht und Abhängigkeit angerissen. Eine ausführliche Ausarbeitung lediglich eines Begriffes würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen. Die Definitionsvielfalt hat es oft unmöglich gemacht, gradlinig zu argumentieren. Als sehr problematisch erwies es sich, das Definitionschaos zu bewältigen und im Nachhinein zu sortieren. Hier liegt der Schwerpunkt in der Zusammenführung von unterschiedlichen und allgemein bekannten Definitionen.

Des Weiteren spielen in dieser Arbeit nicht nur Definitionen und Kriterien eine Rolle, sondern auch die unterschiedlichen Formen und Phasen einer Abhängigkeit. Das Bedingungsgefüge einer Abhängigkeit soll untersucht werden. Außerdem soll versucht werden, die unterschiedlichen Theorien nebeneinander zustellen, zu ordnen und einheitlich zu verbinden.

2 Begriffsklärungen

Sucht, Abhängigkeit und Drogen, eines der Phänomene unserer Zeit. Betrachtet man die Begriffe, so scheint man den Sinn, den diese Begriffe beinhalten, gleich zu verstehen. Mit diesen Begriffen verbindet man Wörter wie Suchtmittel, Rauschgiftmittel, Drogenabhängigkeit und Drogensucht, sowie Eifersucht, Magersucht und Alkoholsucht, die besonders negativ konnotiert sind. Man möchte mit diesen Eigenschafen nichts zu tun haben. Was bedeuten diese Begriffe und warum werden Horrorvisionen mit diesen Inhalten verbunden?

2.1 Das Wort „Droge“

Früher war der Drogenkonsum entweder an den rein medizinischen Einsatz, religiöse Rituale oder gewisse Festivitäten gebunden, doch im Zuge der Neuzeit haben Drogen ihre ursprüngliche Bedeutung der Heilung verloren. Offensichtlich wird der Begriff Heute anders begriffen als im Mittelalter.

In: BERTELSMANN Wörterbuch3
Dro|ge [f. 11] 1 pflanzlicher oder tierischer Rohstoff für
Arzneimittel (aus der Natur stammend oder künstlich
hergestellt) 2 Mittel, das Wohlbefinden oder
Rauschzustände hervorruft [<frz. drogue <mndrl. droge
”trocken“, <in der Fügung droge-fate ”Trockenfässer“,
was irrtümlich als ”Fässer mit Trockenware“ verstanden
wurde, sodass die Bez. von der Verpackung auf den Inhalt
überging]

In: DUDEN – das Fremdwörterbuch4
(eine ähnliche Beschreibung)
Dro|ge ‹niederd.-fr.› die; -, -n: 1.a) Rauschgift; b)
(veraltend) Arzneimittel. 2. (durch Trocken haltbar
gemachter) pflanzlicher od. tierischer Stoff, der als
Arznei-, Gewürzmittel u. für technische Zwecke
verwendet wird.

Aus den Beschreibungen geht hervor, dass der Begriff „Droge“ die Bezeichnung für pharmazeutisch wirksame Substanzen ist, die aus pflanzlichen, mineralischen und tierischen Stoffen gewonnen werden und zur Herstellung von Heil-, Gewürz- und Anregungsmitteln gebraucht worden sind. Sie steigern das Wohlbefinden und führen zu Rauschzuständen.

Das Wort „Droge“ leitet sich vom Althochdeutschen (Adjektiv) „drög“5 ab und geht zurück auf das französische Wort „drogue“ und weiter auf das niederländische Wort „droog“6. Die entsprechende Übersetzung für alle Begriffe ist gleichbedeutend und bedeutet das „trocknen“ von Arzneien. Diese Bezeichnung entwickelte sich aus der Heilmittelverarbeitung pflanzlicher, tierischer und mineralischer Stoffe. Das Verfahren ist vorwiegend in getrockneter Form verarbeitet und aufbewahrt worden, um es später als Gewürz, Parfum oder Arznei verwenden zu können.7 Monika Boland hat festgestellt, dass der Begriff „Droge“ ursprünglich aus dem Arabischen stammt und über die Franzosen in den deutschen Sprachraum gelangt ist. 8

Der niederländische Begriff „Droog“ ist in den englischsprachigen Raum gelangt, von dort zu dem Begriff „Drugs“ gewandelt und mit dieser Bezeichnung wieder in die Niederlande zurückgekehrt. Bis Heute wird in den Niederlanden der englische Sammelbegriff Drugs gebraucht, der ebenso Weltweit verwendet wird.9

2.1.1 Definition von Drogen

[...]


1 Vgl. Infantologie.de Online, Die Risiken des Rauchens, Zahlen und Fakten

2 Vgl. DHS, Statistik 2003

3 Zitat: Wissen.de: Bertelsmann Online-Wörterbuch zu Droge

4 Zitat: Duden, 1997, S. 206

5 Vgl. Loviscach, 1996, S. 17

6 Vgl. Etymologie Online

7 Vgl. Schwendter, 1992, S. 9

8 Ebd.

9 Vgl. Wikipedia Online: Droge


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