Bei GRIN registrieren oder einloggen

Your e-mail-address or password is wrong
Jetzt registrieren
Für neue Autoren: kostenlos, einfach und schnell
Dies wird Ihr Benutzername, bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse an

Passwort vergessen

Your e-mail-address or password is wrong

Neues Passwort anfordern
Das „Yentl Syndrome“ close

Bitte warten

Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.

Das „Yentl Syndrome“

Untertitel: Die Vernachlässigung der Frau in der Forschung und Therapie

Seminararbeit, 2006, 31 Seiten
Autoren: Julia Gattig, Fiederike Tiegs
Fach: Pflegewissenschaften

Details

Institution/Hochschule: Hochschule Neubrandenburg
Tags: Syndrome“
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2006
Seiten: 31
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 34  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V80397
ISBN (E-Book): 978-3-638-87063-4
ISBN (Buch): 978-3-638-87066-5
Dateigröße: 232 KB

Zusammenfassung / Abstract

In dieser Hausarbeit, die sich mit dem Thema Herzinfarkt, auch als Myokardinfarkt bezeichnet, auseinandersetzt, betrachten wir eines der aktuellsten Themen, welches unsere heutige Gesellschaft beschäftigt. Schettler und Diehm (1991, S.2) unterstreichen die Wichtigkeit dieses Sachverhaltes, indem sie betonen, dass der Myokardinfarkt „in den Industrieländern den Charakter einer Epidemie angenommen“ hat. Zur Untermauerung dieser Aussage kann Lang (1992, S. 9) zitiert werden, der darauf verweist, dass die Krankheiten des Kreislaufsystems in den Industrienationen an erster Stelle der Todesursachen stehen. Deshalb liegt es nahe, den Herzinfarkt als eine Volkskrankheit zu bezeichnen. Ungerer (1999, S.6f) gibt eine der wohl umfassendsten Definitionen zu diesem Begriff. Er deklariert eine Krankheit zur Volkskrankheit, wenn ein großer Teil der Bevölkerung davon betroffen ist. Unter diesem Begriff werden Krankheiten zusammengefasst, „die an der Sterblichkeitsrate einen wesentlichen Anteil haben“. Auf diesen Sachverhalt beziehen wir uns am Anfang unserer Arbeit, indem wir den Herzinfarkt als solchen definieren, auf historische Aspekte eingehen und die allgemeinen Risikofaktoren erläutern. Hoffbauer (2005, S.304) spricht jedoch eines der wichtigsten Probleme in dieser Thematik an, denn ihrer Aussage zur Folge wird der Herzinfarkt immer noch als Männerleiden propagiert, obwohl Frauen wie Männer betroffen sind. Dies wird in der Verallgemeinerung der Risikofaktoren sowie der Symptomatik ersichtlich. Im dritten Gliederungspunkt wird auf diese Problematik eingegangen, indem die Unterschiede dargelegt werden.


Textauszug (computergeneriert)

Das „Yentl Syndrome“
Die Vernachlässigung der Frau in der Forschung und Therapie

von

Julia Gattig und Friederike Tiegs

 


Gliederung

1. Wenn das Herz Alarm schlägt ...3

1.1 Einführung und Problemstellung ...3
1.2 Begründung der Themenwahl und Methodik der Recherche ...4

2. Das Krankheitsbild des Herzinfarkts ...5

2.1 Definition Herzinfarkt ...5
2.2 Historische Aspekte ...6
2.3 Epidemiologie ...7
2.4 Risikofaktoren ...8

2.4.1 Beeinflussbare Risikofaktoren ...8
2.4.2 Nicht beeinflussbare Risikofaktoren ...13

3. „Frauenherzen – Männerherzen: Mehr als ein kleiner Unterschied“ ...13

3.1 Frauenspezifische Risikofaktoren ...13

3.1.1 Rauchen ...14
3.1.2 Pille ...14
3.1.3 Menopause ...15
3.1.4 Diabetes mellitus ...15

3.2 Unterschiede in der Symptomatik ...16

4. Die Vernachlässigung des Themas „Frau und Herz“: Das Yentl Syndrome ...17

4.1 Definition Yentl Syndrome ...17
4.2 Bisheriger Forschungsstand ...18
4.3 Diagnostik ...19
4.4 Therapie ...20
4.5 Rehabilitation ...22

5. Fazit ...23

5.1 Diskussion der Rechercheergebnisse ...23
5.2 Stellungnahme ...24
5.3 Empfehlungen ...26

6. Literaturverzeichnis ...28


 


1. Wenn das Herz Alarm schlägt

1.1 Einführung und Problemstellung

In dieser Hausarbeit, die sich mit dem Thema Herzinfarkt, auch als Myokardinfarkt bezeichnet, auseinandersetzt, betrachten wir eines der aktuellsten Themen, welches unsere heutige Gesellschaft beschäftigt. Schettler und Diehm (1991, S.2) unterstreichen die Wichtigkeit dieses Sachverhaltes, indem sie betonen, dass der Myokardinfarkt „in den Industrieländern den Charakter einer Epidemie angenommen“ hat. Zur Untermauerung dieser Aussage kann Lang (1992, S. 9) zitiert werden, der darauf verweist, dass die Krankheiten des Kreislaufsystems in den Industrienationen an erster Stelle der Todesursachen stehen. Deshalb liegt es nahe, den Herzinfarkt als eine Volkskrankheit zu bezeichnen. Ungerer (1999, S.6f) gibt eine der wohl umfassendsten Definitionen zu diesem Begriff. Er deklariert eine Krankheit zur Volkskrankheit, wenn ein großer Teil der Bevölkerung davon betroffen ist. Unter diesem Begriff werden Krankheiten zusammengefasst, „die an der Sterblichkeitsrate einen wesentlichen Anteil haben“. Auf diesen Sachverhalt beziehen wir uns am Anfang unserer Arbeit, indem wir den Herzinfarkt als solchen definieren, auf historische Aspekte eingehen und die allgemeinen Risikofaktoren erläutern. Hoffbauer (2005, S.304) spricht jedoch eines der wichtigsten Probleme in dieser Thematik an, denn ihrer Aussage zur Folge wird der Herzinfarkt immer noch als Männerleiden propagiert, obwohl Frauen wie Männer betroffen sind. Dies wird in der Verallgemeinerung der Risikofaktoren sowie der Symptomatik ersichtlich. Im dritten Gliederungspunkt wird auf diese Problematik eingegangen, indem die Unterschiede dargelegt werden.
Schätzungsweise erkranken ein Drittel der Männer und ein Viertel der Frauen in Deutschland am Herzinfarkt. Frauen erleiden zwar nicht so häufig einen Herzinfarkt, weisen jedoch schlimmere Verläufe auf (vgl. Siegfried/ Schubert, 2002, S. 55). In diesem Zusammenhang kann Waldenberger (2003, S.146) angeführt werden, der formuliert, dass die Mortalität (Sterberate) der Männer bezogen auf den Herzinfarkt rückläufig, im Gegensatz dazu bei den Frauen jedoch ein Anstieg zu verzeichnen, ist. „Die - im Vergleich zu den Männern – geringere KHK- Sterblichkeit bei den Frauen hat sowohl in der Forschung als auch in der Therapie zu einer „Vernachlässigung“ des Forschungsbereich „Frau und Herz“ geführt“ (Bisig/Gutzwiller, 2002, S.7). Somit wird in dieser Arbeit der Frage nach den Ursachen dieser häufiger zum Tode führenden Verläufe bei Frauen nachgegangen. Auf das Yentl Syndrome, welches die Vernachlässigung der Frau im Bereich Forschung und Therapie thematisiert, wird im vierten Gliederungspunkt unserer Arbeit besonders eingegangen.

1.2 Begründung der Themenwahl und Methodik der Recherche

Das übergeordnete Thema dieser Hausarbeit lautet: „Volkskrankheiten in unserer Gesellschaft“. Nach ersten Recherchen im Internet fiel auf, dass die Herz – Kreislauf – Erkrankung neben den Ernährungsbedingten Erkrankungen, Rückenerkrankungen, Depressionen und Altersdemenz einen besonderen Stellenwert einnehmen. Nach Lang (1992, S.9) stehen sie in den Industrieländern an erster Stelle der Todesursachen. Um sich einen Überblick in dieser Rubrik zu verschaffen, recherchierten wir in der Datenbank PSYNDEXplus. Hier stach der Herzinfarkt besonders hervor. Auch der Blick in die Regional – und Fachhochschulbibliothek, sowie die des Dietrich – Bonhoeffer – Klinikums bestätigte die voran gegangene Annahme, dass der Herzinfarkt zu den Themen gehört, die zurzeit das meiste Interesse auf sich lenken. Durch diese Recherche wurde ersichtlich, dass der Myokardinfarkt ein geeignetes Thema für die Hausarbeit darstellt. Einerseits ist er eine der wohl am weitesten verbreiteten Volkskrankheiten. Andererseits ist der Herzinfarkt nicht nur heutzutage aktuell, sondern war es auch schon damals, was anhand der historischen Aspekte ersichtlich wird. Durch eine vertiefende Literaturrecherche, bezogen auf das Thema Herzinfarkt, bestätigte sich für uns die Annahme, dass es sich um eines der aktuellsten Probleme der heutigen modernen Gesellschaft handelt. Dies wird durch Siegfried und Müller – Schubert (2002, S. 12), die diese Erkrankung als „die Herzkrankheit unserer Zeit“ propagieren, belegt. Der Grund hierfür ist, dass sie vor allem in den Industrienationen gehäuft auftritt, hervorgerufen durch den dort bestehenden Wohlstand. Durch weiteres Nachforschen fiel unter anderem auch Helfant (1995, S.7) ins Blickfeld. Nach seinen Angaben verstarben 1992 88 158 Menschen in Deutschland an einem Herzinfarkt. Prozentual gesehen waren ungefähr die Hälfte davon Frauen. Der Fakt, dass so viele Frauen an einem Myokardinfarkt sterben, ist deshalb verwunderlich, da diese weit verbreitet als eine Männerkrankheit bezeichnet wird. Die Frage, wo die Ursachen dafür liegen, rückte immer mehr in den Vordergrund dieser Arbeit. Infolge dessen recherchierten wir in der Literatur verstärkt zum Unterschied zwischen Männern und Frauen beim Herzinfarkt. In diesem Zusammenhang stachen Autoren wie Helfant, Siegfried und Müller – Schubert, Bisig und Gutzwiller hervor, die sich in ihren Büchern auf diese Problematik beziehen. Alle von ihnen beschäftigen sich mit dem Thema „Frau und Herz“. Sie äußern in diesem Kontext, dass tatsächlich viele Frauen an einem Herzinfarkt sterben, was sich auf die verspätete Hilfe zurückführen lässt. Die Gründe dafür sind jedoch noch nicht ausreichend erforscht. Ansätze lassen sich in der unterschiedlichen Symptomatik zwischen Mann und Frau, aber auch in der Forschung und Therapie, die in Bezug auf Frauen vernachlässigt wurde, finden. Die Frage, warum Frauen so oft an einem Herzinfarkt sterben, rückte in den Mittelpunkt unseres Interesses.

2. Das Krankheitsbild des Herzinfarkts

2.1 Definition Herzinfarkt

Dass alle Menschen ein Leben lang gesund bleiben, ist sehr unwahrscheinlich. Somit lässt sich schlussfolgern, dass es nicht nur in der Vergangenheit Krankheiten gab, sondern dass es sie auch noch in der Zukunft geben wird. Die Krankheiten, von denen sehr viele Menschen betroffen sind, werden als Volkskrankheiten bezeichnet. Unter diesem Begriff werden Erkrankungen zusammengefasst, „die an der Sterblichkeitsrate einen wesentlichen Anteil haben“. Zu ihnen zählen die Herz – Kreislauf – Erkrankungen, die 1996 mit 48,2% an erster Stelle der Todesursachen in Deutschland standen (vgl. Ungerer, 1999, S.6f). Schon 1992 wurde geschrieben, dass die Herzinfarkt - Sterblichkeit in den letzten Jahrzehnten in den zivilisierten Ländern sehr stark zugenommen hat (vgl. Bruker, 1992, S. 18). Somit liegt es nahe, den Herzinfarkt als eine Volkskrankheit zu bezeichnen.
Der Myokardinfarkt gehört zu den Herz – Kreislauf – Erkrankungen. Unter diesem Begriff werden Krankheiten, die das Herz und das Blutkreislaufsystem betreffen, zusammengefasst (vgl. Universallexikon 1989, s.v. Herzkreislauf – Erkrankungen). Herz – Kreislauf – Erkrankungen, die durch Arteriosklerose (Verkalkung der Gefäße) entstehen, sind der Gruppe der Zivilisationskrankheiten zuzuordnen. Dieser Begriff umfasst physische und psychische Erkrankungen, die durch zivilisatorische Einflüsse, wie berufliche Belastung, Nikotinmissbrauch und Umweltveränderungen, entstehen oder gefördert werden (vgl. Universallexikon 1989 Zivilisationskrankheiten). Bruker (1992, S.29f) vertritt die Meinung, dass der Herzinfarkt eine Zivilisationserkrankung ist. Durch die Zivilisierung entstehen viele schädliche Faktoren und deren Summierung bedingt den Herzinfarkt. Somit wird seiner Meinung nach die Behauptung bestätigt, dass dem Herzinfarkt eine multifaktorielle Genese (mehrerer Ursachen) zu Grunde liegt. Nach Künzel (1995, S. 15) ist der Herzinfarkt „eine akute Durchblutungsstörung der Herzmuskulatur“. „Ein Herzinfarkt entsteht, wenn sich eine verengte Herzkranzarterie völlig verschließt. Das betroffene Gewebe wird nicht mehr mit Sauerstoff versorgt und stirbt infolgedessen ab“ (Blümchen 1995, S. 175). In diesem Zusammenhang ist wichtig zu erwähnen, dass nach Mathes (1991, S.10) das Gefühl Gesundheit nur durch Krankheit erworben werden kann. Daraus folgt, dass sich derjenige, der an einem Herzinfarkt erkrankt, intensiv mit sich und seiner Erkrankung auseinandersetzen soll. Erst dadurch kann man diese Krise verarbeiten, wodurch der Erkrankte der Gesundheit wieder ein Stück näher kommt.

2.2 Historische Aspekte

[...]


Kommentare

Bisher keine Kommentare

Kommentar hinzufügen
Ihr Kommentar wird redaktionell geprüft und dann freigeschaltet

Andere Nutzer haben sich auch für folgende Titel interessiert:


Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:

http://www.grin.com/e-book/80397/das-yentl-syndrome
please wait Bitte warten